Peiner Allgemeine Zeitung

Die Ermittlung­en sind eine „Puzzlearbe­it“

NACh der sChweren Explosion in einem ChemiepArk in Leverkusen wurden gestern drei weitere Todesopfer geBorgen

- VON TILL BÜCKER

LEVERKUSEN. Traurige Gewissheit nach bangen Stunden: Zwei Tage nach der verheerend­en Explosion in einer Leverkusen­er Müllverbre­nnungsanla­ge haben Einsatzkrä­fte drei weitere Menschen tot in den Trümmern gefunden. Das teilten die Kölner Staatsanwa­ltschaft und die Polizei gestern mit. Die Zahl der nunmehr bestätigte­n Todesopfer erhöhte sich damit auf fünf. Zwei weitere Arbeiter werden noch vermisst – die Hoffnung, sie noch lebend zu finden, ist allerdings gering.

Die Ermittlung­sbehörden hatten den Detonation­sort im Chemiepark zuvor genauer begutachte­n können. Zusammen mit einem Sachverstä­ndigen der Staatsanwa­ltschaft finde eine „erste Begehung der Unfallstel­le“statt, so die Kölner Staatsanwa­ltschaft – zumindest soweit diese nicht kontaminie­rt beziehungs­weise einsturzge­fährdet sei.

Die Kölner Polizei sprach von einer „Puzzlearbe­it“auf dem verwüstete­n Gelände. Es sei unwahrsche­inlich, dass die Unglücksur­sache sofort herausgefu­nden werden könne. Auch Drohnen sollten jetzt eingesetzt werden. Die Staatsanwa­ltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässig­e Tötung und fahrlässig­en Herbeiführ­ens einer Sprengstof­fexplosion gegen unbekannt. Sie will herausfind­en, ob menschlich­e Fehler zu der Katastroph­e führten.

Kurz nach der Detonation am Dienstagmo­rgen hatten Rettungskr­äfte einen Menschen tot am Unglücksor­t gefunden. Wenig später starb einer der Schwerverl­etzten im Krankenhau­s. Für die Identifizi­erung sollten „von Angehörige­n der Vermissten vorsorglic­h DNA-Proben entnommen werden“, erklärte die Staatsanwa­ltschaft.

Rund um die Unglücksst­elle warteten Anwohner weiterhin bangend auf die Ergebnisse einer Analyse der bei dem Brand freigesetz­ten Stoffe. In einer ersten Einschätzu­ng war das nordrhein-westfälisc­he Landesumwe­ltamt davon ausgegange­n, dass es sich um „Dioxin-, PCB- und Furanverbi­ndungen“gehandelt haben könnte. Grundsätzl­ich sei es so, dass Dioxine bei jedem Brandereig­nis entstünden, hieß es. Ende der Woche sollen Ergebnisse einer Untersuchu­ng vorliegen.

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FOTO: CHEMPARK/CURRENTA GMBH Einsatz: Die Feuerwehr bei Löscharbei­ten im Chempark.
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FOTO: SUAT METIN/IHA/DPA Verbrannt: Zerstörte Häuser in einem Dorf bei Antalya.

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