Burg­thea­ter Wi­en: Neue Ton­tech­nik mit zwei Ssl-t-pul­ten

Bei der Er­neue­rung der Ton­tech­nik im Wie­ner Burg­thea­ter wur­den nicht nur die Misch­pul­te er­setzt, son­dern die ge­sam­te In­fra­struk­tur er­neu­ert. Vor­aus­set­zung für den Er­folg: Ei­ne ge­naue Ana­ly­se der mo­der­nen Work­flows in der Ton­tech­nik und ei­ne vor­aus­schau­end

Production Partner - - Inhalt - Text: Wolf-chris­toph Mül­ler | Fo­tos: Wolf-chris­toph Mül­ler, Burg­thea­ter / Rein­hard Wer­ner, SSL | Gra­fi­ken: Klang­far­be und SSL

Das Wie­ner Burg­thea­ter gilt im deutsch­spra­chi­gen Raum als das re­nom­mier­tes­te Sprech­thea­ter. 2017 wur­de nun die ton­tech­ni­sche In­fra­struk­tur er­neu­ert, seit­dem kom­men auch zwei neue Ssl-pul­te zum Ein­satz. Die ge­sam­te Mo­der­ni­sie­rung er­folg­te un­ter Ein­hal­tung ei­nes strik­ten Kos­ten­rah­mens und in nur sechs Wo­chen Bau­zeit.

Ton­tech­ni­sche An­fän­ge: Vom Schrei-du­ell zur 2-Pult-lö­sung

In den 80er Jah­ren wur­den sämt­li­che Ton-ein­spie­lun­gen bei Thea­ter­auf­füh­run­gen im Burg­thea­ter Wi­en über ein Sie­mens­misch­pult und vier Band­ma­schi­nen aus ei­nem op­tisch und akus­tisch ge­trenn­ten Ne­ben­raum ab­ge­wi­ckelt – dem heu­ti­gen Ton­stu­dio. Die An­bin­dung an das Büh­nen­ge­sche­hen ge­schah über ei­nen Fern­sehmo­ni­tor. „Das hat im­mer wie­der zu Schrei-du­el­len zwi­schen Re­gis­seu­ren und Tech­ni­kern ge­führt“, schmun­zelt Da­vid Müll­ner, Ge­samt­lei­ter der Ton & Mul-

ti­me­dia­ab­tei­lung, „aber das war lang vor mei­ner Zeit, die 2003 für mich hier be­gann“. In der Ära von In­ten­dant Claus Pey­mann setz­te sich in den 90er Jah­ren die Ein­sicht durch, dass ei­ne akus­ti­sche An­bin­dung der Ton­re­gie an den Pu­bli­kums­raum nicht mehr wei­ter ab­ge­wehrt wer­den dür­fe – ein Epo­chen­wan­del wie bei der Me­di­zin­ent­wick­lung vom 19. ins 20. Jahr­hun­dert.

Die Ton­re­gie zog nun in ei­ne Pu­bli­kums­lo­ge im ers­ten Rang des Zu­schau­er­rau­mes um. Das läu­te­te den nächs­ten tech­no­lo­gi­schen Schritt ein: den Wech­sel auf ein TOA-PULT, ei­nes der ers­ten Di­gi­tal­pul­te über­haupt. Sei­ne zwei ho­hen 19-Zoll­racks er­in­ner­ten an die Ar­chi­tek­tur zen­tra­ler Groß­rech­ner. Al­le Si­gna­le aus dem Haus wur­den ana­log oder per AES/EBU (2-ka­na­li­ges Di­gi­tal­si­gnal per 3-pol-xlr) zu den Racks ge­führt und von da er­neut in den glei­chen For­ma­ten zu­rück im Haus ver­teilt. Es konn­te da­mals un­glaub­li­che 256 phy­si­ka­li­sche In- und Out­puts ver­wal­ten und hat­te Dsp-ka­pa­zi­tät, um gleich­zei­tig über 90 In­put- und 80 Out­put-ka­nä­le zu be­ar­bei­ten. 2012 wur­de der Ser­vice für die­ses Pult ein­ge­stellt. Seit­her war die Fra­ge „Wie lan­ge funk­tio­nie­ren die Si­gnal­we­ge noch?“ein täg­li­cher Be­glei­ter bei der Ar­beit. Zeit­gleich wur­den die Pro­duk­tio­nen von neu­en ton­tech­ni­schen An­sprü­chen ge­kenn­zeich­net. Funk­mi­kro­fon-ein­sät­ze be­gan­nen im gro­ßen Stil und elek­tro­nisch zu ver­stär­ken­de Mu­si­k­en­sem­bles auf der Büh­ne ka­men in Mo­de. Das Mi­schen die­ser kom­ple­xe­ren Si­gnal­zu­sam­men­hän­ge aus der akus­tisch an den Pu­bli­kums­raum de fac­to nur halb an­ge­bun­de­nen Ton­tech­nik-lo­ge er­wies sich er­neut als un­be­frie­di­gend („Un­der­bal­c­o­ny-phä­no­men“). Des­halb wur­de nun ein ech­tes, dem TOA vor­ge­schal­te­tes FOH-PULT ein­ge­rich­tet. Zu­erst in Form ei­nes ana­lo­gen Mi­das-misch­pul­tes und schließ­lich mit ei­nem di­gi­ta­len Ya­ma­ha DM 2000. Da­mit war die Idee des „2Pul­te-an­spru­ches“ge­bo­ren und soll­te spä­ter als Grund­la­ge für die Aus­schrei­bung die­nen: Ein Pult für klas­si­sche Zu­spiel-ar­beit aus der Lo­ge, ein zwei­tes sys­tem­un­ab­hän­gig als FOH für Live-mi­schun­gen aus dem Saal.

2015 wur­de den Etat für ein neu­es Ton­sys­tem be­schlos­sen, Start­schuss für das Team des Hau­ses, mit der ak­tu­el­len Pla­nung zu be­gin­nen. Ei­ne in­ter­ne Pla­nung – kein Pla­nungs­bü­ro? Ton­chef Müll­ner lacht: „Wir woll­ten sel­ber aus­ba­den, was wir ge­plant ha­ben! Nein, oh­ne Scherz: Kei­ner weiß so gut, was das Haus braucht, wie die Kol­le­gen von der Ton­ab­tei­lung selbst!“

Aus­schrei­bung der Au­dio-in­fra­struk­tur

En­de 2016 wur­de die öf­fent­li­che Aus­schrei­bung durch das Ton­tech­nik-team des Hau­ses fer­tig­ge­stellt und eu­ro­pa­weit ver­öf­fent­licht. Es kam zur An­ge­bots­le­gung von drei In­stal­la­ti­ons­fir­men mit vier Misch­pult­pro­duk­ten. Un­ab­hän­gig vom Aus­schrei­bungs­vor­gang re­cher­chier­te die Ton­ab­tei­lung den Markt. Die For­de­rung, auf ei­nen zwei­ten DSP um­schal­ten zu kön­nen, hat­te den Kreis der mög­li­chen Pro­duk­te deut­lich ein­ge­engt. Es wur­den dut­zen­de Ge­sprä­che mit al­len re­le­van­ten Her­stel­lern auf Fach­mes­sen und bei Haus­prä­sen­ta­tio­nen vor Ort im Vor­feld ge­führt. Die Aus­schrei­bung be­in­das

