Di­gi­ta­li­sie­rung beim Wa­cken Open Air

Production Partner - - Inhalt - Text und Fo­tos: Sven Schu­hen

All­jähr­lich zieht es am ers­ten Au­gust­wo­chen­en­de 75.000 Me­tal-jün­ger auf ih­re Pil­ger­rei­se in ein be­schau­li­ches klei­nes Dorf nörd­lich von Ham­burg: Wa­cken. Was 1990 als klei­nes Dorf­fes­ti­val mit ein paar Bo­xen auf ei­ner An­hän­ger­prit­sche, sechs deut­schen Bands und Me­tal-dis­co bei 800 Be­su­chern in der Wa­cke­ner Kies­gru­be be­gann, ist heu­te ei­ne der größ­ten Open-air-ma­te­ri­al­schlach­ten der Welt. Und in der im­mer kom­ple­xe­ren Welt der Di­gi­ta­li­sie­rung spielt auch die Ver­net­zung ei­nes sol­chen Events ei­ne im­mer be­deu­ten­de­re Rol­le. In die­sem Tea­ser ge­ben wir nach un­se­rem Orts­ter­min ei­nen Ein­blick in die ver­wir­ren­de In­fra­struk­tur, die Rie­del auf Wa­cken schafft

Schon sehr früh hät­ten die Ver­an­stal­ter des Wa­cken Open Airs die Not­wen­dig­keit für ei­ne Ver­net­zung er­kannt und auch die da­für nö­ti­ge grund­le­gen­de In­fra­struk­tur ge­schaf­fen, so Evan­ge­los „La­ki“Mi­trou, der uns als Se­ni­or Pro­ject Ma­na­ger vor Ort zur Sei­te stand. So wur­de der „hei­li­ge Acker“, wie er von den Me­tal-jün­gern ge­nannt wird, in den letz­ten Jah­ren au­ßer­halb der Ver­an­stal­tung nicht nur von Land­ma­schi­nen um­ge­gra­ben und be­ar­bei­tet, son­dern auch von Bau­ma­schi­nen. Ne­ben meh­re­ren Ki­lo­me­tern an Frisch­was­ser- und Ab­was­ser­lei­tun­gen und der be­rühm­ten Bier­pipe­line, über die 10.000 l Bier pro St­un­de an zehn Schnell­zapf­an­la­gen ge­zapft wer­den kön­nen, wur­den auch meh­re Ki­lo­me­ter Glas­fa­ser­lei­tung ver­gra­ben und et­wa 40 Glas­fa­ser­ver­tei­ler auf dem Ge­län­de in­stal­liert. Die In­fra­struk­tur wird jähr­lich er­wei­tert, auch Wün­sche von Rie­del als Di­enst­leis­ter wer­den bei Neue­run­gen be­rück­sich­tigt und das gan­ze Jahr über pflegt und war­tet die It-ab­tei­lung des Ver­an­stal­ters die be­ste­hen­den Sys­te­me.

Da die al­te Wa­cke­ner Kies­gru­be schon lan­ge nicht mehr für das Fes­ti­val aus­reicht, hat sich dort in den letz­ten Jah­ren ein Kno­ten­punkt für die Fes­ti­val-in­fra­struk­tur eta­bliert und auch das lo­ka­le It-zen­trum wur­de an die­ser Stel­le er­rich­tet, in dem al­le Glas­fa­ser­ver­bin­dun­gen zu­sam­men­lau­fen. La­ki be­rich­tet

hier: „Die vi­sio­nä­re Auf­be­rei­tung des Event-ge­län­des mit zahl­rei­chen Glas­fa­ser­lei­tun­gen ent­springt die­ser Ab­tei­lung. Das ganz­jäh­ri­ge Sys­tem der ICS Fes­ti­val Ser­vice Gm­bh wird für das Wa­cken-event auf dem Acker aus­ge­rollt und deckt grund­le­gen­de Be­dürf­nis­se in den Bü­ros und Au­ßen­po­si­tio­nen in und um Wa­cken ab. Die ICS-IT küm­mert sich zu­sam­men mit ei­nem lo­ka­len An­bie­ter um die red­un­dan­te Ver­sor­gung des Events mit In­ter­net. Un­se­re Sys­te­me ver­schmel­zen dann zu ei­nem gro­ßen Sys­tem, um al­len al­les mög­lich zu ma­chen. Be­son­ders die Ver­sor­gung mit In­ter­net und Te­le­fo­nie, oh­ne die ei­ne Ver­an­stal­tung heut­zu­ta­ge nicht mehr mög­lich wä­re, wird vom ICS-TEAM über­nom­men.“

