Volks­wa­gen mit lo­ka­lem Sup­port

Production Partner - - Report | Volkswagen Mit Lokalem Support - Text: Ha­rald He­cken­dorf | Fo­tos: Andre­as Kel­ler, Ha­rald He­cken­dorf

Volks­wa­gen prä­sen­tier­te sich ge­wohnt ein­drucks­voll auf ei­nem rund 3.500 m2 gro­ßen Mes­se­stand in der Hal­le 4.1. Zum zwei­ten Mal in Fol­ge hat der Au­to­her­stel­ler zu 100 Pro­zent auf das Ma­te­ri­al und den Ser­vice ei­nes lo­ka­len chi­ne­si­schen Di­enst­leis­ters ge­setzt.

Im Auf­trag der Volks­wa­gen AG zeich­ne­te die rgb Gm­bh für die Fach­pla­nung Be­leuch­tung und Rig­ging ver­ant­wort­lich – dar­über hin­aus lag auch die krea­ti­ve Licht­ge­stal­tung und Pro­gram­mie­rung des Be­leuch­tungs­sys­tems in den Hän­den der Es­se­ner; dies galt so­wohl für den ei­gent­li­chen Mes­se­auf­tritt als auch für die um­fang­rei­che Pres­se­kon­fe­renz am Stand. Da Hän­ge­punk­te in den De­cken al­ler Mes­se­hal­len des Na­tio­nal Ex­hi­bi­ti­on & Con­ven­ti­on Cen­ters in Shang­hai grund­sätz­lich nicht zu­ge­las­sen sind, muss­te zu­nächst ei­ne Stahl­kon­struk­ti­on auf­ge­baut wer­den. Rund 150 Hän­ge­punk­te wur­den dar­an ein­ge­rich­tet und an­schlie­ßend 135 m Drei­punkt-, 1.200 m Vier­punkt-tra­ver­sen so­wie 1.250 m Alu­mi­ni­um-pipes ver­baut. Auf­grund ei­ner ge­ne­rel­len Bau­hö­hen­be­gren­zung von 8,5 m konn­te nur ei­ne lich­te Hö­he des Riggs von 7,2 m rea­li­siert wer­den. Dar­un­ter er­streck­te sich quer über den ge­sam­ten Mes­se­stand ein ar­chi­tek­to­ni­sches

De­si­gnele­ment, das be­reits auf den Mes­sen in Genf und Pa­ris zu ge­fal­len wuss­te.

Die Aus­stel­lungs­flä­che bot meh­re­re Dreh­schei­ben zur Fahr­zeug­prä­sen­ta­ti­on. Rück­wär­tig be­grenzt wur­de das Büh­nen­ge­sche­hen von meh­re­ren, un­zu­sam­men­hän­gen­den und un­ter­schied­lich gro­ßen Vi­de­o­flä­chen, wo­bei sich die größ­te Bild­flä­che mit ei­nem bein­dru­cken­den Sei­ten­ver­hält­nis hin­ter den Dreh­büh­nen be­fand. Die im Rah­men der Pres­se­kon­fe­renz vor­ge­stell­ten Pkw er­reich­ten die Büh­ne je­weils über seit­lich in­te­grier­te Fahr­bah­nen und wur­den da­bei durch dy­na­mi­sches Licht un­auf­dring­lich her­vor­ge­ho­ben. Im ge­sam­ten Büh­nen­be­reich herrsch­ten ho­he Be­leuch­tungs­stär­ken in Ta­ges­licht­qua­li­tät, so dass die Volks­wa­gen-re­gie und die in­ter­na­tio­na­len Be­richt­er­stat­ter un­ter bes­ten Be­din­gun­gen ar­bei­ten konn­ten. Die­se Pres­se­kon­fe­renz wur­de live über Sa­tel­lit ge­sen­det und ins In­ter­net ge­streamt.

Lo­cal Sour­cing

Zum zwei­ten Mal wur­de im Rah­men ei­ner chi­ne­si­schen Ames­se mit ei­nem lo­ka­len tech­ni­schen Di­enst­leis­ter ge­ar­bei­tet; da­bei fiel die Wahl auf ei­nen der größ­ten chi­ne­si­schen Di­enst­leis­ter, Hu­elead, ein Un­ter­neh­men, das be­reits seit 1997 Au­to­mo­bil­mes­sen in Asi­en be­treut. Der An­bie­ter wur­de nun im ei­nem klas­si­schen Aus­schrei­bungs- und Bie­ter­ver­fah­ren er­mit­telt.

