ISDV: Um­gang mit Bau­be­hör­den, TÜV, Bau­lei­tern & Co.

„Mit­ein­an­der statt Ge­gen­ein­an­der – Si­cher­heits­kon­zep­te für Ver­an­stal­tun­gen, Bau­ord­nungs­recht, Bau­ab­nah­men und Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Bau­ord­nungs­be­hör­den“

Production Partner - - Inhalt - Test: Su­san­ne Fritzsch | Bil­der: ISDV

Pro­ak­tiv mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren, um Über­ra­schun­gen bei Bau­ab­nah­men und Ge­neh­mi­gun­gen vor­zu­beu­gen: Der ISDV lädt zur Best Prac­tice and Know­ledge Ex­ch­an­ge-ver­an­stal­tung in Of­fen­bach ein. An­hand ih­rer Er­fah­run­gen wer­den Fach­leu­te ihr Vor­ge­hen beim Ent­wi­ckeln und Um­set­zen von Si­cher­heits­kon­zep­ten und den nütz­li­chen Um­gang zwi­schen Bau­be­hör­den, TÜV und den Bau­lei­tern, In­ge­nieu­ren und Meis­tern auf Ver­an­stal­tun­gen er­läu­tern.

Ziel­grup­pe:

Meis­ter, Pro­duk­ti­ons­lei­ter, tech­ni­sche Lei­ter, Eventagen­tu­ren, Fach­kräf­te für Ar­beits­si­cher­heit und al­le In­ter­es­sier­ten

Po­di­ums­teil­neh­mer:

• Mar­tin Her­mann, Fach­pla­ner für Be­su­cher­si­cher­heit und Meis­ter für Ver­an­stal­tungs­tech­nik – Si­cher­heits­kon­zep­te

• Mer­ten Wa­gnitz, Meis­ter für Ver­an­stal­tungs­tech­nik – Bau­ord­nungs­recht

• Mar­tin Hal­bin­ger, Lo­kal­bau­kom­mis­si­on Mün­chen – Bau­ab­nah­men

• Har­vey Sche­rer, Dipl. Me­di­en­wis­sen­schaft­ler und Do­zent der TH Köln, In­sti­tut für Ret­tungs­in­ge­nieur­we­sen und Ge­fah­ren­ab­wehr – Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gi­en

• Ri­za Obuz und Jür­gen Fink, Prüf­amt Flie­gen­de Bau­ten – TÜV Rhein­land – Ab­nah­me Flie­gen­de Bau­ten

Ver­an­stal­ter: ISDV e.v.

Da­tum: 30. 10. 2018

Ort: IHK, Of­fen­bach am Main

Wei­ter In­for­ma­tio­nen zur An­mel­dung fin­det Ihr un­ter: www.isdv.net/event

kam Sup­port-in­ge­nieur Ma­xence Ca­s­te­lain ins Aa­che­ner Akus­ti­k­la­bor und stand uns wäh­rend der Mes­sung mit Rat und Tat zur Sei­te.

Die Uni­li­ne Com­pact (kurz UC) Se­rie von APG be­steht aus drei Laut­spre­cher­mo­del­len, zwei Li­ne-ar­ray-ele­men­ten und ei­nem Flug­bass, die durch ent­spre­chen­des Zu­be­hör für die In­stal­la­ti­on, Mon­ta­ge und Trans­port er­gänzt wer­den und bei Be­darf auch noch mit Sub­woo­fern aus an­de­ren Bau­rei­hen un­ter­stützt wer­den kön­nen. Zur An­steue­rung bie­tet APG Sys­tem­racks mit Li­nea-re­se­arch-con­trol­lern und Po­wer­sof­to­em-end­stu­fen oder ganz ak­tu­ell auch die neu­en vier­ka­na­li­gen DSP-AMPS von Li­nea Re­se­arch an. Letz­te­re wur­den dann auch in Form von zwei DA50:4D End­stu­fen zur Test­an­la­ge mit­ge­lie­fert.

APG UC206 Nar­row und Wi­de

Kern­stück der Uc-se­rie sind die bei­den Li­ne-ar­ray-ele­men­te UC206N und UC206W. Die Ty­pen­be­zeich­nung ver­rät hier be­reits ei­ni­ges. Die Be­stü­ckung für die Tief­tö­ner be­steht aus zwei 6,5"-Trei­bern und die bei­den Mo­del­le un­ter­schei­den sich durch den ho­ri­zon­ta­len Öff­nungs­win­kel von 70° (Nar­row) und 105° (Wi­de). Die Mit­tel­hoch­ton­ein­heit in den UC206 ist als Iso­top-co­axi­al-dri­ver auf­ge­baut, der aus ei­ner Kom­bi­na­ti­on ei­nes 5"-Phl-chas­sis und ei­nes klei­nen 0,5" Kom­pres­si­ons­trei­bers von B&C be­steht. Der Kom­pres­si­ons­trei­ber ist hin­ten auf den Ko­nus­trei­ber auf­ge­setzt und strahlt den Schall durch des­sen Pol­kern ab. Bei­de zu­sam­men ar­bei­ten dann auf ein Wa­ve­gui­de zur For­mung der ebe­nen Wel­len­front, die in das gro­ße Horn mün­det. Der Be­griff Horn ist an die­ser Stel­le even­tu­ell et­was ir­re­füh­rend, da sich der horn­ty­pi­sche Ver­lauf nur auf die ho­ri­zon­ta­le Ebe­ne be­zieht. Der Ver­lauf die­ser Horn­funk­ti­on be­stimmt das ho­ri­zon­ta­le Ab­strahl­ver­hal­ten, in dem sich die bei­den Mo­del­le für 70° und 105° Öff­nungs­win­kel un­ter­schei­den. Ent­fernt man die Front­git­ter von den Ge­häu­sen, dann er­kennt man den Ab­strahl­win­kel di­rekt in der Kon­tur der Front wie­der. Hin­ter den Horn­flä­chen ver­ber­gen sich beid­sei­tig die 6,5"-Tief­tö­ner, eben­falls von B&C, die den Schall durch je vier Öff­nung ab­strah­len. Hier liegt die gro­ße Her­aus­for­de­rung für den Ent­wick­ler, zum ei­nen die Stö­run­gen für den Hoch­tö­ner durch die Öff­nun­gen auf der Horn­flä­che und auch die Ab­strah­lung der Tief­tö­ner über ei­ne Art Band­pass­kam­mer in den Griff zu be­kom­men. Die Band­pass­kam­mer vor den Tief­tö­nern stei­gert de­ren Sen­si­ti­vi­ty im Be­reich der Re­so­nanz­fre­quenz, wor­in ein Vor­teil lie­gen kann, ab­sor­biert aber gleich­zei­tig auch kräf­tig für den Mit­tel­hoch­tö­ner. Bei­des lässt sich an­hand der spä­te­ren Gra­fik aus Abb. 2 gut nach­voll­zie­hen.