Für Rie­del be­deu­tet die durch die Ver­an­stal­ter ge­schaf­fe­ne In­fra­struk­tur nun deut­lich we­ni­ger Ar­beit in der Vor­be­rei­tung. Wo vor­her noch auf­wän­dig Grä­ben für die tem­po­rä­re Ver­net­zung ge­zo­gen wer­den muss­ten, kann man sich jetzt noch mehr auf die Kern­auf­ga­ben kon­zen­trie­ren, die über die Jah­re deut­lich an Kom­ple­xi­tät zu­ge­legt ha­ben. Wie kom­plex das gan­ze ist, er­läu­tert La­ki, als wir uns im Pro­duk­ti­ons­be­reich tref­fen: „Das Sche­ma ist prin­zi­pi­ell sehr ein­fach: Wir ste­hen zen­tral mit un­se­ren Ge­rä­ten im Pro­duk­ti­ons­be­reich. Von dort ge­hen red­un­dant Glas­fa­ser­ka­bel zu den ver­schie­de­nen Büh­nen, FOHS, Ein- und Aus­gän­gen, Gastro­be­rei­chen, Funk­tür­men, Ti­cket­bü­ros, Ak­kre­di­tie­rungs­bü­ros, Pres­se­zelt, Vip-be­reich, Be­hör­den, Spon­so­ren, Über­tra­gungs­wa­gen, usw. Man­che Be­rei­che wer­den auch per Richt­funk er­schlos­sen, wenn sie zu weit ent­fernt sind. Dar­über hin­aus ste­hen wir mit un­se­rem Equip­ment an al­len Ein-/aus­gän­gen (Ge­län­de, Zel­te, Büh­nen) so­wie Durch­gän­gen. Ty­pi­scher­wei­se stel­len wir an die­sen Po­si­tio­nen Cctv-ka­me­ras, Vi­deo Ein- und Aus­gän­ge, Au­dio Ein- und Aus­gän­ge, Netz­werk­an­schlüs­se mit Vlan-ma­nage­ment, WLAN Ac­cess Po­ints und Richt­funk. Da­bei ver­sor­gen wir al­le re­le­van­ten Ge­wer­ke mit den Si­gna­len, die sie brau­chen. Das be­trifft die Tv-pro­duk­ti­on, die Ak­kre­di­tie­rung, die Te­le­fo­nie, das Licht­de­sign, das In­fo­tain­ment, die Se­cu­ri­ty, die Sta­ge­pro­duc­tion, die Ar­tist­pro­duc­tion, die Be­su­cher­zäh­lung, die Ste­wards, den Cam­ping­be­reich, die aus­ge­la­ger­ten Bü­ros, die Po­li­zei, die Kri­sen­füh­rung, die Gas­tro­no­mie, Spon­so­ren/part­ner, das Sta­ge­ma­nage­ment, die Zu­gangs­kon­trol­le und vie­le mehr.“ Sämt­li­che Bild­schir­me und Vi­deo­walls auf dem Ge­län­de sind über das Netz­werk an­ge­bun­den und kön­nen von meh­re­ren Qu­el­len aus ge­speist wer­den, teil­wei­se ge­schieht dies so­gar par­al­lel über Mul­ti­view­ing-an­wen­dun­gen. Je­de Be­schal­lung, die ins Pu­bli­kum geht, ist eben­falls im Netz­werk. Im Not­fall kann die Ver­an­stal­tungs­lei­tung die Kon­trol­le über al­le Bild­wän­de und Be­schal­lungs­ein­rich­tun­gen über­neh­men und Eva­ku­ie­rungs­bzw. In­fo­mel­dun­gen vi­su­ell und akus­tisch aus­spie­len. Und das so­gar par­ti­ell nur für be­stimm­te Be­rei­che des Ge­län­des.

