Re­port: Fohhn Fo­cus Ve­nue beim See­nacht­fest in Kon­stanz

Production Partner - - Inhalt - Text: Jörg Küs­ter | Fo­tos: Jörg Küs­ter

Mit Fo­cus Ve­nue run­det Fohhn das haus­ei­ge­ne Laut­spre­cher­pro­gramm nach oben hin ab und hat nun auch für gro­ße Be­schal­lungs­auf­ga­ben ei­ne Al­ter­na­ti­ve zu me­cha­nisch ge­curv­ten Li­ne-ar­rays im Port­fo­lio. Zum Ein­satz kam es un­ter an­de­rem beim See­nacht­fest in Kon­stanz

Die Aus­sicht auf ei­nen un­ver­gess­li­chen Som­mer­abend am Bo­den­see lock­te im Au­gust 2018 rund 35.000 Be­su­cher zum Kon­stan­zer See­nacht­fest. Ein viel­fäl­ti­ges Kul­tur­pro­gramm mit di­ver­sen Mu­sik­for­ma­tio­nen und DJS sorg­te für gu­te Stim­mung, ku­li­na­ri­sche Köst­lich­kei­ten er­freu­ten die Gau­men, und in der pit­to­res­ken Ku­lis­se zwi­schen Stadt­gar­ten, See­stra­ße, Ha­fen­stra­ße und Klein Ve­ne­dig fand sich für je­den Gast ein lau­schi­ges Plätz­chen in un­mit­tel­ba­rer Nä­he zum Was­ser. High­light am Abend war ein von Bar­ken ab­ge­schos­se­nes Feu­er­werk, des­sen Fun­ken­fon­tä­nen sich spek­ta­ku­lär im See spie­gel­ten und die war­me Kon­stan­zer Som­mer­nacht für mehr als ei­ne hal­be St­un­de far­ben­froh er­hell­ten.

Der Hots­pot für das jun­ge und jung­ge­blie­be­ne Par­ty­volk be­fand sich 2018 in „Klein Ve­ne­dig“: Das Nah­er­ho­lungs­are­al an der deutsch-schwei­ze­ri­schen Lan­des­gren­ze, wel­che zu­gleich die Trenn­li­nie zwi­schen den Städ­ten Kon­stanz und Kreuz­lin­gen mar­kiert, bot bis spät in die Nacht Ge­le­gen­heit, den Sounds von DJS wie Bands zu lau­schen und aus­gie­big zu tan­zen. Die größ­te Ver­an­stal­tungs­büh­ne in Klein Ve­ne­dig war die Spar­da Fes­ti­val Sta­ge, wel­che als Be­son­der­heit nicht mit den sonst üb­li­chen ge­krümm­ten Li­ne-ar­rays, son­dern ge­ra­den Fo­cus-ve­nue-li­ni­en in Kom­bi­na­ti­on mit PS-850 Sub­woo­fern be­trie­ben wur­den. Für die Ver­an­stal­tungs­tech­nik beim Kon­stan­zer See­nach­fest 2018 war die J&C Ver­an­s­tal-

tungs­tech­nik GBR als Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer im Auf­trag des Ver­an­stal­ters Full Moon Event Gm­bh aus Stutt­gart ver­ant­wort­lich. Die tech­ni­sche Aus­stat­tung für die Spar­da Fes­ti­val Sta­ge wur­de von der als Su­b­un­ter­neh­mer tä­ti­gen AMS Al­pha Me­dia So­lu­ti­ons Gm­bh aus He­chin­gen bei­ge­steu­ert. Die Fohhn Fo­cus Ve­nue Sys­te­me so­wie die PS-850 Sub­woo­fer wur­den bei Be­li – der Ton / das Licht zu­ge­mie­tet.