Die bei­den We­ge des ko­axia­len Trei­bers wer­den pas­siv bei 5 khz ge­trennt, so dass die UC206 nach au­ßen hin als 2We­ge-sys­tem er­scheint. Bei­de We­ge sind no­mi­nel­le 16-Ωsys­te­me, so dass an ent­spre­chen­den Ver­stär­kern bis zu acht Ein­hei­ten par­al­lel be­trie­ben wer­den kön­nen.

Die ca. 16 kg schwe­ren UC206 ha­ben ei­ne Brei­te von 540 mm und ei­ne Hö­he von 210 mm auf der Front­sei­te und ge­hö­ren da­mit zur Klas­se der Mid-si­ze-li­ne-ar­rays, wie sie ty­pi­scher­wei­se für Clubs so­wie klei­ne­re Hal­le und Open-airs je nach An­wen­dung für bis zu ei­ni­gen Tau­send Zu­schau­ern ein­ge­setzt wer­den. Zur Un­ter­stüt­zung im Bass gibt es noch den im glei­chen Sys­tem flug­fä­hi­gen 1 × 15" Sub­woo­fer UC115B.

Schau­en wir zu­nächst auf die Im­pe­danz­mes­sun­gen der UC206 aus Abb. 1, dann fal­len die et­was un­ter­schied­li­chen Ab­stim­mun­gen der Tief­ton­ge­häu­se auf. Der Re­so­na­tor in der UC206N ar­bei­tet deut­lich schmal­ban­di­ger im Ver­gleich zur UC206W. In bei­den Fäl­len be­fin­den sich die Bass­re­flex­öff­nun­gen in den seit­li­chen Griff­scha­len. Die Mit­tel­hoch­ton­we­ge ver­hal­ten sich im Im­pe­danz­ver­lauf er­war­tungs­ge­mäß sehr ähn­lich. Die Im­pe­danz­mi­ni­ma für die Tief­tö­ner lie­gen bei 12,5 Ω und für die Hoch­tö­ner bei 11,5 Ω. Bei­de Wer­te sind nicht ganz norm­ge­recht, dürf­ten in der Pra­xis je­doch noch un­pro­ble­ma­tisch sein. Et­was Vor­sicht ist le­dig­lich im oh­ne­hin nicht emp­feh­lens­wer­ten 2-Ω-be­trieb mit acht par­al­lel be­trie­be­nen Laut­spre­chern ge­bo­ten.

Die un­ter­schied­li­chen Ab­stim­mun­gen zei­gen sich auch in den Fre­quenz­gän­gen aus Abb. 2 In der UC206W fällt die Un­ter­stüt­zung durch den Bass­re­flex­re­so­na­tor schwä­cher aus. Erst un­ter­halb von 60 Hz er­gibt sich ein klei­ner Vor­teil durch den breit­ban­di­ge­ren Re­so­na­tor. In der UC206N wirkt der Re­so­na­tor um 90 Hz zwar schmal­ban­di­ger aber kräf­ti­ger. Gut zu er­ken­nen ist bei 500 Hz die Wir­kung der Band­pass­kam­mer vor der Mem­bran, die zu ei­nem deut­li­chen Ge­winn in der Sen­si­ti­vi­ty führt. Ober­halb von 700 Hz bricht die Kur­ve dann je­doch völ­lig ein. Im Mit­tel­hoch­ton­zweig macht sich der Band­pass des Tief­tö­ners durch sei­ne ab­sor­bie­ren­de Wir­kung als Ein­bruch im Fre­quenz­gang et­was ober­halb von 500 Hz be­merk­bar. Mit ei­ner ge­schick­ten Fil­ter­funk­ti­on soll­ten sich da­her bei­de We­ge im Be­reich um 650 Hz gut zu­sam­men­brin­gen las­sen.

Die Mit­tel­hoch­ton­ein­hei­ten der UC206 er­rei­chen auf 1 W/1 m be­zo­gen ei­ne mitt­le­re Sen­si­ti­vi­ty von 100,2 db (Wi­de) und 101,7 db (Nar­row). Auf­fäl­lig ist der ins­ge­samt et­was un­ru­hi­ge und wel­li­ge Ver­lauf, des­sen Ur­sa­che an meh­re­ren Stel­len lie­gen könn­te. Po­ten­ti­ell ver­däch­tig sind ne­ben dem Wa­ve­gui­de auch das Front­git­ter und die Horn­kon­tur.

Apg-sub­woo­fer

Zur UC Se­rie ge­hö­rig gibt es den Flug­bass UC115B, der in der Brei­te mit 540 mm zu den UC206 passt und mit ei­ner Hö­he von 420 mm ge­nau zwei UC206 ent­spricht. Die Bau­tie­fe ist mit 600 mm na­tür­lich grö­ßer. Das mit ei­nem 15"-Trei­ber be­stück­te Ge­häu­se ist als Band­pass­sys­tem auf­ge­baut, bei dem Mem­bran und Tun­nel ei­nes „nor­ma­len“Bass­re­flex­ge­häu­ses in ei­ne wei­te­re Kam­mer strah­len, die dann über ih­re Öff­nung den Schall nach au­ßen ab­strahlt. Eben­falls noch zum Test mit­ge­lie­fert wur­de ein Sub­woo­fer SB118, der als Sub-ex­ten­si­on zum Uc-sys­tem ein­ge­setzt wer­den kann. Der ver­gleich­bar zum UC115B auf­ge­bau­te und mit ei­nem 18"-Chas­sis be­stück­te Sub­woo­fer ist nicht flug­fä­hig und wird ty­pi­scher­wei­se als In­fra-bass am Bo­den vor der Büh­ne ein­ge­setzt. Da es sich bei dem SB118 noch um ein Vor­se­ri­en­mo­dell han­del­te, soll die­ser hier nur kurz er­wähnt, im wei­te­ren Test­ver­lauf aber nicht wei­ter be­rück­sich­tigt wer­den. Die Gra­fi­ken aus Abb. 3 und 4 zei­gen den Im­pe­danz­ver­lauf und den Fre­quenz­gang der bei­den Sub­woo­fer. Der

