LED-TEST: B&S L300 und L400

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Und es gibt sie doch – Schein­wer­fer, die in Deutsch­land pro­du­ziert wer­den. B&S Elek­tro­ni­sche Ge­rä­te Gm­bh aus Braun­schweig hat in Zu­sam­men­ar­beit mit Trend­co die An­for­de­run­gen des Mark­tes an­ge­nom­men und ein in­ter­es­san­tes Led­leuch­ten­paar ent­wi­ckelt.

Au­tor: Her­bert Bern­städt | Fo­tos und Ab­bil­dun­gen: Her­bert Bern­städt, Trend­co (Auf­ma­cher)

B&S ist bis­her noch nicht als Her­stel­ler von Schein­wer­fern in Er­schei­nung ge­tre­ten. In Fach­krei­sen ist das Un­ter­neh­men je­doch ein Be­griff für hoch­wer­tigs­te fli­cker­freie Vor­schalt­ge­rä­te. Vor al­lem im Be­reich Mes­se ist in den letz­ten Jah­ren ver­mehrt die Nach­fra­ge nach hoch­wer­ti­gen Led-al­ter­na­ti­ven zu den kon­ven­tio­nel­len Ent­la­dern zu ver­neh­men. Die Kri­te­ri­en und An­for­de­run­gen in die­sem Be­reich sind je­doch sehr hoch, so dass vie­le Led-schein­wer­fer die­se nicht er­fül­len kön­nen – das An­ge­bot am Markt ist da­her bis­her noch über­schau­bar. Was liegt mit ei­ner lang­jäh­ri­gen Er­fah­rung auf dem Ge­biet der Elek­tro­nik und Ver­an­stal­tungs­tech­nik nä­her, als ge­nau für die­se Lü­cke ei­ne kom­pak­te Leuch­te zu ent­wi­ckeln, die form­schön, zu­ver­läs­sig, leicht und nicht zu­letzt mit qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gem Licht und or­dent­li­chem Out­put auf­war­ten kann. An­fra­gen und der Aus­tausch mit Kun­den wa­ren schluss­end­lich aus­schlag­ge­bend für die Ent­wick­lung der bei­den Va­ri­an­ten L 300 und L 400 – ei­ne Ver­si­on für hoch­wer­ti­ges Weiß­licht und ei­ne zwei­te Va­ri­an­te für Far­ben.

Led-en­gi­ne: smar­te Aus­rich­tung und Be­stü­ckung

Bei der Weiß­licht­lam­pe han­delt es sich um die L 400 Va­riw­hi­te: Wie es der Na­me be­reits ver­rät, wer­den ca. 400W, ge­nau­er 450 VA von der Leuch­te auf­ge­nom­men und an warm- und kalt­wei­ße LEDS ver­teilt. Mit der Wahl der wei­ßen Licht­far­ben sind auch die mög­li­chen Farb­tem­pe­ra­tur­ab­stu­fun­gen des Va­riw­hi­te de­fi­niert. Mit 20.000 Schrit­ten lässt sich die Farb­tem­pe­ra­tur zwi­schen 2.700K und 6.500K ein­stel­len. Für das far­bi­ge Licht sorgt die L 300 Co­lor: Hier sind es 300VA, die auf Rgbw-mul­ti­chips ver­teilt wer­den. Be­mer­kens­wert ist die un­ter­schied­li­che Aus­rich­tung der Led-chips auf der Pla­ti­ne. Zum ei­nen sind die ein­zel­nen Chips je­weils zu­ein­an­der um 90° ge­dreht, so dass

die Ein­zel­far­ben nicht im­mer in der glei­chen Ecke lie­gen, zum an­de­ren sind die Chips selbst auch noch mal um 15° und 30° ge­dreht auf der Haupt­pla­ti­ne po­si­tio­niert, um ei­ne bes­se­re Durch­mi­schung der Far­ben zu er­rei­chen. So hat man al­lei­ne schon mit der Aus­rich­tung der Rgbw-mul­ti­chips für ein ho­mo­ge­ne­res Licht­feld ge­sorgt.