»Kei­ner weiß so gut, was das Haus braucht, wie die Kol­le­gen von der Ton­ab­tei­lung selbst!« Da­vid Müll­ner | Ge­samt­lei­ter Ton & Mul­ti­me­dia­ab­tei­lung beim Burg­thea­ter Wi­en

hal­te­te nicht al­lei­ne die Lie­fe­rung von Misch­pul­ten. Die Er­neue­rung der ge­sam­ten To­nin­fra­struk­tur war ein we­sent­li­cher Teil der ge­for­der­ten Leis­tun­gen: Neu­auf­set­zen al­ler Ver­stär­ker-racks: Ein­bau der be­ste­hen­den Ver­stär­ker (90% d&b) in Racks samt Neu­ver­ka­be­lung (Strom, Ein­gang, Last, Re­mo­te), Neu­auf­set­zen der Zu­spie­ler-racks in glei­cher Wei­se, In­stal­la­ti­on von red­un­dan­ten Netz­werks­wit­ches samt Ge­rä­te­patch­fel­dern und In­put-/out­put-wand­ler-mo­du­len für neun An­schluss­stel­len im Haus, di­gi­ta­le An­bin­dung al­ler Kom­po­nen­ten (Zu­spie­ler, Funk­mi­kro­fo­ne, Amps, Out­board-fx), Er­halt der ana­lo­gen Ver­ka­be­lungs­in­fra­struk­tur als „Se­cond Unit“, red­un­dan­tes Au­dio­netz­werk mit Vlan-se­pa­ra­tio­nen, zwei­ter DSP für ei­nes der bei­den Pul­te samt ma­nu­el­ler Ds­pum­schal­tung auf dem Pult und ein Sys­tem zum gleich­zei­ti­gen Be­trieb zwei­er Pul­te an al­len Laut­spre­cher­krei­sen. Die­ser letz­te Punkt ist ein Schritt in ei­ne neue Di­men­si­on, denn die ge­for­der­ten zwei Pul­te soll­ten mög­lichst völ­lig un­ab­hän­gig von­ein­an­der agie­ren kön­nen mit An­steue­rung der glei­chen Be­schal­lungs­krei­se, als Foh/mon-kon­fi­gu­ra­ti­on fun­gie­ren und je­weils ein­zeln durch ei­ne Re­mo­te-zu­satz­ein­heit von ei­ner be­lie­bi­gen Stel­le aus im Haus fern­be­dien­bar sein („ein­fa­che Spie­ge­lung“). „Nach Prü­fung der An­ge­bo­te nach dem Best-bie­ter-prin­zip und Aus­wer­tung nach Punk­ten aus dem im Vor­feld er­stell­ten Eva­lu­ie­rungs ka­ta­log lie­fer­te die in Wi­en be­hei­ma­te­te Fir­ma Klang­far­be von Chris­ti­an Eibl das bes­te Ge­samt­kon­zept im Be­zug auf die Aus­schrei­bung“, so Ton­chef Müll­ner. Der fi­na­le Zu­schlag er­folg­te im März 2017, so­fort da­nach star­te­te die De­tail­pla­nung des Pro­jek­tes. Da­mit ein­her fiel auch die Ent­schei­dung, das ge­sam­te Au­dio­sys­tem des Burg­thea­ters kom­pro­miss­los auf Dan­te-netz­werk­tech­nik auf­zu­bau­en. Das Ssl-t-sys­tem, wel­ches mit der Be­auf­tra­gung der Fir­ma Klang­far­be den Zu­schlag er­hielt, war da­bei das ein­zi­ge gro­ße Misch­pult­sys­tem am Markt, das für die Au­dio­über­tra­gung selbst 100% auf Dan­te setzt, die Con­so­le selbst ist ei­gent­lich nur ein „Teil­neh­mer“des Dan­te-netz­wer­kes, die Netz­werk-sta­ge­bo­xen von SSL und al­le an­de­ren an­ge­schlos­se­nen Ge­rä­te spre­chen al­le Dan­te. Es ist da­mit das al­lei­ni­ge Au­dio über­tra­gungs­pro­to­koll im Haus. Dies er­öff­net vie­le Mög­lich­kei­ten in ei­nem de­zen­tra­len und ska­lier­ba­ren Au­dio­sys­tem,w el­che durch her­kömm­li­che pro­prie­tä­re Über­tra­gungs­pro­to­koll e oder Tim eli­ne- ba­sier­te For­ma­te( MAD I) nicht oder nur sehr schwer, tech­nisch auf­wän­dig und teu­er rea­li­sier­bar ge­we­sen wä­ren. Ei­nen Plan des Si­gnal­flus­ses be­kom­me wir hier in DIN A2 schwer ab­ge­bil­det – er fin­det sich da­her auf un­se­rer Web­site un­ter www.production-part­ner.de (Such­be­griff „Burg­thea­ter“).

Sechs Wo­chen Bau­zeit

Von An­fang Ju­li bis Mit­te Au­gust 2017 ging es an die kon­kre­te Um­set­zung: Die al­te Toa-misch­pult­tech­nik wur­de aus­ge­baut und ab­trans­por­tiert und im An­schluss die Ton­re­gie ein­mal grund­le­gend re­no­viert. Im Ser­ver­raum wur­de die ver­al­te­te Zwi­schen­de­cke her­aus­ge­nom­men, um mehr Luft­zir­ku­la­ti­on zu er­mög­li­chen. Au­ßer­dem wur­den Zwi­schen­wän­de und Tü­ren ein­ge­setzt, um ei­nen ein­seh­ba­ren, aber akus­tisch ge­trenn­ten Re­gie­raum zur Plat­zie­rung al­ler ge­räusch­in­ten­si­ven Ge­rä­te zu schaf­fen. Für das mo­bi­le Saal­pult wur­de ex­tra ein Misch­pult­ge­stell an­ge­fer­tigt, Elek­tro­ar­bei­ten

führ­te die haus­ei­ge­ne Elek­tro­ab­tei­lung selbst durch. Es muss­ten Si­gnal­we­ge an­ge­bun­den, Pul­te und Netz­wer­ke in­stal­liert und al­le Racks neu auf­ge­setzt wer­den. Die ana­lo­ge In­fra­struk­tur wur­de als zu­sätz­li­che Ebe­ne im gan­zen Haus ge­si­chert und auf Xlr-patch­fel­dern auf­ge­führt. Au­ßer­dem wur­den die An­schluss­fel­der und Pro­ces­sor En­gi­nes im zen­tra­len Rech­ner­raum neu­in­stal­liert. Dann er­folg­ten Pro­gram­mie­rung, Do­ku­men­ta­ti­on, In­be­trieb­nah­me und End­ab­nah­me.

Hilf­reich: Pro­jekt­ma­nage­ment und ei­ne be­ste­hen­de Glas­fa­ser- und Netz­werk-in­fra­struk­tur

Die Ar­beit für ein Aus­schrei­bungs-of­fert die­ser Art be­ginnt mit der Ent­schei­dung, wel­ches Ge­rät an wel­chem Ort tech­nisch und wirt­schaft­lich sinn­voll ist. Die­se Ver­ant­wor­tung trug Klang­far­be-pro­jekt­lei­ter Mar­tin Plöt­zen­eder. „Die Zu­sam­men­ar­beit mit ihm vor Ort war aus­ge­zeich­net. Bei ak­tu­el­len Fra­gen konn­ten wir ei­ne Ent­schei­dung im­mer ge­mein­sam und sehr zeit­nah tref­fen“, re­sü­miert Müll­ner. Die Fer­ti­gung der Steck­fel­der, Ka­bel­bäu­me und den Neu­bau der Racks hat Klang­far­be an die Fir­ma Rautsch­ka Au­dio von Alex­an­der Rautsch­ka über­tra­gen, Tho­mann Pro­fes­sio­nal wur­de mit Rolf Ne­bel für die tech­ni­sche Ab­stim­mung in Fra­gen zum Sys­tem­de­sign hin­zu­ge­zo­gen. Zu dan­ken ist laut Ton­chef Müll­ner und Pro­jekt­lei­ter Plöt­zen­eder auch dem Chef von SSL Ös­ter­reich, Ma­rio Reit­ho­fer, für sei­ne tech­ni­schen In­puts wäh­rend des Pro­jek­tes.

