⎮Li­mi­ter: Pa-leis­tung op­ti­mal kon­trol­lie­ren

Production Partner - - Test | Lr44 M20 -

Li­mi­ter in­ner­halb ei­nes Laut­spre­cher­con­trol­lers bie­ten ein wei­tes Fra­gen­spek­trum. Häu­fig fin­det man nur als Peakli­mi­ter de­fi­nier­te Li­mi­ter vor, die dann zwar – falls sie sich denn rich­tig ein­stel­len las­sen – ein Clip­ping der End­stu­fen ver­hin­dern. Für ei­nen um­fas­sen­den Schutz der Laut­spre­cher sind sie aber nicht hin­rei­chend. Als Ers­tes soll­te man sich da­her fra­gen: Was kann über­haupt pas­sie­ren?

– Die End­stu­fe kann über­steu­ern. Durch ein har­tes Clip­ping wird nicht nur der Klang bö­se ver­zerrt, es kön­nen durch die vie­len Ver­zer­rungs­kom­po­nen­ten im Si­gnal auch Hoch­tö­ner und Wei­chen­bau­tei­le über­las­tet und zer­stört wer­den.

– Der Laut­spre­cher kann durch zu ho­he Span­nungs­spit­zen me­cha­ni­schen Scha­den neh­men. Das kann sich durch ein Ab­rei­ßen der Schwings­pu­le oder auch durch Ris­se in der Mem­bran be­merk­bar ma­chen. Das Ri­si­ko be­steht glei­cher­ma­ßen bei Tief­tö­nern wie auch bei Hoch­tö­nern und wird pri­mär durch ei­ne zu gro­ße Kraft­ein­wir­kung aus­ge­hend von der Schwings­pu­le be­dingt.

– Bei Tief­tö­nern be­steht zu­sätz­lich die Ge­fahr des An­schla­gens der Schwings­pu­le auf der Pol­plat­te. Die Aus­len­kung ist stark ab­hän­gig von der Fre­quenz und vom Ge­häu­se­kon­zept.

– Der Laut­spre­cher kann ther­misch über­las­tet wer­den und durch­bren­nen. Der Vor­gang des Auf­hei­zens der Schwings­pu­le ge­schieht in meh­re­ren Ab­schnit­ten mit recht un­ter­schied­li­chen Zeit­kon­stan­ten.

Fasst man das al­les zu­sam­men, dann be­nö­tigt man ei­nen Peakli­mi­ter, der sich ent­we­der an der End­stu­fe oder am Laut­spre­cher ori­en­tiert, je nach­dem, wer zu­erst sei­ne Gren­zen er­reicht, ei­nen Ther­moli­mi­ter mit lan­ger Zeit­kon­stan­ten oder bes­ser noch meh­re­ren Zeit­kon­stan­ten und ei­nen Aus­len­kungs­li­mi­ter. Die meis­ten End­stu­fen (wie auch die LR44) ver­fü­gen für sich schon über mehr­fa­che Li­mi­tie­rung zum Schutz vor Clip­ping, zu ho­hen Aus­gangs­strö­men oder vor Über­las­tung des Netz­teils oder auch der Netz­ver­sor­gung, so dass man sich bei den Ein­stel­lun­gen des Li­mi­ters in der Re­gel auf die an­ge­schlos­se­nen Laut­spre­cher kon­zen­trie­ren kann. Hat man nur ei­nen Li­mi­ter zur Ver­fü­gung, dann wird es schwie­rig, da sich da­mit nicht al­le Fäl­le von Über­las­tung ab­de­cken las­sen: Ent­we­der man stellt den Li­mi­ter mit ei­nem kur­zen Attack auf den Pe­ak­wert ein oder mit ei­ner lan­gen Zeit­kon­stan­ten auf den ther­mi­schen Ma­xi­mal­wert ei­nes Laut­spre­chers. Meist reicht aber der Ein­stell­be­reich der Zeit­kon­stan­ten an die­ser Stel­le nicht aus, so dass es beim Peakli­mi­ter bleibt.

Bei Li­nea Re­se­arch kennt man sich dank lan­ger Er­fah­rung gut mit Laut­spre­cher-con­trol­lern aus und hat da­her di­rekt pro Aus­gang drei Li­mi­ter für die Laut­spre­cher vor­ge­se­hen. Das sind ein Peakli­mi­ter mit zu­sätz­lich de­fi­nier­ba­rem Over­shoot, ein Ther­moli­mi­ter mit Zeit­kon­stan­ten bis zu acht Mi­nu­ten und auch noch ein Aus­len­kungs­li­mi­ter für Tief­tö­ner. Für den letzt­ge­nann­ten wird die ma­xi­ma­le Aus­gangs­span­nung zu­sam­men mit der Fre­quenz der ma­xi­ma­len Aus­len­kung ein­ge­stellt. Laut­spre­cher­ent­wick­ler ken­nen die­se Wer­te und kön­nen ent­spre­chen­de Ein­stel­lun­gen vor­neh­men. Al­ter­na­tiv kön­nen der Trei­ber und das Ge­häu­se­prin­zip so­wie das Ge­häu­se­vo­lu­men in ei­nem Laut­spre­cher­si­mu­la­ti­ons­pro­gramm ein­ge­ge­ben wer­den, wo dann ei­ne Kur­ve für die Aus­len­kung oder den er­reich­ba­ren Ma­xi­mal­pe­gel er­scheint. Bei klas­si­schen Bass­re­flex­bo­xen liegt die Fre­quenz der ma­xi­ma­len Mem­bra­n­aus­len­kung ty­pi­scher­wei­se ca. ei­ne hal­be bis ei­ne Ok­ta­ve über der Tu­ningfre­quenz. Für den Peakli­mi­ter be­steht zu­sätz­lich noch die Mög­lich­keit der Auf­tei­lung in zwei Fre­quenz­bän­der, wenn un­ter­schied­li­che Li­mi­ter­wer­te für Hoch- und Tief­tö­ner in ei­nem pas­siv ge­trenn­ten 2-We­ge-sys­tem ein­ge­stellt wer­den sol­len. Für die Ein­stel­lung des Ther­moli­mi­ters emp­fiehlt sich ein eher kon­ser­va­ti­ves Vor­ge­hen, da die­ser Li­mi­ter in der Re­gel nur in ech­ten Not­fäl­len wie Feed­back oder dau­er­haf­ter Über­las­tung ein­grei­fen muss, es dann aber auch wirk­lich ernst wird. Ein gu­ter An­halts­punkt für den Ther­moli­mi­ter ist der „2 St­un­den aver­a­ge po­wer“-wert nach AES. Für den Peakli­mi­ter kann im Hin­blick auf das Test­si­gnal mit 6 db Crest­fak­tor als ers­ter An­halts­punkt der vier­fa­che Wert ein­ge­setzt wer­den. Vor­her ist noch zu prü­fen, ob sich die Li­mi­ter­ein­stel­lung auf ech­te Spit­zen­wer­te der Aus­gangs­span­nung oder auf ei­nen Kurz­zeit-ef­fek­tiv­wert be­zieht.

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