Ac­tive Blue: Di­vi­den­de oh­ne En­de …

Production Partner - - Inhalt - Text: Jörg Küs­ter | Fo­tos: Jörg Küs­ter

Bit­te kei­ne Sor­ge auf­grund der Über­schrift: Wir ver­wan­deln uns ganz si­cher nicht in ei­nen Rat­ge­ber für Ak­tio­nä­re! Viel­mehr ist ac­tive blue der Na­me ei­ner Ren­tal-com­pa­ny aus Bremen, und die Di­gi­ta­le Di­vi­den­de wird in der Pro­au­dio­bran­che auch eher mit Ver­lus­ten als mit Ge­winn as­so­zi­iert. Wie um­schifft ein ty­pi­sches Kmu-be­trieb wie ac­tive blue die schwie­ri­gen Fahr­was­ser der Wire­less-ent­wick­lung?

Die Ten­denz ist klar: Der Da­ten­hun­ger wächst ex­po­nen­ti­ell, und selbst un­ter­wegs ge­nügt nicht mehr der klei­ne (Mail)snack zwi­schen­durch, son­dern es soll übe­r­all und je­der­zeit das gro­ße (Vi­deo­st­rea­m­ing-)me­nü ver­füg­bar sein. Die Mo­bil­funk­an­bie­ter ha­ben ih­re Markt­macht pas­send da­zu ge­nutzt und ver­fü­gen dank der Di­gi­ta­len Di­vi­den­den 1 und 2 mitt­ler­wei­le über mehr Spek­trum als je­mals zu­vor – An­wen­der pro­fes­sio­nel­ler draht­lo­ser Pro­duk­ti­ons­mit­tel müs­sen im Ge­gen­zug mit im­mer we­ni­ger nutz­ba­ren Funk­ka­nä­len aus­kom­men, was au­ßer­halb der Pro-au­dio-bran­che lei­der kaum je­man­den in­ter­es­siert.

Die noch ver­füg­ba­ren „Res­te“des UHF-TV-BANDES mit sei­ner phy­si­ka­lisch an­ge­neh­men und dar­über hin­aus kos­ten­güns­tig nutz­ba­ren Wel­len­aus­brei­tung we­cken wei­te­re Be­gehr­lich­kei­ten, wel­che sich beim Kampf um das Seg­ment zwi­schen 470 und 694 MHZ (plan­ge­mäß bis 2030 ver­füg­bar) un­zwei­fel­haft Bahn bre­chen wer­den – an­läss­lich der nächs­ten Welt­funk­kon­fe­renz (WRC-19) im Ok­to­ber/no­vem­ber 2019 mag es sein, dass auch das 600-Mhz-band in Eu­ro­pa für den Mo­bil­funk im Rah­men ei­ner di­gi­ta­len Di­vi­den­de 3 ge­öff­net wird. Die Ver­wen­dung des neu­en Mo­bil­funk­stan­dards 5G (mit aus Mu­si­ker­sicht sehr brauch­ba­ren La­tenz­zei­ten von un­ter 1 ms) in ver­schie­de­nen Fre­quenz­be­rei­chen für pro­fes­sio­nel­le Draht­lo­s­pro­duk­tio­nen scheint mög­lich, ist al­ler­dings noch lan­ge nicht ge­si­chert, zu­mal ei­ne Viel­zahl tech­ni­scher und re­gu­la­to­ri­scher Be­din­gun­gen zu er­fül­len ist.