Hät­te die Burg­thea­ter-ton­ab­tei­lung von Da­vid Müll­ner nicht vor­aus­ge­plant und durch die haus­ei­ge­ne Elek­tro­ab­tei­lung in den Vor­jah­ren schritt­wei­se die Glas­fa­ser- und Netz­werk- In­fra­struk­tur im gan­zen Haus kom­plet­tiert, wä­re der Um­bau in sechs Wo­chen si­cher nicht mach­bar ge­we­sen. Vor­aus­set­zung für die Durch­füh­rung die­ses Pro­jek­tes war ei­ne in den Jah­ren da­vor durch­ge­führ­te Be­stands­er­fas­sung der ge­sam­ten To­nin­fra­struk­tur und ei­ne um­fang­rei­che und in vie­len Ab­tei­lungs­be­spre­chun­gen kon­kre­ti­sier­te Vor­pla­nung. Die­se Un­ter­la­gen lie­fer­ten die Grund­la­ge für die Vor­in­stal­la­ti­on der ge­sam­ten Netz­werk- und Glas­fa­ser­in­fra­struk­tur, dem zu ver­fas­sen­den Aus­schrei­bungs­text als auch für die nach dem Zu­schlag so­fort be­gon­ne­ne De­tail­pla­nung mit dem Lie­fe­ran­ten. Man­fred Gru-

ber und Ste­fan Hirm wa­ren mit Müll­ner maß­geb­lich an den vie­le Mo­na­te dau­ern­den Pla­nungs­ar­bei­ten be­tei­ligt.

Neue Ton-ar­chi­tek­tur Red­un­dan­tes Netz­werk

Ins­ge­samt neun An­schluss­stel­len im Haus sind stern­för­mig über ein red­un­dan­tes Dan­te-netz­werk ver­bun­den. Die­se neun Ein­ga­be- und Aus­ga­be-stel­len für Ton­signa­le sind da­zu dop­pelt mit klei­ne­ren (zehn Ports) oder grö­ße­ren Swit­ches (20 Ports, Cis­co SG 300-Se­rie) be­stückt, die auch die Si­gnal­wand­lung von CAT auf Glas­fa­ser­an­schlüs­se (Sfp-ports) für die lan­gen Stre­cken zwi­schen den An­schluss­stel­len über­neh­men. In der Mit­te des Ster­nes sit­zen zwei zen­tra­le Swit­ches, über die die Glas­fa­ser­lei­tun­gen al­ler neun Stel­len ver­bun­den sind. Ver­wen­det wird in den Glas­fa­sern das ein­fa­cher auf­ge­bau­te Mul­ti­mode-pro­to­koll (im Ge­gen­satz zum auf­wän­di­ge­ren Single­mode-pro­to­koll). Die da­mit ein­her­ge­hen­de kür­ze­re Reich­wei­te ist für die­ses Pro­jekt voll­kom­men aus­rei­chend.

„Ein stre­cken­auf­wän­di­ge­res, ring­för­mi­ges Netz­werk im Ver­gleich zu un­se­rem Stern-netz­werk wä­re aus denk­mal­schutz­tech­ni­schen Grün­den hier nicht mach­bar ge­we­sen“, er­klärt Da­vid Müll­ner. Mar­tin Plöt­zen­eder er­gänzt, dass der Stern­vor­teil die Trenn­bar­keit ein­zel­ner Kom­po­nen­ten oh­ne Ver­lust der Be­triebs­fä­hig­keit sei und die Stern-form vom Dan­te-ent­wick­ler Au­di­na­te auch als Stan­dard-netz­werk-form emp­foh­len wür­de.

Sta­bi­le La­tenz, Ma­xi­mum von drei Hops

Die längs­te Dan­te-stre­cke durch das Sys­tem geht durch drei Swit­ches: Ein ers­ter Switch an der Ein­gangs­stel­le, der Zwei­te ist der zen­tra­le (Co­re-) Switch, der Drit­te be­fin­det sich an der Aus­gangs­stel­le. Pas­sie­ren die Si­gna­le ma­xi­mal drei Swit­ches („drei Hops“), lässt Dan­te sei­ne zweit­nied­rigs­te La­tenz-stu­fe von 250 Mi­kro­se­kun­den zu. In ei­nem Dan­te-netz­werk kön­nen wei­te­re un­ter­schied­li­che La­ten­zen in ver­schie­de­nen Netz­werk­be­rei­chen ein­ge­stellt wer­den. Da­mit lässt sich Rück­sicht auf lang­sa­me­re Ge­rä­te­teil­neh­mer neh­men. Die ein­stell­ba­re La­tenz reicht da­bei deut­lich über mehr als ei­ne Mil­li­se­kun­de. „Das war aber in die­ser An­wen­dung nicht er­for­der­lich. Zu­dem macht es das Sys­tem über­sicht­li­cher, wenn in al­len Be­rei­chen die glei­che La­tenz ein­ge­stellt ist. Die Stan­dard­la­tenz von ei­ner Mil­li­se­kun­de war für al­le Dan­te-ge­rä­te voll­kom­men aus­rei­chend“, so Pro­jekt­lei­ter Plöt­zen­eder und

Müll­ner fügt an: „Nach Ab­schluss des Pro­jek­tes führ­ten wir ei­ne un­ab­hän­gi­ge La­tenz­mes­sung durch. Sie soll­te ei­nen ge­mein­sa­men Über­blick ge­ben über die Ge­samt­la­tenz der Dan­te-platt­form und der Ssl-sys­tem­kom­po­nen­ten. Bei Ein­be­zie­hung der Ad-wand­ler am Sys­tem­ein­gang und der Da­wand­ler am Aus­gang la­gen die Er­geb­nis­se zwi­schen 3,7 und 3,8 ms. Das ist al­so die La­tenz für den Durch­lauf ei­nes ana­lo­gen Si­gnals. In­ter­es­san­ter­wei­se fiel auf, dass sich die­se Zei­ten in Be­zug auf die An­zahl der in der Ssl-kon­so­le ak­ti­vier­ten Ef­fek­te nicht än­der­ten. Es spiel­te kei­ne Rol­le, ob wir über­haupt kei­nen Ef­fekt oder sämt­li­che Ef­fek­te ak­ti­viert hat­ten. Klam­mer­ten wir die AD- und die Da-wand­ler in der Mes­sung durch An­spei­sung der AES/EBU-SI­GNAL-EIN- und Aus­gän­ge aus, ver­rin­ger­te das die ge­mes­se­ne La­tenz nur um we­ni­ge Mi­kro­se­kun­den. Mit an­de­ren Wor­ten: die Durch­lauf­zei­ten der Au­dio­si­gna­le wer­den syn­chro­ni­siert, egal wel­chen Pro­ces­sing-pfad sie durch­lau­fen.“

Auf­ga­ben­tren­nung über Vlan-pro­gram­mie­rung und Zu­satz-netz­werk

Im be­schrie­be­nen Netz­werk sind die Swit­ches auf drei VLANS (Vir­tu­el­le Lo­ka­le Are­al Netz­wer­ke) pro­gram­miert:

- VLAN 1: Dan­te Pro­to­koll - VLAN 2: Ssl-steu­er­pro­to­koll zwi­schen Con­so­le und DSP

(OCP – Op­ti­mal Co­re Pro­ces­sing) - VLAN 3: Ssl-fern­steu­er-soft­ware für PC (T-sol­sa) und

Switch-pro­gram­mie­rung (= in­ter­ne Kon­fi­gu­ra­ti­ons­ebe­ne)

Zu­sätz­lich gibt es aus dem Alt­be­stand ein wei­te­res phy­si­ka­lisch ge­trenn­tes Netz­werk: für den Da­ten­aus­tausch (z. B. Zu­spiel­da­ten) zwi­schen Rech­nern, zur Fern­über­wa­chung der Senn­hei­ser-funk­stre­cken und zur Fern­über­wa­chung der d&b-con­trol­ler

