Peiner Allgemeine Zeitung

Toba lässt noch nicht los

TKH-Turner will von Event zu Event schauen. Nächstes Ziel ist die EM 2022. Empfang am Flughafen.

- VON STEFAN DINSE

HANNOVER. Im Flieger zurück aus Tokio ist es voll und richtig eng gewesen. An Entspannun­g war da nicht zu denken für Turnass Andreas Toba vom TK Hannover (TKH) nach intensiven Olympische­n Spielen. Umso schöner war dann die Ankunft am Flughafen, wo ein buntes Empfangsko­mitee des Niedersäch­sischen TurnerBund­es (NTB) und des TKH wartete. Und Freundin Daniela, die er wegen der Trainingsl­ager fünf Wochen nicht gesehen hatte. „Das war toll, aber solche Dinge sind mir immer etwas unangenehm“, sagte der Döhrener, der die Öffentlich­keit eher scheut. Die große Turnbühne will der 30-Jährige jedoch noch nicht verlassen. „Ja, ich mache weiter“, bekräftigt­e er.

„Wir sind stolz auf dich“, stand auf einem Banner, es gab eine Torte mit den olympische­n Ringen und reichlich warme

Worte. Unter anderem von Vater Marius, Landestrai­ner Adrian Catanoiu, NTB-Vize Carsten Röhrbein und TKH-Vize Olaf Jähner. „Ich muss sagen, ich war total fertig“, so Toba, der gestern aber schon wieder in der Turnhalle vorbeischa­ute.

Er hatte das Einzelfina­le im Mehrkampf mit nur wenig

Rückstand verpasst und konnte wie Nils Dunkel nur noch zusehen, wie die DTB-Teamkolleg­en Lukas Dauser und Philipp Herder (turnen alle drei nächste Saison für den TuS Vinnhorst) erneut ran durften. „Unsere wichtigste Mission war das Teamfinale, das hat uns keiner zugetraut. Wir waren als Team super, super, super gut. Ich bin dankbar, dass ich dabei sein durfte“, so Toba. Nach dem hervorrage­nden sechsten Platz in der Qualifikat­ion blieb Rang acht im Finale. „Da waren wir platt, stimmt. Aber wir haben gezeigt, dass dieser Sport bei uns nicht tot ist. Wir sind weiter da“, betont Toba.

Es gab in Tokio eine kurze Begegnung für Toba mit Kohei Uchimura, der japanische­n Legende, die von 2009 bis 2016 alle WM- und Olympiatit­el im Mehrkampf gewonnen hat. Uchimura war vom Reck gestürzt, seinem einzigen Gerät, die Spiele waren für den 32Jährigen beendet. Er habe seinen Zenit überschrit­ten, sagte der Japaner; sein Rücktritt wird erwartet. „Er hat diesen Sport revolution­iert und eine Ära geprägt, sein Turnen war wie gemalt so schön“, sagt Toba. Beide grüßten sich mit der Faust. Nun ist der Vizeeuropa­meister am Reck auch schon 30 Jahre alt. „Schon vor fünf Jahren nach Rio und der schweren Knieverlet­zung hat man mir gesagt, dass ich es nicht mehr packe. Nur wenige haben an mich geglaubt. Ich bin extrem dankbar, es ins Team geschafft zu haben“, so Toba. Soll heißen: Warum soll er es nicht erneut hinbekomme­n, womöglich gar zu den Spielen in Paris 2024? „Ich denke von Event zu Event“, schränkt Andreas Toba ein, der sich auch mal längere Auszeiten nehmen will. Mal einen ganzen Monat nicht in die Halle, den Körper schonen. Nächstes großes Ziel ist die EM 2022 in München für den Mann, der bei der Wahl zum deutschen Fahnenträg­er hauchdünn unterlegen war. „Vielleicht ist es ja in Paris so weit“, so Toba und fügt schnell hinzu: „War nur Spaß.“Kein Scherz ist aber die nächste Ansage: „Ich hab richtig Bock auf die nächste Saison und alles, was da kommt.“

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Gesund zurück: Andreas Toba nimmt Freundin Daniela in die Arme. Er macht weiter, fühlt sich fit und gesund.
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FOTO: GREGORY BULL, AP/NTB

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