Re­port: Sa­nie­rung im Kon­zert Thea­ter Bern

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Ganz neu er­strah­len der denk­mal­ge­schütz­te Thea­ter­saal und die his­to­ri­schen Räu­me des Kon­zert Thea­ters Bern nach der Sa­nie­rung. Da­zu ge­hör­te auch die Er­neue­rung der Laut­spre­cher­an­la­ge für den Zu­schau­er­be­reich des Thea­ter­saals mit Laut­spre­chern von See­burg Acoustic Li­ne, ei­ne neue Au­dio­in­fra­struk­tur und Pul­te mit Sta­ge Tec Ne­xus und Au­rus so­wie raum­akus­ti­sche Maß­nah­men.

Es ist wirk­lich ein Glanz, der auf die um­fang­rei­che Sa­nie­rung des Kon­zert Thea­ters Bern hin­weist: In­ten­siv glän­zen­des Gold, strah­lend ro­te Sit­ze, der frisch po­lier­te Mar­mor in den Foy­ers. Und das ist auch ge­wollt, denn im denk­mal­ge­schütz­ten Ge­bäu­de war das his­to­ri­sche Er­schei­nungs­bild zu er­hal­ten. Gleich­zei­tig soll­te das Thea­ter tech­nisch auf den neus­ten Stand ge­bracht und für ver­schie­de­ne Nut­zun­gen op­ti­miert wer­den – der Na­me

„Kon­zert Thea­ter Bern“spie­gelt die Band­brei­te wie­der. Wie his­to­ri­sche Bau­sub­stanz, denk­mal­pfle­ge­ri­sche Akri­bie und mo­der­ne Tech­nik in Ein­klang ge­bracht wur­den, ließ sich bei un­se­rem Be­such des Thea­ters er­le­ben. Nicht nur beim Rund­gang mit Bru­no Be­nedet­ti (Lei­ter Au­dio/vi­deo des Kon­zert Thea­ters Bern), Bo­ris Ba­lin (Fach­pla­ner Av-tech­nik im Auf­trag der Büh­nen­pla­nung Wal­ter Kott­ke In­ge­nieu­re Gm­bh) und Win­fried See­burg (Ge­schäfts­füh­rer und Ent­wick­ler See­burg Acoustic Li­ne) gab es Ge­le­gen­heit, hin­ter die Ku­lis­sen zu schau­en. Bei der Pro­duk­ti­on von „Kra­bat“, ei­nem Mär­chen mit Mu­sik, war die Tech­nik auch live zu er­le­ben.

Thea­ter­saal – his­to­risch und mul­ti­funk­tio­nal

Das Ge­bäu­de stammt aus dem Jah­re 1903, und in die­se Zeit fühlt man sich beim Be­tre­ten des Thea­ters und des Saals auch zu­rück­ver­setzt: Die Brüs­tun­gen der Lo­gen und drei halb­run­den Rän­gen, die ro­ten Sit­ze und die Be­ma­lung der De­cke sind ent­we­der his­to­risch und de­tail­ge­treu re­stau­riert oder – wie im Fal­le der Be­stuh­lung – kom­plett neu, aber mit der pas­sen­den epo­cha­len Wir­kung.