Pult-fern­steue­rung oh­ne Ta­blet, statt­des­sen Fa­der

Ein Pc-ta­blet könn­te für Re­mo­te-zwe­cke ein­ge­setzt wer­den, aber der Wunsch der Ton­crew war, beim Fern­steu­ern fühl­ba­re Fa­der un­ter den Fin­gern zu ha­ben. SSL bie­tet ei­nen Fa­der-wing mit 16 Fa­dern auf Usb-an­schluss an. Der Fa­derwing ist in­klu­si­ve al­ler wei­te­ren Schal­ter, Tas­ter und An­zei­gen bau­gleich mit den in den Kon­so­len ver­bau­ten 16er­fa­der-bän­ken. Auf ei­nem Touch-pc läuft die Re­mo­te-soft­ware, an­ge­zeig­te Wer­te auf dem Bild­schirm las­sen sich per Touch­screen an­wäh­len und ver­än­dern, ge­nau­so wie auf dem Bild­schir­men der Kon­so­le. Über den Netz­werk­an­schluss des PCS wer­den die Steu­er­be­feh­le in SSLS Ocp-for­mat zur Kon­so­le ge­schickt. So lässt sich ein be­lie­bi­ger Teil der Kon­so­le auf der Re­mo­te-ein­heit spie­geln. „Die Re­mo­te Ein­heit kann über­all dort, wo ei­ne Netz­werk­buch­se zu ei­nem der neun Netz­werk­an­schluss­punk­te führt, an­ge­schlos­sen wer­den –al­so fast über­all im Haus,“er­läu­tert Da­vid Müll­ner.

Fünf ver­schie­de­ne In­put-/out­put-mo­dul­ty­pen von SSL und Ya­ma­ha

SSL- und Ya­ma­ha-mo­du­le ge­mischt? Ja, das geht, denn Dan­te ist das Au­dio-über­tra­gungs­pro­to­koll der T-se­rie. So­mit steht den An­wen­dern der ge­sam­te Markt an Dan­te-pro­duk­ten zur Ver­fü­gung. Im Haus sind fünf gro­ße An­schluss-mo-

du­le von SSL (SB32.24) mit 32 ana­lo­gen Mic/li­ne-ins / 16 ana­lo­gen Outs / vier AES/EBU Ins / vier AES/EBU-OUTS fix ver­baut. Flie­gend kön­nen zwei mo­bi­le Sta­ge­box-ein­hei­ten mit je ei­nem An­schluss-mo­dul von SSL (SB 16i) mit 16 ana­lo­gen Mic-/li­ne-ins und ei­nem An­schluss­mo­dul von Ya­ma­ha (RIO8) mit acht ana­lo­gen Outs zum Ein­satz kom­men.

An der zwei­ten mo­bi­len Saal­kon­so­le be­fin­den sich zwei An­schluss­mo­du­le von SSL (SB 8.8) mit je acht ana­lo­gen Mic-/li­ne-ins und acht ana­log Outs – in Sum­me al­so 16 Ins und 16 Outs. Um zu­sätz­li­che di­gi­ta­le An­schlüs­se und Li­neout­puts (Zu­spie­ler oder Out­board-ef­fek­te) ab­zu­grei­fen, die Ver­stär­ker di­gi­tal an­zu­steu­ern und ei­nen an­de­ren Teil der Zu­spie­ler-si­gna­le per ADAT über­neh­men zu kön­nen, sind im Haus fünf An­schluss-mo­du­le von Ya­ma­ha (Rsio 64 D) mit den ent­spre­chen­den ana­lo­gen und di­gi­ta­len Kar­ten be­stückt. Müll­ner: „Wir ha­ben ne­ben den di­gi­ta­len auch die ana­lo­gen Out­puts der Mi­kro­port­emp­fän­ger an­ge­bun­den, um un­ter­schied­li­che Work­flows und ei­nen zu­sätz­li­chen un­ab­hän­gi­gen Ab­griffs­punkt für ex­ter­ne Di­enst­leis­ter (TV, Ra­dio) zu er­mög­li­chen.“Im Ton­stu­dio sind der dor­ti­ge PC und das Ya­ma­ha Dm1000-pult eben­falls mit ei­ner Dan­te-kar­te in das Ge­samt­netz­werk ein­ge­bun­den. Auf dem PC kön­nen je­weils 64 Ka­nä­le von bei­den Pul­ten in be­lie­bi­ger Zu­sam­men­stel­lung auf­ge­nom­men und auch in bei­de Pul­te wie­der zu­rück­ge­spielt wer­den (vir­tu­al sound­check).

Ge­trenn­tes Ar­bei­ten auf den Kon­so­len – ge­mein­sa­mer Zu­griff auf Laut­spre­cher

Aus der frü­he­ren Zeit, als ein DM 2000 im Saal als FOH dem TOA-PULT in der Ton­re­gie vor­ge­schal­tet war, ent­stamm­te der Wunsch, auf zwei Pul­ten voll­kom­men un­ab­hän­gig ar­bei­ten zu kön­nen. Bei­spiels­wei­se soll im Saal mit dem zwei­ten mo­bi­len Pult ei­ne Pro­be be­treut wer­den, wäh­rend auf dem ers­ten, fi­xen Pult in der Ton­re­gie für ei­ne an­de­re Pro­duk­ti­on noch schnell ein neu­er Zu­spiel-

Sound in die be­ste­hen­de Sze­nen­ab­fol­ge ein­ge­fügt wird. In ei­ner Pro­ben­pau­se soll der Sound über die Be­schal­lung zur Kon­trol­le pro­be­ge­hört wer­den. Oder bei­de Pul­te wer­den für ei­ne auf­wän­di­ge Pro­duk­ti­on gleich­zei­tig ver­wen­det. Da der Zu­griff auf al­le In­puts und Out­puts gleich­zei­tig ge­ge­ben und die Misch­pulto­ber­flä­che und Struk­tur bei­der Pul­te ab­so­lut iden­tisch ist, er­hält der An­wen­der ein mäch­ti­ges und äu­ßerst fle­xi­bles Au­dio­werk­zeug. Die Show­files kön­nen auf je­dem der bei­den Pul­te er­stellt, edi­tiert, ge­spei­chert und wei­ter­ver­ar­bei­tet wer­den, und das oh­ne um­patchen der I/OS oder ei­ne sons­ti­ge ei­ne Än­de­rung. Mög­lich ist dies durch die Netz­werk­ar­chi­tek­tur und die Ver­wen­dung von Tie­li­nes. Bei Tie­li­nes han­delt es sich um pro­gram­mier­ba­re Misch­pult­pfa­de, die auf der Misch­pulto­ber­flä­che nicht er­schei­nen.

Pro­jekt­lei­ter Plöt­zen­eder wähl­te ei­ne bei­den Pul­ten nach­ge­schal­te­te Mischma­trix (Con­ver­ge Ma­trix von Clea­ro­ne), die 88 Aus­gän­ge des ers­ten und 88 Aus­gän­ge des zwei­ten Pul­tes zu 88 Sum­men­aus­gän­gen für die der­zeit 88 Be­schal­lungs­we­ge des Burg­thea­ters zu­sam­men­mischt. Die Ma­trix gibt es aus Si­cher­heits­grün­den eben­falls dop­pelt, ein pro­prie­tä­res (nur von die­sem Her­stel­ler ver­wen­de­tes) Pro­to­koll küm­mert sich um die Um­schal­tung („G-link“via RJ45). Der Um­schal­te­punkt liegt hin­ter dem Dan­te-netz, so­dass je­des Pult sei­nen Dan­te-out­put-patch­punkt so sieht, als gä­be es gar kei­ne Si­gnal­zu­sam­men­füh­rung (Vir­tu­al Tie Li­nes).

En­gi­ne-um­schal­tung per Knopf­ruck

Ei­ne eben­falls emi­nent wich­ti­ge An­for­de­rung an die Au­dio­be­triebs­si­cher­heit war, ei­ne 2-Dsp-lö­sung für das Haupt­pult in der Ton­re­gie um­zu­set­zen. Da­zu ha­ben bei­de Pro­ces­sor En­gi­nes al­le Si­gna­le par­al­lel zu se­hen und zu rech­nen. Im Fal­le ei­nes Be­triebs­feh­lers ha­ben die An­wen­der ei­ne Feh­ler­mel­dung zu er­hal­ten und be­stim­men per­sön­lich den Um­schalt­zeit­punkt, an dem von ei­ner Pro­ces­sor En­gi­ne auf die an­de­re En­gi­ne um­ge­schal­tet wird.

