Fon­tä­nen-ef­fekt: DJ Po­wer V-1 Spark

Production Partner - - Inhalt - Text: Mar­cel Courth | Fotos: Die­ter Stork

Mit dem V-1 hat DJ Po­wer – ein Brand von B&K Braun – ei­nen Fon­tä­nen-ef­fekt auf den Markt ge­bracht, wel­cher oh­ne Schwarz­pul­ver aus­kommt und da­mit oh­ne py­ro­tech­ni­schen Be­fä­hi­gungs­schein be­trie­ben wer­den kann. Zum Ein­satz kommt ein spe­zi­el­les Gra­nu­lat, wel­ches schnell ab­kühlt und we­nig Ener­gie trans­por­tiert.

In Deutsch­land kom­men so­wohl bei klei­ne­ren Events, als auch bei gro­ßen Tour­nee-pro­duk­tio­nen ger­ne Special Ef­fects zum Ein­satz. Was man un­ter die­sem Be­griff im Sin­ne der Ver­an­stal­tungs­tech­nik ver­steht, lässt sich im Grund­la­gen­ar­ti­kel „If in doubt – let it out“von Ebi Ko­the ab Sei­te 14 nach­le­sen. Ei­nen Be­reich de­cken die py­ro­tech­ni­schen Ef­fek­te, die in Deutsch­land dem Spreng­stoff­ge­setz un­ter­lie­gen, ab. Die zu­meist in der Ver­an­stal­tungs­tech­nik ein­ge­setz­ten Ge­rä­te wer­den in die Ka­te­go­rie T ein­ge­glie­dert. Dar­un­ter fal­len u.a. fol­gen­de Ef­fek­te: Rauch, Knall, Blitz, Fun­ken und Flam­men. Vie­le der grö­ße­ren Ef­fek­te dür­fen dann auch nur von be­fä­hig­ten Per­so­nen ein­ge­setzt wer­den, die eben ei­nen sol­chen Be­fä­hi­gungs­schein vor­wei­sen kön­nen. DJ Po­wer ver­kauft nun mit dem V-1 Spark ei­nen Fon­tä­nen-ef­fekt, wel­cher nicht auf Schwarz­pul­ver ba­siert, son­dern auf ei­nem spe­zi­el­len ti­t­an­le­gier­ten Gra­nu­lat – dies er­mög­licht auch den Be­trieb oh­ne Be­fä­hi­gungs­schein für py­ro­tech­ni­sche An­la­gen nach Spreng­stoff­ge­setzt. Um es di­rekt vor­weg­zu­neh­men: auf ei­ne Ge­fah­ren­ana­ly­se, ei­ne Ab­spra­che mit der Lo­ca­ti­on und even­tu­el­ler Ab­nah­me durch die ver­ant­wort­li­che Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de, ist trotz Ab­zug des Schwarz­pul­vers nicht zu ver­zich­ten.

Auf­bau

Der V-1 Spark ist ein schwar­zer Qua­der mit den Ma­ßen 250 × 205 × 316 mm (L×B×H) und wiegt rund zehn Ki­lo­gramm. Seit­lich sind an bei­den Sei­ten Tra­ge­grif­fe vor­ge­se­hen. Auf der hin­te­ren Sei­te – wenn man denn ei­ne Sei­te ei­nes Qua­ders als „hin­ten“de­fi­nie­ren möch­te – sind An­schlüs­se, Dis­play und der Kar­ten­le­ser. Was es mit dem Kar­te­le­se­ge­rät auf sich hat, dar­auf ge­hen wir spä­ter noch ge­nau­er ein. An­schluss­sei­tig ste­hen für die Si­gnal­über­tra­gung DMXIN und -Outs so­wohl in drei­po­li­ger, als auch fünf­po­li­ger Aus­füh­rung zur Ver­fü­gung. In Ver­bin­dung mit den viel­fäl­ti­gen Ein­satz­ge­bie­ten und un­ter­schied­li­chen Ver­an­stal­tungs­grö­ßen war das si­cher ei­ne gu­te Ent­schei­dung. Ener­gie wird per