Wie es sich für ein Pro­dukt mit Pre­mi­um-an­spruch ge­hört, wer­den die LEDS im sehr en­gen Bin­ning ge­or­dert und noch ein­mal se­lek­tiert. Dar­über hin­aus wird das Sys­tem bei B&S über die An­steue­rung ka­li­briert. Da­mit ist si­cher­ge­stellt, dass auch bei Ver­wen­dung vie­ler Ge­rä­te das Licht, wie z. B. auf ei­nem gro­ßen Mes­se­stand, eben in der glei­chen Licht­far­be bzw. Far­be leuch­tet. Ne­ben der Ka­li­brie­rung, wel­che man als Ser­vice auch noch nach Jah­ren im Werk wie­der­ho­len las­sen kann, sind die an­ge­wen­de­ten Kom­pen­sa­ti­ons­al­go­rith­men von gro­ßer Be­deu­tung, um der Al­te­rung und den Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­den wirk­sam ent­ge­gen zu tre­ten.

Hard­ware

Bei na­he­zu je­dem Griff ist die so­li­de Wert­ar­beit zu spü­ren. Die auf Alu­mi­ni­um­ba­sis ge­fer­tig­te Led-trä­ger­pla­ti­ne sitzt plan auf ei­nem Kühl­kör­per. Der mit ein we­nig Ab­stand an­ge­brach­te Lüf­ter bläst Luft auf die Kühl­rip­pen, nach­dem die Luft auf den rück­sei­ti­gen Lüf­tungs­schlit­zen an­ge­saugt wur­de und über die Elek­tro­nik­pla­ti­nen den Lüf­ter er­reicht. Die Fol­ge die­ses Auf­baus ist, dass die Pla­ti­nen kei­ne vor­ge­heiz­te Luft ser­viert be­kom­men und so bleibt der hin­te­re Teil der Schein­wer­fer auch nach lan­gem Be­trieb bei­na­he kalt. Rich­tig warm wird der Schein­wer­fer nur im vor­de­ren Teil, wo die Led-en­gi­nes ver­baut sind. Mit dem Blick auf die Hit­ze un­ter­halb der Hal­len­de­cke oder die grund­sätz­lich hö­he­ren Tem­pe­ra­tu­ren im Aus­land, hat man die Küh­lung für ei­nen Um­ge­bungs­tem­pe­ra­tur­be­reich von −20°C bis +50°C aus­ge­legt. Das hat wirk­lich Sel­ten­heits­wert: Die Re­gel ist eher 35°, 40° oder manch­mal auch 45°. Da­bei ist der au­to­ma­tisch ge­steu­er­te Lüf­ter aus 6 Me­tern Ent­fer­nung nicht mehr zu hö­ren. Ei­nen Si­lent Mo­de oder ähn­li­ches sucht man üb­ri­gens ver­geb­lich. Laut Her­stel­ler wur­de dar­auf be­wusst ver­zich­tet, da die Schein­wer­fer spe­zi­ell auf den Ein­satz im Mes­se­all­tag de­signt wur­den.

Ge­hal­ten wer­den die zwei Ge­häu­se­halb­scha­len aus Me­tall so­wie die rück­sei­ti­ge Be­di­en­plat­te mit dem An­schluss­ter­mi­nal über zwei so­li­de Alu-trä­ger, die an dem Led-ba­sis­kühl­kör­per an­ge­bracht sind. Zwi­schen den Trä­gern wer­den die Elek­tro­nik­boards in Sand­wich-an­ord­nung ge­hal­ten, so dass ei­ne best­mög­li­che Luft­durch­strö­mung ge­währ­leis­tet ist.

Wie be­reits an­ge­spro­chen ist der L 300 und L 400 sehr hoch­wer­tig ver­ar­bei­tet und ge­fer­tigt. Ob es die Qua­li­tät der Ma­te­ria­len, die sau­be­re Ver­ka­be­lung per Flach­band­ka­bel oder der gum­mi-ge­puf­fer­te Lüf­ter ist, da gibt es nichts aus­zu­set­zen. Das die Bü­gel­schrau­ben, die den Bü­gel am Ge­häu­se be­fes­ti­gen, noch ein­mal mit seit­lich lie­gen­den Ma­den­schrau­ben ge­si­chert wer­den, ist eben­falls sel­ten. So wird je­doch die si­che­re An­brin­gung des Si­cher­heits­seils an den Bü­gel ge­währ­leis­tet.