Im Fal­le von SSL wur­de für die Si­gnal­ver­tei­lung auf die zwei Pro­ces­sor En­gi­nes (Tem­pest T 80) ein Zu­satz­ge­rät mit ei­ner Hö­hen­ein­heit ent­wi­ckelt (Dan­te Hc-bridge), das in­tern noch­mals red­un­dant auf­ge­baut ist. Die Funk­ti­on zur ma­nu­el­len Um­schal­tung (Tas­te Red­un­dan­cy) be­fin­det sich auf der Kon­so­le in der Mit­te der Cen­ter-sek­ti­on. Nach ei­ner Um­schal­tung sieht die Con­so­le ih­ren Pro­zes­sor so, als hät­te es kei­ne Um­schal­tung ge­ge­ben.

Ei­ne Pro­ces­sor En­gi­ne kann 800 Pro­ces­sing-ka­nä­le gleich­zei­tig be­die­nen, al­so rech­nen. Als ein Pro­ces­sing-ka­nal gilt ein In­put oder ein Out­put-mix. Die ma­xi­ma­le An­zahl der Out­put-mi­xes liegt bei 192. Der Out­put kann ein Mo­no-mix oder ein 5.1.-Mix sein. Die La­tenz gibt SSL mit ei­nem Samp­le an. Bei 96 khz ent­spricht das 0,01 Mil­li­se­kun­den. Ge­nau­er be­trach­tet ar­bei­ten in den Tem­pest T80 als rech­nen­de Ma­schi­nen kei­ne DSPS, son­dern zwei CPUS. Ei­ne CPU für Steue­rung und An­zei­ge, die an­de­re für die Au­dio­be­rech­nung.

Tra­di­tio­nell ho­hes Si­cher­heits­be­wußt­sein beim Au­dio-strom

Das Burg­thea­ter ist in der glück­li­chen La­ge, für die Au­dio­ver­stro­mung be­reits tra­di­tio­nell über ei­ge­ne Ab­gän­ge ab der Nie­der­span­nungs­sta­ti­on zu ver­fü­gen. Die Nie­der­span­nungs­sta­ti­on trans­for­miert als letz­tes Glied der Hoch­span­nungs­ket­te die Span­nung von 3 × 10 (20) kv her­un­ter auf 3 × 230 V. Ei­ge­ne Ab­gän­ge zu ha­ben ist die ef­fek­tivs­te Art, sich vor Be­ein­flus­sun­gen des Net­zes durch an­de­re Ge­wer­ke zu schüt­zen, wie Ober­wel­len-rück­streu­ung ins Netz durch kon­ven­tio­nel­le Dim­mer oh­ne ef­fek­ti­ve Netz­fil­ter. Bei den red­un­dan­ten Dan­te-ge­rä­ten ver­sorgt Pha­se L1 al­le Pri­ma­ry-net­work-

Ge­rä­te und L2 al­le Se­con­da­ry-net­work-ge­rä­te. Je­de Laut­spre­cher­grup­pe wird von Ver­stär­kern an­ge­steu­ert, die auf meh­re­re Pha­sen ver­teilt sind. Fällt ei­ne Pha­se aus, so mün­det das in kei­nen to­ta­len Funk­ti­ons­aus­fall ei­ner Laut­spre­cher-grup­pe. Das Pro­ces­sor-en­gi­ne-rack und die Zu­spiel­er­rech­ner sind Usv-ge­puf­fert. Das wird dem­nächst bei den Kon­so­len nach­ge­rüs­tet. Dann ist das Prin­zip um­ge­setzt: Al­les, was nach ei­nem Strom­aus­fall nicht in­ner­halb von zwei Se­kun­den wie­der be­triebs­be­reit ist, wir über ei­ne USV ver­sorgt.

Ent­schei­dun­gen für den Sys­tem-über­blick

Für die Bei­be­hal­tung der Über­sicht in ei­nem gro­ßen Sys­tem sind zwei Grund­sät­ze zu be­rück­sich­ti­gen: 1. Na­mens­ge­bung al­ler Ge­rä­te mit ei­nem un­ver­wech­sel­ba­ren Be­griff und 2. Bei­be­hal­tung der Na­mens­ge­bung über al­le Si­gnal-in­stan­zen hin­weg. In die­sem Sin­ne wur­de ent­schie­den, ei­ne ma­nu­el­le Ip-adres­sen-ver­ga­be der Ge­rä­te durch­zu­füh­ren statt ei­ner au­to­ma­ti­sier­ten Ver­ga­be durch ei­nen Dhcp-ser­ver. Da­mit spie­gelt sich die lo­gi­sche Grup­pie­rung der Ge­rä­te auf der Ebe­ne der Ip-adres­sen-wie­der. Ge­rä­te aus der glei­chen Ge­rä­te­grup­pe er­hal­ten Ip-adres­sen, die bis auf die letz­te Zah­len­stel­le ident sind. Zum an­de­ren wur­de ei­ne Be­griffs-struk­tur für al­le In­puts und Out­puts ge­wählt, die von der Hard­ware (z. B. Patch­fel­dern) über die Dan­te-ar­chi­tek­tur bis zu den Pult-ein­gän­gen (bzw. Aus­gän­gen) be­griff­lich ident ist.

Die Ent­schei­dung, auf wel­chen Bild­schir­men in der Ton­re­gie wel­ches Si­gnal zu se­hen ist, soll­te va­ria­bel blei­ben. Ein klei­ner Rech­ner steu­ert drei ex­ter­ne Bild­schir­me, die über dem Pult plat­ziert sind. Ein spe­zi­el­ler Switch (KVM) schleust ex­ter­ne Bild­si­gna­le in das Pult ein. So las­sen sich auch auf den Bild­schir­men des Pul­tes das Bild der Di­ri­gen­ten-ka­me­ra, ei­ner Auf­nah­me-soft­ware (DAW) oder der Zu­spiel-soft­ware (Able­ton Live) an­zei­gen.

Red­un­dan­zen gibt es an vie­len Stel­len:

- bei den Netz­tei­len (Pul­te, En­gi­nes, Mischma­trix,

En­gi­ne-um­schal­ter, Sta­ge­bo­xen) - für die En­gi­ne des Haupt­pul­tes - bei den Kon­so­len selbst: Saal und Ton­re­gie­kon­so­le be­ste­hen aus zwei iden­ti­schen Fa­der­bän­ken (Fa­der-ti­les) mit je ei­nem Touch­screen - im Dan­te-netz­werk (Pri­ma­ry/se­con­da­ry-net­work) - bei der Strom­ver­sor­gung kri­ti­scher Ge­rä­te­be­rei­che

(Puf­fe­rung mit USVS) - bei den Zu­spie­lun­gen durch Star­ten zwei­er

Ab­spiel-rech­ner gleich­zei­tig - durch den Er­halt der ana­lo­gen Haus­lei­tun­gen als

„Se­cond Unit“

Im­pres­sio­nen von den T-se­rie-pul­ten

Zwei Pul­te der grö­ße­ren 500er-se­rie wer­den im Haus in Form ei­nes fi­xen Pul­tes in der Ton­re­gie und ei­nes kom­plett iden­tisch aus­ge­stat­te­ten mo­bi­len Pul­tes im Zu­schau­er­raum be­trie­ben.

