Trans­por­te rich­tig ver­si­chern

Production Partner - - Inhalt - Text: Chris­ti­an Raith | Fo­tos: Eber­hard, Raith & Part­ner, Richard Meu­sers

Ne­ben den Ver­si­che­rungs­fra­gen zu Haft­pflicht oder Elek­tro­nik gibt es noch ei­ne wei­te­re Spar­te: Die Aus­fall­ver­si­che­rung, auch Con­tin­gen­cy Ver­si­che­rung ge­nannt.

Ein Klas­si­ker für die Ver­si­che­rung von Trans­por­ten ist die Trans­port­ver­si­che­rung: Für Ver­leih­fir­men ist sie ei­gent­lich nur dann not­wen­dig, wenn man in der Equip­ment­ver­si­che­rung spart und nur ei­ne klas­si­sche La­ger­de­ckung hat. Dann ist na­tür­lich klar, dass man oben drauf die Trans­por­te ver­si­chern muss. Vie­le Stan­dard­mak­ler und -Ver­tre­ter grei­fen zu die­ser Lö­sung, aber ein­fach nur aus der Ge­wohn­heit und weil sie die Be­lan­ge der Event­sze­ne nicht ken­nen. Rich­tig ver­si­chert man sein Equip­ment kom­plett über ei­ne so­ge­nann­te Elek­tro­nik­ver­si­che­rung, dort sind die La­ger­ri­si­ken, die Trans­port­ri­si­ken, aber auch der Ver­bleib auf dem Event, die Fehl­be­din­gung, der Van­da­lis­mus, Dieb­stahl und so­gar der ein­fa­che Dieb­stahl mit­ver­si­chert, zu­min­dest dann, wenn man ein we­nig auf sein Be­din­gungs­werk ach­tet. Es soll­te auf je­den Fall so sein.

Ähn­lich ist es mit dem nicht elek­tro­ni­schen Equip­ment, die­se ver­si­chert man über ei­ne Aus­rüs­tungs­ver­si­che­rung oder auch Zelt­ver­si­che­rung. Da­bei sind auch die Trans­por­te mit­ver­si­chert. Im Nor­mal­fall re­den wir von ei­ner Neu­wert­ver­si­che­rung, so dass im Scha­den­fall der Neu­wert re­gu­liert wird. Aber auch hier un­ter­schei­den sich die Wor­dings der ver­schie­de­nen An­bie­ter. Man soll­te bei der Bil­dung der Ver­si­che­rungs­sum­me nur nicht nach dem Car­net-wert ge­hen, das wür­de zu­min­dest bei den meis­ten tie­risch ins Au­ge ge­hen. Auch wenn man das kom­plet­te Equip­ment dort fin­det, so stimmt dann si­cher­lich die Ver­si­che­rungs­sum­me nicht, denn ein we­nig spart man beim Zoll ja schon.

Die nor­ma­len Ver­si­che­run­gen ha­ben ei­ne Eu-de­ckung, dar­über hin­aus kann man na­tür­lich welt­weit ver­si­chern, was ein­fach ein paar Eu­ro mehr kos­tet. So­mit hät­te man na­he­zu al­le Ge­fah­ren übe­r­all auf der Welt an der Tech­nik ab­ge­deckt. An­mer­kung: Wenn man Equip­ment leiht, soll­te man wis­sen, dass der Ent­lei­her ge­mäß den AGBS in je­dem Fall haf­tet, die Elek­tro­nik­ver­si­che­rung da­her ei­ne gu­te Lö­sung ist. Ei­ne Haft­pflicht ist bei der Event­lo­gis­tik nicht vor­der­grün­dig. Es sind zwar Schä­den vor­stell­bar, doch meist wer­den die­se im Rah­men der Nut­zung des KFZ pas­sie­ren, sind so­mit auch über die Kfz-ver­si­che­rung ge­deckt.