Der­weil kur­siert wei­ter­hin die Mär der ach so ar­men Land­be­völ­ke­rung, wel­che von den Seg­nun­gen des In­ter­nets bzw. den „Chan­cen für Wohl­stand und so­zia­len Fort­schritt“(so der Ko­ali­ti­ons­ver­trag) ab­ge­schnit­ten sei und nach po­li­ti­schem Wil­len trotz pit­to­res­kem Wohn­sitz in Klein­kle­ckers­dorf oder Hin­ter­tup­f­in­gen eben­so schnell wie Men­schen in Bal­lungs­räu­men ver­sorgt wer­den soll. Apro­pos Bal­lungs­räu­me:

Der Au­tor die­ser Zei­len lebt in Bonn und muss­te bei ei­nem Um­zug im Früh­jahr 2018 fest­stel­len, dass mit­ten in der In­nen­stadt kein schnel­ler Dsl-an­schluss (Tv-ka­bel war we­gen zu ge­rin­ger Upload-ra­ten kei­ne Op­ti­on) ver­füg­bar ist. Te­le­fo­ni­sche Hot­li­ne so­wie die On­li­ne-ver­füg­bar­keits­prü­fung rie­ten zu ei­ner Kom­bi­na­ti­on aus DSL und LTE, da nicht ge­nü­gend Ports für ei­ne Dsl-an­bin­dung in heu­te üb­li­cher Ge­schwin­dig­keit frei sei­en – be­mer­kens­wert für ei­ne Stadt, die u. a. als Haupt­sitz der Te­le­kom be­kannt ist. Be­vor an die­ser Stel­le die glo­bal agie­ren­den Mo­bil­funk­un­ter­neh­men nun als nim­mer­sat­te Fre­quenz­fres­ser pau­schal dem „Reich des Bö­sen“zu­ge­ord­net wer­den, mö­ge sich der/die ge­neig­te Le­ser/in bit­te kurz an die ei­ge­ne Na­sen­spit­ze fas­sen bzw. das per­sön­li­che Smart­pho­ne be­rüh­ren – ist ir­gend­wie ja schon al­les ganz prak­tisch mit dem Mo­bil­te­le­fon, oder?

ac­tive blue: ty­pi­sches KMU der Ver­an­stal­tungs­tech­nik

Über Di­gi­ta­le Di­vi­den­den, ak­tu­el­le Wire­less-her­aus­for­de­run­gen und mög­li­che künf­ti­ge Ent­wick­lun­gen spra­chen wir mit Andre­as Beer, Gründer und Ge­schäfts­füh­rer der in Bremen be­hei­ma­te­ten ac­tive blue Gm­bh & Co. KG. Das Un­ter­neh­men ist als KMU in vie­ler­lei Hin­sicht ty­pisch für wei­te Tei­le des hie­si­gen Mark­tes, und auch in der Vi­ta des Grün­ders mag manch ein Ver­lei­her Par­al­le­len zum ei­ge­nen Wer­de­gang ent­de­cken.

Die ac­tive blue Gm­bh & Co. KG (www.ac­tive-blue.de) ist so­wohl als Full­ser­vice-di­enst­leis­ter wie auch als Dry-hi­re-an­bie­ter tä­tig, wo­bei im Ge­samt­vo­lu­men das rei­ne Ver­leih­ge­schäft ge­mäß Aus­sa­ge von Andre­as Beer ei­nen eher ge­rin­gen An­teil aus­macht. Das Auf­ga­ben­spek­trum beim Rund­um­ver­an­stal­tungs­ser­vice ist breit ge­fä­chert und er­streckt sich von Se­mi­na­ren in Ta­gungs­ho­tels über Mes­se­auf­trit­te bis hin zu gro­ßen Cor­po­ra­te-events, dar­un­ter pas­send zum Fir­men­sitz in Bremen er­war­tungs­ge­mäß auch Auf­trä­ge für Werf­ten so­wie für die Au­to­mo­bil­in­dus­trie. Hin­zu kom­men di­ver­se an­de­re Bran­chen, de­ren Ver­tre­ter re­gel­mä­ßig auf ac­tive blue zu­rück­grei­fen und bun­des­weit so­wie bei Be­darf so­gar in ganz Eu­ro­pa un­ter­stützt wer­den. Die ac­tive blue Gm­bh & Co. KG be­schäf­tigt ak­tu­ell 23 fest an­ge­stell­te Mit­ar­bei­ter, un­ter de­nen sich sechs Aus­zu­bil­den­de be­fin­den, wel­che sich auf

ih­re Prü­fun­gen als Fach­kräf­te für Ver­an­stal­tungs­tech­nik vor­be­rei­ten.