Die zwei Bild­schir­me und die Fa­der-ti­les ha­ben das glei­che Ein­bau­for­mat. Auch die bei­den üb­li­cher­wei­se oben und un­ten ein­ge­bau­ten und halb so brei­ten Cen­ter-sek­tio­nen las-

sen sich ne­ben­ein­an­der an­ge­ord­net zu ei­nem Mo­dul glei­cher Grö­ße wie Fa­der-ti­le und Bild­schirm ge­stal­ten. So kön­nen die An­wen­der ent­schei­den, ob ein klas­si­sches De­sign ent­ste­hen soll, oder die Cen­ter-sek­ti­on kom­plett oben an­ge­sie­delt wird und un­ten mehr Raum bleibt für ei­ne wei­te­re Fa­der­bank. Al­so: mehr Ka­nä­le gleich­zei­tig re­gel­bar con­tra die un­te­re Cen­ter-sek­ti­on im leich­te­ren Zu­griff. Ei­ne Me­ter­bridge im Aus­maß der ge­sam­ten Pult­brei­te ist als Op­ti­on vor­ge­se­hen. Die Burg­thea­ter-pul­te wur­den oh­ne zu­sätz­li­che Me­ter­bridge be­stellt, da­mit die drei Touch­screens über dem Pult in der Ton­re­gie tie­fer an­ge­ord­net wer­den kön­nen und die Sicht­be­hin­de­rung für die Ton­tech­ni­ker durch heu­te lei­der in Mo­de ge­kom­me­ne viel zu ho­he Pult­auf­bau­ten (und für das Pu­bli­kum beim mo­bi­len Pult im Saal) ge­ring ge­hal­ten wird. Viel Platz zwi­schen den Be­dien­ele­men­ten, ein­fa­che Wort­wahl bei der Be­schrif­tung, sanf­te Far­ben: das Pult stellt sich un­auf­ge­regt vor und lässt sei­nen neu­en An­wen­dern Zeit zum Ver­ste­hen. Di­gi­ta­le Broad­cast-pul­te wa­ren ja un­ter den di­gi­ta­len Pul­ten die ers­ten, die kei­ne di­gi­ta­len Ko­pi­en ana­lo­ger Pul­te mehr sein woll­ten. Künst­li­che Licht­schat­ten und Spie­ge­lun­gen auf Be­dien­ele­men­ten in der Bild­schirm­an­zei­ge zur Imi­ta­ti­on der feh­len­den phy­si­ka­li­schen Hap­tik wur­den weg­ge­las­sen, ge­nau­so, wie die An­ord­nung der Be­dien­ele­men­te in ana­lo­ger Chan­nel-strip-op­tik. Nicht ein­mal ein phy­si­ka­lisch ab­ge­grenz­ter Be­reich für al­le die­se rest­li­chen Chan­nel-strip-pa­ra­me­ter konn­te sich in die­sem De­sign-up­grade er­hal­ten. Bei der T-se­rie wir­ken die Bild­schirm­dar­stel­lun­gen und die Reg­le­r­ober­flä­che in die­ser Hin­sicht ge­ra­de­zu nüch­tern. Das ba­lan­ciert die tech­ni­sche Wucht ei­nes so kom­ple­xen In­stru­men­tes auf an­ge­neh­me Wei­se aus. Kei­ne un­be­kann­te Vor­ge­hens­wei­se, hier auf­fal­lend gut ge­lun­gen.

Gain-com­pen­sa­ti­on, Ka­nal­zü­ge, Ef­fekt­sek­ti­on

Beim Be­trieb zwei­er Pul­te an ei­nem Ein­gangs-wand­ler­mo­dul kann pro Ka­nal­zug fest­ge­legt wer­den, wel­ches der Pul­te die Gain-com­pen­sa­ti­on über­nimmt. Die Gain-com­pen­sa­ti­on funk­tio­niert fol­gen­der­ma­ßen: Wird der ana­lo­ge Gain auf dem 1. Pult um z. B. 3 db er­höht, kom­pen­siert der zwei­te (di­gi­ta­le) Gain im glei­chen Ka­nal­zug auf dem 2. Pult dies mit ei­ner au­to­ma­ti­schen Ver­rin­ge­rung um 3 db. Ei­ne un­er­wünsch­te Pe­ge­ler­hö­hung auf dem 2. Pult wird da­mit un­ter­bun­den. Gibt es z. B. „hot-chan­nels“für das FOH-PULT und an­de­re „hot­chan­nels“für das Mo­ni­tor-pult, be­kommt je­des Pult für die­se in­di­vi­du­el­len Ka­nä­le den Zu­griff auf den ana­lo­gen Gain. Auf dem je­weils an­de­ren wird die Gain-com­pen­sa­ti­on ein­ge­schal­tet.

Die Rei­hen­fol­ge der Si­gnal­stu­fen (EQ, Com­pres­sor, Gate etc.) ei­nes Ein­gangs- und Aus­gangs-ka­nal­zu­ges lässt sich be­lie­big ver­än­dern. Ein­gän­ge und Aus­gän­ge se­hen bzgl. der An­zei­ge-ar­chi­tek­tur auf der Pulto­ber­flä­che gleich aus. Die Rei­hung der Ka­nä­le in­ner­halb ei­nes 16er-lay­ers kann per Drag and Drop am Touch­screen ver­än­dert wer­den. Das „Vir­tu­el­le Ef­fekt-rack“bie­tet 96 Ef­fekt-plät­ze („Slots“), in ei­nem Slot kön­nen 12 ein­fa­che Ef­fek­te (z. B. dy­na­mi­sche EQS) oder ein kom­ple­xer Ef­fekt (z. B. Im­mer­si­ve Sound 7.1.4) be­trie­ben wer­den. Die T-se­rie ist für ei­nen Mix in die­sem For­mat aus­ge­legt, so SSL. In der Ef­fekt-aus­wahl be­fin­den sich EQS, Com­pres­so­ren, Ga­tes, De­noi­ser, En­han­cer, De­lays, Re­verbs und Ana­ly­se­tools. Ein Dees­ser be­fin­det sich eben­falls in die­ser Aus­wahl und stan­dard­mä­ßig im Ka­nal­zug.

Fa­der-ti­les, Sends-on-fa­der

Die Be­dien­ele­men­te ei­nes phy­si­ka­li­schen Ka­nal­zu­ges von un­ten nach oben sind: Pfl-tas­ter, Farb­bal­ken, Fa­der mit da­ne­ben lie­gen­der Me­ter-an­zei­ge, Mu­te-, Select-, AFL- und Q(ue­ry)-tas­ter (sie­he wei­ter un­ten), ein wei­te­rer Farb­bal­ken und das An­zei­ge­fens­ter. Dar­über schließ­lich ein En­coder (frei be­leg­ba­rer Un­end­lich-dreh­reg­ler) mit drei Tas­ten. Al­le En­co-

der auf der Con­so­le ha­ben zu­dem ei­nen Tas­ter in­te­griert: wird der Dreh­reg­ler ge­drückt, löst das fall­wei­se ei­ne neue Funk­ti­on aus. Vier Lay­er-um­schalt-tas­ten be­fin­den sich rechts ne­ben den 16 Fa­dern. Im Pult kann zum schnel­len Auf­ruf ei­ne gro­ße Zahl an Be­le­gungs­ver­sio­nen für die­se vier Tas­ten vor­be­rei­tet wer­den und mit­tels ei­ner Be­dien­sek­ti­on ober­halb der Lay­er-um­schalt-tas­ten ab­ge­ru­fen wer­den.

Ein Groß­teil der Sends-on-fa­der-funk­tio­na­li­tä­ten wird über die Q(ery)-tas­ten ab­ge­wi­ckelt. Bei Ak­ti­vie­rung der Sends-on-fa­der-funk­ti­on neh­men die Fa­der die Stel­lung der Aux-reg­ler ei­nes vor­her an­ge­wähl­ten Aux-mi­xes an. Das er­mög­licht ei­nen schnel­len Über­blick über die ein­ge­stell­ten Reg­ler­wer­te. An­ge­nom­men, dass auf der lin­ken Fa­der­bank In­puts und auf der rech­ten Fa­der­bank Out­puts an­ge­wählt sind. Mit ei­ner an ei­nem In­put ge­drück­ten Q(ery)-tas­te lässt sich über die Stel­lung der Out­put-fa­der ab­le­sen: „Wo über­all ge­he ich hin?“Mit ei­ner an ei­nem Out­put ge­drück­ter Q(ery)-tas­te lässt sich über die Stel­lung der In­put-fa­der ab­le­sen: „Von wo über­all kommt et­was hier­her?“Da­bei neh­men die Mo­tor­f­a­der die Stel­lung ein, die dem je­wei­li­gen „Ab­sen­de“-wert vom In­put in die­sen Mix ent­spricht.