Be­reits in der Ver­gan­gen­heit fan­den sei­tens der rgb Gm­bh auf­wän­di­ge Scree­nings der lo­ka­len tech­ni­schen Di­enst­leis­ter und des chi­ne­si­schen Markts als Grund­la­ge für die jet­zi­ge Zu­sam­men­ar­beit statt – die­se be­stan­den aus Pro­be­bau­ten, Be­mus­te­run­gen der ver­füg­ba­ren Tech­nik so­wie ei­ner Viel­zahl von Ge­sprä­chen und Be­su­chen bei den in­fra­ge kom­men­den Fir­men. Eben­so wich­tig war na­tür­lich auch der In­put von stu­dio rgb, ei­nem Toch­ter­un­ter­neh­men der rgb Gm­bh, an­säs­sig in Shang­hai und als lo­ka­les Pla­nungs­bü­ro in Chi­na tä­tig. „Uns war im Vor­feld klar, dass sich in be­stimm­ten Be­rei­chen deut­li­ches Po­ten­zi­al zur Op­ti­mie­rung fin­den wür­de, aber es war uns ganz wich­tig, dass un­ser Kun­de dies auch selbst er­kennt“, re­sü­mier­te Pro­jekt­lei­ter Til­mann Kan­tus.

Meh­re­re Tref­fen in Pe­king

Nach der Be­auf­tra­gung von Hu­elead gab es dann ein mehr­stu­fi­ges Coa­ching in­klu­si­ve meh­re­rer Vor-ort-ter­mi­ne zur Be­gut­ach­tung des Ma­te­ri­als und des Sta­tus’ der In­hou­sePla­nung: so prüf­te ein Team der rgb Gm­bh z. B. je­des re­le­van­te Bau­teil auf den tech­ni­schen Zu­stand und die op­ti­sche Be­schaf­fen­heit; Ta­ges­licht­schein­wer­fer wur­den nach licht­tech­ni­schen Pa­ra­me­tern mess­tech­nisch und vi­su­ell über­prüft, in ei­ner zen­tra­len Da­ten­bank er­fasst und ent­spre­chend der spä­te­ren Nut­zung dann zu­ge­wie­sen. Beim letz­ten Be­such stan­den dann die The­men Auf­bau­lo­gis­tik, Ver­la­dung, Kenn­zeich­nung von Ma­te­ri­al etc. im Fo­kus.

Til­mann Kan­tus: „Die Zeit­fens­ter für den Auf­bau sind in Chi­na grund­sätz­lich deut­lich en­ger. Oft­mals wer­den nur 24 bis 36

St­un­den für den Auf­bau der Tra­ver­sen an­ge­setzt. In den USA wer­den für iden­ti­sche Auf­ga­ben gern zwei Wo­chen ver­an­schlagt wer­den. Ent­spre­chend op­ti­mal müs­sen Pro­duk­tio­nen in – und für – Chi­na vor­be­rei­tet sein.“

De­tail­lier­te Vor­be­rei­tung und prä­zi­se Aus­füh­rung

Ne­ben Kon­fi­gu­ra­tio­nen der Tra­ver­sen, Ka­bel­bäu­men und sämt­li­cher Fix­tu­res sorg­te ei­ne ei­gens ent­wi­ckel­te Da­ten­bank für er­heb­li­che Ar­beits­er­leich­te­rung. Auf der Ba­sis ei­ner Sql-da­ten­bank wa­ren sämt­li­che In­for­ma­tio­nen, die zur tech­ni­schen Um­set­zung des ge­plan­ten Licht­de­signs be­nö­tigt wur­den, in der Da­ten­bank akri­bisch ein­ge­pflegt wor­den. Den Hu­elead-tech­ni­kern stan­den al­le In­for­ma­tio­nen zur Steue­rungs­struk­tur so­wie zur Strom­be­rech­nung di­gi­tal und in Pa­pier­form vor Ort zur Ver­fü­gung. Die Aus­ga­be der In­for­ma­tio­nen konn­te den Ar­beits­be­rei­chen und ein­zel­nen Wün­schen der Tech­ni­ker in­di­vi­du­ell an­ge­passt wer­den. Tief­grei­fen­de – und vor al­lem zeit­rau­ben­de – Fra­gen im oh­ne­hin en­gen Zeit­fens­ter wur­den so ver­mie­den. Al­le Än­de­run­gen durch den Ad­mi­nis­tra­tor wur­den au­to­ma­tisch in den Plan­stand über­nom­men, da die Da­ten­bank über ei­ne Schnitt­stel­le mit Vec­tor­works ge­kop­pelt war. Die Ein­ga­be­mas­ken in der Da­ten­bank wa­ren zu­dem so op­ti­miert, dass Pla­nungs­da­ten – wie Strom­steck­plät­ze oder Dmx-adres­sen – in nur ei­nem Pla­nungs­tag ein­ge­ge­ben wer­den konn­ten.