Das Un­ter­neh­men wur­de 1990 von Andre­as Beer ge­grün­det: „Wir woll­ten da­mals Par­tys ma­chen und fan­den nie­man­den, der uns ge­eig­ne­te Be­schal­lungs­an­la­gen ver­mie­ten konn­te“, fasst Ex-disc­jo­ckey Beer sei­ne Mo­ti­va­ti­on für die Fir­men­grün­dung mit ei­nem Au­gen­zwin­kern zu­sam­men. Par­al­lel zum nacht­ak­ti­ven Dj-le­ben ab­sol­vier­te der an­ge­hen­de Kauf­mann an der Hoch­schu­le Bremen den Stu­di­en­gang „Ma­nage­ment im Han­del“; der Equip­ment­ver­leih trug zur Fi­nan­zie­rung des Stu­di­ums bei. Zu Kun­den mit Fai­b­le für die sich sei­ner­zeit noch in al­len Clubs dre­hen­den Vi­nyl­schei­ben ge­sell­ten sich rasch ers­te Top-40-bands, die für ih­re Auf­trit­te Licht be­nö­tig­ten, so dass Spie­gel­ku­gel, St­ro­bo­skop und Ne­bel­ma­schi­ne in ei­nem ers­ten Schritt durch Par-kan­nen mit far­bi­gen Fo­li­en er­gänzt wur­den – den wei­te­ren Ver­lauf kann man sich vor­stel­len …

Pro-au­dio-start: Pfer­de­hof statt Ga­ra­ge

Der Start er­folg­te bei Andre­as Beer nicht aus der sprich­wört­li­chen Ga­ra­ge, son­dern in ei­nem ehe­ma­li­gen Pfer­de­hof, des­sen ab­schließ­ba­re Reit­stall­bo­xen dem jun­gen Un­ter­neh­mer als nütz­li­che Vor­hän­ge­schloss-la­ger­flä­chen dien­ten. Der fol­gen­de Fir­men­sitz war ein Bun­ker: „Ex­trem güns­tig, ex­trem si­cher und das gan­ze Jahr über mit glei­cher Tem­pe­ra­tur“, bringt Beer die Vor­tei­le der so­li­den Bau­wei­se schmun­zelnd auf den Punkt. Un­ab­hän­gig von der­lei Vor­zü­gen er­wies sich der Schutz­bau auf­grund schma­ler Tü­ren und en­ger Schleu­sen­gas­sen letzt­lich doch als un­prak­tisch. Der Um­zug in ein an­de­res Ge­bäu­de war un­um­gäng­lich und mit Ge­dan­ken an ei­nen re­prä­sen­ta­ti­ve­ren Cha­rak­ter si­cher auch sinn­voll.

An ei­ner neu­en Wir­kungs­stät­te rich­te­te Andre­as Beer par­al­lel zum Ver­leih nun auch ein Ver­kaufs­ge­schäft ein – an In­ter­net-han­del war Mit­te der 1990er-jah­re noch nicht zu den­ken, und das La­den­ge­schäft mit an­ge­glie­der­ter Ren­tal-ab­tei­lung flo­rier­te. Mit­ar­bei­ter wur­den ein­ge­stellt, und im Jahr 2000 konn­te ein ers­ter Azu­bi aus­ge­bil­det wer­den – die Fach­kraft für Ver­an­stal­tungs­tech­nik ist heu­te noch für ac­tive blue tä­tig. Andre­as Beer führt in­zwi­schen den Ti­tel „Meis­ter für Ver­an­stal­tungs­tech­nik“und re­si­diert mit ac­tive blue seit 2007 auf dem groß­zü­gi­gen Ge­län­de ei­ner ehe­ma­li­gen Fer­ti­gungs­stät­te für Hü­te und an­de­re Kopf­be­de­ckun­gen im Bre­mer Stadt­teil Hucht­ing.