Hat aber schon je­mand et­was von ei­ner Ha­ken­last­ver­si­che­rung ge­hört? Hört sich lus­tig an, ist aber für die Lo­gis­tik auch von Be­deu­tung. Wenn al­so für ei­nen Event z. B. ein Por­sche am Dach ei­nes Ho­tels ge­parkt wer­den soll, um dort den Kun­den ge­zeigt zu wer­den, dann ha­ben wir zu­min­dest dann ein The­ma, wenn die­ser über ei­nen Kran auf das Dach ge­ho­ben wird. Was pas­siert, wenn der Flit­zer vom Ha­ken fällt und da­bei, wie man sich vor­stel­len kann, zu Schrott wird? Ge­nau die­ser Part wä­re über ei­ne Ha­ken­last­ver­si­che­rung ab­ge­deckt. Es ist schon sehr span­nend, was man al­les ver­si­chern kann.

Aus­fäl­le ver­si­chern

Ma­chen wir gleich mit der nächs­ten Exo­ten­ver­si­che­rung wei­ter: der Aus­fall­ver­si­che­rung. Ei­gent­lich ei­ne ganz tol­le Ver­si­che­rungs­lö­sung, die sehr kla­re Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen kennt, die sehr kurz sind und sich nicht im Dschun­gel von Pa­ra­gra­phen und Ein- und Aus­schlüs­sen ver­lie­ren. Ja, ich weiß, eher un­ge­wöhn­lich für das ex­trem ero­ti­sche The­ma Ver­si­che­rung. Wie sieht es al­so aus, wenn man ei­ne Event­rei­he qu­er durch die Re­pu­blik oder vi­el­leicht auch qu­er durch Eu­ro­pa or­ga­ni­siert hat (von der Welt gar nicht zu spre­chen, ist aber über­trag­bar). Der Event in Frank­reich war ein ab­so­lu­ter Brin­ger, al­le wa­ren be­geis­tert und als Nächs­tes steht Köln an. Dumm nur, dass die fran­zö­si­schen Fern­fah­rer ein­mal mehr strei­ken. Gut, an die­ser Stel­le könn­ten wir auch ger­ne die Ita­lie­ner auf­zäh­len oder wie un­längst in Deutsch­land

auch im­mer wie­der ge­sche­hen die Flug­lot­sen, das Bo­den­per­so­nal oder die Pi­lo­ten der Flug­ge­sell­schaf­ten. Al­les Er­eig­nis­se, die den plan­mä­ßi­gen Event be­ein­flus­sen bzw. ver­hin­dern kön­nen. Aber nicht nur der Streik, son­dern auch die Asche­wol­ke, ein lie­gen­ge­blie­be­ner bzw. ver­un­fall­ter LKW mit­samt des dar­auf trans­por­tier­ten Equip­ments für die Ver­an­stal­tung und noch vie­le wei­te­re Grün­de mehr be­ein­flus­sen die Lo­gis­tik bzw. die ver­ein­bar­te Er­brin­gung der Leis­tung. Das kann man ganz ein­fach über die Aus­fall­ver­si­che­rung ab­si­chern. Der Event fin­det dann zwar im­mer noch nicht statt, aber man be­kommt die Ver­le­gungs­kos­ten (so­fern dies mög­lich ist) oder eben auch den To­tal­aus­fall er­stat­tet. Da­bei be­zahlt die Ver­si­che­rung die Pro­duk­ti­ons­kos­ten, evtl. auch den Ge­winn. Wich­tig da­bei ist nur, dass man als Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht an dem Aus­fall schuld ist, son­dern der Ver­trags­part­ner oder ein Drit­ter. Die­se Aus­fall­ver­si­che­rung könn­te na­tür­lich auch den gan­zen Event ab­de­cken, aber das ist heu­te hier nicht die Fra­ge, wir be­schäf­ti­gen uns erst ein­mal nur mit der Lo­gis­tik.