Die Op­tik des L 400 Va­riw­hi­te

Die Licht­leis­tung ins­be­son­de­re des L 400 Va­riw­hi­te ist be­acht­lich. Na­tür­lich ist sie bei 2.700K wie auch bei 6.500K nicht so hoch, wie beim Ma­xi­mum von 4.600K,

den­noch be­sticht der L 400 Va­riw­hi­te mit sei­ner Licht­leis­tung. Ein Kri­tik­punkt sind je­doch die mul­ti­plen Schat­ten, die hin­ter ei­nem an­ge­strahl­ten Ob­jekt durch die vie­len räum­lich ge­trenn­ten Licht­quel­len (Kolli­ma­to­ren) ent­ste­hen. Zu den mul­ti­plen Schat­ten kommt noch ei­ne Zwei­far­big­keit hin­zu, wenn man die äu­ße­ren Farb­be­rei­che der 2.700K und 6.500K ver­lässt. Je­des Weiß ver­fügt über ei­nen Kolli­ma­tor, so dass Mehr­fach­schat­ten ent­ste­hen. Da­mit die Far­ben auf den fol­gen­den Bil­dern bes­ser in­ter­pre­tiert wer­den kön­nen, wur­de der Weiß­ab­gleich der Ka­me­ra auf 5.600K kon­stant ein­ge­stellt. Dem­nach wird 3.200K als Warm­weiß bis röt­lich dar­ge­stellt, 6.500K mehr bläu­lich und nur 5.600K wird als rei­nes Weiß wie­der­ge­ge­ben.

Op­tik L 300 Co­lor

Da der L 300 Co­lor den RGBW-CHIP un­ter ei­nem Kolli­ma­tor plat­ziert und die­ser so auf­ge­baut ist, dass best­mög­lich be­reits ei­ne ge­misch­te Far­be den Kolli­ma­tor ver­lässt, hat man re­la­tiv we­ni­ger aus­ge­präg­te Farb­schat­ten als beim L 400 Va­riw­hi­te. Mul­ti­ple Schat­ten blei­ben kon­struk­ti­ons­be­dingt auch beim L 300 Co­lor er­hal­ten. Was je­doch z. B. bei ei­ner Mes­se­aus­leuch­tung, wo vie­le Schein­wer­fer über­ein­an­der lie­gen, we­ni­ger ins Ge­wicht fällt. Hier wird ho­her Wert auf die Gleich­mä­ßig­keit der Far­ben und Farb­tem­pe­ra­tu­ren ge­legt, und das über vie­le Ge­rä­te hin­weg.

Be­die­nung

Das Be­dien­ter­mi­nal ist alt­be­währt und be­steht aus vier Tas­tern und ei­ner drei­stel­li­gen 7-Seg­ment-an­zei­ge. Die Struk­tur der Be­die­nung hebt sich je­doch deut­lich vom be­kann­ten Ei­ner­lei ab: Man er­kennt so­fort, dass hier vie­le Wün­sche von Kun­den ein­ge­baut wur­den. So ist der Schein­wer­fer sehr schnell über das Me­nü zu be­die­nen. Das ge­lingt des­halb, weil es kei­ne wei­te­ren Me­nü-ebe­nen gibt. Al­les bleibt in der obe­ren Ebe­ne und ist so­mit un­mit­tel­bar

er­reich­bar. So gut der An­satz auch ge­dacht ist, oh­ne An­lei­tung hat man den­noch sei­ne Schwie­rig­kei­ten ans Ziel zu kom­men. So ist z. B. beim L 400 Va­riw­hi­te ein Me­nü­punkt „cct“ge­folgt von dem Me­nü­punkt „CCT". Aber wenn „cct“auf on steht er­scheint auch „CCT“mit dem man die Farb­tem­pe­ra­tur per Hand ein­stel­len kann so­wie „Fdr“um die In­ten­si­tät bzw. Hel­lig­keit ein­zu­stel­len. Steht da­ge­gen „cct“auf off, so feh­len die Mög­lich­kei­ten zu dim­men oder ei­ne Farb­tem­pe­ra­tur ein­zu­stel­len. Es leuch­tet je nach­dem der „RES“, dem Pa­ra­me­ter für 16- und 8-Bit Dmx-auf­lö­sung, mal die warm­wei­ße LED oder eben die kalt­wei­ße LED.