UC115B ist auf ca. 50 Hz ab­ge­stimmt und der SB118 auf knapp un­ter 40 Hz. Die Sen­si­ti­vi­ty im re­le­van­ten Be­reich fällt mit 93 db für den UC115B und mit 95 db für den SB118 nor­mal aus. Bei­de Wer­te be­zie­hen auf den Voll­raum. Auf den Halb­raum be­zo­gen, z. B. bei Bo­den­auf­stel­lung, er­höht sich der Wert um 6 db. Im Da­ten­blatt des UC115B fin­det sich da­ge­gen ein Wert von 103 db für die Sen­si­ti­vi­ty und 139 db für den Ma­xi­mal­pe­gel. Wie kom­men die­se Wer­te zu­stan­deω Bei Sub­woo­fern ar­bei­ten die Her­stel­ler ger­ne mit Halb­raum-wer­ten, oh­ne das je­doch zu er­wäh­nen, was spe­zi­ell für ei­nen Flug­bass pro­ble­ma­tisch ist. Da­mit hat man dann be­reits 6 db ge­won­nen. Wer­tet man dann noch die Sen­si­ti­vi­ty über ei­nen grö­ße­ren Fre­quenz­be­reich aus und nimmt den An­stieg auf den Peak bei 200 Hz noch teil­wei­se oder ganz bei der Mit­tel­wert­bil­dung mit, dann las­sen sich leicht noch ei­ni­ge db mehr her­aus­ho­len, wenn­gleich die­se bei ei­ner ma­xi­ma­len Trenn­fre­quenz von 110 Hz nicht be­son­ders re­le­vant sind. Hat man die 103 db Sen­si­ti­vi­ty de­fi­niert, dann kom­men die 1000 W Be­last­bar­keit ins Spiel. Die­se sind nach AES als Aver­a­ge Po­wer für ein Si­gnal mit 6 db Crest­fak­tor de­fi­niert. Der Pe­ak­wert der Leis­tung liegt da­mit bei 4 kw, was ge­gen­über 1 W ei­nem Zu­ge­winn von 36 db ent­spricht. Zu­sam­men mit der Sen­si­ti­vi­ty von 103 db wer­den dar­aus rech­ne­ri­sche 139 db. Greift man et­was vor auf die Ma­xi­mal­pe­gel­mes­sung des UC115B aus Abb.17, dann kommt man zwi­schen 60 und 110 Hz im Voll­raum auf 122 db, die mit der Sen­si­ti­vi­ty von 93 db und 1000 W Ver­stär­ker­leis­tung bei et­was Po­wer­com­pres­si­on gut pas­sen. Wür­de man auch hier 6 db für den Halb­raum auf­schla­gen und wei­te­re 6 db für den Pe­ak­wert bei ei­nem 6 db Crest­fak­tor Si­gnal, dann wä­re man bei 134 db. Man lernt dar­aus: Oh­ne ei­ne kla­re De­fi­ni­ti­on sind sol­che An­ga­ben eher will­kür­lich. Der ge­sun­de Men­schen­ver­stand sagt aber schon, dass ein ein­fa­cher 15"-Tief­tö­ner im Band­pass­ge­häu­se und 139 db Ma­xi­mal­pe­gel nicht so ganz zu­sam­men­pas­sen.

Am­ping mit DSP

Zu grö­ße­ren Laut­spre­cher­sys­te­men ge­hört heu­te auch ein pas­sen­der Sys­tem-amp oder ein Sys­tem-rack. So hat es sich bei fast al­len Her­stel­lern in den letz­ten Jah­ren eta­bliert. Der Kun­de bzw. An­wen­der möch­te für sei­ne Laut­spre­cher in al­len mög­li­chen Kom­bi­na­tio­nen pas­sen­de und gut ab­ge­stimm­te Set­ups auf­ru­fen kön­nen, die ei­nen si­che­ren Be­trieb er­mög­li­chen. Auf der an­de­ren Sei­te ist na­tür­lich auch dem Hers­tel-

ler dar­an ge­le­gen, dem Kun­den ei­ne ho­he Be­triebs­si­cher­heit mit ei­ner klar de­fi­nier­ten Kom­bi­na­ti­on aus Laut­spre­chern und Elek­tro­nik bie­ten zu kön­nen. Her­stel­ler oh­ne ei­ge­ne End­stu­fen und Con­trol­ler im Kon­zern grei­fen da­zu meist auf ei­nen der we­ni­gen un­ab­hän­gi­gen End­stu­fen­her­stel­ler zu­rück. APG bie­tet mit Po­wer­soft und Li­nea Re­se­arch da­zu di­rekt zwei Va­ri­an­ten. Die Sys­tem­racks sind mit Po­wer­soft-oemamps und Li­nea-re­se­arch-con­trol­lern be­stückt. Ganz neu im Pro­gramm bie­tet man auch ei­ne vier­ka­na­li­ge Dsp-end­stu­fe von Li­nea Re­se­arch an, die al­les kom­plett in 2 HE bie­tet. Die End­stu­fe mit der Be­zeich­nung DA50:4D ent­spricht dem Mo­dell 44M20 von Li­nea Re­se­arch mit op­tio­na­lem Dan­te-in­ter­face. De­tails hier­zu fin­den sich in ei­nem Test­be­richt der Aus­ga­be PRO­DUC­TION PART­NER 4/2016 (als PDF in un­se­rem On­li­ne­shop). Li­nea Re­se­arch bie­tet zur Be­die­nung und Ein­stel­lung die Sys­tem En­gi­neer Soft­ware ak­tu­ell in der Ver­si­on 7.01.25 an. Bei APG hat man zu­sätz­lich die Soft­ware APG Live Ma­na­ger er­stellt, die vor al­lem die Be­die­nung grö­ße­rer Sys­te­me mit Grup­pen­bil­dung u. ä. ver­ein­fa­chen soll. Zum Funk­ti­ons­um­fang der End­stu­fe DA50:4D ge­hö­ren reich­li­che Fil­ter­funk­tio­nen in al­len Ein- und Aus­gän­gen, ein sehr fle­xi­bles und de­tail­lier­tes Rou­ting, Peak-, Ther­mo- und Ex­cur­si­on-li­mi­ter und auch Fir-fil­ter. Letz­te­re zum ei­nen für ei­ne par­ti­el­le Hf-kor­rek­tur bei Li­ne-ar­rays oh­ne Pha­sen­dre­hung und auch als frei de­fi­nier­ba­re Fir-fil­ter in je­dem Aus­gangs­weg mit ma­xi­mal 384 Taps bei 48 khz Sam­ple­ra­te. Die­se Fil­ter kann der Laut­spre­cher­ent­wick­ler für den Sys-

tem-eq und auch für X-over­funk­tio­nen ein­set­zen. Die Fir-fil­ter müs­sen da­zu je­doch mit ei­nem ex­ter­nen Tool be­rech­net wer­den. Abb. 6 und 7 zei­gen die für das Uc-sys­tem im DA50:4D de­fi­nier­ten Fil­ter, die es für das Nar­row- und Wi­de-sys­tem gibt. Der Sub­woo­fer UC115B kann je­weils op­tio­nal hin­zu­ge­nom­men wer­den. Die Trenn­fre­quen­zen lie­gen bei 110, 80 und 65 Hz, wo­bei die 65 Hz-ver­si­on auch als Broad­band bzw. Full­ran­ge be­zeich­net wird, die man für den Be­trieb oh­ne Sub­woo­fer ein­set­zen wür­de. Ein teil­wei­se über­lap­pen­der Be­trieb ist eben­falls mög­lich. Al­le Set­ups sind zu­dem in den Va­ri­an­ten Fill und Ar­ray ver­füg­bar. Fill be­deu­tet, dass ei­ne UC206 als Ein­zel­sys­tem, z. B. als Front­fill auf der Büh­nen­kan­te, ein­ge­setzt wird. Die Va­ri­an­te Ar­ray ent­hält be­reits ein Fil­ter zur Kom­pen­sa­ti­on des Cou­pling-ef­fek­tes bei tie­fen Fre­quen­zen für Ar­rays. Ein sol­ches Fil­ter ist je­doch im­mer nur ei­ne An­nä­he­rung, da sich das Ver­hal­ten des Ar­rays ab­hän­gig von der

