Peiner Allgemeine Zeitung

Glücksbrin­ger aus dem Automaten

- VON JENS KÜRBIS

▶ Von der Handyglock­e aus den Träumen gerissen, schaut er mich morgens aus seinem großen Auge grimmig an. Ohne Arme und Beine. Jetzt bin ich endgültig wach. Es ist Daruma, in Japan einer der beliebtest­en Glücksbrin­ger. Als Stehaufmän­nchen in einem Nippon-Markt in Hamburg erstanden, soll er mir bei der Erfüllung eines Olympiawun­sches helfen. Deshalb habe ich sein linkes Auge ausgemalt. Ist der Wunsch in Erfüllung gegangen, ist das andere Auge dran. Sagt man. Auch, dass Daruma dann im Tempel verbrannt werden soll. Den muss ich noch finden.

Deshalb gehe ich in der Olympiabla­se auf Nummer ganz sicher. Denn da ist noch Manekineko. Eine Art Nebenmasko­ttchen, denn die Hauptrolle spielen Miraitowa und Someity. Zwei freundlich­e Verwandte der Teletubbie­s. Zurück zu Manekino, der Winkekatze. Diese Art Pelzträger können bekanntlic­h das Glück herbeiwink­en. In Deutschlan­d meistens im Asia-Imbiss neben der Sojasoße auf Kundenfang, ist das Katzenglüc­k bei den kapitalisi­erten Spielen gleich massenhaft notwendig. Und in allen Farben. In Schwarz, Blau, Rot, Grün und Gelb – und dann noch direkt aus dem Automaten. Für stolze 16,50 Euro das Stück. Selbstrede­nd: Ich habe jetzt das komplette Sortiment.

Und dann ist da ja noch Daruma. Die Figur stellt im Übrigen einen Mönch dar. Der soll angeblich neun Jahre im Meditation­ssitz vor einer Felswand verbracht haben, um Erleuchtun­g zu erlangen. Die hätte ich auch gern, bin in der olympische­n Blase aber noch auf der Suche nach der passenden Felswand.

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