Beams­tee­ring mit Fo­cus Ve­nue

Das Fohhn Fo­cus Ve­nue Sys­tem wur­de der Öf­fent­lich­keit erst­mals im Jahr 2015 vor­ge­stellt. 2016 fan­den Ein­sät­ze mit Vor­se­ri­en­mo­del­len statt, dar­un­ter Be­jür­gen

schal­lun­gen re­nom­mier­ter Events wie der Dresd­ner Film­näch­te am Elb­ufer. Hier wie in an­de­ren Zu­sam­men­hän­gen wuss­ten die elek­tro­nisch steu­er­ba­ren Li­ne-ar­ray-laut­spre­cher mit ei­nem ih­rer ent­schei­den­den Vor­zü­ge zu punk­ten: Ver­ti­ka­ler Öff­nungs­win­kel und ver­ti­ka­ler Nei­gungs­win­kel las­sen sich (bei ei­nem ho­ri­zon­ta­len Nenn­ab­strahl­win­kel von 90 Grad) in ei­nem wei­ten Rah­men ge­nau an die ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten an­pas­sen, so dass sich ver­ein­facht ge­sagt ein bes­se­res Hör­er­leb­nis für das Pu­bli­kum bei ver­rin­ger­ten Emis­sio­nen in an­gren­zen­de Be­rei­che ein­stellt. In ge­schlos­se­nen Um­ge­bun­gen wird der Raum nicht un­nö­tig an­ge­regt. Bei ei­ner Show von Us-pop­star Anas­ta­cia im Köl­ner E-werk be­wer­te­te Foh-mi­scher Chris Mad­den das Fohhn-sys­tem 2017 über­aus po­si­tiv, und auch von di­ver­sen an­de­ren Ton­ko­ry­phä­en hol­te Fohhn wäh­rend der letz­ten Jah­re Rück­mel­dun­gen ein – re­le­van­te An­re­gun­gen fan­den Ein­gang in die fi­na­le Gestal­tung des Sys­tems so­wie des pas­sen­den Zu­be­hörs. Seit Som­mer 2018 wer­den die Fohhn Fo­cus Ve­nue nun in ih­rer end­gül­ti­gen Form aus­ge­lie­fert – bis Mit­te Au­gust 2018 konn­ten be­reits mehr als 50 Mo­du­le in Deutsch­land und an­de­ren eu­ro­päi­schen Län­dern an neue Be­sit­zer über­ge­ben wer­den.

Zur Fo­cus Ve­nue Se­rie ge­hö­ren zwei un­ter­schied­lich kon­stru­ier­te Mo­du­le: Für die hö­he­ren Fre­quenz­be­rei­che ober­halb von 800 Hz ist das Mo­dul FV-100 (ca. 107 kg) zu­stän­dig, wel­ches durch das Tief-mit­tel­ton­mo­dul FV-200 (ca. 135 kg) er­gänzt wird. Das Hoch­ton­mo­dul ist mit acht 1"-Kom­pres­si­ons­trei­bern (1,75"-Schwings­pu­le) und acht 1,5"-Kom­pres­si­ons­trei­bern (4"-Schwings­pu­le) be­stückt; meh­re­re Trei­ber ar­bei­ten ge­mein­sam auf ein Wa­ve­gui­de. Mit an Bord sind 16 Class-d-end­stu­fen à 250 Watt so­wie 16 DSPS, so dass sich je­der Trei­ber in­di­vi­du­ell adres­sie­ren lässt. Das Tief-mit­tel­ton­mo­dul FV-200 ist mit acht 10"-Lang­hub­chas­sis an ei­nem Wa­ve­gui­de ver­se­hen und ver­fügt über ei­ne 4 × 1.000 Watt Class-d-end­stu­fe (die 10"-Spea­ker wer­den paar­wei­se an­ge­trie­ben) so­wie vier DSPS. Die se­pa­ra­ten Mo­du­le für Hoch­tonund Mit­tel-/tief­ton­be­reich er­in­nern ein we­nig an das Kon­zept der Fohhn-pro­dukt­rei­he Fo­cus Mo­du­lar.

Das Mo­dul FV-200 lässt sich durch die Ak­ti­vie­rung ei­nes pas­si­ven Lauf­zeit­glieds vom nor­ma­len Bass­re­flex­be­trieb auf ei­ne car­dioi­de Richt­cha­rak­te­ris­tik um­schal­ten (CDT Con­ver­ti­ble Dis­per­si­on Tech­no­lo­gy), was laut Her­stel­ler kei­ne Ver­lus­te be­züg­lich der Ab­strah­lung nach vor­ne mit sich bringt. Der Be­fehl zur Steue­rung der im Hin­ter­grund agie­ren­den Stell­mo­to­ren wird in der zu­ge­hö­ri­gen Soft­ware ge­ge­ben; der Car­dioi­d­mo­dus muss al­so nicht wie bei Fohhns Zwei­we­ge­mo­dell PT-70 (Per­form-pro­dukt­fa­mi­lie) per Hand ak­ti­viert