Kra­wat­ten­mi­kros und VHF

Auf pro­fes­sio­nel­ler Ebe­ne kam Andre­as Beer mit Draht­los­tech­nik in Be­rüh­rung, als er vor vie­len Jah­ren stol­zer Be­sit­zer drei­er ge­braucht er­stan­de­ner Vhf-stre­cken wur­de. „Je­des Sys­tem be­saß ex­akt ei­ne fest­ein­ge­stell­te Über­tra­gungs­fre­quenz, und wenn man für grö­ße­re Jobs wei­te­re Funk­stre­cken hin­zu­mie­ten woll­te, war pe­ni­bel dar­auf zu ach­ten, dass die ein­zel­nen Ge­rä­te fre­quenz­sei­tig zu­ein­an­der pass­ten“, er­in­nert sich Beer. „Die ers­ten Uhf-an­la­gen, die in ei­nem für uns als noch jun­ge Fir­ma be­zahl­ba­ren Preis­seg­ment an­ge­bo­ten wur­den, be­sa­ßen eben­falls kei­ne Fle­xi­bi­li­tät be­züg­lich der Fre­quenz­wahl; das kam erst we­sent­lich spä­ter …“

Dass das Uhf-an­ge­bot bei ac­tive blue den­noch rasch er­wei­tert wur­de, lag an zahl­rei­chen Kun­den­an­fra­gen: „Als die draht­lo­se Au­dio­über­tra­gung gang und gä­be wur­de, woll­ten plötz­lich al­le Leu­te die Büh­ne mit ei­nem Kra­wat­ten­mi­kro­fon be­tre­ten“, be­rich­tet Beer über längst ver­gan­ge­ne Zei­ten. „Mi­kros oh­ne lan­ge Ka­bel hat­te man da­mals schon im Fern­se­hen bei Sen­dun­gen wie der ZDF Hit­pa­ra­de ge­se­hen. Da­bei wur­de re­gel­mä­ßig un­ter­schätzt, wie lei­se es nor­ma­ler­wei­se in ei­nem Tv-stu­dio zu­geht – mit der Rea­li­tät bei ei­nem ty­pi­schen Cor­po­ra­te-event hat das bis heu­te nur we­nig zu tun.“Nichts­des­to­trotz war die neu­ar­ti­ge ka­bel­lo­se Be­we­gungs­frei­heit der ent­schei­den­de Ansporn, wel­cher die wei­te­re Ent­wick­lung vor­an­trieb.

Zwei Di­gi­ta­le Di­vi­den­den: Luft­ho­heit

Zwei Di­gi­ta­le Di­vi­den­den ha­ben Ren­tal-com­pa­nies (und an­de­ren Wire­less-an­wen­dern) zwi­schen­zeit­lich al­ler­lei Pro­ble­me be­schert: Nach der Ver­stei­ge­rung von Fre­quen­zen im Jahr 2012 wur­den Ver­lei­her aus dem 800-Mhz-band ver­bannt und sie­del­ten viel­fach in den Fre­quenz­be­reich zwi­schen 710 und 790 MHZ um. Re­la­ti­ve Ru­he wur­de dort zu­nächst für ei­nen Zei­t­raum bis et­wa 2022 pro­gnos­ti­ziert – fünf Jah­re spä­ter stand al­ler­dings ein wei­te­rer Fre­quen­zwech­sel ins Haus, da Bun­des­re­gie­rung und Bun­des­netz­agen­tur bei ei­ner Fre­quenz­auk­ti­on im Mai 2015 die „Di­gi­ta­le Di­vi­den­de 2“(694 – 790 MHZ, bis spä­tes­tens 2019 kom­plett zu räu­men) auf den Weg brach­ten.