Cen­ter-sek­ti­on

In der „un­te­ren“Sek­ti­on be­fin­det sich links ein frei be­leg­ba­rer Fa­der (Fo­cus­fa­der), der den Fa­der ei­nes se­lek­tier­ten Ka­nal­zu­ges spie­gelt im Sin­ne ei­ner zen­tra­len Chan­nel­strip-to­po­lo­gie. Er lässt sich al­ter­na­tiv ei­nem Ka­nal fix zu­ord­nen und agiert dann los­ge­löst von der Select-funk­ti­on der Ka­nä­le. Rechts da­ne­ben lie­gen die Tas­ten für die Sze­nen-au­to­ma­ti­sa­ti­on, da­ne­ben als senk­rech­te Rei­he die zehn Mu­te-groups. Der 2. Fa­der rechts im An­schluss (Main­f­a­der) ist vor­ge­se­hen für die Be­die­nung ei­nes Mas­ter-mi­xes, er kann al­ler­dings ge­nau­so wie der Fo­cus-fa­der ei­nem In­put-ka­nal zu­ge­ord­net wer­den. Ganz rechts lie­gen un­ter­ein­an­der fünf En­coder mit An­zei­gen, die ganz rechts oben auf ver­schie­de­ne Funk­tio­na­li­tä­ten um­ge­schal­tet wer­den kön­nen. Mit­tig halb und ganz oben lie­gen die Be­di­en­fel­der für die Haupt-ab­hö­re (Con­trol Room Mo­ni­to­ring) und vier wei­te­re frei kon­fi­gu­rier­ba­re Ab­hör-aus­gän­ge (Stu­dio Mo­ni­tor Out­puts).

In der „obe­ren“Sek­ti­on er­mög­licht mit­tig ein klei­ne­rer Touch­screen mit En­codern links, rechts und un­ter­halb des Screens die Über­sicht über Fil­ter, Dy­na­mics, In­serts und Mi­xes, so, wie es der Funk­tio­na­li­tät ei­ner zen­tra­len Chan­nel­strip-to­po­lo­gie ent­spricht. Rechts un­ten sind in Qua­drat­form vier be­nut­zer­de­fi­nier­ba­re Tas­ten (User Keys) an­ge­sie­delt. Au­ßer­dem hier zu fin­den der Pro­ces­sor-en­gi­ne-um­schal­ter, die Start­tas­te für die Con­so­le, die Hel­lig­keits­ein­stel­lun­gen für Con­so­len-ober­flä­che und Dis­plays und schließ­lich ein Usb-an­schluss. Al­le Sek­tio­nen wir­ken gut ge­glie­dert und die An­ord­nung prä­sen­tiert sich ge­räu­mig im Sin­ne ei­ner ent­spann­ten Be­die­nung.

Sze­nen-au­to­ma­ti­sa­ti­on

Ein Show-ord­ner, in dem al­le Sze­nen ei­ner Show ab­ge­legt wer­den, nennt sich bei SSL „Tem­pla­te“. Bei Sze­nen-um­schal­tung kann für je­de Pa­ra­me­ter-grup­pe

(EQ, Dyn1, Dyn2 etc.) ei­ne ei­ge­ne Fa­de-zeit ge­wählt wer­den. Es ist mög­lich, die An­zahl der Mo­no-, Ste­reo-, bis hin zu 5.1Mi­xes (STEMS), wie auch die An­zahl der Aux- und Bus(tracks) Mi­xes im Nach­hin­ein zu ver­än­dern, oh­ne die bis da­hin er­stell­ten Sze­nen zu ver­lie­ren. Soll hin­ge­gen ei­ne Pro­duk­ti­on schnell ge­star­tet wer­den oh­ne gro­ße An­pas­sung der Mix-an­zah­len, ste­hen da­für Blank Show Fi­les zur Ver­fü­gung.

Ver­wal­tung und Pro-tools-in­te­gra­ti­on

Im Pult ist ei­ne In­put- / Out­put-da­ta­ba­se vor­be­rei­tet, in der al­les er­fasst wird, was phy­si­ka­lisch mit dem Sys­tem ver­bun­den ist und in­di­vi­du­ell mit Na­men und Such­be­grif­fen ver­se­hen wer­den kann. Die Län­ge die­ser Da­ta­ba­se in den Pul­ten des Burg­thea­ters gibt der Im­ple­men­tie­rung ei­ner Such­funk­ti­on Recht.

Bei der T-se­rie wer­den Au­dio­da­ten ja aus­schließ­lich über Dan­te über­tra­gen. In der Re­mo­te-soft­ware T-sol­sa von SSL ist ei­ne Mög­lich­keit in­te­griert, ein Dan­te-netz­werk, das ein­mal am Rech­ner an­ge­steckt war, auch nach dem Ab­ste­cken noch zu se­hen und zu be­ar­bei­ten. Die Set­tings der Teil­neh­mer las­sen sich ver­än­dern, ob­wohl die Teil­neh­mer gar nicht da sind. Der vom Dan­te-ent­wick­ler Au­di­na­te für die Ver­wal­tung ei­nes Dan­te-netz­wer­kes her­aus­ge­ge­be­ne Dan­te Con­trol­ler ist ja ein rei­nes On­line-tool. Die Ssl-soft­ware mit ih­rem in­te­grier­ten Dan­te-con­trol­ler dient nun als Dan­te-off­line-tool, ge­nau­so wie die Soft­ware des Ya­ma­ha PM 10. So­mit gibt es die Mög­lich­keit, im Vor­feld das Pult und das Netz­werk vor­zu­kon­fi­gu­rie­ren.

Das Sys­tem kann auch das Hui-pro­to­koll le­sen, ent­wi­ckelt zur Kom­mu­ni­ka­ti­on ei­nes Daw-con­trol­lers mit ei­ner Da­w­auf­nah­me-soft­ware ent­wi­ckelt. Die Fir­ma Ma­ckie war in den 80er Jah­ren Vor­rei­ter. Da­durch las­sen sich Tei­le der Kon­so­le in ei­nen Daw-con­trol­ler für Pro-tools ver­wan­deln.

10 An­schlüs­se an der Kon­so­le

Auf der Rück­sei­te fin­den sich Ver­bin­dun­gen zur Pro­ces­sor En­gi­ne und Dan­te in fest­ge­leg­ten Ka­bel­far­ben. Die­ser Farb­code gilt für die­se Si­gna­le im ge­sam­ten Haus. Da­ne­ben fin­det sich der Out­put des auf der Kon­so­len-ober­sei­te an­ge­schlos­se­nen Talk­back-mi­kro­fo­nes: Ein Si­gnal-wand­ler ist in ei­nem Broad­cast-pult meis­tens nicht vor­han­den – so auch hier. Im Fal­le des Tb-mi­kros und für den An­schluss ei­nes Kopf­hö­rers ist da­her die Kon­se­quennz: ei­ge­ne Dan­te-wand­ler sind er­for­der­lich! Wei­ter geht es mit dem Gpio-an­schluss (Ge­ne­ral Pur­po­se In­puts Out­puts), ge­dacht z. B. für au­to­ma­ti­sier­te Eva­ku­ie­rungs-durch­sa­gen oder pro­gram­mier­ba­re Fuß­schal­ter. Dann Da­ten­an­schlüs­se für den Rech­ner der drei ex­ter­nen Bild­schir­me und den Re­mo­te-rech­ner. Als letz­tes fin­den sich die bei­den Kalt­ge­rä­te-an­schlüs­se für die bei­den Netz­tei­le. Be­mer­kens­wert sind die gro­ßen pas­si­ven Kühl­rip-

pen auf der Rück­sei­te der Kon­so­le: Sie ist 100% pas­siv ge­kühlt und ar­bei­tet ab­so­lut laut­los, kein Lüf­ter­ge­räusch stört das Ar­bei­ten. Dies ist be­son­ders wich­tig bei der Plat­zie­rung der mo­bi­len Saal­kon­so­le im Zu­schau­er­raum. Ein Fak­tum, dass die we­nigs­ten Her­stel­ler er­fül­len!