Si­cher­heit

Si­cher­heit ist beim Wa­cken Open Air ein be­son­ders wich­ti­ges The­ma, und da spielt die Red­un­danz der ver­wen­de­ten Sys­te­me ei­ne zen­tra­le Rol­le. „Da mit schwe­rem Ge­rät ge­ar­bei­tet und das Ma­te­ri­al im­mer wie­der mal stark be­an­sprucht wird und da über un­ser Sys­tem vie­le si­cher­heits­re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen flie­ßen, könn­te ein Aus­fall enor­me Aus­wir­kun­gen auf den Event ha­ben. Die An­zahl der Si­gna­le und die lan­gen Stre­cken, die die­se Si­gna­le zu­rück­le­gen müs­sen, set­zen ei­ne Ver­net­zung per Glas­fa­ser vor­aus“, so La­ki auf un­se­rem Rund­gang.

Zum The­ma Ver­net­zung führt La­ki aus: „Wir nut­zen für die Ver­net­zung größ­ten­teils un­se­re fir­men­ei­ge­nen Pro­duk­te. Der ge­sam­te Event wird mit ei­nem Me­dior­net-back­bone red­un­dant per Glas­fa­ser ver­netzt. Um die ge­wünsch­te Band­brei­te zu er­rei­chen, wer­den meh­re­re Wel­len­län­gen per Mul­ti­plex­ing ge­bün­delt. So er­rei­chen wir ei­ne red­un­dan­te Band­brei­te von bis zu 40 Gb/s. Me­dior­net ist be­reits jetzt mit ei­ner Ip-schnitt­stel­le aus­ge­rüs­tet und so­wohl In­ter­com als auch Au­dio und Vi­deo wer­den in Wa­cken per Ip-tech­no­lo­gie ver­teilt.“

Ne­ben der Ver­net­zung von Büh­nen, Bild­wän­den und Be­schal­lungs­an­la­gen ist Rie­del aber vor al­lem für die Kom­mu­ni­ka­ti­on der über tau­send am Fes­ti­val be­tei­lig­ten Men­schen zu­stän­dig. Hier­für nutzt Rie­del ein di­gi­ta­les Te­tra-bün­del­funk­sys­tem des Her­stel­lers DAMM, wel­ches eben­falls voll im Netz­werk in­te­griert ist. 1000 Ge­rä­te kom­men in, auf und um Wa­cken zum Ein­satz. Durch 70 zu Ver­fü­gung ste­hen­de Ka­nä­le kön­nen hier un­ter­schied­li­che Grup­pen ge­bil­det wer­den, die

je­weils auch über ei­ne spe­zi­ell ent­wi­ckel­te Ip-schnitt­stel­le in Rie­dels In­ter­com-lö­sung Ar­tist an­ge­bun­den sind. Rie­dels Mit­ar­bei­ter kön­nen über ei­ne ent­spre­chen­de Soft­ware den Sta­tus je­des ein­zel­nen Ge­rä­tes live über­wa­chen, Grup­pen­zu­wei­sun­gen vor­neh­men und das Sys­tem so­mit fle­xi­bel auf Än­de­run­gen an­pas­sen. Rund 150 Ge­rä­te ver­fü­gen über ei­ne Gp­sor­tung und wer­den da­durch auf ei­ner spe­zi­el­len Kar­te in der Soft­ware mit Stand­ort ver­merkt. So kön­nen z.b. mit die­sen Ge­rä­ten aus­ge­stat­te­te Se­cu­ri­ty-su­per­vi­sor auf ei­ne be­stimm­te Si­tua­ti­on in ih­rer Nä­he hin­ge­wie­sen und dort hin­ge­lei­tet wer­den, um die­se ge­zielt und schnell zu ent­schär­fen. Ne­ben den Funk­ge­rä­ten ka­men in die­sem Jahr auch zum ers­ten Mal Rie­dels ei­ge­ne draht­lo­se In­ter­com-sys­te­me Bo­le­ro zum Ein­satz.