Raum­akus­tik

An­de­re Maß­nah­men sind gar nicht sicht­bar, z. B. der jetzt kon­vex ge­wölb­te Ab­schluss der Rück­wän­de im Par­kett und den Rän­gen. Sie sind kom­plett hin­ter Stoff „ver­steckt“, so dass sie nur akus­tisch wahr­zu­neh­men sind. Und zwar sehr po­si­tiv, wie Bru­no Be­nedet­ti be­rich­te­te: „Die schall­har­ten Rück­wän­de in der huf­ei­sen­för­mi­gen An­ord­nung ha­ben frü­her zu sehr stö­ren­den akus­ti­schen Ef­fek­ten ge­führt. Die Fo­kus­sie­rung brach­te ei­ne un­gleich­mä­ßi­ge Schall­ver­tei­lung und durch Wech­sel­wir­kun­gen u. a. mit der Un­ter­sei­te der Rän­ge ent­stan­den an ei­ni­gen Stel­len Phan­tom­quel­len, die die gan­ze Or­tung durch­ein­an­der brach­ten. Büh­nen­er­eig­nis­se wur­den zum Teil aus ei­ner völ­lig fal­schen Rich­tung wahr­ge­nom­men.“Dank der ca. 1 m brei­ten kon­vex ge­form­ten „Lin­sen“wird die akus­tisch pro­ble­ma­ti­sche Huf­ei­sen­form in ein­zel­ne schall­streu­en­den Ele­men­te auf­ge­löst. Sie tra­gen zur Gleich­mä­ßig­keit des Schall­felds bei, oh­ne dass vi­su­ell das his­to­ri­sche Huf­ei­sen auf­ge­ge­ben wor­den ist.

Wei­te­re Maß­nah­men be­tref­fen die Pro­sze­ni­um­lo­gen und den Be­reich vor der Por­tal­brü­cke über dem Orches­ter­gra-

ben. U. a. sor­gen Schall­se­gel für ei­ne Op­ti­mie­rung der Schall­len­kung für Mu­si­ker und Pu­bli­kum. So wird z. B. ei­ner Fo­kus­sie­rung durch die kon­kav ge­wölb­te De­cke mit der pracht­vol­len Ma­le­rei ent­ge­gen­ge­wirkt. Auch der Orches­ter­gra­ben mit zwei Grö­ßen­va­ri­an­ten – ab­ge­se­hen vom ganz ge­schlos­se­nen und mit Sit­zen über­bau­ten Zu­stand – wur­de akus­tisch op­ti­miert. Zu den Maß­nah­men ge­hö­ren ein spe­zi­el­ler Hohl­bo­den und La­mel­len an der Front­wand, die die Schal­len­kung aus dem Orches­ter­gra­ben her­aus ver­bes­sern. Vom raum­akus­ti­schen Ein­druck her wirkt der Thea­ter­saal jetzt ty­pisch für ein Mehr­spar­ten­haus mit mo­de­ra­ten Nach­hall­zei­ten.

Klas­si­sche Kon­zer­te und Live-mu­sik

Seit 2011 sind das Ber­ner Sym­pho­nie­or­ches­ter und das Stadt­thea­ter Bern in ei­ner ge­mein­sa­men Stif­tung zu­sam­men­ge­fasst – der Stif­tung Kon­zert Thea­ter Bern. So fin­den re­gel­mä­ßig Kon­zer­te im Stadt­thea­ter statt und ne­ben dem Orches­ter­gra­ben ist auch die Büh­ne plan­mä­ßi­ger Ar­beits­ort der Mu­si­ker. Um auch hier die Be­din­gun­gen zu op­ti­mie­ren, wur­den „mo­bi­le Kon­zert­zim­mer“ge­schaf­fen, die auf der Büh­ne auf­ge­baut wer­den, mit bis zu sechs Me­ter ho­hen Sei­ten­wän­den und De­cke. Je nach Stil und An­zahl der Mu­si­ker gibt es zwei Va­ri­an­ten, die grö­ße­re ist für bis zu 100 Mu­si­ker kon­zi­piert.

Zu­dem wird nicht nur bei Pro­duk­tio­nen wie Kra­bat im Saal elek­tro­akus­tisch ver­stärk­te Live-mu­sik prä­sen­tiert. „Vor der Sa­nie­rung gab es ei­ne Zu­sam­men­ar­beit mit dem Ber­ner Jazz­fes­ti­val“, be­rich­te­te Bru­no Be­nedet­ti. „Die Ga­la­kon­zer­te fan­den im Thea­ter statt. Viel­leicht fin­det in na­her Zu­kunft auch wie­der ei­ne Zu­sam­men­ar­beit mit den Ma­chern des Fes­ti­vals statt.“Da die Ton­re­gie mit ih­rer Po­si­ti­on mit­tig im An­schluss an den 2. Rang und mit ge­schlos­se­ner Schei­be zum Thea­ter­saal nicht die pas­sen­den Ar­beits­be­din­gun­gen für das Mi­schen von Live-mu­sik schaf­fen, ist ein Foh-platz im hin­te­ren Be­reich des Par­ketts vor­ge­se­hen. Bei­de Plät­ze sind mit iden­ti­schen Kon­so­len aus­ge­stat­tet: mit zwei Au­rus-kon­so­len von Sta­ge Tec.