Ins­be­son­de­re die ers­te Di­gi­ta­le Di­vi­den­de ist Andre­as Beer nach­hal­tig im Ge­dächt­nis ge­blie­ben: „Da­mals galt es zu ent­schei­den, ob ei­ne Um­rüs­tung des vor­han­de­nen Ma­te­ri­als Sinn er­gibt“, be­rich­tet Beer. „Bei un­se­ren güns­ti­gen Sys­te­men wä­re das Um­rüs­ten eben­so teu­er ge­wor­den wie ei­ne Neu­an­schaf­fung, wes­halb wir sie ent­sorgt oder ver­schenkt ha­ben. Un­se­re hoch­wer­ti­gen Funk­sys­te­me hin­ge­gen ha­ben wir zum Ser­vice ge­schickt, um sie für die neu­en Ge­ge­ben­hei­ten zu er­tüch­ti­gen – so­fern ich mich recht ent­sin­ne, schlug das da­mals mit et­wa 700 Eu­ro pro Stre­cke zu Bu­che. Die Hoff­nung war, dass wir an­schlie­ßend für län­ge­re Zeit Ru­he ha­ben wür­den, was sich recht bald als Trug­schluss er­wie­sen hat: Die Di­gi­ta­le Di­vi­den­de 2 hat uns be­kann­ter­ma­ßen nur we­ni­ge Jah­re spä­ter er­eilt.“

Da die Wire­less-sys­te­me von ac­tive blue bei In­kraft­tre­ten der Di­gi­ta­len Di­vi­den­de 1 noch re­la­tiv neu wa­ren, konn­te das Un­ter­neh­men staat­li­che Aus­gleichs­zah­lun­gen in An­spruch neh­men. Andre­as Beer spricht in die­sem Zu­sam­men­hang eben­so wie vie­le sei­ner Kol­le­gen von ei­ner „Ab­wrack­prä­mie“. Beer: „Das hat da­mals ei­nen gu­ten Bat­zen der Um­rüs­tung fi­nan­ziert – al­ler­dings stell­te sich der Pa­pier­kram beim An­trag auf Ge­wäh­rung ei­ner Aus­gleichs­zah­lung als ex­trem auf­wän­dig her­aus und be­saß fast schon ei­nen ab­schre­cken­den Cha­rak­ter. Das Geld wur­de an­schlie­ßend je­doch er­freu-

»Die Hoff­nung war, dass wir nach der ers­ten Di­gi­ta­len Di­vi­den­de für län­ge­re Zeit Ru­he ha­ben wür­den – was sich als Trug­schluss er­wies, als uns nur we­ni­ge Jah­re spä­ter die zwei­te Di­gi­ta­le Di­vi­den­de er­eil­te.« Andre­as Beer | über Um­rüs­tung und Fi­nan­zie­rung

li­cher­wei­se ziem­lich zeit­nah über­wie­sen.“Trotz fi­nan­zi­el­ler Schmerz­lin­de­rung stell­te sich bei Beer das Ge­fühl ein, dass „man ein­fach et­was weg­ge­nom­men be­kam und von oben oh­ne je­de Rück­sicht­nah­me fest­ge­legt wur­de, dass die Luft­ho­heit nun an­ders ge­re­gelt wird.“

Beer spannt den Bo­gen wei­ter: „Rein aus in­di­vi­du­el­ler Per­spek­ti­ve be­trach­tet hat es se­mi­pro­fes­sio­nel­le An­wen­der wie bei­spiels­wei­se Darstel­ler in Lai­en­thea­tern oder Hob­by­mu­si­ker fi­nan­zi­ell deut­lich här­ter ge­trof­fen als uns – für die­se Leu­te sind 500 Eu­ro für ein Wire­less-sys­tem oft viel Geld. Auch bei ac­tive blue muss­ten wir uns Vor­wür­fe an­hö­ren, dass vor zwei Jah­ren bei uns er­wor­be­ne Tech­nik nun plötz­lich nicht mehr nutz­bar sei – was wir na­tür­lich vor­her auch nicht wuss­ten, als wir die ent­spre­chen­den Pro­duk­te ver­kauft ha­ben.“

