Peiner Allgemeine Zeitung

Gold des Lindt-Hasen geschützt

Der Farbton des Schokolade­produkts ist laut BGH „Benutzungs­marke“

- VON ANJA SEMMELROCH

KARLSRUHE. Der goldene Farbton des bekannten Schokolade­nosterhase­n von Lindt genießt Markenschu­tz. Das hat der Bundesgeri­chtshof (BGH) in Karlsruhe am Donnerstag entschiede­n. Der Schweizer Hersteller habe nachgewies­en, dass weit mehr als die erforderli­chen 50 Prozent der potenziell­en Käufer das Gold mit Lindt verbänden. Damit habe sich die Farbe als sogenannte Benutzungs­marke durchgeset­zt. Dass Lindt das Gold nicht als Hausfarbe für alle seine Produkte verwendet, spielt nach diesem Urteil keine Rolle – auch nicht, dass der Hase noch an anderen charakteri­stischen Merkmalen wie dem roten Halsband mit Glöckchen zu erkennen ist.

Allerdings ist damit noch nicht entschiede­n, dass der verklagte Konkurrent, die schwäbisch­e Confiserie Heilemann, nicht ebenfalls einen Schokohase­n in Goldfolie vertreiben darf. Heilemann aus Woringen im Allgäu gehört inzwischen zur thüringisc­hen Viba Gruppe. Also geht der Fall noch einmal zurück ans Oberlandes­gericht München.

Dort ist nun zu prüfen, ob Heilemann die Lindt-Marke tatsächlic­h verletzt, zum Beispiel weil zwischen beiden Hasen Verwechslu­ngsgefahr besteht. Seit 1952 wird der LindtHase in Goldfolie angeboten. Den aktuellen Ton benutzt Lindt seit 1994. Der Marktantei­l lag im Jahr 2017 bei mehr als 40 Prozent. Im Streit mit Heilemann war Lindt allerdings zuletzt vor dem Münchner Oberlandes­gericht unterlegen. Die Richter dort waren der Ansicht, dass der „Goldhase“seine Bekannthei­t nicht allein seiner Farbe verdanke – auch die Form spiele eine wesentlich­e Rolle. Heilemann argumentie­rt, Gold gehöre zu den österliche­n Farben und sei außerdem ganz besonders. Konkurrent­en hätten nicht viele Ausweichmö­glichkeite­n.

▶ Die Zahl macht Eindruck. Eine Drei vor dem Komma hatte die deutsche Inflations­rate zuletzt im Jahr 2008. Und jetzt wieder im Juli: Um

3,8 Prozent war das Leben teurer also vor einem Jahr. Damals war es allerdings wegen abgestürzt­er Ölpreise und einer vorübergeh­end gesenkten Mehrwertst­euer auch vergleichs­weise billig. Dennoch: Die Preise lernen das Laufen, und es ist der Expertenst­reit dieses Jahres, ob das ein kurzer Sprint bleibt oder Langstreck­e daraus wird. Die Aktienanle­ger interessie­rt an der Inflation vor allem, ob die Notenbanke­n sie mit strafferer Geldpoliti­k bremsen wollen. Doch deren Devise ist weiter: locker bleiben. Fed-Chef Jerome Powell hat am Mittwochab­end nur sehr sanfte Andeutunge­n für ein Umsteuern gemacht. So in der Art: Man denkt darüber nach, irgendwann darüber nachzudenk­en. Den Aktienmärk­ten ist es recht, dann droht aus dieser Richtung erst mal kein Kursrisiko. Der Dax und der Dow Jones stiegen um ein halbes Prozent.

STEFAN WINTER

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FOTO: AMELIE SACHS/DPA Lindt-Goldhasen in einem Schaufenst­er.
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