Schau­spiel, Tanz und Mu­sik­thea­ter ge­hö­ren na­tür­lich auch zum Re­per­toire des Kon­zert Thea­ters. Mit all den An­for­de­run­gen, die ein Mehr­spar­ten-spiel­be­trieb mit sich bringt – In­ter­com, Ef­fekt­ein­spie­lun­gen, Ein- und Aus­spei­sungs­punk­ten an un­ter­schied­li­chen Po­si­tio­nen etc. Die ent­spre­chen­de ton­tech­ni­sche In­fra­struk­tur schafft ein Sta­ge Tec Ne­xus mit Star-rou­ter.

Laut­spre­cher – in je­der Hin­sicht viel­fäl­tig

Bru­no Be­nedet­ti ar­bei­tet schon lan­ge im Haus und kann­te da­her die Tü­cken des al­ten Saals. Ge­ra­de die nicht so prä­zi­se ver­ti­ka­le Ab­strah­lung von Punkt­schall­quel­len schien ur­säch­lich für ei­ni­ge Pro­ble­me wie z. B. Rück­kopp­lun­gen ver­ant­wort­lich zu sein. Da lag der Um­stieg auf Li­ni­en­quel­len mit ei­ner kon­trol­lier­ten Ver­ti­ka­len na­he. Die Wahl fiel auf Laut­spre­cher der Gl-se­rie von See­burg Acoustic Li­ne. Die­se be­inhal­ten so­zu­sa­gen zwei Laut­spre­cher­li­ni­en: ei­ne Li­nie mit vier 6,5"-Trei­bern und ei­ne vor­ge­setz­te Li­nie mit 16 horn­ge­führ­ten 1"-Trei­bern. Ziel­set­zung die­ser Horn­for­men ist nicht nur das Ver­hal­ten ei­ner Zy­lin­der­wel­le in der Ver­ti­ka­len zu emu­lie­ren. Sie sol­len auch in der Ho­ri­zon­ta­len für ei­ne gleich­mä­ßig brei­te Ab­strah­lung von 100° sor­gen und der Bün­de­lung zu ho­hen Fre­quen­zen ent­ge­gen­wir­ken. Durch die vier 6,5"-Trei­ber kön­nen die GL 16 auch den un­te­ren Fre­quenz­be­reich bis ca. 80 Hz be­die­nen.

