Stim­men die Ta­ges­sät­ze ei­gent­lich?

Production Partner - - Inhalt - Mar­cel Courth

Nicht nur in der Ver­an­stal­tungs­tech­nik, son­dern auch in an­de­ren Bran­chen wie beim TV und Film gilt seit je­her der Fre­e­lan­cer als ei­ner der klas­si­schen Markt­teil­neh­mer. Durch die pro­jekt­ba­sier­ten Pro­duk­tio­nen bot es sich schon im­mer an, be­darfs­wei­se Spe­zia­lis­ten oder Hands auf Zeit zu en­ga­gie­ren. Ent­ge­gen­ge­setzt zu an­de­ren Bran­chen ist je­doch die Selbst­stän­dig­keit in der Ver­an­stal­tungs­tech­nik nicht als ab­schlä­gig zu be­trach­ten – sie ist nicht das letz­te Mit­tel, weil es kei­ne fes­ten Stel­len gibt. Die Selbst­stän­dig­keit ist zu­meist ei­ne selbst­ge­wähl­te Ar­beits­wei­se, die eben auch vie­le Vor­tei­le mit sich bringt – wech­seln­de Auf­ga­ben und Teams, neue Her­aus­for­de­run­gen und Mög­lich­kei­ten und ei­ne selbst­be­stimm­te Pro­duk­ti­ons­aus­wahl. In den letz­ten Jah­ren hat aber ein star­ker Ver­drän­gungs­wett­be­werb ein­ge­setzt, der si­cher­lich auch mit der stei­gen­den An­zahl an jähr­li­chen Tech­ni­ker­zu­gän­gen aus dem Aus­bil­dungs­zweig zu­sam­men­hängt. Der an­de­re Grund liegt lei­der auch im hö­he­ren Bud­get­druck, der von Auf­trag­ge­bern, Agen­tu­ren, Pro­duc­tion Com­pa­nies bis hin zu den Fre­e­lan­cern wei­ter­ge­ge­ben wird. Er­geb­nis aus die­ser Kon­stel­la­ti­on ist dann das Dum­ping der ei­ge­nen Ta­ges­sät­ze, ganz nach dem Mot­to: „Lie­ber den Job für we­ni­ger Koh­le über­haupt be­kom­men, als gar kei­nen Job.“Ganz oft liegt dar­in aber auch ein Denk- oder kauf­män­ni­scher Feh­ler be­grün­det, da vie­le Tech­ni­ker we­ni­ge Kennt­nis­se dar­über be­sit­zen, wie man sei­nen Ta­ges­satz kor­rekt be­rech­net inkl. al­ler not­wen­di­gen Ver­si­che­run­gen, Ab­schrei­bungs­gü­ter, Mie­ten, etc. Die Al­ters­vor­sor­ge wird da­bei ger­ne mal – vor al­lem in jun­gen Jah­ren – gänz­lich miss­ach­tet. Auch ei­ne Lob­by für die In­ter­es­sen der Fre­e­lan­cer gab es lan­ge Zeit nicht.

Die ISDV wid­met sich seit 2015 ak­tiv den The­men der Fre­e­lan­cer in der Ver­an­stal­tungs­tech­nik, wo es vor­her ver­bands­sei­tig ei­nen Leer­raum gab. Wir un­ter­stüt­zen den noch jun­gen Ver­band voll­um­fäng­lich, wes­halb die ISDV seit An­fang 2016 auch ei­ne ei­ge­ne Ru­brik in PRO­DUC­TION PART­NER er­hält. In ih­rem Ar­ti­kel ab Sei­te 74 geht es da­her ge­nau um die Fra­ge der rich­ti­gen Kos­ten­kal­ku­la­ti­on und spe­zi­ell um das The­ma Ver­si­che­run­gen. Wel­che Ver­si­che­run­gen sind not­wen­dig und was ist bei den un­ter­schied­li­chen An­ge­bo­ten und Ver­si­che­rungs­ty­pen zu be­ach­ten?

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