In der Ver­an­stal­tungs­lei­tung sit­zen Ver­tre­ter des Ver­an­stal­ters, des Si­cher­heits­diens­tes, der Po­li­zei und der ge­neh­mi­gen­den Be­hör­de. Die­se ha­ben über meh­re­re Mo­ni­to­re al­le 40 – eben­falls im Netz­werk in­te­grier­ten – Si­cher­heits­ka­me­ras auf dem Ge­län­de im Blick. Au­ßer­dem se­hen sie al­le Bil­der der Büh­nen­ka­me­ras und die In­hal­te al­ler Bild­schir­me und Led-wän­de auf dem Ge­län­de so­wie ei­nen Ge­län­de­plan mit dem Stand­ort al­ler Bild­schir­me. Da­zu gibt es für den Not­fall vor­ge­fer­tig­te Eva­ku­ie­rungs­mel­dun­gen und In­for­ma­tio­nen, die in den ent­spre­chen­den Si­tua­tio­nen aus der Ver­an­stal­tungs­lei­tung über­la­gert wer­den kön­nen. Sie hat eben­falls Zu­griff auf das In­ter­com- und das Funk-sys­tem, um mit al­len Ge­wer­ken und Be­tei­lig­ten Rück­spra­che hal­ten zu kön­nen. La­ki schwärmt an die­ser Stel­le: „Ein aus­ge­klü­gel­tes Sys­tem zur Ent­fluch­tung in Not­fäl­len wird mit Hil­fe der Rie­del-tech­nik ge­steu­ert und pro­to­kol­liert.“

In Rie­dels Ope­ra­tor-raum be­fin­det sich ne­ben zwei Ar­beits­plät­zen für die Über­wa­chung al­ler In­ter­com-ver­bin­dun­gen und al­ler Funk-ver­bin­dun­gen auch ei­ne aus dem Kri­sen­raum ge­spie­gel­te Bild­schirm­wand, an der die bei­den Ope­ra­to­ren

so­fort se­hen kön­nen, wenn Pro­ble­me auf­tau­chen. Die dor­ti­gen Mit­ar­bei­ter mes­sen kon­ti­nu­ier­lich al­le Ka­bel­ver­bin­dun­gen, be­hal­ten die Netz­werk-mo­ni­to­ring-an­wen­dun­gen im Au­ge und pro­gram­mie­ren die Sys­te­me nach den An­for­de­run­gen der Ver­an­stal­tungs­lei­tung. Al­le In­for­ma­tio­nen, die Si­cher­heits­me­cha­nis­men und Mess­ein­rich­tun­gen im Netz­werk wer­den pro­to­kol­liert und op­tisch auf­be­rei­tet und kön­nen so­mit im Feh­ler­fall um­ge­hend und ziel­ge­nau von den Mit­ar­bei­tern je­der­zeit ver­folgt, ana­ly­siert und be­ho­ben wer­den. Beim The­ma Netz­werk­si­cher­heit ver­rät mir La­ki: „Von der Sprech­stel­le über die Gas­tro-kas­sen bis zu den USVEN und Cct­v­ka­me­ras sind fast al­le Ge­rä­te, die wir nut­zen, mitt­ler­wei­le mit ei­ner Ip-schnitt­stel­le aus­ge­rüs­tet. Da­durch las­sen sich die­se Ge­rä­te ge­sam­melt in un­se­rer Schalt­zen­tra­le über­wa­chen. Wir nut­zen da­für ei­ne be­son­de­re Kon­troll­soft­ware. So kön­nen wir mehr­schich­ti­ge Alarm-struk­tu­ren bau­en, die uns op­tisch in un­se­ren Bü­ros, aber auch per Mail oder Push-nach­richt auf das Mo­bil­te­le­fon über Aus­fäl­le in­for­miert.“

Zwi­schen die­sen bei­den Räu­men be­fin­det sich noch ein wei­te­rer – der Se­cu­ri­ty-be­ob­ach­tungs­raum. Hier sit­zen meh­re­re Mit­ar­bei­ter des Si­cher­heits­diens­tes, die sämt­li­che Über­wa­chungs­ka­me­ras rund um die Uhr im Blick ha­ben und sich die Bil­der der ein­zel­nen Ka­me­ras in der Über­sicht im­mer wie­der mal in die grö­ße­re An­sicht la­den und per Steue­rung nei­gen, dre­hen und zoo­men kön­nen. Bei be­son­de­ren Auf­fäl­lig­kei­ten wird ei­ne Mel­dung an die Ver­an­stal­tungs­lei­tung her­aus­ge­ge­ben, die die Steue­rung der ent­spre­chen­den Ka­me­ra dann für die wei­te­re Be­trach­tung und Aus­wer­tung über­nimmt.