Bei der zwei­ten Di­gi­ta­len Di­vi­den­de wur­de laut Andre­as Beer „die Mess­lat­te für Aus­gleichs­zah­lun­gen deut­lich hö­her ge­legt“, wes­halb ac­tive blue kei­nen ent­spre­chen­den An­trag stell­te. So­wohl von der ers­ten als auch von der zwei­ten Di­gi­ta­len Di­vi­den­de wur­de Andre­as Beer kei­nes­wegs kalt er­wischt: Al­le re­le­van­ten Her­stel­ler wur­den bei pro­fes­sio­nel­len Ver­lei­hern früh­zei­tig vor­stel­lig und zeig­ten Pro­blem­lö­sun­gen auf – spit­ze Zun­gen be­haup­ten bis heu­te, dass sich Pro­du­zen­ten von Draht­los­tech­nik zu je­ner Zeit gol­de­ne Na­sen ver­dient ha­ben und bis heu­te von den durch die neu ge­re­gel­te Fre­quenz­ver­ga­be er­ziel­ten Ge­win­nen zeh­ren.

Al­lem Är­ger zum Trotz kann Andre­as Beer den neu­en Be­stim­mun­gen auch et­was Po­si­ti­ves ab­ge­win­nen: „Im 800er-band wa­ren frü­her ja al­le mög­li­chen Leu­te un­ter­wegs und konn­ten fröh­lich durch die Ge­gend fun­ken, was bei Jobs nicht sel­ten zu mas­si­ven Pro­ble­men ge­führt hat. Seit im Be­reich un­ter­halb von 790 MHZ aus­schließ­lich mit Ur­kun­de ge­ar­bei­tet wer­den darf, tre­ten dort zu­min­dest kei­ne Hob­by­is­ten mehr als Stö­ren­frie­de in Er­schei­nung. Mit den pro­fes­sio­nel­len Kol­le­gen kann man sich in al­ler Re­gel gut ab­stim­men, was in­zwi­schen bei gro­ßen Ver­an­stal­tun­gen al­ler­dings auf­grund der Viel­zahl im Ein­satz be­find­li­cher Funk­stre­cken mit er­heb­li­chem Auf­wand ver­bun­den ist.“

Zu­kunfts­si­che­re Auf­stel­lung

Nach Ex­pe­ri­men­ten mit Draht­losan­la­gen un­ter­schied­li­cher Her­stel­ler ist ac­tive blue seit vie­len Jah­ren eng mit Senn­hei­ser ver­bun­den – bei dem Bre­mer Un­ter­neh­men wird be­züg­lich der Wire­less-tech­nik ei­ne Mo­no­kul­tur ge­pflegt. „Un­se­re Ent­schei­dung für Senn­hei­ser war nicht zwin­gend ei­ne Ent­schei­dung ge­gen an­de­re Markt­teil­neh­mer“, kom­men­tiert Ge­schäfts­füh­rer Andre­as Beer. „ac­tive blue ist nicht un­be­dingt ein ty­pi­scher Rock-'n'-roll-di­enst­leis­ter, der kon­form zu ein­ge­hen­den Büh­nen­an­wei­sun­gen an­bie­ten muss. Wir sind vor­ran­gig mit Cor­po­ra­te-events und Ta­gun­gen be­fasst, bei de­nen die Kun­den nicht nach be­stimm­ten Kap­seln oder Draht­los­sys­te­men fra­gen, son­dern le­dig­lich er­war­ten, dass die Si­gnal­über­tra­gung zu­ver­läs­sig in gu­ter Klang­qua­li­tät funk­tio­niert.“Beer er­wähnt, dass die ein­heit­li­che Be­di­en­phi­lo­so­phie in­ner­halb des Draht­lo­s­parks von ac­tive blue sei­nen Mit­ar­bei­tern auf der Bau­stel­le das Le­ben er­leich­tert.