Die­ser brei­te Fre­quenz­be­reich und die kon­trol­lier­te Ab­strah­lung wa­ren Ar­gu­men­te für die Laut­spre­cher, de­ren Brei­te trotz ge­ra­de mal 19 cm nicht auf all­ge­mei­ne Ge­gen­lie­be bei Denk­mal­schutz und De­sign stieß: Sie sind na­tür­lich – wenn auch schlank und de­zent – vor dem gol­de­nen Por­tal sicht­bar. Fach­lich ar­gu­men­tie­rend leg­te Bo­ris Ba­lin dar, war­um to­nal und von der Ab­strah­lung her die GL die rich­ti­ge Wahl wa­ren und schma­le­re Laut­spre­cher nicht in Fra­ge kä­men – und konn­te über­zeu­gen. Die GL sind jetzt an son­der­an­ge­fer­tig­ten Hal­te­run­gen mon­tiert, mit de­nen sie vor den Pro­sze­ni­um­lo­gen hän­gen und zu War­tungs­zwe­cken in die Lo­ge ge­schwenkt wer­den kön­nen. Das Par­kett ver­sor­gen rechts und links po­si­tio­niert je­weils ei­ne Kom­bi­na­ti­on aus GL 16c und GL 8c, die leicht ge­krümmt ver­ti­kal den pas­sen­den Ab­strahl­win­kel für das Par­kett ha­ben. Nur die ers­ten Rei­hen, die bei ge­schlos­se­nem Orches­ter­gra­ben ent­ste­hen, wer­den nicht op­ti­mal ver­sorgt. Für die­ses Nah­feld wer­den die klei­nen See­burg i4 (4"-Breit­band­laut­spre­cher) ein­ge­setzt. Sie sind in die Stahl­kon­struk­ti­on der Büh­nen­brüs­tung ein­ge­baut. Für je­den der drei Rän­ge sind die ge­ra­den Va­ri­an­ten GL 16i zu­stän­dig, wo­bei sich die Li­ni­en rechts und links mit ei­ner Län­ge von 1,4 m je­weils aus zwei GL 16i zu­sam­men­set­zen. Die GL sind in ih­rer ak­ti­ven Va­ri­an­te mit in­te­grier­tem Ver­stär­ker in­stal­liert. Sub­woo­fer Ksub 1801 im vor­de­ren Sei-

ten­be­reich des Par­ketts und in den Ni­schen ne­ben den Gl­sys­te­men un­ter­stüt­zen die­se im Tief­ton­be­reich. Dar­über hin­aus brau­chen die GL auch bei Pro­duk­tio­nen wie Kra­bat mit Live-band und durch­aus an­spruchs­vol­len Pe­geln kei­ne wei­te­re Un­ter­stüt­zung. Um aber auch für Kon­zer­te mit An­for­de­run­gen an ein kon­zert­üb­li­ches Laut­spre­cher-set­ting ge­rüs­tet zu sein, gibt es ein zen­tra­les Li­ne-ar­ray-sys­tem be­ste­hend aus elf Ga­leo S. Ge­flo­gen wer­den auch vier Ga­leo S Sub – se­pa­rat von den Ga­leo S mit ei­ge­nem Flug­sys­tem. Da­mit die Laut­spre­cher so sel­ten wie mög­lich das his­to­ri­sche Er­schei­nungs­bild be­ein­träch­ti­gen, wer­den sie nur bei Be­darf auf­ge­fah­ren. Für Sur­round-ef­fek­te sind in den Saal­wän­den und den Lo­gen 32 Tan­noy 8"-Ein­bau­laut­spre­cher in­te­griert. Sie zeich­nen sich u. a. durch ih­re ge­rin­ge Ein­bau­tie­fe aus und konn­ten in die kon­ve­xen Dif­fu­sor­flä­chen ein­ge­baut wer­den.

Laut­spre­cher auf der Büh­ne

Auf der Büh­ne gibt es Laut­spre­cher mit un­ter­schied­li­chen Auf­ga­ben. Da­zu ge­hö­ren u. a. zwei kur­ze Li­ni­en aus je­weils vier Ga­leo S, die ober­halb der Por­tal­brü­cke die Büh­ne z. B. mit Ein­spie­lun­gen ver­sor­gen kön­nen. Sie kom­men u. a. bei Opern zum Ein­satz, um den Orches­ter­klang auf der Büh­ne für die Sän­ger zu ver­bes­sern. Ei­ne Be­son­der­heit ist die in­di­rek­te Büh­nen­be­schal­lung, die mit kräf­ti­gem Bass ober­halb der Büh­ne mon­tiert ist. Sie strahlt in den Büh­nen­turm. „Wir setz­ten sie für Ef­fek­te ein, die von der Büh­ne wahr­ge­nom­men wer­den sol­len“, be­rich­te­te Bru­no Be­nedet­ti. „In Kra­bat un­ter­stützt das Sys­tem z. B. den Auf­tritt des Zau­be­rers. Die Or­tung ist un­ab­hän­gig vom Sitz­platz, der Klang kommt von der Büh­ne. Dies schafft ei­ne na­tür­li­che Rä­um­lich­keit und Tie­fen­staf­fe­lung, die un­ab­hän­gig vom Büh­nen­bild ist. Zu­sam­men mit der di­rek­ten Büh­nen­be­schal­lung an der Büh­nen­rück­wand ent­ste­hen so viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten, Or­tung und Tie­fen­staf­fe­lung für die Zu­schau­er zu ge­stal­ten.“Da­bei kom­men auf der Büh­ne Laut­spre­cher von d&b zum Ein­satz, u. a. auch an der Ga­le­rie und den Portal­tür­men.