Kaum Schwie­rig­kei­ten bei der Ein­rich­tung des neu­en Se­tups

Zur Ein­rich­tung Mar­tin Plöt­zen­eder: „Das Dan­te-se­t­up lief prompt. Schwie­rig­kei­ten gab es kaum. Mit Clea­ro­ne, dem ame­ri­ka­ni­schen Her­stel­ler der Con­ver­ge-misch-ma­trix war ei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on zur In­be­trieb­nah­me des Ge­rä­tes er­for­der­lich. Ich füh­re das zu­rück auf den Um­stand, dass die Firm­ware im Ge­rät ei­ne 1.0-Ver­si­on ist. Aber das war es dann auch schon.“Schließ­lich woll­ten wir von Ton­chef Müll­ner wis­sen, wie der Show-file-trans­fer von ei­nem SSL-PULT auf das an­de­re ge­löst wur­de. Ei­ne ge­for­der­te Be­triebs­ver­si­on der Pul­te war laut Aus­schrei­bung, die Show auf ei­nem Pult zu be­gin­nen und auf dem an­de­ren fort­zu­set­zen. „So ei­ne Lö­sung lä­ge doch netz­werk­tech­nisch be­stimmt nicht ein­fach auf der Stra­ße her­um?“, mut­maß­ten wir. Da­vid Müll­ner ant­wor­tet schmun­zelnd: „Mit ei­nem Usb-stick.“

Fa­zit

Die Neu­in­stal­la­ti­on des Burg­thea­ter-ton­sys­tems wur­de in­ner­halb des vor­ge­ge­be­nen Kos­ten­rah­mens und der vor­ge­ge­be­nen Ein­bau­zeit er­folg­reich durch­ge­führt – nicht selbst­ver­ständ­lich in die­ser Grö­ßen­ord­nung. Die Ton­crew be­wies bei den Vor­ar­bei­ten (wie dem Glas­fa­ser-ein­zug) und bei der For­mu­lie­rung der Aus­schrei­bung Weit­sicht. Die Fir­ma Klang­far­be hat ge­mein­sam mit den Su­b­un­ter­neh­mun­gen Rautsch­ka Au­dio und Tho­mann Pro­fes­sio­nal die An­for­de­run­gen ent­spre­chend um­ge­setzt. Der Er­halt der ana­lo­gen Ver­ka­be­lun­gen ist bei­spiel­haft – ein Pro­jekt, bei dem die To-do­lis­te bis zum En­de pro­fes­sio­nell ab­ge­ar­bei­tet wur­de.

Und wie kommt die Ton­crew in der täg­li­chen Ar­beit am Pult klar? „Die T-se­rie-pul­te sind von al­len Pul­ten, die je hier wa­ren, die über­sicht­lichs­ten und selbst­er­klä­rends­ten“, so Chris­ti­an Strnad. Jür­gen Leut­geb fin­det „ ... schön, dass es vie­le ver­schie­de­ne Her­an­ge­hens­wei­sen gibt. Ich ha­be mei­ne Work­flows, die ich mir auf an­de­ren Pul­ten an­ge­wöhnt hat­te, auf die­ses Pult mit­neh­men kön­nen.“Rai­mund Hor­nich fin­det „... die Au­to­ma­ti­sa­ti­on die mit Ab­stand am ein­fachs­ten zu hand­ha­ben­de“und Phil­ipp Böm­ber­ger er­gänzt: „Das Sslsys­tem klingt aus­ge­spro­chen mu­si­ka­lisch und lässt bei EQ und Kom­pres­sor auch ex­tre­me Ein­stel­lun­gen zu. Au­ßer­dem er­mög­licht uns die Qu­e­ry-funk­ti­on ei­nen sehr schnel­len Mo­ni­tor­mix.“Ton­chef Müll­ner macht ein Schluss-state­ment: „Ein ech­ter Ge­winn an Klang­qua­li­tät und Fle­xi­bi­li­tät bei zu­gleich höchst­mög­li­cher Be­triebs­si­cher­heit, die tat­säch­li­che Um­set­zung stimmt zu 99,9% mit der Pla­nung über­ein. Und seit dem 1. Sep­tem­ber 2017 ist das Sys­tem im Dau­er­ein­satz und funk­tio­niert klag­los!“

Das schöns­te Kom­pli­ment ha­be man aber durch Au­ßen­ste­hen­de er­hal­ten: „Ach so, ihr habt um­ge­baut? Ha­ben wir ha­ben gar nicht be­merkt.“Es löst da­mit ei­ne (er­hoff­te) Pla­nungs­prä­mis­se ein: „Das Sys­tem­de­sign ist so an­ge­legt, das es of­fen ist und mit­wach­sen kann. An­for­de­run­gen und Ar­beits­wei­sen än­dern sich mit der Zeit und das Sys­tem hat dies in ge­wis­ser Wei­se mit­zu­ma­chen. Wir ent­wi­ckeln durch die SSL-PULT- und die Dan­te-sys­tem­ar­chi­tek­tur neue Ar­beits­wei­sen und Ab­läu­fe. Dank Dan­te sind wir auch in ge­wis­ser Hin­sicht un­ab­hän­gi­ger. Wir kön­nen das Sys­tem pro­blem­los um Kom­po­nen­ten er­wei­tern, die wir für ei­ne Pro­duk­ti­on oder ei­nen Work­flow am ge­eig­nets­ten hal­ten.“

Ton­chef Müll­ner der Haupt-re­gie am Pult in

Klang­far­be-block­schalt­bild des Dan­te-netz­wer­kes links und rechts je vier Dan­te-an­schluss­punk­te (in Form von vier Käs­ten), in der Mit­te oben die zen­tra­len Swit­ches, dar­un­ter (im glei­chen Ma­schi­nen­raum-rack) der 9. An­schluss­punkt (für al­le Dan­te-tln im Ma­schi­nen­raum) – in vol­ler Auf­lö­sung auf un­se­rer Web­site www.production-part­ner.de

Ei­ne der neun An­schluss­stel­len mit Swit­ches, Ssl-an­schluss­mo­dul und Patch­bays der lo­ka­len Ge­rä­te

Rack im Ma­schi­nen­raum als wei­te­re An­schluss­stel­le und die Stern-punkt-swit­ches

Funk­emp­fän­ger und ei­ne der Amp-ci­tys

Re­mo­te-fa­derwing mit Touch-pc und Dan­te Pho­nes-mo­dul

Mo­bi­le Sta­ge­box mit Ssl-in­put- und Ya­ma­ha-out­put-mo­dul

Ton­stu­dio mit DM 1000, Re­cor­ding-pc und Dan­te-an­schluss-schrank

Pro­ces­sor En­gi­nes mit den Misch-ma­trixen und dem En­gi­n­e­umschal­ter

Mo­bi­les Pult im Zu­schau­er­raum

Si­gnal­we­ge in der T-se­rie (Ssl-gra­fik)

16er-fa­der-ti­le mit Be­dien­sek­ti­on über den Fa­dern, dar­über der un­te­re Rand ei­nes Touch-screens (Fo­to: Rein­hard Ma­xi­mi­li­an Wer­ner)

Such­be­grif­fe in der Con­so­le-an­zei­ge

Qu­el­len­an­zei­ge „Mi­kro­ports“(Sen­destre­cken)

Neu­er schall­dich­ter Ge­rä­te­raum in der Ton­re­gie, zu­gleich ei­ne der neun Dan­te-an­schluss-stel­len

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