Im Un­ter­neh­men vor­han­de­ne Senn­hei­ser-kom­po­nen­ten aus der 2000er-se­rie hat Andre­as Beer Mit­te 2018 um neue Sys­te­me ew G4 er­wei­tert – Pro­duk­te aus un­ter­schied­li­chen Ge­ne­ra­tio­nen der be­lieb­ten Evo­lu­ti­on-wire­less-fa­mi­lie be­fin­den sich bei ac­tive blue seit Jah­ren er­folg­reich im Ein­satz. Hin­zu­ge­kom­men sind nun fünf Sys­te­me ew 300 G4; wei­te­re Stre­cken aus der glei­chen Se­rie sol­len auf­grund der gu­ten Aus­las­tung fol­gen. Die von ac­tive blue er­wor­be­nen Com­bo­sets be­inhal­ten ne­ben den ew-g4-re­cei­vern so­wohl Han­dals auch Ta­schen­sen­der. Andre­as Beer be­schei­nigt den ewg4-sets ein at­trak­ti­ves Preis/leis­tungs-ver­hält­nis so­wie ei­ne sinn­vol­le Kon­zep­ti­on „am Puls der Zeit“. Die neu an­ge­schaff­ten Emp­fän­ger fin­den bei ac­tive blue der­zeit Platz in ka­bel­lo­sen Senn­hei­ser-laut­spre­cher­sys­te­men LSP 500 PRO, wel­che sich laut Beer als „nütz­li­che Tools bei Ver­an­stal­tun­gen je­der Art und Grö­ße“be­währt ha­ben.

Die di­gi­ta­le Funk­über­tra­gung von Au­dio­si­gna­len hat bei ac­tive blue in Form von Senn­hei­ser Di­gi­tal 6000 Sys­te­men Ein­zug ge­hal­ten: Acht Dan­te-dop­pel­emp­fän­ger EM 6000 nebst La­de­sta­tio­nen und Zu­be­hör wer­den durch 16 Ta­schen­sen­der SK 6000 und acht Hand­sen­der SKM 6000 ( je­weils in den Be­rei­chen A1 bis A4) kom­plet­tiert. Di­gi­ta­le Funk­stre­cken sind ge­mäß Aus­sa­ge von Andre­as Beer stark ge­fragt, was nicht nur durch den bril­lan­ten Klang bei Weg­fall al­ler kom­pan­der­be­ding­ten Ar­te­fak­te be­grün­det ist: „Un­se­re In­dus­trie­kun­den schät­zen es, wenn sich Über­tra­gungs­stre­cken ver­schlüs­seln las­sen – ins­be­son­de­re, wenn im Rah­men von Events sen­si­ble In­hal­te auf der Agen­da ste­hen“, weiß Andre­as Beer. Die bei den Senn­hei­ser Di­gi­tal 6000 ak­ti­vier­ba­re Aes-256-en­co­die­rung lie­fert dem Ge­schäfts­füh­rer ein schlag­kräf­ti­ges Ar­gu­ment für die Ver­mie­tung sei­ner neu an­ge­schaff­ten Wire­less-sys­te­me – „zu an­ge­mes­se­nen Prei­sen“, wie er her­aus­stellt. Fin­den die zu­ge­hö­ri­gen Hand­sen­der SKM 6000 Ver­wen­dung, sind de­ren aus­tausch­ba­ren Kap­seln von Vor­teil: Bei ac­tive blue wer­den meist dy­na­mi­sche Mi­kro­fon­mo­du­le des Typs MMD 935 ver­wen­det; als Kon­den­sa­to­ral­ter­na­ti­ve ste­hen Mi­kro­fon­köp­fe MMK 965 be­reit. Wei­te­re Kap­sel­ty­pen, auch von Fremd­her­stel­lern, kom­men je nach Kun­den­wunsch zum Ein­satz. Beer be­tont die Be­triebs­si­cher­heit: „Im Cor­po­ra­te-um­feld darf es auf gar kei­nen Fall zu Aus­set­zern oder Stö­run­gen kom­men – Be­triebs­si­cher­heit ist für un­se­re Kli­en­tel das A und O, und ich weiß, dass ich mich selbst un­ter her­aus­for­dern­den Be­din­gun­gen im­mer auf Draht­los­sys­te­me von Senn­hei­ser ver­las­sen kann!“