Wenn auf der Büh­ne ei­ne kon­zert­taug­li­che Be­schal­lung be­nö­tigt wird, so kann das Li­ne-ar­ray Ga­leo S auch in ei­ner L/rauf­tei­lung vor der Büh­nen­rück­wand auf­ge­hängt wer­den.

Ver­net­zung – Ne­xus sorgt für den Si­gnal­aus­tausch

Ne­ben der Si­gnal­ver­tei­lung zu den un­ter­schied­li­chen Laut­spre­cher­po­si­tio­nen sorgt ein Ne­xus-sys­tem von Sta­ge Tec für die Ver­bin­dung zwi­schen Büh­ne und den bei­den Misch­pult­po­si­tio­nen in der Ton­re­gie und im Saal. Zen­tra­les Ele­ment ist die Ma­trix- und Dsp-ein­heit Ne­xus Star, an die zur Be­die­nung die Sta­ge­tecs Au­rus-pul­te in der Re­gie und im Saal an­ge­bun­den sind. Letz­te­res wird tem­po­rär im Par­kett un­ter dem ers­ten Rang auf­ge­baut, wenn es bei ei­ner Pro­duk­ti­on oder ei­nem Kon­zert be­nö­tigt wird.

An den Ne­xus Star sind fünf Ne­xus-ba­sis­ge­rä­te an­ge­schlos­sen: Das Ers­te sorgt in der Ton­re­gie für die Au­di­o­schnitt­stel­len, u. a. für die Ein­spei­sung von Si­gna­len vom Zu­spiel­sys­tem Qlab per MADI. Zwei Ba­sis­ein­hei­ten sind in ei­nem Zwi-

schen­bo­den je­weils rechts und links in Büh­nen­nä­he plat­ziert. Die lin­ke Ein­heit ver­sorgt die Sur­round-laut­spre­cher im Saal, die Laut­spre­cher der Büh­ne und Orches­ter­gra­ben so­wie wei­te­re Mit­hör­ein­hei­ten. Die­se Ne­xus be­sitzt auch ei­ne Dan­te­schnitt­stel­le. Die rech­te Ba­sis­ein­heit hat ein­gangs­sei­tig die Ein­gän­ge der draht­lo­sen Mi­kro­fo­ne, der In­spi­zi­en­ten­an­la­ge und Mit­hör-mi­kro­fo­ne an der Büh­ne und im Orches­ter­gra­ben, die zu­nächst an ei­ner Ya­ma­ha DME64 an­lie­gend zu­sam­men­ge­fasst und dann ins Ne­xus-sys­tem ein­ge­speist wer­den. An die Ba­sis­ein­heit sind auch zwei wei­te­re mo­bi­le Ein­hei­ten mit je­weils 24 Mi­kro­fon­ein­gän­gen und acht ana­lo­gen Aus­gän­gen an­ge­bun­den, die ja nach Be­darf auf der Büh­ne plat­ziert wer­den. Die Ba­sis­ein­heit für die Si­gnal­zu­lei­tung zu den meis­ten Laut­spre­cher­sys­te­men ist im Rol­len­bo­den plat­ziert. Sie be­inhal­tet u. a. ei­ne XDSP-KAR­TE, die für die An­pas­sung der Laut­spre­cher sorgt. Ei­ne wei­te­re Ba­sis­ein­heit ist im Ton­stu­dio des Thea­ters, so dass Auf­nah­me­si­gna­le di­rekt dort­hin ge­lie­fert wer­den kön­nen.