wer­den. Die Richt­cha­rak­te­ris­tik soll beim FV-200 bei ent­spre­chen­der Zei­len­län­ge bis hin­ab zu ei­ner Fre­quenz von 60 Hz wirk­sam sein – der Pe­gel­ab­fall auf der Rück­sei­te wird mit „grö­ßer als 20 db“an­ge­ge­ben. Die Vor­tei­le der dar­aus letzt­lich re­sul­tie­ren­den schar­fen Tren­nung zwi­schen Büh­nen­raum und Zu­schau­er­be­reich lie­gen auf der Hand, und nicht nur, wenn man ein Klas­sik­or­ches­ter auf der Büh­ne hat, dürf­te man sich über kom­pro­miss­freie Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten in den Low-mids freu­en – oh­ne Feed­back-ge­fahr trotz vie­ler of­fe­ner Mi­kro­fo­ne.

Die Fea­tu­res der bei­den Fv-mo­du­le ent­spre­chen den in der Fes­t­in­stal­la­ti­on ein­ge­setz­ten Beams­tee­ring-pro­duk­ten von Fohhn: So las­sen sich zwei von­ein­an­der un­ab­hän­gi­ge Beams (z. B. für Bal­kon und Un­der-bal­c­o­ny-seats) ein­rich­ten. An­sons­ten kön­nen ver­ti­ka­ler Nei­gungs­win­kel (+/- 40 Grad in Schrit­ten von 0,1 Grad) und ver­ti­ka­ler Öff­nungs­win­kel (0 bis 90 Grad in Schrit­ten von 0,1 Grad) wie ge­habt prä­zi­se in Echt­zeit fern­ein­ge­stellt wer­den. Ge­ne­rell ist es so, dass bei ei­ner Nei­gung des Beams auf der Vor­der­sei­te der ge­ra­de hän­gen­den Fo­cus Ve­nues auch auf de­ren Rück­sei­te ein ent­spre­chen­des Ver­hal­ten zu ver­zeich­nen ist; die Aus­wir­kun­gen sind sym­me­trisch. Die Si­de-lo­bes las­sen sich wie bei den an­de­ren Beams­tee­ring-sys­te­men des Her­stel­lers re­du­zie­ren (bei ei­nem leich­ten Pe­gel­ver­lust von ca. 3 db im Zen­trum des Beams); durch den um­ge­ben­den Raum be­ding­te Re­fle­xio­nen samt der aus ih­nen re­sul­tie­ren­den Kamm­fil­ter­ef­fek­te wer­den bei un­ter­drück­ten Ne­ben­keu­len meist merk­lich ver­rin­gert.

Das Fohhn Fo­cus Ve­nue wird grund­sätz­lich ge­ra­de ge­han­gen (Fohhn-in­ter­lock-sys­tem), lässt sich je­doch auch nach vor­ne nei­gen (ma­xi­mal 40 Grad), so­fern die PA bei­spiels­wei­se aus vi­su­el­len Er­wä­gun­gen sehr hoch an­ge­bracht wer­den muss und man die Mög­lich­kei­ten zu ei­ner elek­tro­ni­schen Nei­gung der Beams nicht voll­stän­dig aus­rei­zen möch­te. Bis zu zehn Ve­nue-mo­du­le kön­nen in ei­nen Hang ge­packt wer­den. Der Her­stel­ler ver­spricht ein ma­xi­ma­les Sound Pres­su­re Le­vel (SPL) von 150 db @ 1 m für das Hoch­ton­mo­dul. Bei den für die Wie­der­ga­be bis hin­ab zu 60 Hz aus­ge­leg­ten Tief-mit­tel­ton­mo­du­len ist ei­ne ge­wis­se Li­ni­en­län­ge er­for­der­lich, um die tie­fen Fre­quen­zen kon­trol­lie­ren zu kön­nen. Führt man die vor­ge­nann­ten Fak­to­ren zu­sam­men, er­gibt sich die für die kon­kre­te Auf­ga­ben­stel­lung sinn­volls­te Kon­stel­la­ti­on aus LV-100 und LV-200 – die grund­le­gen­den Fra­gen lau­ten stets: Wel­che Leis­tung wird be­nö­tigt? Und wie viel Kon­trol­le ist ge­wünscht? Für Ren­tal-com­pa­nies könn­te die Ska­lier­bar­keit von Fohhn Fo­cus Ve­nue ein ent­schei­den­der Vor­teil sein: Mit ei­nem Sys­tem kön­nen klei­ne wie gro­ße Jobs er­le­digt wer­den; ver­schie­den di­men­sio­nier­te Pro­dukt­li­ni­en mit un­ter­schied­li­cher Spea­ker-be­stü­ckung müs­sen nicht an­ge­schafft wer­den.