Län­ge und vom Cur­ving stark än­dern kann. Es emp­fiehlt sich da­her im­mer ei­ne in­di­vi­du­el­le Ein­mes­sung vor Ort. Für die UC206W ist das Cou­pling-fil­ter be­reits auf das ty­pi­scher Wei­se stär­ke­re Cur­ving und die kur­ze Dis­tanz zum Hö­rer an­ge­passt. In al­len Set­ups sind die Fil­ter­funk­tio­nen für die UC206 mit Aus­nah­me der Hoch­pass­fil­ter am un­te­ren En­de als Fir-fil­ter aus­ge­führt. Wei­te­re hier nicht ab­ge­bil­de­te Set­ups sind für Kom­bi­na­tio­nen mit Sub­woo­fern SB118 an­stel­le des UC115B oder mit zu­sätz­li­chen SB118 als 4-We­ge-sys­tem aus­ge­legt. Für bei­de Sub­woo­fer gibt es zu­dem noch Car­dioid-set­ups.

Zu­sam­men­spiel der We­ge

Wie das al­les zu­sam­men­passt zei­gen die Ab­bil­dun­gen 8 und 9. Mit Aus­nah­me der zu fein struk­tu­rier­ten De­tails im Fre­quenz­gang des Hoch­tö­ners glei­chen die Fil­ter das Ver­hal­ten der Laut­spre­cher gut aus. Die Tren­nung er­folgt bei ca.

650 Hz, wenn man die Sum­men­funk­tio­nen aus dem akus­ti­schen Ver­hal­ten der Laut­spre­cher und den Fil­tern be­trach­tet. Für den Über­gang zum UC115B hat der An­wen­der die Wahl zwi­schen Trenn­fre­quen­zen von 110, 80 und 65 Hz. 80 Hz dürf­te hier der Stan­dard sein, 110 Hz, wenn die Toptei­le ent­las­te­te wer­den sol­len und die Ein­stel­lung 65 Hz ist gleich­zei­tig auch die Full­ran­ge-va­ri­an­te der UC206. Wie sich die dar­aus ent­ste­hen­den Sum­men­funk­tio­nen dar­stel­len, zeigt Ab­bil­dung 10. Wir se­hen hier die Ein­stel­lun­gen für UC206W und UC206N je­weils mit Set­ups für den Fill-mo­dus und für den Be­trieb im Ar­ray. Die Trenn­fre­quenz zum UC115B lag in al­len Fäl­len bei 80 Hz. Aus der 3 db Über­hö­hung bei der Trenn­fre­quenz lässt sich auf But­ter­worth-hoch- und Tief­pass­fil­ter schlie­ßen, die auf Ach­se ge­mes­sen ei­ne 3 db Über­hö­hung er­zeu­gen, en­er­ge­tisch sum­miert je­doch ei­nen ge­ra­den Sum­men­fre­quenz­gang be­wir­ken. Letz­te­res wird vor al­lem für die Tren­nung zu Sub­woo­fern be­vor­zugt, da die Ad­di­ti­on im Raum für tie­fe Fre­quen­zen mit über­wie­gen­dem Dif­fus­feld­an­teil bes­ser durch ei­ne rein en­er­ge­ti­sche Ad­di­ti­on ab­ge­bil­det wird. Ex­em­pla­risch für die UC206W mit UC115 in der Ein­stel­lung Fill 80 Hz gibt es in Abb. 11 auch noch den zu­ge­hö­ri­gen Pha­sen­gang. Der Über­gang in­ner­halb der UC206 bei 650 Hz er­folgt durch die Fir-fil­te­rung oh­ne die sonst üb­li­che Pha­sen­dre­hung. Für die An­pas­sung und Tren­nung zum Sub­woo­fer wer­den dann je­doch her­kömm­li­che Iir-fil­ter ein­ge­setzt, eben­so wie für die Sys­te­ment­zer­rung bei tie­fen Fre­quen­zen, wo ein Fir-fil­ter mit 384 Taps nicht mehr ein­grei­fen kann. Ent­spre­chend stellt sich bei den tie­fen Fre­quen­zen ei­ne Pha­sen­dre­hung von 3 × 360° ein.

Die ger­ne ge­äu­ßert Angst vor La­ten­zen bei Fir-fil­tern ist in die­sem Fall un­ge­recht­fer­tigt. Die Fil­ter­la­tenz liegt bei le­dig­lich 3 ms, zu de­nen bei Nut­zung der ana­lo­gen Ein­gän­ge der End­stu­fen noch 2 ms Grund­la­tenz

der AD- und Da-um­set­zer hin­zu­kom­men, was in der Sum­me ei­ner Ver­schie­bung der PA um 1,7 m ent­spricht.

Im Spek­tro­gramm aus Abb. 12 stellt sich das Uc-sys­tem ins­ge­samt gut­mü­tig dar. Ei­ni­ge klei­ne Re­so­nan­zen in den Mit­ten las­sen sich je­doch nicht ganz ver­leug­nen. Die Kon­struk­ti­on mit dem Band­pass­re­so­na­tor vor den Tief­tö­nern und dem kom­ple­xen Wa­ve­gui­de for­dern ei­ne klei­nen Tri­but.

Di­rec­tivi­ty

Die Di­rec­tivi­ty ei­nes Li­ne-ar­rays de­fi­niert sich in der Ho­ri­zon­ta­len über das Ab­strahl­ver­hal­ten der je­wei­li­gen Ele­men­te und in der Ver­ti­ka­len über das Ar­ray im Gan­zen, d. h. über des­sen Län­ge und das Cur­ving. Die meis­ten Li­ne-ar­ray-laut­spre­cher sind da­her mit ei­ner Art ein­di­men­sio­na­ler Horn­funk­ti­on für die ho­ri­zon­ta­le Ebe­ne auf­ge­baut. In der Ver­ti­ka­len be­trach­tet ver­sucht man ei­ne mög­lichst ebe­ne oder kon­trol­liert vor­ge­krümm­te Wel­len­front ab­zu­strah­len, wo­mit das Zu­sam­men­spiel im Ar­ray mög­lich wird. Schaut man sich die UC206N und UC206W oh­ne Fron­tab­de­ckung an, dann wird so­fort klar, was ge­meint ist. Die UC206N ver­fügt über ei­nen eher tie­fen und sich nur lang­sam öff­nen­de Horn­ver­lauf, wo­ge­gen die UC206 ein fla­ches sich schnell öff­nen­des Horn be­sitzt. Ent­spre­chend stel­len sich no­mi­nel­le ho­ri­zon­ta­le Öff­nungs­win­kel von 70° bzw. 105° ein.