Po­wer­con an­ge­lie­fert – ge­nau­so wie beim Dmx-si­gnal auch als Out. Das macht in An­be­tracht der Ma­xi­mal­last­auf­nah­me von 700 Watt auch Sinn. Der Voll­stän­dig­keit hal­ber sind noch ei­ne Si­che­rung so­wie der An/aus-kipp­schal­ter zu er­wäh­nen. Über dem An­schluss­be­reich liegt das zwei­zei­li­ge, mo­no­chro­me Dis­play. Die Be­die­nung ist ein we­nig ge­wöh­nungs­be­dürf­tig, aber da­für sind die dort ein­stell­ba­ren Funk­tio­nen auch über­sicht­lich. Ne­ben der Dmx-adres­se lässt sich das Ge­rät auch ma­nu­ell be­die­nen – je­doch laut Her­stel­ler aus­drück­lich nur für Test­zwe­cke. Dar­über hin­aus gibt das Dis­play auch ver­schie­de­ne Ge­rä­te­zu­stän­de wie Hea­ting, Re­a­dy, De­vice Fault, Wor­king oder No Ti­me (we­nig Gra­nu­lat vor­han­den) wie­der. Ein gro­ßer Lüf­ter kom­plet­tiert den hin­te­ren Teil des Sparks. Oben am Ge­rät be­fin­den sich der Aus­wurfs­tut­zen und ein, mit zwei Schrau­ben und Ma­gne­ten ge­si­cher­tes, Ein­füll­fach für das Gra­nu­lat. Das Ge­rät ist nicht Out­door-taug­lich und bie­tet dem­ent­spre­chend auch nur ei­ne Ip20-klas­si­fi­zie­rung. Fälsch­li­cher­wei­se wird auf man­chen Ver­triebs­ka­nä­len noch von ei­nem Ein­satz so­wohl In- als auch Out­door ge­spro­chen. In den Si­cher­heits­hin­wei­sen des Her­stel­lers wird aber aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Ver­wen­dung des Ge­räts nur in ge­schlos­se­nen Räu­men zu­ge­las­sen ist. Auf Rück­fra­ge wur­de uns vom Ver­trieb B&K Braun er­klärt, dass das Ge­rät in über­dach­ten Um­ge­bun­gen wie ei­ner Büh­ne den­noch be­trie­ben wer­den kön­ne.

Gra­nu­lat und Chip­kar­te

Das Gra­nu­lat kommt in ei­nem Päck­chen inkl. ei­ner auf­ge­kleb­ten Chip­kar­te. Da­mit kom­men wir dann auch zum rück­sei­tig an­ge­brach­ten Kar­ten­le­ser. Denn um die Ma­schi­ne über­haupt „scharf“stel­len zu kön­nen, be­nö­tigt man ei­ne sol­che Chip­kar­te, de­ren Gül­tig­keit nach ih­rer Ein­lö­sung er­lischt. Das ist na­tür­lich erst­mal kein schlech­ter ver­triebs­po­li­ti­scher Weg, aber vor al­lem soll das auch ver­hin­dern, dass min­der­wer­ti­ge Gra­nu­la­te oder noch schlim­mer gänz­lich fal­sche Stof­fe in der Ma­schi­ne ver­brannt wer­den. Be­son­der­heit der Chip­kar­te: die­se lädt 25 Mi­nu­ten „Gut­ha­ben“auf das Ge­rät. Das funk­tio­niert wie bei ei­nem Pre­paid­han­dy – die Mi­nu­ten wer­den nur ab­ge­zo­gen, wenn das Ge­rät läuft. Der Spark ver­braucht ca. 14 Gramm pro Mi­nu­ten, wo­durch ei­ne La­dung Gra­nu­lat in ca. 15 Mi­nu­ten ver­braucht sein soll­te. Ei­ne La­dung mit 200 Gramm kos­tet um die 85 Eu­ro brut­to. Falls vom ti­t­an­le­gier­ten Gra­nu­lat doch nicht al­les ver­braucht wur­de, muss es durch Um­dre­hen des Ge­räts aus dem Gra­nu­lat­be­häl­ter her­aus­ge­holt wer­den. Da­für lie­gen je­dem Ge­rät ein Trich­ter und ein Auf­fang­be­hält­nis bei. Nach je­dem Ein­satz soll­te die

»Der V-1 Spark ist eben­so schnell wie auch ein­fach ein­zu­set­zen und er­mög­licht ei­nen or­dent­li­chen Fon­tä­nen-ef­fekt« Mar­cel Courth zieht sein Fa­zit

För­der­schne­cke des V-1 Spark ge­rei­nigt wer­den. Hier­für be­sitzt das Ge­rät ein Rei­ni­gungs­pro­gramm, wel­ches auf Dmx-ka­nal 2, Wert 10–60 liegt. Eben­falls kann man die Ma­schi­ne mit Druck­luft vor­sich­tig aus­bla­sen.

