Netz­werk-sta­tus: Dan­te, AES67 und Ra­ven­na

Kur­zer Über­blick zu drei ak­tu­ell ge­nutz­ten Pro­to­kol­len

Production Partner - - Inhalt - Text: Sven Schu­hen | Foto: Det­lef Ho­e­pfner

Ne­ben AVB/TSN bzw. Mi­lan, die wie­der kräf­tig auf sich auf­merk­sam ma­chen, gibt es meh­re­re Ip-ba­sier­te Pro­to­kol­le zur Av-dis­tri­bu­ti­on, die ak­tu­ell ge­nutzt wer­den. Dan­te ist si­cher das am wei­tes­ten ver­brei­te­te Pro­to­koll, aber auch AES67 und Ra­ven­na spie­len ei­ne Rol­le.

Dan­te

Dan­te hat sich dank zahl­rei­cher Li­zenz­neh­mer vor al­lem im Li­ve-be­reich eta­bliert, nach­dem es sich 2006 die Re­vo­lu­tio­nie­rung der Ver­tei­lung von Au­dio- und Vi­deo­da­ten auf die Fah­nen ge­schrie­ben hat­te. Ziel der Ent­wick­lung von Dan­te ist der Trans­port von hoch­qua­li­ta­ti­ven, un­kom­pri­mier­ten Au­dio­si­gna­len über Stan­dard-tcp/ip-com­pu­ter­netz­wer­ke oh­ne lan­ge und va­ria­ble Ver­zö­ge­run­gen so­wie mit sta­bi­ler Syn­chro­ni­sa­ti­on der Au­dio­si­gna­le. Es ba­siert auf zahl­rei­chen Stan­dards und kann je nach Ka­nal­zahl, der Über­tra­gungs­ra­te, der Ab­tast­ra­te der Au­dio­si­gna­le und die Art der Schnitt­stel­le be­reits in 100-Mbps-net­zen mit bis zu 48 × 48 Ka­nä­len bei 48 khz/24 Bit be­trei­ben. Bei 96 khz hal­biert sich die Ka­nal­an­zahl. In 1-Gbps-net­zen sind bis zu 512 × 512 Ka­nä­le 48 khz/24 Bit nutz­bar. Auch ein Be­trieb von Dan­te in 10-Gbps-net­zen soll mög­lich sein. Bei Dan­te hängt die durch das Netz­werk ver­ur­sach­te La­tenz von der Kom­ple­xi­tät und Aus­füh­rung des Net­zes so­wie der Ka­nal­an­zahl und de­ren Ab­tast­ra­te ab. Bei In­ter­faces mit 16 × 16 Ka­nä­len an ei­nem Gi­ga­bit-switch ver­spricht Au­di­na­te ei­ne ma­xi­ma­le La­tenz von 150 Mi­kro­se­kun­den. Die Ein­rich­tung und Ver­wal­tung des Netz­werks sol­len auch oh­ne wei­ter­ge­hen­de It-kennt­nis­se mög­lich sein. Für die au­to­ma­ti­sche Er­ken­nung von Dan­te-fä­hi­gen Au­dio­ge­rä­ten und die selbst­stän­di­ge Kon­fi­gu­ra­ti­on des Netz­werks sorgt das Au­di­na­te-pro­to­koll „Zen“. Bei der Aus­wahl der Netz­werk­kom­po­nen­ten ist es wich­tig, dass die­se QOS auf der Ba­sis von DSCP (Dif­fe­ren­ti­al Ser­vice Co­de Point) un­ter­stüt­zen. Ei­ne Ver­wal­tung von Sta­tus- und Feh­ler­mel­dun­gen wird emp­foh­len. Ei­ne ma­xi­ma­le An­zahl von End­ge­rä­ten ist nicht be­kannt. Dan­te er­mög­licht auch die Über­tra­gung un­ter­schied­li­cher Ab­tast­ra­ten und Wort­brei­ten im sel­ben Netz­werk, doch auch hier müs­sen die End­ge­rä­te die­se un­ter­stüt­zen, um sie dar­stel­len zu kön­nen. Ei­ne Si­gnal­über­tra­gung über Wi­fi ist nicht mög­lich. Wie bei AVB hat auch Dan­te für die Syn­chro­ni­sie­rung ei­nen Clock-mas­ter im Sys­tem, bzw. kann ex­tern ein­ge­speist wer­den. Beim The­ma La­tenz las­sen sich nur schwer ein­heit­li­che Aus­sa­gen re­cher­chie­ren, so dass es hier bei ei­nem gro­ßen „kommt drauf an“bleibt. In­ter­es­sant ist, dass es Au­di­na­te er­mög­licht un­ter­schied­li­che La­ten­zen für ver­schie­de­ne Seg­men­te des Net­zes fest­zu­le­gen. Ei­ne Red­un­danz löst Dan­te, in­dem an je­dem Ge­rät zwei Dan­te­schnitt­stel­len be­reit­ge­hal­ten wer­den, die dann in zwei se­pa­ra­ten, aber iden­ti­schen Netz­wer­ken ein­ge­speist wer­den. Bei kom­ple­xen Pro­jek­ten ist so­mit dop­pel­ter Auf­wand bei Ma­te­ri­al und Ein­rich­tung nö­tig.

Zur Kon­fi­gu­ra­ti­on von Dan­te stellt Au­di­na­te die Dan­te-con­trol­ler-soft­ware zu Ver­fü­gung, die zur Kon­fi­gu­ra­ti­on der Sig-

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