Auch wenn Ne­xus schon lan­ge in Bern zum Ein­satz kommt, so muss­te das Sys­tem doch auf­grund neu­er An­for­de­run­gen, Ka­bel­we­ge, etc. mehr als nur über­ar­bei­tet wer­den – ca. 95% der Ne­xus-kom­po­nen­ten sind neu. Auf die Fra­ge, war­um die Ent­schei­dung für das Ne­xus-sys­tem fiel, sag­te Bru­no Be­nedet­ti: „Ne­xus über­zeugt mit sei­ner Qua­li­tät, Funk­tio­na­li­tät, Sta­bi­li­tät und An­pas­sungs­fä­hig­keit. Die­se Ei­gen­schaf­ten sind im Thea­ter sehr wich­tig. Für mich ist es ein fle­xi­bles, zu­ver­läs­si­ges Werk­zeug, mit dem ich um die 20 Jah­re oh­ne Pro­ble­me ar­bei­te.“

Kra­bat – Bei­spiel für den Ein­satz der Au­dio­tech­nik

Live-band, Ge­sang und Ef­fek­te be­rei­cher­ten das Mär­chen Kra­bat. Da­bei war die Band zen­tra­ler Be­stand­teil des Büh­nen­ge­sche­hens: Dank Ne­xus-ba­sis­ein­heit auf ei­nem Roll­ri­ser konn­ten Schlag­zeug und Ver­stär­ker recht ein­fach an die je­weils pas­sen­de Po­si­ti­on im Büh­nen­bild ge­rollt wer­den – es gab nur ei­ne Lwl-ver­bin­dung und nicht vie­le lan­ge Ka­bel oder Sna­ke, die mit dem Ri­ser zu be­we­gen wa­ren.

Ein­drucks­voll un­ter­mal­te die in­di­rek­te Büh­nen­be­schal­lung das Spek­ta­kel z. B. beim Auf­tritt des er­zürn­ten Zau­be­rers, der dank zwei­er Sub­woo­fer d&b B2 den Saal zum Be­ben bringt. Da­bei stimm­ten Po­si­ti­on des Zau­be­rers und Hör­ein­druck über­ein. Die See­burg GL sorg­ten da­für, dass die Hand­lung ver­ständ­lich und klang­lich neu­tral über­tra­gen wur­de – egal ob es sich um Dia­lo­ge, Ge­s­angs­ein­la­gen oder Band­pas­sa­gen han­del­te. Bei Kra­bat wur­de von der Mög­lich­keit Ge­brauch ge­macht, im Saal sit­zend zu mi­schen – ein Vor­teil oder gar ei­ne Not­wen­dig­keit bei so viel­sei­ti­gem Ge­sche­hen mit Band, Sän­gern und spe­zi­el­len Ef­fek­ten auf der Büh­ne

Ne­ben­räu­me – mit Stu­dio und Ver­an­stal­tungs­sä­len

Nicht un­er­wähnt blei­ben sol­len die wei­te­ren ton­tech­nisch in­ter­es­san­te Räu­me im Kon­zert Thea­ter Bern. So gibt es im Un­ter­ge­schoss ein Ton­stu­dio mit Re­gie, Spre­cher­ka­bi­ne und Chor­saal, der auch für Auf­nah­men ge­nutzt wird. Um bei der Fest­le­gung der Ab­tast­ra­te fle­xi­bel zu blei­ben, be­sitzt die Ton­re­gie zwei Ne­xus Ba­sis­ein­hei­ten: die ei­ne ist an den Star-rou­ter des Thea­ter­saal an­ge­schlos­sen, die an­de­re stellt die Schnitt­stel­len zu all den Ge­rät­schaf­ten im Stu­dio­be­reich. Ver­bun­den sind bei­de Ba­sis­ein­hei­ten über MADI.