Die Mes­sung des ho­ri­zon­ta­len Ab­strahl­ver­hal­tens für ein Li­ne-ar­ray-ele­ment un­ter­schei­det sich da­her auch nicht wei­ter von der ei­nes nor­ma­len Laut­spre­chers. Für die Mes­sung des Ab­strahl­ver­hal­tens wird der Laut­spre­cher im re­fle­xi­ons­ar­men Raum an ei­ner Dreh­vor­rich­tung mon­tiert und in der zu mes­sen­den Ebe­ne von −180° bis +180° ei­ne vol­le Kreis­bahn ge­dreht. Die Mes­sung er­folgt ty­pi­scher­wei­se in 5° Schrit­ten, so­dass ei­ne Ebe­ne mit 73 Ein­zel­mes­sun­gen er­fasst wird. Zur frü­he­ren Zei­ten, als die Po­lar­mes­sung noch mit Pe­gel­schrei­bern auf kreis­run­dem Pa­pier er­folg­te, wur­den die Er­geb­nis­se als Po­lar­dia­gram­me dar­ge­stellt. Die an­schau­li­chen Dia­gram­me stell­ten so die ge­mes­se­nen Pe­gel­wer­te in Ab­hän­gig­keit vom Win­kel dar. Die­se Art der Darstel­lung ist je­doch pro Kur­ve auf ei­ne Fre­quenz oder ei­nen Fre­quenz­be­reich be­schränkt. Bei meh­re­ren Kur­ven in ei­nem Dia­gramm wird es zu­dem schnell un­über­sicht­lich. In Zei­ten der Pc-mess­tech­nik hat sich da­her das Is­o­ba­ren­dia­gramm durch­ge­setzt. Die x-ach­se zeigt die Fre­quenz, die y-ach­se den Win­kel und der Pe­gel wird über der aus x- und y-ach­se auf­ge­spann­ten Flä­che ent­we­der als Ge­bir­ge oder farb­lich dif­fe­ren­ziert auf­ge­tra­gen. Die Darstel­lung er­folgt da­bei meist re­la­tiv zur Haupt­ab­strahl­rich­tung. Schau­en wir uns da­zu die jetzt die Abb. 13 und 14 mit den ho­ri­zon­ta­len Is­o­ba­ren der

UC206N und UC206W an, dann zei­gen bei­de über wei­te Be­rei­che sehr schön gleich­mä­ßi­ge Is­o­ba­ren­kur­ven. Die Li­nie von −6 db ge­gen­über der Mit­tel­ach­se ist in den Dia­gram­men der Über­gang von oran­ge auf gelb. Für die UC206N ver­läuft die­se für mitt­le­re und ho­he Fre­quen­zen ziem­lich ge­nau bei den an­ge­ge­be­nen 70°, vi­el­leicht auch noch et­was mehr. Die UC206W ist da­ge­gen mit 110-120° noch et­was brei­ter auf­ge­stellt als an­ge­ge­ben, was aber nicht von Nach­teil ist.

Für die Ver­ti­ka­le sind bei ei­nem Li­ne-ar­ray meh­re­re Is­o­ba­ren­mes­sun­gen er­for­der­lich. Zum ei­nen gilt es auch wie­der ein ein­zel­nes Ele­ment zu be­trach­ten und in wei­te­ren Mes­sun­gen meh­re­re Ele­men­te in ei­nem Ar­ray mit un­ter­schied­li­chen Win­keln zu­ein­an­der. In der Ein­zel­mes­sung stel­len sich die Is­o­ba­ren idea­ler­wei­se als im­mer spit­zer zu­lau­fen­de Kur­ven dar, die mög­lichst kei­ne seit­li­chen Ne­ben­ma­xi­ma auf­wei­sen soll­ten. Abb. 15 zeigt die­se Mes­sung für ei­ne ein­zel­ne UC206N. Die UC206W ver­hält sich in der Ver­ti­ka­len iden­tisch. Die Bil­dung der ebe­nen Wel­len­front funk­tio­niert gut. Si­gni­fi­kan­te Ne­ben­ma­xi­ma gibt es kei­ne.

Ar­ray-bil­dung

Für die Ar­ray-mes­sun­gen wur­de an­schlie­ßend ein Ar­ray aus drei UC206N zu­sam­men­ge­setzt und für ver­schie­de­ne Win­ke­lun­gen zwi­schen den Bo­xen ge­mes­sen. Ein­stell­bar sind Win­kel von 0° bis 15° in 1°-Grad-schrit­ten. Die Ein­stel­lung er­folgt über die Mecha­nik auf der Rück­sei­te des Ge­häu­ses über die Po­si­ti­on ei­nes Ku­gel­sperr­bol­zens.

Ex­em­pla­risch wur­den das Uc-ar­ray mit Win­keln von 0°, 5°, 10° und 15° ge­mes­sen. Für die 0°-Ein­stel­lung er­war­tet man ein ähn­li­ches Ver­hal­ten wie bei ei­ner ein­zel­nen Box mit ei­nem ent­spre­chend der Län­ge stär­ker aus­ge­präg­ten Richt­ver­hal­ten. Idea­ler­wei­se hat man es für die­sen Fall mit ei­ner 60 cm lan­gen Li­ni­en­quel­le zu tun. Ge­nau die­ses Ver­hal­ten

zeigt das Uc-sys­tem auch. Die Is­o­ba­ren spit­zen sich stark zu und wer­den bei ho­hen Fre­quen­zen zu ei­ner spit­zen Na­del. Auch hier gilt das Au­gen­merk wie­der den Ne­ben­ma­xi­ma, die aber nur sehr ver­hal­ten und mit ge­rin­gem Pe­gel auf­tre­ten. Be­ginnt man das Ar­ray zu krüm­men, dann soll­ten sich die Is­o­ba­ren ent­spre­chend auf­wei­ten. Im Ex­trem­fall wä­re das bei drei Ele­men­ten und 15°-Win­keln von Box zu Box ein Öff­nungs­win­kel für das Ar­ray im Gan­zen von 45°. Wie die Is­o­ba­ren zei­gen, funk­tio­niert auch das sehr gut. Für die 15°Ein­stel­lung ist der Ge­samt­win­kel mit ca. 60° so­gar noch et­was grö­ßer. Wich­tig ist da­bei vor al­lem, dass die Is­o­ba­ren­flä­che in der Mit­te bei den ho­hen Fre­quen­zen nicht auf­reißt, was hier nur in ganz ge­rin­gem Ma­ße bei höchs­ten Fre­quen­zen jen­seits der 10 khz pas­siert. Der re­la­tiv gro­ße Win­kel­be­reich von 0° bis 15° kann da­her oh­ne Be­den­ken voll aus­ge­nutzt wer­den.