Pra­xis

Der Ein­satz des V-1 Spark ist im Grun­de spie­lend leicht: Strom und Si­gnal ran, drei Mi­nu­ten auf­hei­zen las­sen, Chip­kar­te ein­le­sen, Ma­te­ri­al ein­fül­len und los! Be­vor man aber los­legt, soll­te man dar­auf ach­ten, dass im Um­kreis von zwei Me­tern um das Ge­rät her­um kei­ne leicht­brenn­ba­ren Ma­te­ria­li­en aus­ge­legt sind. Denn auch wenn die Kleinst­teil­chen des Gra-

nu­lats voll­stän­dig ab­ge­kühlt sein soll­ten, wenn sie auf dem Bo­den lan­den, be­fin­det man sich trotz­dem in ei­ner feu­er­ge­fähr­li­chen Ak­ti­on. Ge­steu­ert wird der V-1 Spark per DMX, da­für wer­den zwei Dmx-ka­nä­le an­ge­bo­ten. Über den ers­ten Ka­nal steu­ert man die Aus­wurf­hö­he, wel­che zwi­schen 1–5 Me­tern liegt. Zehn ver­schie­de­ne Hö­hen las­sen sich im Wer­te­be­reich von 10–255 ein­stel­len. Auf dem zwei­ten Ka­nal lie­gen ver­schie­de­ne Be­triebs­mo­di: ein Not­fall-aus und das Rei­ni­gungs­pro­gramm. Wenn die La­dung ver­schos­sen ist, kann man so­fort neu­es Gra­nu­lat ein­fül­len – nach glei­cher Pro­ze­dur. Le­dig­lich nach Ge­brauch soll­te man den V-1 Spark laut Ver­trieb ein paar Mi­nu­ten ab­küh­len las­sen, be­vor man ihn zu­rück ins Ca­se stellt. Der Lüf­ter des V-1 Spark ist im Be­trieb deut­lich zu hö­ren, das Gra­nu­lat möch­te ja auch nach oben trans­por­tiert wer­den.

Fa­zit

Der V-1 Spark von DJ Po­wer ge­hört zu den neu­en Py­ro­ef­fek­ten, die oh­ne Schwarz­pul­ver aus­kom­men und auch oh­ne Be­fä­hi­gungs­schein be­trie­ben wer­den dür­fen. Wie be­reits am An­fang er­wähnt, soll­te man sich sei­ner Ver­ant­wor­tung den­noch be­wusst sein. An­sons­ten bleibt nur zu sa­gen, dass der V-1 Spark sehr ein­fach und schnell ein­zu­set­zen ist so­wie ei­nen or­dent­li­chen Fon­tä­nen­ef­fekt er­mög­licht. Auch kos­ten­sei­tig spielt der V-1 Spark mit ei­nem Preis von 1.500 Eu­ro brut­to Preis/leis­tungs-tech­nisch in ei­ner gu­ten Li­ga. Zu be­zie­hen ist der DJ Po­wer V-1 Spark beim ex­klu­si­ven Deutsch­lan­d­im­por­teur B&K Braun so­wie bei sei­nen Ver­triebs­part­nern.

Pre­paid-for­mat Das Be­son­de­re am V-1 Spark ist si­cher­lich das Scharf­stel­len per Chip­kar­te – da­für ist un­ter dem Dis­play ein Kar­ten­le­ser an­ge­bracht

Leich­tes Be­fül­len das Gra­nu­lat kommt in ei­nem Päck­chen (inkl. auf­ge­kleb­ter Chip­kar­te) und wird in das mit zwei Schrau­ben und Ma­gne­ten ge­si­cher­te Fach ge­schüt­tet

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