CUE De­sign mit fünf Pro­duk­tio­nen auf Tour

Gleich mit fünf Tour­ne­en war Cue De­sign um Gun­ther He­cker im Win­ter un­ter­wegs – das zum Teil gleich­zei­tig.

Production Partner - - Inhalt - Text: Har­ry He­cken­dorf | Fo­tos: An­na Imm Pho­to­gra­phy, Andre­as Alex­an­der Boh­len­der (BAP), Mar­cel Courth (Cro)

Ei­nen rich­ti­gen Pla­nungs- und Pro­duk­ti­ons­ma­ra­thon er­leb­te Cue De­sign um Gun­ther He­cker im Herbst und Win­ter letz­ten und die­sen Jah­res. Mit gleich fünf ver­schie­de­nen Künst­lern – vier Arenaund ei­ne Club­tour­nee von BAP zum 40-jäh­ri­gen – war das De­sign­team un­ter­wegs.

Da­vid Gar­rett Ex­plo­si­ve

Für die ak­tu­el­le Da­vid Gar­rett Tour­nee, die in Deutsch­land im No­vem­ber und De­zem­ber 2016 tour­te und der­zeit (Fe­bru­ar bis April 2017) in Eu­ro­pa und im Na­hen Os­ten zu er­le­ben ist, ent­warf Gun­ther He­cker ein be­ein­dru­cken­des Büh­nen­de­sign. Die Vor­ga­be der Auf­trag­ge­ber be­inhal­te­te le­dig­lich zwei – da­für aber ex­ak­te An­wei­sun­gen: ers­tens spek­ta­ku­lär und zwei­tens soll­te es ei­ne Cen­ters­ta­ge sein! „Der Grund, war­um man an Cue De­sign her­an­ge­tre­ten ist, dürf­te wohl die Cen­ters­ta­ge ge­we­sen sein, die von uns / mir für die Fan­tas­ti­schen Vier Tour­nee 2011 ge­schaf­fen wur­de“, ver­mu­tet der Büh­nen­de­si­gner schmun­zelnd. Die Büh­ne der Ex­plo­si­ve Tour ist als Sechs­eck kon­zi­piert und hat ei­ne Gr­und­flä­che von ca. 400 m2. Meh­re­re Stu­fen, die auf un­ter­schied­li­che Ebe­nen füh­ren (z. B. Orches­ter- und Band­ebe­ne), sor­gen be­reits für den ers­ten dy­na­mi­schen Ein­druck. Die Dy­na­mik wird von ei­nem Dreh­tel­ler von cir­ca 8 m Durch­mes­ser im Zen­trum der Büh­ne noch­mals un­ter­stützt. Zwei MDG At­mo­s­phe­re ATM/ APS, die auf der Büh­ne auf­ge­stellt wa­ren, sor­gen für den ge­zielt ge­nutz­ten Ne­bel.

Da die Büh­ne grund­sätz­lich von Sitz­plät­zen um­ge­ben ist, kommt man mit ei­ner sehr ge­rin­gen Büh­nen­hö­he aus. Über der Büh­ne be­fin­den sich drei mit Cy­ber­hoist-mo­to­ren ver­fahr­ba­re Sechs­ecke, in de­ren Zen­trum sechs hoch­for­ma­ti­ge Led-flä­chen hän­gen. Die­se Sechs­ecke wer­den von au­ßen nach in­nen klei­ner, so dass ver­schie­de­ne geo­me­tri­sche Kör­per di­rekt über der Büh­ne rea­li­siert

wer­den kön­nen, in­dem sich die Ebe­nen zu­ein­an­der po­si­tio­nie­ren. Da so­wohl die Led-wän­de als auch die drei „Rin­ge“al­le un­ab­hän­gig von­ein­an­der ge­stellt wer­den kön­nen, sind die Mög­lich­kei­ten für un­ter­schied­li­che Looks zahl­reich. „Es galt, wäh­rend des Kon­zerts recht früh ei­nen rie­si­gen spek­ta­ku­lä­ren Look zu prä­sen­tie­ren“, er­klärt Gun­ther He­cker, „wir woll­ten nicht lan­ge in ei­nem klei­nen Büh­nen­bild ver­wei­len und dann im­mer grö­ßer wer­den.“Die Dra­ma­tur­gie sah vor, den Künst­ler von An­fang an groß und be­ein­dru­ckend zu prä­sen­tie­ren.