Un­ter­halb von 2 khz setzt ei­ne ver­stärk­te Bün­de­lung ein, die zu ei­ner Ein­schnü­rung im Ver­gleich zu dem bei ho­hen Fre­quen­zen ein­ge­stell­ten Win­kel führt. Die­ser prin­zip­be­ding­te Low-mid-beam ent­steht durch die bei tie­fen Fre­quen­zen zu­neh­men­de Über­la­ge­rung der ein­zel­nen Qu­el­len, die sich jetzt nicht mehr den Win­kel­be­reich sau­ber auf­tei­len, son­dern wie­der ver­stärkt als ei­ne gro­ße Qu­el­le agie­ren, die dann ent­spre­chend ih­rer Aus­deh­nung bün­delt. Ver­mei­den lässt sich die­ser Ef­fekt nur durch ein zu­sätz­li­ches elek­tro­ni­sches Beam­for­ming, wie es auch bei Dsp-ge­steu­er­ten Zei­len prak­ti­ziert wird.

Ma­xi­mal­pe­gel

Wie die Dis­kus­sio­nen zu Be­ginn die­ses Ar­ti­kels für die Ma­xi­mal­pe­ge­lan­ga­ben zum UC115B be­reits zeig­ten, ist das The­ma Ma­xi­mal­pe­gel bei Laut­spre­chern miss­ver­ständ­lich. Ver­wir­ren­de Aus­sa­gen und un­schar­fe An­ga­ben in den Da­ten­blät­tern tra­gen nicht un­er­heb­lich da­zu bei. Be­vor man in das The­ma ein­steigt, sind da­her zu­nächst ei­ni­ge Wer­te zu de­fi­nie­ren. Auf der akus­ti­schen Sei­te gibt es den Schall­druck, der meist als Mitt­lungs­pe­gel Leq über ei­nen de­fi­nier­ten Zei­t­raum an­ge­ge­ben wird und es gibt den Spit­zen­pe­gel Lpk. Be­trach­tet man z. B. ein nicht kom­pri­mier­tes ro­sa Rau­schen, dann sind die Spit­zen­wer­te in die­sem Si­gnal un­ge­fähr um den Fak­tor vier grö­ßer als der Mitt­lungs­pe­gel. Die­ses Ver­hält­nis nennt man auch Crest­fak­tor. Glei­ches gilt für die elek­tri­sche Sei­te. Hier sind es der Ef­fek­tiv­wert und der Spit­zen­wert der Span­nung, die das Si­gnal sta­tis­tisch be­schrei­ben. Für ein Si­nus­si­gnal als Bei­spiel be­trägt der Spit­zen­wert das 1,414-fa­che (3 db) des Ef­fek­tiv­wer­tes. Wich­tig ist es zu­dem zu wis­sen, dass bei akus­ti­schen Mes­sun­gen zum er­reich­ba­ren Ma­xi­mal­pe­gel von Laut­spre­cher­an­la­gen im­mer der Mitt­lungs­pe­gel Leq zur Be­wer­tung ver­wen­det wird.

In den Test­be­rich­ten ver­wen­den wir schon seit län­ge­rer Zeit zwei Me­tho­den zur mess­tech­ni­schen Be­stim­mung des Ma­xi­mal­pe­gels von Laut­spre­chern. Zum ei­nen die Mes­sung mit 185 ms lan­gen Si­nus­burst-si­gna­len. Hier wir der Pe­gel mit ei­nem Si­nus­si­gnal für ei­ne Fre­quenz so lan­ge er­höht, bis ein

be­stimm­ter Ver­zer­rungs­an­teil, ty­pisch 3% oder 10%, er­reicht wird. Der da­bei ge­mes­se­ne Schall­druck als Mitt­lungs­pe­gel für die Dau­er der Mes­sung wird als Mess­wert fest­ge­hal­ten. Die­se Mes­sung wird über ei­nen zu de­fi­nie­ren­den Fre­quenz­be­reich in Fre­quenz­schrit­ten von 1/12 Ok­ta­ven durch­ge­führt.

Abb. 17 zeigt die so er­mit­tel­ten Kur­ven für ei­ne ein­zel­ne UC206N, für ein Ar­ray aus drei UC206N und für den Sub­woo­fer UC115B. Drei UC206N er­rei­chen trotz der eher klei­nen Tief­tö­ner bei 100 Hz schon be­acht­li­che 120 db, die sich im wei­te­ren Ver­lauf der Kur­ve bis 600 Hz auf 135 db stei­gern, um sich dann ober­halb von 1 khz auf Wer­te um 125 db im Mit­tel ein­zu­pen­deln. Gut ge­lun­gen ist auch die An­pas­sung des Sub­woo­fers, der den Be­reich un­ter­halb von 100 Hz mit 122 db schön gleich­mä­ßig fort­führt. Je nach Art der An­for­de­rung im Bass muss man ent­schei­den, in wel­chem Ver­hält­nis man Toptei­le und Sub­woo­fer zu­ein­an­der ein­setzt. Ein Ver­hält­nis von 2:1 scheint da­bei für Stan­dard­an­wen­dun­gen an­ge­mes­sen zu sein.

Ei­ne zwei­te für die Pra­xis et­was aus­sa­ge­kräf­ti­ge­re Ma­xi­mal­pe­gel­mes­sung ist die Mul­ti­ton­mes­sung. Die Ba­sis des Mul­ti­ton­signals be­steht aus 60 Si­nus­si­gna­len mit Zu­falls­pha­se, de­ren spek­tra­le Ge­wich­tung be­lie­big ein­ge­stellt wer­den kann. Für die in Abb. 18 ge­zeig­te Mes­sun­gen mit ei­nem Drei­er-ar­ray UC206N und ei­nem Sub­woo­fer UC115B wur­de ei­ne Ge­wich­tung ent­spre­chend ei­nes mitt­le­ren Mu­sik­si­gnals (grü­ne Kur­ve) ge­wählt. Der Crest­fak­tor des so syn­the­ti­sier­ten Mess­si­gnals, der das Ver­hält­nis vom Spit­zen­wert zum Ef­fek­tiv­wert be­schreibt, liegt bei ei­nem pra­xis­ge­rech­ten Wert von 4 (ent­spre­chend 12 db).