Im Main-con­trol-room (MCR) be­fin­det sich das Herz­stück von Rie­dels Ope­ra­ti­ons­ba­sis, hier lau­fen al­le Lei­tun­gen zu­sam­men und sämt­li­che Ser­ver, Glas­fa­ser­ver­tei­ler, Netz­werk-swit­che etc. be­fin­den sich dort. Je­der Mo­ni­tor, je­de Led-vi­deo­wand und al­le Laut­spre­cher auf dem Ge­län­de sind hier über das Netz­werk an­ge­bun­den und kön­nen ge­zielt mit In­for­ma­tio­nen be­spielt wer­den. Au­ßer­dem wer­den die Si­gna­le al­ler Über­wa­chungs­ka­me­ras auf dem Ge­län­de er­fasst, auf­ge­zeich­net und im Netz­werk ver­teilt. Das Gan­ze wird mit ei­ni­gen USVS vor Aus­fäl­len ge­puf­fert und or­dent­lich ge­kühlt.

Für die An­bin­dung der Büh­nen hat Rie­del Stan­dard-racks im Pro­gramm, die mit al­len not­wen­di­gen Schnitt­stel­len wie Me­dior­net und Rock­net aus­ge­rüs­tet sind. So kann vor Ort noch fle­xi­bel auf den Be­darf ein­ge­gan­gen wer­den. Die­se Racks kom­men übe­r­all dort zum Ein­satz, wo Vi­deo- und Ton­signa­le aus dem Netz­werk aus­ge­spielt oder ins Netz­werk ein­ge­bun­den

wer­den sol­len. Dar­über hin­aus stel­len die­se Racks auch sämt­li­che an­de­ren Di­ens­te, die Rie­del im Netz­werk ver­wal­tet, vor

Ort zu Ver­fü­gung. So las­sen sich hier eben­falls In­ter­com-si­gna­le ab­grei­fen oder es kann ein ein­fa­cher In­ter­net­an­schluss ein­ge­rich­tet wer­den. An den Büh­nen wer­den aber nicht al­le ein­zel­nen Au­dio­si­gna­le der Misch­pul­te ab­ge­grif­fen, son­dern le­dig­lich meh­re­re Sum­men­si­gna­le. Die Zu­spie­lung der Led­wän­de an den Büh­nen wird über die Racks an den MCR ge­lei­tet und dann erst in die Vi­deo-re­gie, um ei­ne Vor­rang­schal50

tung durch die Ver­an­stal­tungs­lei­tung zu er­mög­li­chen. Au­ßer­dem fin­det ei­ne Ver­net­zung der Büh­nen mit ver­schie­de­nen Bü­ros auf dem Ge­län­de statt, wo z. B. Licht-, Ton- und Vi­deo-ope­ra­tor ih­re Shows vor­be­rei­ten und Da­tei­en mit dem FOH aus­tau­schen kön­nen. Auch In­for­ma­tio­nen von den Laut­stär­ke­mess­sys­te­men wer­den über die Racks an den Büh­nen im Netz­werk zu Ver­fü­gung ge­stellt und kön­nen z. B. von der Ver­an­stal­tungs­lei­tung ab­ge­ru­fen und im MCR pro­to­kol­liert wer­den. La­ki macht an die­ser Stel­le deut­lich: „In ei­ner viel­schich­ti­gen Es­ka­la­ti­ons­ma­trix wer­den die Si­gna­le ent­spre­chend der in­di­vi­du­el­len Not­si­tua­tio­nen um­ge­rou­tet. Da­durch ist es mög­lich, ver­schie­de­ne Ent­fluch­tungs­sze­na­ri­en zu rea­li­sie­ren.“

