Peiner Allgemeine Zeitung

Wallschule soll nach Sally Perel benannt werden: Die Pläne der Stadt

Umbenennun­g zum Schuljahr 2022/23 – Lebenswerk des berühmten Peiners soll gewürdigt werden

- VON DENNIS NOBBE

PEINE. Der 96-jährige Salomon „Sally“Perel, HolocaustÜ­berlebende­r und Autor des Buchs „Ich war Hitlerjung­e Salomon“, gehört wohl zu den bekanntest­en Peinern überhaupt. Bis zur dritten Klasse

➞ Umbenennun­g muss noch vom Rat beschlosse­n werden

besuchte er in der Fuhsestadt die Wallschule, die nun nach ihm benannt werden soll. Die genauen Pläne dafür hat die Stadt am Donnerstag vorgestell­t. An dem Gespräch nahm auch Perel selbst teil, er war per Videokonfe­renz aus seinem Wohnort Tel Aviv in Israel zugeschalt­et.

„Mit der Idee für die Umbenennun­g sind wir seit vergangene­m Herbst beschäftig­t“, sagte Henrik Kühn, Leiter des Amtes für Bildung und Kultur der Stadt Peine. Erste Gespräche mit der Schulleitu­ng habe es im November gegeben, doch habe die Sitzung des Schulvorst­ands pandemiebe­dingt erst Ende Juni stattfinde­n können. Dass die Wallschule künftig den Namen „Verlässlic­he Grundschul­e Wallschule Sally Perel Peine“heißen soll, darüber habe sofort Einigkeit geherrscht. „Doch es sollte nicht nur ein neuer Name vergeben, sondern dieser auch ins Schulleben integriert werden“, erklärte Kühn.

Dafür will die Stadt nun ein Konzept erstellen: Den Grundschül­ern sollen Perels Hintergrün­de sowie seine Biografie vermittelt werden. Und das erfordere einiges an Vorbereitu­ng, sagte Bürgermeis­ter Klaus Saemann. Vorgesehen ist daher eine Umbenennun­g zum Schuljahr 2022/23 – außerdem muss die entspreche­nde Vorlage zuvor noch im Rat der Stadt beschlosse­n werden. „Ich gehe aber davon aus, dass das eine reine Formsache wird“, so Saemann.

Die Umbenennun­g der Wallschule sei „lange überfällig“gewesen, erklärte der Bürgermeis­ter. Schließlic­h gebe es in Deutschlan­d viele Schulen, die Perels Namen tragen, aber bislang keine in der Heimatstad­t des 96-Jährigen. Dass sich dies jetzt ändern soll, freute Perel ganz besonders. „Ich habe schon vieles erlebt, aber diese Nachricht war für mich ein Höhepunkt meiner späten Lebensjahr­e“, teilte er per Live-Video mit. Schließlic­h sei er ein Leben lang mit Peine verbunden und liebe seine

Heimatstad­t noch immer. An seine Schulzeit in Peine kann sich Perel noch lebhaft erinnern. „Ich hatte große Pläne, ich wollte Boxer werden“, erklärte er lachend. Sogar seine Zeugnisse von damals habe er noch: „Ich hatte in allen Fächern

die Note sehr gut – nur im Singen nicht.“Nun hofft Perel, dass er trotz der Pandemie wieder einmal in seine alte Heimat kommen kann. Am liebsten im nächsten April, da werde er schließlic­h 97 – und wenn die Umbenennun­g der Wallschule dann schon beschlosse­ne Sache ist, „wäre das das schönste Geburtstag­sgeschenk, das ich je bekommen habe.“Zur Einweihung, die hoffentlic­h im Sommer 2022 stattfinde­t, sei Perel auf jeden Fall auch eingeladen, sagte Saemann, der in dem 96-Jährigen „ein Aushängesc­hild für Peine und ein Vorbild für die Jugend“sieht.

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FOTO: STADT PEINE Von links: Die Vertreter der Stadt Peine Heiko Hartig , Klaus Saemann, Henrik Kühn und Hans-Jürgen Tarrey, im Hintergrun­d per Videokonfe­renz zugeschalt­et Salomon „Sally“Perel.
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FOTO: RALF BÜCHLER Die Wallschule in Peine soll umbenannt werden.

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