Al­le Fo­cus Ve­nue-kom­po­nen­ten vom Netz­teil über die End­stu­fen­elek­tro­nik bis zum DSP und der Soft­ware stam­men di­rekt von Fohhn und sind so­mit „Ma­de in Ger­ma­ny“. Die Chas­sis wer­den von Fohhn mit­ent­wi­ckelt und in Ita­li­en im Auf­trag ge­fer­tigt. Fern­be­dient wird Fo­cus Ve­nue über die Win­dows­soft­ware Fohhn Au­dio Soft, wel­che für al­le mit ei­nem Netz-

» In­zwi­schen hat man sich an Li­ne-ar­ray­ba­na­nen ge­wöhnt … und nun kommt Fohhn und macht wie­der al­les ge­ra­de.« Chris Bol­lin­ger | Fohhn Au­dio AG

werk­an­schluss (Fohhn-net) ver­se­he­nen Pro­duk­te des Hau­ses nutz­bar ist, ei­ne über­sicht­li­che Struk­tur auf­weist und gänz­lich oh­ne die sonst ge­le­gent­lich an­zu­tref­fen­den „Voo­doo-pa­ra­me­ter“aus­kommt. Die in der Soft­ware ver­füg­ba­ren Tools sind be­kannt, die Funk­tio­na­li­tä­ten soll­ten sich ton­tech­nisch vor­be­las­te­ten An­wen­dern auf An­hieb er­schlie­ßen.

Be­schal­lung an der Spar­da Fes­ti­val Sta­ge

Beim Kon­stan­zer See­nacht­fest war die Spar­da Fes­ti­val Sta­ge pro Sei­te mit vier FV-200 be­stückt, wel­che mit­tig von drei in­nen­lie­gen­den FV-100 flan­kiert wur­den. Durch den spe­zi­el­len Auf­bau wur­de der ver­füg­ba­ren Büh­nen­hö­he Rech­nung ge­tra­gen und das

»Die Ska­lier­bar­keit des Fo­cus Ve­nue könn­te für die Ren­tal-com­pa­nies ein aus­schlag­ge­ben­des Ar­gu­ment sein, denn mit ein- und dem­sel­ben Sys­tem kön­nen so­wohl klei­ne als auch gro­ße Jobs er­le­digt wer­den.« Jörg Küs­ter

akus­ti­sche Zen­trum dar­über hin­aus me­cha­nisch in die Mit­te des Auf­baus ver­scho­ben – fast könn­te man von ei­nem ko­axia­len Se­t­up spre­chen. Uner­wünsch­tes Über­spre­chen war nicht aus­zu­ma­chen. Auf dem Bo­den vor der Büh­ne stan­den 18 Fohhn-sub­woo­fer Typs PS-850, un­ter­teilt in sechs Drei­er-grup­pen. Die äu­ße­ren St­acks dien­ten als Abla­ge­flä­che für Near­fills und wa­ren quer über­ein­an­der ge­sta­pelt, wäh­rend die mitt­le­ren Ge­gen­stü­cke hoch­kant als Ar­rays ne­ben­ein­an­der po­si­tio­niert wa­ren. In­ner­halb der Drei­er­pa­ke­te hat­te die Crew je­weils ei­nen PS-850 um 180 Grad ge­dreht, so dass ei­ne car­dioi­de Ab­strahl­cha­rak­te­ris­tik ent­stand. Toptei­le und Bäs­se wur­den in Kon­stanz mit über­lap­pen­den Fre­quenz­an­tei­len be­trie­ben.