Wenn man mich jetzt fragt ob so et­was wirk­lich pas­siert, dann kann ich nur sa­gen: Ja, und zwar gar nicht so sel­ten. Im Lau­fe der Jah­re hat­ten wir ei­ni­ge Schä­den in die­sem Be­reich und die­se wur­den an­stands­los be­zahlt. Es wa­ren ge­nau die oben ge­nann­ten Din­ge die pas­siert sind, al­so der Streik der Lkw-fah­rer, die Asche­wol­ke, aber auch noch wei­te­re Grün­de wie Blitz­eis auf der Stra­ße, ge­sperr­te Gren­zen oder, oder, oder ... Wie im­mer stellt sich die Fra­ge, wo jetzt der Ha­ken ist? Sel­ten, aber hier kann man es wirk­lich sa­gen: es gibt kei­nen. Ok, den ei­nen oder an­de­ren gibt es vi­el­leicht dann doch, wir kön­nen näm­lich nicht die fi­nan­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten des Fuhr­un­ter­neh­mers ver­si­chern und eben auch nicht die feh­ler­haf­te Pla­nung im ei­ge­nen Haus. Sprich, wenn der Ter­min gar nicht ge­hal­ten wer­den kann, weil man beim Lo­ca­ti­on-wech­sel das Nacht­fahr­ver­bot oder sons­ti­ge Be­schrän­kun­gen für die LKWS nicht be­rück­sich­tigt hat.

Die nächs­te Fra­ge be­trifft den Preis: Es geht knapp un­ter ei­nem Pro­zent der Ver­si­che­rungs­sum­me los. Die­se wird ent­we­der durch die Pro­duk­ti­ons­kos­ten oder auch in­cl. des Ge­winns de­fi­niert. Hat man al­so ei­ne Event­rei­he mit ei­nem Bud­get von 500.000 Eu­ro, dann re­den wir im Ein­stiegs­be­reich von knapp un­ter 5.000 Eu­ro Prä­mie. Der Ver­si­che­rungs­neh­mer kann na­tür­lich auch die Agen­tur sein, aber auch der Ver­an­stal­ter oder der Di­enst­leis­ter für die Tech­nik (Licht, PA, Vi­deo etc.) und so­mit der Auf­trag­ge­ber der Agen­tur. Das hat den Vor­teil, dass man nicht über sein Ho­no­rar dis­ku­tie­ren muss, wenn der Event kom­plett ins Was­ser fällt. Das ist nicht mög­lich? Ein Bei­spiel hier­zu: Man stel­le sich vor, auf dem Weg vom Pro­be­auf­bau zur ers­ten Lo­ca­ti­on fin­det sich der LKW im Gra­ben wie­der. Dem Fah­rer ist nichts pas­siert, aber der Mes­se­stand bzw. die Pro­mo­ti­on-de­ko lie­gen weit ver­brei­tet im Feld, es reg­net und man sieht die Lo­gos des Auf­trag­ge­bers schön da­hin­schwim­men. Wie im­mer na­tür­lich al­les Ein­zel­stü­cke, die spe­zi­ell für den Event ge­baut wur­den. Das wä­re der worst ca­se – so was kann die gan­ze Event­rei­he zer­stö­ren. Auch hier­bei ist die Lö­sung die Aus­fall­ver­si­che­rung. Wir se­hen al­so, es kann fast al­les ver­si­chert wer­den, ein ganz gran­dio­ses Tool mit sehr weit­rei­chen­der De­ckung. Na­tür­lich ist in der Aus­fall­ver­si­che­rung auch die hö­he­re Ge­walt ab­ge­deckt.

Zum Schluss wie im­mer: Wen­det euch bei Fra­gen an die we­ni­gen Spe­zi­al­mak­ler in der Bran­che. Nur so kann si­cher­ge­stellt wer­den, dass man die bes­ten Lö­sun­gen be­kommt. Und na­tür­lich hilft ein spe­zia­li­sier­ter Rechts­an­walt im Vor­feld, dass man die Ver­trä­ge rich­tig schließt und die Haf­tung so weit es geht mi­ni­miert. Der Rest ist dann Ver­si­che­rungs­sa­che.

Si­che­rer Trans­port mit Car­go Carts

Chris­ti­an Raith ist Ge­schäfts­füh­rer der Ver­si­che­rungs­ver­mitt­lung Eber­hard, Raith & Part­ner

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