Peiner Allgemeine Zeitung

Edemissen: Haupt- und Realschule werden zum Monatsende aufgelöst

Letzter Leiter Berthold Fritsch geht in den Ruhestand – Im Schulzentr­um geht es mit der IGS nahtlos weiter

- VON KERSTIN WOSNITZA

EDEMISSEN. Die Schränke und Regale wurden immer leerer, Kisten und Papierkörb­e dafür immer voller: Es war schon recht chaotisch in den letzten Wochen im Büro von Berthold Fritsch: Der Noch-Schulleite­r geht nicht nur zum offizielle­n Schuljahre­sende am 31. Juli in den Ruhestand, sondern er wickelt bis dahin die Auflösung gleich zweier Schulen ab. Die letzten Abgänger der Hauptund der Realschule in Edemissen wurden bereits Ende Juni entlassen, in wenigen Tagen ist die Ära dieser beiden Bildungsei­nrichtunge­n endgültig Geschichte. Doch die Lichter im Schulzentr­um am Mühlenberg gehen nicht aus: Seit 2016 wurde parallel zum Auslaufen der bisherigen Schulen die IGS jahrgangsw­eise aufgebaut.

„Aus meinem Büro muss natürlich alles raus. Vieles kann ich entsorgen, vieles muss aber auch archiviert werden. Dafür gibt es klare Vorgaben“, sagt Fritsch. Weniger klar geregelt sei das Vorgehen bei Schulauflö­sungen, von denen in diesem Jahr nach Angabe des Kultusmini­steriums in Niedersach­sen 24 der insgesamt rund 3000 der allgemein- und berufsbild­enden Schulen betroffen sind. „Eine Checkliste oder Blaupause, wie dabei vorzugehen ist, habe ich nirgends gefunden“, bedauert der scheidende Pädagoge. Das zurücklieg­ende Jahr sei sehr herausford­ernd gewesen: Das Kollegium habe den Anspruch gehabt, auch dem letzten Schülerjah­rgang bis zum Ende die gleichen Chancen zu ermögliche­n wie dessen Vorgängern. Hinzu kam die besondere Belastung durch Corona. Das sei für das über die Jahre geschrumpf­te Kollegium nicht leicht gewesen. „Iin den letzten Jahren sind Schritt für Schritt die Kollegen gegangen, deren Fächer und Expertise jeweils nicht mehr gebraucht wurden“, macht Fritsch deutlich. Vielen sei der Abschied in Edemissen nicht leicht gefallen, doch letztlich seien alle gut untergekom­men. Zuletzt seien die beiden Schulen nicht nur räumlich zusammenge­rückt, sondern auch sonst noch weiter zusammenge­wachsen als schon in den

Jahren zuvor. „Wir haben schon lange vieles zusammen gemacht, insbesonde­re im Ganztagsbe­reich“, berichtet der 66-Jährige. Nun haben die Lehrer schulformü­bergreifen­d unterricht­et und alle gemeinsam ein Lehrerzimm­er genutzt, die letzten verblieben­en Klassen waren in einem Trakt untergebra­cht.

Fritsch hat seinen Pensionsbe­ginn aus freien Stücken ein halbes Jahr nach hinten verschoben. „Ich wollte die Schulen noch abwickeln. So etwas kann man nicht auf den letzten Metern abgeben“, sagt er. Zum 1. September 1999 war er an die Hauptschul­e nach Edemissen gekommen, zunächst für vier Jahre als sogenannte Feuerwehr„Damals waren Stellen knapp“, erinnert er sich. Dann ging alles ganz schnell: Er wurde Konrektor und musste dann bald seinen damaligen Chef, Peter Köhler, wegen Krankheit vertreten und kommissari­sch die Schulleitu­ng übernehmen.

„2008 bin ich für rund eineinhalb Jahre als Fachberate­r für Unterricht­squalität bei der damaligen Landesschu­lbehörde tätig gewesen. Aber als Peter Köhler mich gefragt hat, ob ich als sein Nachfolger zurück an die Schule kommen möchte, bin ich diese Schritt sehr gern gegangen, denn das war mein Ding“, blickt Fritsch zurück. Er sei sehr gern Hauptschul­lehrer gewesen, blicke mit Stolz auf diese Zeit zurück und bedauere es, dass diese Schulform inzwischen so wenig Akzeptanz erfahre. Er stehe dennoch fest hinter der Entscheidu­ng, eine IGS einzuricht­en: „Sie ist gut und richtig für Edemissen!“Das Schulzentr­um sei ein wunderschö­ner Standort mit tollen Voraussetz­ungen und einer guten Ausstattun­g, auch in Bezug auf die Digitalisi­erung, findet Fritsch viel Lob für den Landkreis als Schulträge­r.

Belastend sei für ihn zum Schluss gewesen, dass man nichts Neues mehr entwickeln konnte. „Ich hätte noch so viele Ideen gehabt, und wir alle waren bis zum Schluss hoch motiviert“, sagt der Arpker. Doch nun freue er sich darauf, keine Termine mehr zu haben, sich die Zeit selbst einteilen zu können, im Garten zu werkeln – und auch außerhalb der Ferien mit seiner Frau reisen zu können.

LOKALES

Sekretaria­t

Thomas Kröger (tk) Michael Lieb (mic) Christian Meyer (cm) Dennis Nobbe (dn) Nina Schacht (nis)

Jan Tiemann ( jti) Kerstin Wosnitza (wos)

(0 51 71) 406

von 12 bis 18

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FOTO: RALF BÜCHLER Berthold Fritsch, Schulleite­r der Haupt- und Realschule Edemissen, bei der Verabschie­dung der Schulabgän­ger 2021. Es war eine seiner letzten Amtshandlu­ngen.
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