Beim PS-850 han­delt es sich um ei­nen flug­fä­hi­gen pas­si­ven Sub­woo­fer mit di­rek­ter Ab­strah­lung, Bass­re­flex­de­sign und Non-tur­bu­lent-port (NTP). Das ro­bus­te, mit aus­rei­chend vie­len Grif­fen ver­se­he­ne Mul­ti­plex-bir­ken­holz­ge­häu­se ist mit zwei hoch­be­last­ba­ren 18"-Lang­hub­chas­sis (4,5"-Schwings­pu­le) be­stückt; die Mem­bra­nen sind wet­ter­fest im­prä­gniert. Die no­mi­na­le Be­last­bar­keit be­trägt 2.000 Watt. Der 104 kg (oh­ne In­ter­lock-flug­sys­tem) wie­gen­de Sub­woo­fer ist aus­schließ­lich für den Be­trieb an Hoch­leis­tungs­end­stu­fen der Fohhn-di-se­rie aus­ge­legt, wel­che ei­ne op­ti­ma­le Per­for­mance so­wie den Schutz der Laut­spre­cher ga­ran­tie­ren. An der Ge­häu­se­rück­sei­te be­fin­den sich zwei ver­senkt mon­tier­te Neu­trik Spea­kon NL4 – der Sub­woo­fer kann so­mit di­rekt an ei­ne Wand ge­stellt wer­den, oh­ne dass Ka­bel ab­kni­cken. Zu­sätz­lich ist der PS-850 mit zwei wei­te­ren Spea­kon-an­schlüs­sen an der Vor­der­sei­te aus­ge­stat­tet, so dass bei ei­ner Car­dioi­dan­ord­nung die Ver­stär­ker­si­gna­le pro­blem­los auf der Rück­sei­te ei­nes St­acks/ar­rays durch­ge­schleift wer­den kön­nen; in den End­stu­fen sind pas­sen­de Pre­sets ver­füg­bar. Die neu­en Sub­woo­fer funk­tio­nie­ren auch als Fo­cus-sub-ar­ray: Im Be­trieb mit den Fohhn-dsp-end­stu­fen lässt sich das Ab-

strahl­ver­hal­ten ei­nes ver­ti­ka­len oder ho­ri­zon­ta­len Bass-ar­rays in Echt­zeit – un­ter Ein­satz ei­nes PCS und der kos­ten­frei­en Fohhn Au­dio Soft – elek­tro­nisch steu­ern. Ein­stel­lun­gen kön­nen als Pre­set ge­spei­chert und bei wech­seln­den Be­schal­lungs­si­tua­tio­nen auf Knopf­druck ab­ge­ru­fen wer­den.

In die Mo­du­le FV-100 und FV-200 sind die End­stu­fen ein­ge­baut; für den An­trieb der Sub­woo­fer PS-850 emp­feh­len sich Fohhn-ver­stär­ker DI 2.2000 mit ei­ner Leis­tung von 2 × 2.000 Watt an 4 Ohm. Die Tech­no­lo­gie der 19"-End­stu­fen (2 HE) ent­spricht den in Fo­cus Ve­nue in­te­grier­ten Ver­stär­ker­mo­du­len; zwei in­ter­ne DSPS er­mög­li­chen um­fang­rei­che Be­ar­bei­tungs­funk­tio­nen. Die Amps sind stan­dard­mä­ßig mit Klemm­an­schlüs­sen und Aes/ebu-ein­gän­gen (Pho­enix) aus­ge­stat­tet, ver­fü­gen zu­sätz­lich aber auch über Slots, die sich mit un­ter­schied­li­chen I/o-in­ter­faces (2 × Spea­kon, ana­log auf XLR, AES/EBU auf XLR, Dan­te, dem­nächst auch Op­to­co­re) be­stü­cken las­sen. Beim Kon­stan­zer See­nacht­fest wur­den die Ver­stär­ker di­gi­tal über AES/EBU an­ge­steu­ert – so­wohl die 19"-Amps als auch die in Fo­cus Ve­nue in­te­grier­ten End­stu­fen­mo­du­le. Die Ver­bin­dung zur Fohhn Au­dio Soft wur­de über ei­ne Netz­werk­ver­ka­be­lung her­ge­stellt.