Für den aus die­ser Art der Mes­sung ab­ge­lei­te­ten Ver­zer­rungs­wert wer­den al­le Spek­tral­li­ni­en auf­ad­diert, die nicht im An­re­gungs­si­gnal vor­han­den sind, d. h. die als har­mo­ni­sche Ver­zer­run­gen oder als In­ter­mo­du­la­ti­ons­ver­zer­run­gen hin­zu­ge­kom­men sind. In der Gra­fik sind das die blau­en Li­ni­en und de­ren Sum­men­kur­ve in 1/6 Ok­tav brei­ten Fre­quenz­bän­dern. Wich­tig ist es da­bei zu be­ach­ten, die Fre­quen­zen des An­re­gungs­si­gnals so zu ge­ne­rie­ren, dass sie nicht mit den har­mo­ni­schen Ver­zer­rungs­an­tei­len zu­sam­men­fal­len, da sie sonst nicht mehr aus­ge­wer­tet wer­den könn­ten. Auch bei die­ser Art der Mes­sung wird der Pe­gel so lan­ge er­höht, bis der Ge­samt­ver­zer­rungs­an­teil (TD = To­tal Dis­tor­ti­ons) ei­nen Grenz­wert von 10% er­reicht. Bei den Ge­samt­ver­zer­run­gen wer­den al­le har­mo­ni­schen Ver­zer­rungs­an­tei­le (THD) und auch die In­ter­mo­du­la­ti­ons­ver­zer­run­gen (IMD) be­rück­sich­tigt. Un­ter die­sen Be­din­gun­gen er­reich­te das klei­ne Drei­er-uc-ar­ray mit Sub­woo­fer für ein ty­pi­sches Mu­sik­spek­trum nach EIA-426B be­zo­gen auf 1 m Ent­fer­nung im Frei­feld un­ter Voll­raum­be­din­gun­gen ei­nen Spit­zen­pe­gel von 140 db und ei­nen Mitt­lungs­pe­gel von 128 db.

Li­ne-ar­ray-mecha­nik

Die Ak­zep­tanz ei­nes Li­ne-ar­rays für den all­täg­li­chen mo­bi­len Ein­satz hängt ne­ben der akus­ti­schen Qua­li­tät nicht un­er­heb­lich auch vom an­ge­bo­te­nen Zu­be­hör und des­sen All­tags­taug­lich­keit ab. Für das Uc-sys­tem gibt es da­zu drei Rah­men für den Flug- oder St­acking-mo­dus. Der gro­ße Flug­rah­men UCTRUSS trägt bis zu 22 Stück UC206 oder 16 Mo­du­le

UC115B. Wer­den die UC115B ober­halb der UV206 ge­flo­gen, dann dient die­ser Fra­me auch als Ver­bin­der zwi­schen Subs und Tops. Der deut­lich klei­ne­re und leich­te­re Flug­rah­men UCRAIL ist für ma­xi­mal acht UC206 ge­eig­net. Sub­woo­fer kön­nen mit ihm nicht ge­flo­gen wer­den. Für den ge­stack­ten Be­trieb mit den UC206 auf Uc115b-sub­woo­fern kann der Fra­me UCSTACK ein­ge­setzt wer­den, der auch als Pull-back­frame un­ter ei­nem ge­flo­ge­nen Ar­ray ein­ge­setzt wer­den kann. Möch­te man nur ei­ne ein­zel­ne UC206 auf ei­nem Sta­tiv be­trei­ben, dann kann der UCSTACK Fra­me auch mit ei­ner Sta­tiv­hül­se ver­bun­den wer­den.

Das Rig­ging-sys­tem ar­bei­tet mit ei­ner Drei­punkt-mecha­nik mit zwei Lo­cking-pins. Die Ver­bin­dung er­folgt durch seit­li­ches Ein­schie­ben des ei­nen vor­de­ren fest­ste­hen­den Pins in die Öff­nung der zwei­ten Box. Die ge­gen­über­lie­gen­de Sei­te wird da­nach mit ei­nem Lo­cking-pin fi­xiert, wo­mit ein seit­li­ches Ver­schie­ben blo­ckiert wird. Die drit­te Ver­bin­dung auf der Rück­sei­te de­fi­niert den Win­kel von Box zu Box. Der Win­kel wird mit ei­nem wei­te­ren Lo­cking-pin ein­ge­stellt, der ent­we­der di­rekt auf ei­ne fes­te Po­si­ti­on ge­setzt wird oder in ei­nem Lan­g­loch in der 15°-Po­si­ti­on ver­bleibt, bis das Ar­ray an­ge­ho­ben wird und un­ter Zug­last in die fi­na­le Po­si­ti­on geht. Die Win­kel­ein­stel­lung könn­te so­gar schon vor­ab im La­ger er­fol­gen, wenn die UC206 noch in Ein­hei­ten zu viert im Ca­se sind.

Für den Trans­port der UC206 bie­tet APG Rol­len-ca­ses an, die ent­we­der zwei oder vier UC206 auf­neh­men kön­nen.

Fa­zit

Mit dem Uni­li­ne Com­pact Li­ne-ar­ray be­gibt sich der fran­zö­si­sche Her­stel­ler APG auf den heiß um­kämpf­ten Markt der kom­pak­ten Mid-si­ze Li­ne-ar­rays, die ne­ben den Gro­ßen am Markt auch noch von un­zäh­li­gen an­de­ren Her­stel­lern aus al­ler Her­ren Län­der an­ge­bo­ten wer­den. Hier zäh­len ne­ben ei­nem gu­ten Na­men, den APG mit sei­ner 40-jäh­ri­gen Tra­di­ti­on oh­ne Fra­ge hat, auch pe­ri­phe­re Aspek­te wie die Ver­füg­bar­keit im Dry Hi­re oder zur Zu­mie­tung von an­de­ren Ver­lei­hern und na­tür­lich ganz vor­ne der Preis. Mit 2.800 € bzw. 2.500 € für ei­ne UC206 ge­hört APG an die­ser Stel­le zwar nicht zu den Bil­lig­an­bie­tern, be­wegt sich aber im­mer noch un­ter dem Preis­ni­veau der Markt­füh­rer. Rech­net man als Bei­spiel ein ty­pisch Set be­ste­hend aus 16 × UC206N, 8 × UC115B, zwei DA50:4D End­stu­fen und vier Flug­rah­men UCTRUSS, dann kommt mit Lis­ten­prei­sen ein Be­trag von ex­akt 80.000 € zu­sam­men. Da­für er­hält man ein mess­tech­nisch gut auf­ge­stell­tes fle­xi­bles Sys­tem mit di­ver­sen in­no­va­ti­ven Fea­tures, End­stu­fen und Con­trol­ler von Li­nea Re­se­arch und so­mit ei­nes an­ge­seh­nen und eta­blier­ten Her­stel­lers und ei­ne gut durch­dach­te und ein­fach zu hand­ha­ben­de Mecha­nik für den Flugund St­acking-mo­dus. Und das ist ei­gent­lich al­les, was ein gu­tes und er­folg­rei­ches Sys­tem aus­macht. Man darf so­mit ge­spannt sein, wie es sich ver­brei­ten wird.