Sämt­li­che Tra­ver­sen, die die drei Sechs­ecke bil­den, sind mit Hart­schaum­stoff­plat­ten (For­ex) ver­klei­det. In die­sen Plat­ten be­fin­den sich pass­ge­naue Öff­nun­gen für die Ro­be BMFL und JB Sparx 7. „Die hel­len For­ex-plat­ten wer­den von acht JB Sparx 7 und acht Ro­be BMFL am Büh­nen­bo­den aus be­leuch­tet, so dass die ver­klei­de­ten Flä­chen schein­bar selbst leuch­ten. Über­dies sind des­halb sämt­li­che Tra­ver­sen vom Pu­bli­kum na­he­zu nicht als sol­che zu er­ken­nen“, so der Büh­nen­de­si­gner und lobt hier die Son­der­bau-ab­tei­lung aus dem Hau­se Sa­tis&fy für die­se äu­ßerst ge­lun­ge­ne Ar­beit. Es war dem Team nicht nur ge­lun­gen, sei­ne De­sign Idee op­ti­mal um­zu­set­zen, son­dern auch ei­ne äu­ßerst tour­nee­taug­li­che Kon­struk­ti­on zu ent­wi­ckeln.

Auf den sechs Vi­de­o­flä­chen wer­den so­wohl Vi­deo-con­tent als auch Live­bil­der ge­zeigt. Da­zu ste­hen meh­re­re Ka­me­ras auf der Büh­ne (dar­un­ter ei­ne Hand­ka­me­ra) und vier wei­te­re Ka­me­ras, die auf 360 Grad in der Hal­le ver­teilt sind, be­reit. Die­se sind mit lan­gen Brenn­wei­ten aus­ge­stat­tet, um aus gro­ßer Ent­fer­nung noch Clo­se-ups des Star-gei­gers zu lie­fern. Strah­len­för­mig sind rund um die Büh­ne sechs 10–12 m lan­ge Tra­ver­sen po­si­tio­niert. Vier die­ser Tra­ver­sen ver­fü­gen je­weils ne­ben drei Ro­be BMFL auch über ei­nen Ver­fol­ger vom Typ Ro­bert Ju­li­at Ma­non 1419 CS. Cue-de­sign hat­te ei­gens für die Prä­sen­ta­ti­on des Büh­nen­de­signs ei­nen Film ren­dern las­sen, um den Auf­trag­ge­bern ei­nen mög­lichst in­ten­si­ven Ein­druck der Idee ver­mit­teln zu kön­nen. Sämt­li­che Po­si­tio­nen der be­weg­li­chen Tra­ver­sen und

al­le farb­dra­ma­tur­gi­schen Ide­en wa­ren in die­sem Ren­de­ring de­tail­liert er­fasst. Das be­geis­ter­te Ma­nage­ment ließ dar­auf­hin, auf der Ba­sis die­ser Prä­sen­ta­ti­on, ei­nen noch de­tail­lier­te­ren Film ren­dern, der dann im Vor­feld der Tour­nee da­zu dien­te, der Pres­se das Show­kon­zept an­schau­lich zu ver­deut­li­chen.