Das his­to­ri­sche Am­bi­en­te macht auch den klei­nen Saal im Foy­er zu ei­nem in­ter­es­san­ten Ort für Ver­an­stal­tun­gen. Hier kön­nen rechts- und links­sei­tig auf­ge­stellt ei­ne See­burg L8j mit G-sub 1201 für die Be­schal­lung sor­gen. Die ton­tech­ni­schen Ge­rät­schaf­ten – Draht­losan­la­ge, Zu­spie­ler, Ya­ma­ha Tfrack zum Mi­schen, etc. – sind in ei­ner Wand­ni­sche mit Tür ver­steckt. Das Tf-rack er­mög­licht nicht nur das Mi­schen von ei­nem Touch­screen aus, es ent­hält auch ei­ne Dan­te-schnitt­stel­le für den Aus­tausch von Si­gna­len mit an­de­ren Dan­te-ge­rät­schaf­ten im Haus.

Die va­ria­bel zu nut­zen­de Man­sar­de mit mo­bi­ler Büh­ne be­fin­det sich im 3. Ober­ge­schoss des Hau­ses. Hier sind u. a. zwei See­burg GL16 zur Be­schal­lung in Längs­rich­tung auf­ge­hängt. Da­mit der Bass bei Än­de­run­gen der Büh­nen­po­si­ti­on nicht im Weg ist, wur­den vier G-sub 1501 an der De­cke mon­tiert. Zur Qu­er­be­schal­lung – z. B. bei Bar­be­trieb und Tanz­flä­che – kön­nen die je vier seit­lich mon­tier­ten A1 ge­nutzt wer­den. Mit Ya­ma­ha CL5 als Misch­pult und Rio-sta­ge­bo­xen ba­siert der di­gi­ta­le Si­gnal­aus­tauch auf Dan­te. So­mit kön­nen die Si­gna­le von der Man­sar­de eben­falls in an­de­re Be­rei­che des Hau­ses mit Dan­te-an­bin­dung ge­lei­tet wer­den.

Kon­zert Thea­ter Bern Akus­tik-hilfs­mit­tel Mit den Schall­se­geln wird ei­ner Fo­kus­sie­rung durch die kon­kav ge­wölb­te De­cke ent­ge­gen­ge­wirkt

Text: Chris­tia­ne Ban­gert | Fo­tos: See­burg Acoustic Li­ne (1), Chris­tia­ne Ban­gert

Ton auf der Büh­ne Zwei Li­ni­en aus je­weils vier Ga­leo über der Por­tal­brü­cke ver­sor­gen die Darstel­ler mit den be­nö­tig­ten Ein­spie­lun­gen

Roll­ri­ser mit Band-equip­ment und ei­ge­ner Ne­xus-ba­sis­ein­heit, der an die pas­sen­de Po­si­ti­on im Büh­nen­ge­sche­hen ge­rollt wer­den kann

Leicht ge­krümm­te See­burg Acoustic Li­ne GL 16c und GL 8c zur Be­schal­lung des Par­ketts

Vor den Pro­sze­ni­um­lo­gen Die See­burg Acoustic Li­ne Gl-li­ni­en kön­nen auf­grund spe­zi­el­ler Hal­te­run­gen zu War­tungs­zwe­cken in die Lo­gen ge­schwenkt wer­den

Gl-laut­spre­cher auf der Büh­ne mit vier 6,5"-Trei­bern und ei­ner vor­ge­setz­ten Li­nie aus 16 horn­ge­führ­ten 1"-Trei­bern

Man­sar­de mit mo­bi­ler Büh­ne aus­ge­stat­tet u. a. mit zwei See­burg Acoustic Li­ne GL16

See­burg L8j mit G-sub 1201 im klei­nen Saal des Foy­ers

Sta­ge Tec Au­rus-kon­so­le in der Re­gie

Sta­ge Tec Au­rus im Thea­ter­saal

Li­ne-ar­ray Sys­tem mit elf See­burg Ga­leo S und vier Ga­leo S Su­bo

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