Cash­less-pay­ment

Was 2017 als Test be­gann, wur­de die­ses Jahr im gro­ßen Stil auf­ge­fah­ren: Be­zah­lung mit der W:O:A-CARD. In Ko­ope­ra­ti­on mit dem Un­ter­neh­men sim­ply-x las­sen sich die Cash­less-pay­ment­kar­ten über ein Web­por­tal oder vor Ort mit Gut­ha­ben auf­la­den. Für die Be­zah­lung mit die­ser Kar­te wur­den na­he­zu al­le Händ­ler und Gastro­stän­de vor Ort mit ent­spre­chen­den Kas­sen aus­ge­rüs­tet (ins­ge­samt 550), die na­tür­lich auch al­le ver­netzt sind, um die­ses Sys­tem be­werk­stel­li­gen zu kön­nen. Im Vip-be­reich wur­den dar­über hin­aus so­gar ers­te Cash­less-bier­zapf­stel­len ge­tes­tet, an de­nen man sei­ne W:O:A-CARD auf ein Ter­mi­nal legt, sei­nen lee­ren Be­cher auf ei­ne Zapf­stel­le drückt und die­ser

bei aus­rei­chend Gut­ha­ben dann von un­ten durch den Be­cher­bo­den be­füllt wird. Ei­gens für das Cash­less-pay­ment hat Rie­del ei­ne mehr­köp­fi­ge Cr­ew ab­ge­stellt, die sich den gan­zen Tag um das Sys­tem küm­mert und im­mer wie­der al­le Sta­tio­nen ab­fragt, ob das Sys­tem zu­frie­den­stel­lend funk­tio­niert. Da das Feed­back bis­her sehr po­si­tiv aus­fiel, soll das Sys­tem 2019 noch wei­ter aus­ge­baut wer­den. La­ki be­rich­tet: „Klein­geld und lan­ges War­ten sol­len so Schritt für Schritt ab­ge­schafft wer­den. Bei den Be­su­chern kam das Sys­tem auch die­ses Jahr wie­der sehr gut an. Bar­zah­lun­gen sind wei­ter­hin mög­lich, die Vor­tei­le des Cash­less Pay­ment über­zeu­gen aber auch alt­ein­ge­ses­se­ne Fans.“Vie­le Händ­ler bie­ten auch Zah­lung mit EC- und Kre­dit­kar­te an, was ei­ne In­ter­net­ver­bin­dung zum Zah­lungs­dienst­leis­ter be­nö­tigt. Auch hier ver­sorgt Rie­del die ein­zel­nen Händ­ler mit den nö­ti­gen An­schlüs­sen.

Glas­fa­ser-haupt­kno­ten im Wa­cken Open Air It-zen­trum. Auch wenn es sehr kom­plex aus­sieht, ha­ben die dort ar­bei­ten­den It-ler des Ver­an­stal­ters ICS je­der­zeit den Über­blick, wel­che Kno­ten auf dem Ge­län­de über den Haupt­kno­ten mit wem ver­netzt sind und ar­bei­ten sehr eng mit Rie­del zu­sam­men

Funk­ge­rä­te-aus­ga­be Der Rie­del-mit­ar­bei­ter über­wacht den Sta­tus der Te­tra-funk­an­la­ge und der an­ge­mel­de­ten Ge­rä­te, wer­tet Emp­fangs­stär­ke und Nut­zung aus, kann ein­zel­ne Ge­rä­te Grup­pen zu­tei­len oder be­stimm­te Funk­tio­nen ge­ben. Bei ei­ner ak­ti­ven Funk­ver­bin­dung kann der Stand­ort lo­ka­li­siert und bei Pro­ble­men schnell ei­ne Lö­sung ge­fun­den wer­den. Au­ßer­dem pro­to­kol­liert er die Aus­ga­be der Ge­rä­te an die Nut­zer. Die Da­ten wer­den mit der Ver­an­stal­tungs­lei­tung syn­chro­ni­siert, so­dass ei­ne Kon­trol­le von Be­rech­ti­gun­gen und aus­ge­ge­be­nem Ma­te­ri­al je­der­zeit mög­lich ist

Vip-be­reich Selbst klei­ne­re Bild­schir­me und Be­schal­lungs­an­la­gen in Ne­ben­schau­plät­zen, wie hier im VIP- und Pres­se­be­reich, sind ans Netz­werk an­ge­bun­den und kön­nen aus ver­schie­dens­ten Qu­el­len vor Ort oder aus dem Netz­werk mit In­hal­ten be­spielt wer­den. Auch hier hat die Ver­an­stal­tungs­lei­tung je­der­zeit die Mög­lich­keit ei­ner Vor­rang­schal­tung