Cro Un­plug­ged Tour

Cro ging eben­falls nach ei­ner er­folg­rei­chen Fes­ti­val-tour­nee mit sei­ner Un­plug­ged Show in die Hal­len. So ent­stan­den das Show­de­sign und die Büh­nen­ar­chi­tek­tur in ers­ter Li­nie für die Open-air-sai­son. Im Ge­gen­satz zur „nor­ma­len“Cro Show, wa­ren bei der Un­plug­ged Tour­nee meh­re­re Live-mu­si­ker da­bei, die mit in die Show in­te­griert wer­den soll­ten. So er­stell­te Gun­ther He­cker ein Set, das so­wohl dem en­er­ge­ti­schen Künst­ler als auch auch den Mu­si­kern ge­recht wur­de. Die Büh­ne war auf drei über­ein­an­der ge­staf­fel­ten Ebe­nen kon­zi­piert, wo die Mu­si­ker po­si­tio­niert wa­ren. Durch die räum­li­che Prä­senz wa­ren die Mu­si­ker im Fo­kus. Ver­stär­kung fand der Ef­fekt der mehr­stu­fi­gen Büh­ne da­durch, dass die drei Ebe­nen mit Led-flä­chen hin­ter­baut wur­den. Zum Ein­satz kam dort das Clay Paky Mi­ra­ge Sys­tem, wel­ches sich durch sei­ne se­mi-trans­pa­ren­te Bau­wei­se aus­zeich­net. Und ge­nau das war die An­for­de­rung, die Gun­ther He­cker für die­se An­wen­dung be­nö­tig­te. Hin­ter den Led-flä­chen wa­ren Ro­be BMFL Spots po­si­tio­niert für Ge­gen­licht-ef­fekt auch im Zu­sam­men­spiel mit den Mu­si­kern selbst. Das sons­ti­ge Licht­se­t­up be­stand im Gro­ßen aus Mar­tin Mac Vi­per Spot und JB Light­ing Sparx 7 und 10. Um dem Set noch mehr den Un­plug­ged-look zu ver­pas­sen ka­men auf den obe­ren bei­den Ebe­nen je­weils sechs Ro­be Patts 2013 zum Ein­satz. Ins­ge­samt – so He­cker – hat­te er die Show eher et­was ru­hi­ger ge­plant, doch durch die ho­he Ener­gie von Cro und den Ar­ran­ge­ments der Lie­der, war schnell klar, dass die Un­plug­ged-tour­nee deut­lich dy­na­mi­sche sein wür­de, als die meis­ten an­de­ren Un­plug­ged-kon­zer­te. Als Licht-ope­ra­tor be­treu­te Fa­bi­an Ger­hardt die Tour mit ei­ner grand­ma2.

Wie schon be­reits an­ge­spro­chen, wa­ren die Stu­fen der Büh­ne mit Clay Paky Mi­ra­ge Led-flä­chen ver­klei­det. Zwei wei­te­re Flä­chen hin­gen als Zu­schau­er-wän­de seit­lich ne­ben der Büh­ne. Als Zu­spiel­ein­heit dien­te nicht wie oft ein Me­dien­ser­ver, son­dern die aus dem Dj-be­reich be­kann­te Vj-soft­ware Re­so­lu­me, die auch bei den an­de­ren Pro­duk­tio­nen von Cue De­sign zum Ein­satz kam. Für Gun­ther He­cker und sein Team wa­ren die Vor­tei­le die­ser Soft­ware ent­schei­dend für die Wahl. Die Stär­ke von Vj-soft­ware liegt in der Echt­zeit-be­ar­bei­tung von Con­tent und auch hier konn­te die­se Ei­gen­schaft punk­ten. Vor al­lem bei un­ter­schied­li­chen Licht­ver­hält­nis­sen, die durch die ver­schie­de­nen Ge­ge­ben­hei­ten der Lo­ca­ti­ons ein­tra­ten, war die Schnel­lig­keit der Bild­an­pas­sung ein wich­ti­ger Fak­tor. Bei Cro sah das Con­tent-kon­zept vor, die In­hal­te, die so­wohl aus vor­pro­gram­mier­tem Con­tent als auch aus Live-bil­dern be­stan­den, stark zu ver­frem­den. Re­so­lu­me kann mit un­ter­schied­li­chen Ein­ga­be­ge­rä­ten ge­steu­ert wer­den – bei Cro

Be­weg­li­che Ele­men­te wa­ren eben­falls als Show-hö­he­punk­te im Se­t­up in­te­griert. Zum ei­nen kam ei­ne gol­de­ne Kro­ne – der Künst­ler un­ter­schreibt mit ei­ner Kro­ne als Si­gna­tur – zum Ein­satz, die an C1-mo­to­ren von Cy­ber­hoist als Büh­nen­dach dien­te und bei ei­ni­gen Songs her­un­ter­ge­klappt wur­de. Die Idee von Gun­ther He­cker da­hin­ter war es, ei­ne wei­te­re Ebe­ne ins Set ein­zu­brin­gen, um noch­mals Tie­fe und Räu­me zu er­rei­chen. Das zwei­te High­light war ein Dreh­po­dest im Büh­nen­bo­den an des­sen Un­ter­sei­te ein Kla­vier an­ge­bracht war und zum En­de der Show auf die Büh­ne ge­klappt wur­de. Ent­wi­ckelt wur­de das Dreh­po­dest von Scho­ko Pro aus Wies­ba­den.

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