Hin­ter dem Ser­vice­de­ckel sieht man den ko­axia­len Mit­tel­hoch­ton­trei­ber und die Ma­gne­te der bei­den 61/2"-Trei­ber. Im Bild sieht man die UC206W mit 105° Ab­strahl­win­kel

CAD Zeich­nung des 5"+1/2" ko­axia­len Iso­top-trei­bers (grün) mit hin­ten auf­ge­setz­tem Hoch­tö­ner (rot) und Wa­ve­gui­de (blau).

APG UC206 mit ei­nem un­auf­fäl­li­gen Er­schei­nungs­bild

De­tail­an­sicht des 5"+1/2" ko­axia­len Iso­top-trei­bers. Seit­lich in den ver­gos­se­nen Blö­cken be­fin­det sich die pas­si­ve Wei­che des Ko­ax­trei­bers

Fre­quenz­gän­ge der We­ge LF (rot) und HF (blau) in der UC206N und UC206W (ge­stri­chelt). Die Sen­si­ti­vi­ty be­zieht sich auf den Stan­dard­wert von 2,83 V/1 m. Für 1 W/1 m er­ge­ben sich für die 16-Ωwe­ge je­weils 3 db hö­he­re Wer­te (Abb. 2)

Fre­quenz­gän­ge der Sub­woo­fer UC115B (rot) und SB118 (blau). Die Sen­si­ti­vi­ty be­zieht sich auf den Voll­raum. Für den Halb­raum (Bo­den­auf­stel­lung) er­höht sich der Wert um 6 db (Abb. 4)

Im­pe­danz­ver­läu­fe der LF- (rot) und Hf-we­ge (blau) in der UC206N und UC206W (ge­stri­chelt). Es han­delt sich in al­len vier Fäl­len um no­mi­nel­le 16-Ω-sys­te­me (Abb. 1)

Im­pe­danz­ver­läu­fe der Sub­woo­fer UC115B (rot) und SB118 (blau). Bei­de Subs sind 8-Ω-sys­te­me (Abb. 3)

Vor­se­ri­en­mo­dell des SB118 im re­fle­xi­ons­ar­men Raum, das Ge­häu­se ist als Band­pass kon­stru­iert

Sub­woo­fer UC115B

Fil­ter­funk­tio­nen im DSP-AMP für die UC206W im Fill-mo­dus mit op­tio­na­lem Sub­woo­fer UC115. Der Über­gang kann bei 65, 80 oder 110 Hz er­fol­gen. Un­ten als Over­lay das Ar­ray-fil­ter (Abb. 7)

Fil­ter­funk­tio­nen im DSP-AMP für die UC206N im Fill-mo­dus mit op­tio­na­lem Sub­woo­fer UC115. Der Über­gang kann bei 65, 80 oder 110 Hz er­fol­gen, un­ten als Over­lay das Ar­ray-fil­ter (Abb. 6)

Ex­em­pla­ri­scher Screen­shot der Be­di­en­ober­flä­che der haus­ei­ge­nen APG Live Ma­na­ger Soft­ware (Abb. 5)

Sys­te­mend­stu­fe DA50:4D

UC206W mit Con­trol­ler ge­mes­sen. In rot der op­tio­na­le Sub­woo­fer UVC115 mit drei mög­li­chen Über­gän­gen bei 65/80/110 Hz. Hier fal­len die Wel­lig­kei­ten bei ho­hen Fre­quen­zen we­ni­ger stark aus (Abb. 9)

Fre­quenz­gän­ge der UC206 mit Sub­woo­fer UC115B. UC206N mit dem Se­t­up Fill-80 (dun­kel­blau) und mit dem Se­t­up Ar­ray-80 (hell­blau) so­wie UC206W als Fill (rot) und mit Ar­ray-se­t­up (oran­ge, Abb. 10)

Pha­sen­gang ex­em­pla­risch für die UC206W mit UC115B in der Ein­stel­lung Fill-80. Die UC206 ist bei den mitt­le­ren und ho­hen Fre­quen­zen li­ne­ar­pha­sig ent­zerrt (Abb. 11)

UC206N mit Con­trol­ler ge­mes­sen. In rot der op­tio­na­le Sub­woo­fer UC115 mit drei mög­li­chen Über­gän­gen bei 65/80/110 Hz. Ober­halb von 5 khz gibt es recht aus­ge­präg­te Wel­lig­kei­ten (Abb. 8)

Spek­tro­gramm der UC206W mit UC115B, in den Mit­ten sind ei­ni­ge kon­struk­tiv be­ding­te Re­so­nan­zen zu er­ken­nen (Abb. 12)

UC206 oh­ne Front­git­ter, die 61/2"-Tief­tö­ner strah­len den Schall über die je vier Öff­nun­gen in der Horn­flä­che des Mit­tel­hoch­tö­ner ab (hier die UC206N mit 70° Ab­strahl­win­kel)

Ho­ri­zon­ta­le Is­o­ba­ren der UC206W (wi­de) mit 105° no­mi­nel­lem Öff­nungs­win­kel (Abb. 14)

Ho­ri­zon­ta­le Is­o­ba­ren der UC206N (nar­row) mit 70° no­mi­nel­lem Öff­nungs­win­kel (Abb. 13)

Ver­ti­ka­le Is­o­ba­ren der UC206N, die so auch für die UC206W gül­tig sind (Abb. 15)

Ver­ti­ka­le Is­o­ba­ren von drei UC206 mit Win­keln von 0, 5, 10 und 15 Grad von Box zu Box (Abb. 16)

Mul­ti­ton­mes­sung ei­nes UC206N Drei­er-ar­rays mit Sub­woo­fer UC115. Bei ma­xi­mal 10% Ver­zer­run­gen (THD+IMD) wer­den für ein Si­gnal mit Spek­trum EIA-426B (grün) und 12 db Crest­fak­tor 128 db als Leq und 140 db Lpk er­reicht. Ge­samt­si­gnal­spek­trum in Rot und Ver­zer­rungs­an­tei­le in Blau (Abb. 18)

Ma­xi­mal­pe­gel mit 185 ms lan­ge Si­nus­burst-si­gna­len für höchs­tens 3% (blau) und höchs­tens 10% (rot) Ver­zer­run­gen für ei­ne UC206N und drei UC206N im Ar­ray, oran­ge die 10%-Kur­ve für den UC115 (Abb. 17)

Flug­me­cha­nik an der UC206. Auf der Rück­sei­te kön­nen Win­kel von Box zu Box von 0 bis 15 Grad in 1Grad-schrit­ten ein­ge­stellt wer­den

Ma­xence Ca­s­te­lain ist Ap­p­li­ca­ti­on & Sup­port En­gi­neer bei APG und un­ter­stütz­te uns wäh­rend der Mes­sun­gen beim Se­t­up des Uni­li­ne Com­pact Li­ne-ar­rays

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