Da­zu brauch­ten die Plä­ne nicht ma­nu­ell ge­än­dert zu wer­den, denn über ent­spre­chen­de Ein­ga­be­fens­ter der Da­ten­bank, die zu­dem par­al­lel gleich freie Steck­plät­ze oder DMX- Adres­sen vor­schlu­gen, wur­de die Ver­ga­be deut­lich ver­ein­facht. In­tel­li­gen­te Skrip­te prüf­ten be­reits wäh­rend der Ein­ga­be auf mög­li­che Kol­li­sio­nen im Dmx-uni­ver­sum, zeig­ten an, wie vie­le Lam­pen des ak­tu­ell be­ar­bei­te­ten Typs noch ge­patcht wer­den kön­nen oder warn­ten, so­bald ei­ne Strom­zu­lei­tung über­las­tet wer­den wür­de. Die Last­be­rech­nung auf den ge­plan­ten Strom­ver­tei­ler er­folg­te eben­falls be­reits im Hin­ter­grund und stand je­der­zeit für den ak­tu­el­len Pla­nungs­stand zur Ver­fü­gung.

Ei­gens aus­ge­druck­te Auf­kle­ber iden­ti­fi­zier­ten zu­dem je­des Fix­tu­re und bo­ten am Ge­häu­se al­le be­nö­tig­ten In­for­ma­tio­nen (Adres­se, Uni­ver­sum, Mo­de, Typ, Fil­ter). Mit­hil­fe der Da­ten­bank wur­den auch al­le Steue­rungs­ge­rä­te, Last­ka­bel und Dmx-zu­lei­tun­gen be­schrif­tet und bo­ten z. B. je­der­zeit die Mög­lich­keit freie Steck­plät­ze ein­fach zu fin­den. Die Be­reit­stel­lung not­wen­di­ger In­for­ma­tio­nen, nicht nur in Lis­ten und Plä­nen, son­dern auch im Rigg, ver­ein­fach­te die Feh­ler­su­che und die Mo­di­fi­ka­ti­on der Licht­an­la­ge für die Tech­ni­ker enorm. Die­se Ar­beits­wei­se wur­de von den chi­ne­si­schen Tech­ni­kern be­geis­tert an­ge­nom­men.

Gu­te Zu­sam­men­ar­beit

Wie gut die Zu­sam­men­ar­beit funk­tio­nier­te, konn­te deut­lich an der Ge­schwin­dig­keit ab­ge­le­sen wer­den, mit der der Volks­wa­gen-mes­se­auf­tritt fer­tig­ge­stellt wur­de: in ei­ni­gen Hal­len be­fan­den sich vie­le Mes­se­stän­de noch im fort­ge­schrit­te­nen Roh­bau, als hin­ter ei­nem Sicht­schutz be­reits die ers­ten Ablauf­pro­ben der Pres­se­kon­fe­renz von Volks­wa­gen statt­fan­den.

Eve­lyn Zhang (C&E De­part­ment / Ac­count Ma­na­ger bei Hu­elead) zeig­te sich be­ein­druckt von der rei­bungs­lo­sen Zu­sam­men­ar­beit: „Wir ar­bei­ten nun seit drei Jah­ren mit rgb zu­sam­men und ich kann sa­gen, dass wir uns – nach an­fäng­li­chen Hür­den – im­mer mehr auf­ein­an­der zu­be­wegt ha­ben. Uns ge­fal­len die de­tail­rei­che Aus­füh­rung der Pla­nung so­wie die enor­me Er­fah­rung. Aber auch das Wis­sen bei stu­dio rgb über das Ma­te­ri­al, wel­ches in Chi­na ge­ra­de vor­rä­tig ist, be­ein­druckt mich im­mer wie­der. Ich den­ke, wir wer­den in Zu­kunft noch viel en­ger und häu­fi­ger ko­ope­rie­ren.“stu­dio rgb Ge­ne­ral Ma­na­ger Liu Si schätzt sei­ner­seits die An­er­ken­nung sei­tens Hu­elead sehr und lie­fert la­chend ein sehr in­ter­es­san­tes Bild der der­zei­ti­gen Si­tua­ti­on: „Die meis­ten Fir­men mei­ner Lands­leu­te ma­chen sich von den Ar­beits­vor­gän­gen und dem Ar­beits­auf­wand, den wir hier be­trei­ben, über­haupt kein Bild. Sie den­ken, man lässt ge­gen En­de des Auf­baus ein­fach ein oder zwei De­si­gner aus Deutsch­land ein­flie­gen und die sor­gen dann für die be­nö­tig­te Ma­gie. Aber ganz so ein­fach ist das nicht.“

Amps und Dim­mer ei­ne der bei­den im­po­san­ten Amp-/dim­mer­ci­tys

De­sign ge­räu­mig, sach­lich und be­währt

Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che Til­mann Kan­tus, Di­rec­tor of Production (l.) und Udo Kra­e­mer, Pro­jekt­lei­tung

Au­to-prä­sen­ta­ti­on meh­re­re Dreh­büh­nen, wie hier un­ter dem gel­ben Pkw, sorg­ten bei der Pres­se­kon­fe­renz für die ge­wünsch­te Dy­na­mik

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