Ope­ra­tor-raum Der Kri­sen­raum durf­te nicht fo­to­gra­fiert wer­den, aber der Rie­del-ope­ra­tor-raum, in dem die Ein­rich­tung der Ver­an­stal­tungs­lei­tung ge­spie­gelt wur­de, so­dass die Rie­del-mit­ar­bei­ter Pro­ble­me so­fort se­hen und ent­spre­chend ein­grei­fen kön­nen

Ar­tist-ope­ra­tor für die Steue­rung, Pro­gram­mie­rung und Mes­sung des Ar­tist-in­ter­coms. Der „Mi­nu­te-man“ist rund um die Uhr be­reit, die Ver­an­stal­tungs­lei­tung bei der Aus­lö­sung der Eva­ku­ie­rungs­sze­na­ri­en zu un­ter­stüt­zen. Hier wird die täg­li­che tech­ni­sche Ab­nah­me al­ler in die Eva­ku­ie­rung ein­ge­bun­de­nen Ge­rä­te ge­steu­ert. Für den Fall, dass die Ver­an­stal­tungs­lei­tung Pro­ble­me bei der Durch­füh­rung hat, kann an die­sem ge­spie­gel­ten Platz je­des Sze­na­rio ab­ge­ru­fen wer­den. Der In­ter­com-tech­ni­ker ist au­ßer­dem rund um die Uhr für al­le In­ter­com-teil­neh­mer an­sprech­bar, um auf Wün­sche bei der Pro­gram­mie­rung ein­zu­ge­hen

Ein Ope­ra­tor küm­mert sich um das Mes­sen al­ler Ge­rä­te. Von hier aus kann er das Me­dior­net, die Swit­che, das Rock­net, das Te­tra-sys­tem, die Eva­ku­ie­rungs­ma­trix, und das Ar­tist-in­ter­com pro­gram­mie­ren. Hier­zu lau­fen bei ihm auch al­le 256 ver­füg­ba­ren In­ter­com-ka­nä­le in den Racks auf den Sprech­stel­len auf

Herz­stück der Ver­net­zung mit Ser­vern, Me­dior­net- und Ar­tist­main­frames, Rock­net-in­ter­faces, Au­dio-netz­werk-play­er für Not­fall­durch­sa­gen, Swit­chen, Glas­fa­ser­ver­tei­lun­gen und Sys­te­men zur Si­che­rung und Pro­to­kol­lie­rung des Da­ten­trans­fers im Netz

Main Con­trol Room mit sol­chen Men­gen an Tech­nik, für die zahl­rei­che Kli­ma­an­la­gen für die rich­ti­ge Um­ge­bungs­tem­pe­ra­tur sor­gen. Au­ßer­dem wird die Tech­nik über meh­re­re USVS tem­po­rär vor Strom­aus­fäl­len ge­si­chert

Vier Mit­ar­bei­ter des Si­cher­heits­diens­tes ha­ben die zahl­rei­chen Über­wa­chungs­ka­me­ras stän­dig im Blick und über­prü­fen bei Auf­fäl­lig­kei­ten dann ein­zel­ne Ka­me­ra­bil­der in der grö­ße­ren An­sicht. Je nach Si­tua­ti­on wird die Kon­trol­le dann aus der Ver­an­stal­tungs­lei­tung über­nom­men

Kas­sen­sys­te­me er­fas­sen al­le Käu­fe, bei Zah­lung mit der W:O:ACARD wird die­se nach Auf­for­de­rung auf das Le­se­ge­rät ge­legt und der Be­trag wird ab­ge­bucht. Der Kun­de sieht den ab­ge­buch­ten Be­trag und das Rest­gut­ha­ben auf dem Dis­play.

Ab­fra­ge­ter­mi­nal Über Ste­len kön­nen Be­su­cher je­der­zeit ih­ren Gut­ha­ben­sta­tus ab­ru­fen, im Web­por­tal fin­den sie al­le Bu­chun­gen und kön­nen die Kar­te bei Ver­lust sper­ren

Büh­nen-rack Wenn die An­schlüs­se, die ein Stan­dard-rack be­reit­hält, nicht rei­chen, stellt Rie­del ein­fach noch ein zwei­tes Rack da­zu.

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