Steu­ert man mit DMX, dann kann man die Ge­rä­te auf 8-Bit oder 16-Bit, so­wie cct on oder off schal­ten. So­mit ha­ben die Me­nü­funk­tio­nen die Dop­pel­funk­ti­on für die Hand­be­die­nung und Dmx-steu­er­mo­di. Um in der ein­la­gi­gen Me­nüe­be­ne die Lis­te nicht un­nö­tig in die Län­ge zu zie­hen, hat man beim L 300 Co­lor z. B. dar­auf ver­zich­tet, dass die ein­zel­nen LEDS ma­nu­ell ein­ge­stellt wer­den kön­nen. Ent­we­der wird man bei den vor­de­fi­nier­ten Far­ben und Se­quen­zen fün­dig oder eben nicht. Hier ist dann die Dmx-steue­rung zwin­gend not­wen­dig. Für Kun­den im Ren­tal-ge­schäft kann es oh­ne An­lei­tung schwie­rig wer­den, das ge­wünsch­te Licht ein­zu­stel­len. Doch auch da­zu gibt ei­ne nach­ah­mungs­wer­te Hil­fe in Form ei­nes Qr­codes auf dem Ge­häu­se, mit dem man über sein Han­dy pass­ge­nau für das Ge­rät die An­lei­tung aus dem Web zie­hen kann. Äu­ßerst prak­tisch! Bei die­sem hoch­wer­ti­gen Schein­wer­fer stellt sich dann die Fra­ge, in­wie­weit ein grö­ße­res Dis­play und ei­ne an­de­re Me­nü­füh­rung evtl. die gän­gi­ge Ar­beits­wei­se bes­ser un­ter­stüt­zen wür­de, oder in­wie­weit man hier auf spe­zi­el­le Kun­den­wün­sche ein­ge­gan­gen ist, um ge­nau die­se Ni­sche zu be­die­nen.

Warm­wei­ße oder kalt­wei­ße LEDS beim L 400 va­riw­hi­te

Hal­te­plat­te über den Kolli­ma­to­ren si­chert ih­re Po­si­ti­on

Boh­rung für 10er-schrau­ben für 12er­schrau­ben oder Thea­ter-schein­wer­fer-plat­ten müss­te man zum Boh­rer grei­fen, aber die Ziel­set­zung ist auch hier kom­pro­miss­los die Uni­ver­sal Clamp

Ge­dreh­te und an­ge­win­kel­te An­ord­nung der LEDS un­ter dem Kolli­ma­tor beim L 300 Co­lor – bei Misch­far­ben tritt das Grün wei­ter oben, seit­lich oder wei­ter un­ten aus dem Kolli­ma­tor aus

Led-board der L 300 Co­lor be­mer­kens­wert ist die un­ter­schied­li­che Aus­rich­tung der Led-chips auf der Pla­ti­ne

An­schluss­ter­mi­nal Din-ge­recht 5pol.-xlr und der neue Stan­dard der Po­wer­an­schluss­tech­nik Neu­trik True One

Auf­set­zen der Kolli­ma­to­ren auf dem Led­board

Sand­wich-pla­ti­nen durch die die Luft strömt

Sei­ten­an­sicht auf Trei­ber­elek­tro­nik rechts kaum zu er­ken­nen: das Led-board auf ei­nem vom Lüf­ter an­ge­bla­se­nen Kühl­kör­per

Aluträ­ger hal­ten die Ge­häu­se­scha­len, Rück­plat­te und die Auf­nah­me für den Bü­gel, vor­ne das Schalt­netz­teil

Ver­rie­gel­te Steck­ver­bin­der und kla­rer Auf­bau für bes­te Ser­vice-per­for­mance

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