Wie­so ei­gent­lich „Tat­too“?

Production Partner - - Report | Basel Tattoo -

Der für das Mar­sch­mu­sik­fes­ti­val na­mens­ge­ben­de Be­griff „Tat­too“stammt aus dem Hol­län­di­schen: Im 17. Jahr­hun­dert wur­de beim Mi­li­tär mit dem Aus­ruf „Doe den tap toe!“(„Mach den Hahn zu!“) auf Be­fehl des Kom­man­dan­ten der Zapf­hahn der Bier­fäs­ser ge­schlos­sen und die Nacht­ru­he im Quar­tier aus­ge­ru­fen. Das zum En­de des Al­ko­hol­aus­schanks ge­hö­ren­de Mu­sik­si­gnal wur­de meist von ei­nem Tromm­ler oder Pfei­fer ge­spielt. Im an­glo­ame­ri­ka­ni­schen Sprach­raum bil­de­te sich aus dem Be­fehl das Wort „tat­too“, wel­ches sich im Lauf der Zeit zu ei­nem Syn­onym für Mi­li­tär­mu­sik­fes­ti­vals ent­wi­ckel­te – die deut­sche Ent­spre­chung lau­tet „Zap­fen­streich“. Be­rei­che muss­ten bei der Fre­quenz­pla­nung eben­so wie zu­sätz­li­che Funk­stre­cken für die Be­dürf­nis­se von Fern­se­hen und Rund­funk be­rück­sich­tigt wer­den. Nach Ab­spra­che wur­den Fre­quen­zen für kurz­zei­tig an­we­sen­de Eb-teams frei­ge­hal­ten. Vor Ort wur­de die Fre­quenz­si­tua­ti­on mit­hil­fe der Shu­re-soft­ware Wi­re­less Work­bench 6 ana­ly­siert.

Vier So­lo-vo­ka­lis­ten, wie bei­spiels­wei­se die be­lieb­te Bas­ler Sän­ge­rin Nu­bya, wur­den mit Shu­re-hand­sen­dern UR2 aus­ge­stat­tet. Die Sen­der wa­ren mit ei­ner Ksm9-kon­den­sa­tor­kap­sel ver­se­hen – die ge­wähl­te nie­ren­för­mi­ge Richt­cha­rak­te­ris­tik wuss­te die Ton­tech­ni­ker im kon­kre­ten Zu­sam­men­hang mehr zu über­zeu­gen als die schalt­ba­re Su­per­nie­ren­op­ti­on. Als Belt­packs ka­men Shu­re UR1 zum Ein­satz, und Ver­wen­dung gab es auch für UR3 Auf­steck­sen­der: Wäh­rend ein­zel­ner Auf­trit­te wur­den Roll­ri­ser auf den Platz ge­scho­ben, auf wel­chen Schlag­zeu­ger, Per­cus­sio­nis­ten, Bas­sis­ten, Gi­tar­ris­ten und Key­boar­der agier­ten. Die Strom­ver­sor­gung für die In­stru­men­ten­ver­stär­ker und Tas­ten­in­stru­men­te wur­de per USV si­cher­ge­stellt, die Mi­kro­fo­nie­rung auf Ba­sis kon­ven­tio­nel­ler Mi­kro­fo­ne mit auf­ge­steck­ten Plug-on-sen­dern rea­li­siert.

Am Ran­de: Im Ra­dio­raum war ein Shu­re 55SH Se­ries II be­weg­lich von ei­nem Stahl­seil ab­ge­hängt wor­den. Das „El­vis-mi­kro­fon“dien­te den Ton­tech­ni­kern als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­lö­sung mit im Ver­gleich zu In­ter­com-funk bes­se­rer Sprach­ver­ständ­lich­keit. Die in­ter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on er­folg­te auf ei­ner ei­ge­nen, über das Misch­pult ein­ge­rich­te­ten Par­ty-li­ne, in wel­che FOH, das Auf­nah­me­stu­dio und der Ra­dio­raum ein­ge­bun­den wa­ren. Zur Wie­der­ga­be der Si­gna­le wur­den ak­ti­ve Ya­ma­ha-zwei­we­ge­laut­spre­cher her­an­ge­zo­gen.

Spek­ta­kel

Das Ba­sel Tat­too 2015 prä­sen­tier­te sich als Spek­ta­kel im wahrs­ten Sinn des Wor­tes: Gro­ße Bil­der, ef­fekt­voll in­sze­nier­te Mas­sen­cho­reo­gra­fi­en, bun­te Ko­s­tü­me und be­tont for­sche Mu­sik ver­wo­ben sich zu ei­ner zwei­ein­halb­stün­di­gen Show, die auf den Tri­bü­nen in kei­nem Mo­ment Lan­ge­wei­le auf­kom­men ließ. Das mi­li­tä­ri­sche Ze­re­mo­ni­ell wur­de be­wusst durch hu­mo­ris­ti­sche Ak­zen­te auf­ge­lo­ckert, und es soll erz­kon­ser­va­ti­ve Mar­sch­mu­sik­ka­me­ra­den ge­ben, die den Gla­mour-ein­la­gen in­ner­halb der familienko­mpatibel in­sze­nier­ten Re­vue nur we­nig ab­ge­win­nen konn­ten. De­mons­tran­ten, die ge­gen die la­ten­te Ver­harm­lo­sung des Mi­li­ta­ris­mus so­wie ge­gen das „Wer­ben fürs Ster­ben“pro­tes­tier­ten, wa­ren vor der Bas­ler Ka­ser­ne nicht zu se­hen.

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