Mit der Mi­schung aus ana­lo­gen und di­gi­ta­len Über­tra­gungs­stre­cken fühlt man sich bei ac­tive blue gut auf­ge­stellt. Andre­as Beer: „Wir kön­nen bei durch­weg aus­ge­zeich­ne­ter Klang­qua­li­tät pas­sen­de An­ge­bo­te für un­ter­schied­lich gut ge­füll­te Porte­mon­naies un­ter­brei­ten. Dank der groß­zü­gig di­men­sio­nier­ten Schalt­band­brei­ten er­war­ten wir für die nä­he­re Zu­kunft trotz zu­neh­men­der Fre­quenz­knapp­heit kei­ne tech­ni­schen Schwie­rig­kei­ten. Das The­ma 5G liegt nach mei­nem Da­für­hal­ten noch in sehr wei­ter Fer­ne, und ei­gent­lich kann ich mir im Mo­ment auch noch nicht so wirk­lich vor­stel­len, dass die Au­dio­si­gnal­über­tra­gung per Mo­bil­funk­netz gänz­lich oh­ne Tü­cken funk­tio­niert: Wenn 50.000 Be­su­cher bei ei­nem Fes­ti­val an­we­send sind und al­le mit ih­ren Mo­bil­ge­rä­ten te­le­fo­nie­ren so­wie Da­ten über­tra­gen möch­ten, mag man kaum glau­ben, dass sich on top noch die zeit­kri­ti­schen Si­gna­le der auf der Büh­ne spie­len­den Mu­si­ker be­triebs­si­cher im glei­chen Netz über­tra­gen las­sen. Be­vor die­se Tech­no­lo­gie wirk­lich aus­ge­reift und für pro­fes­sio­nel­le An­wen­der un­ein­ge­schränkt ein­setz­bar ist, wer­den uns die frisch an­ge­schaff­ten Senn­hei­ser Di­gi­tal 6000 si­cher noch für sehr lan­ge Zeit gu­te Di­ens­te leis­ten.“

»Un­se­re Kun­den fra­gen nicht nach be­stimm­ten Kap­seln oder Sys­te­men. Sie wol­len ein­fach gu­te Klang­qua­li­tät und zu­ver­läs­si­ge Si­gnal­über­tra­gung ga­ran­tiert be­kom­men.« Andre­as Beer | über die Ent­schei­dung für Senn­hei­ser

Die Sync-funk­ti­on wur­de bei den neu­en Senn­hei­ser ew G4 wei­ter ver­bes­sert

Gut ver­packt Senn­hei­ser Di­gi­tal 6000 Draht­lo­s­emp­fän­ger und La­de­strei­fen

Andre­as Beer Gründer und Ge­schäfts­füh­rer der ac­tive blue Gm­bh & Co. KG mit Sitz in Bremen

Po­si­ti­ves Fa­zit Die neu an­ge­schaff­ten Senn­hei­ser ew G4 Emp­fän­ger fin­den bei ac­tive blue der­zeit Platz in ka­bel­lo­sen Senn­hei­ser-laut­spre­cher­sys­te­men LSP 500 PRO, wel­che sich laut Andre­as Beer als „nütz­li­che Tools bei Ver­an­stal­tun­gen je­der Art und Grö­ße“be­währt ha­ben

Re­a­dy to go Prak­ti­sche Trol­ley-trans­port­lö­sung für Senn­hei­ser LSP 500 PRO Laut­spre­cher­sys­te­me im Ein­satz bei ac­tive blue

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