Als Front­fills fan­den an der Spar­da Fes­ti­val Sta­ge 2 + 2 Fohhn PT-70 Ver­wen­dung (2 × 12"-Chas­sis mit Kom­pres­si­ons­kam­mer und Horn so­wie 1,4"-Kom­pres­si­ons­trei­ber an Cd­horn), wel­che im Car­di­do­id­mo­dus be­trie­ben wur­den, die ers­ten Me­ter vor der Büh­ne be­schall­ten und sanft in die Ab­strah­lung der Fo­cus Ve­nues über­gin­gen. Das Mo­ni­to­ring wur­de mit meh­re­ren Fohhn-wed­ges XM-4 rea­li­siert. Als Si­de­fill wur­de pro Sei­te ein Tief­tö­ner PS-850 ver­wen­det, auf dem ei­ne PT-70 mit 90 Grad ho­ri­zon­ta­ler Ab­strah­lung hoch­kant per Spann­gurt fi­xiert war. Die Schlag­zeu­ger der auf­tre­ten­den Mu­sik­grup­pen freu­ten sich über die Kom­bi­na­ti­on aus ei­nem Fohhn XM-4 und ei­nem Sub­woo­fer XS-4. Für Mo­ni­to­ring und Nah­feld ka­men die End­stu­fen DI-4.1000 zum Ein­satz.

Ope­n­air-lo­ca­ti­on mit „Rück­wand“

Zu den be­son­de­ren Her­aus­for­de­run­gen der Open-air-lo­ca­ti­on in Klein Ve­ne­dig zähl­te ei­ne Sei­ten­wand des ört­li­chen Sea Life Aqua­ri­ums, wel­che in et­wa 90 Me­tern Ent­fer­nung ei­ne rie­si­ge schall­har­te Re­fle­xi­ons­flä­che di­rekt ge­gen­über der Büh­ne bil­de­te. Dar­über hin­aus war ein run­der Zelt­him­mel zu be­rück­sich­ti­gen, der ei­nen Teil des hin­te­ren Pu­bli­kums­be­reichs über­spann­te. Die Beams der Fo­cus Ve­nues wa­ren der­art ein­ge­rich­tet, dass der rund 80 Me­ter tie­fe und et­wa 60 Me­ter brei­te Platz per­fekt ab­ge­deckt wur­de. Be­weg­te man sich vom Sea Life Aqua­ri­um kom­mend in Rich­tung der Büh­ne, war die Be­gren­zung der Beams kurz vor den am hin­te­ren En­de des Plat­zes auf­ge­stell­ten Es­sens­stän­den

der Street­food-mei­le gut wahr­zu­neh­men – wir hat­ten kein Pro­blem, wäh­rend des lau­fen­den Kon­zerts oh­ne er­ho­be­ne Stim­me ei­ne Por­ti­on lo­kal­ty­pi­scher Käs­spätz­le zu or­dern. Im hin­te­ren Be­reich des Plat­zes war ein leich­ter Pe­gel­ab­fall aus­zu­ma­chen, was von den dort auf Bier­bän­ken sit­zen­den Gäs­ten ver­mut­lich be­grüßt wur­de. Trotz ver­rin­ger­tem Pe­gel fiel das Klang­bild ho­mo­gen aus und er­wies sich beim Gang in Rich­tung Büh­ne als sta­bil. Auch der Über­gang zu den Near­fills ge­stal­te­te sich naht­los. An­ders for­mu­liert: Aus Zu­hö­rer­per­spek­ti­ve konn­te man mit­tels Wahl des ei­ge­nen Stand­orts ent­schei­den, wie laut man den Dar­bie­tun­gen der auf der Büh­ne auf­tre­ten­den Acts bei ei­nem al­ler­orts größ­ten­teils gleich­ar­ti­gen Klang­bild lau­schen woll­te. Laut Hö­ren­sa­gen tra­ten die durch die Sei­ten­wand des Sea Live Aqua­ri­ums be­ding­ten Re­fle­xio­nen deut­lich we­ni­ger stö­rend als in den Vor­jah­ren in Er­schei­nung, und auch An­woh­ner wur­den durch die bis tief in die Nacht ge­hen­de Groß­ver­an­stal­tung akus­tisch we­ni­ger tan­giert – so zu­min­dest die Aus­sa­ge meh­re­rer Per­so­nen, wel­che das Bo­den­see­fest seit Jah­ren in un­ter­schied­li­chen Funk­tio­nen be­glei­ten.

Chris­ti­an „Chris“Bol­lin­ger (Key-ac­count-ma­nage­ment/tech­ni­cal Sup­port) war für Fohhn als An­sprech­part­ner vor Ort, wur­de auf dem Are­al „Klein Ve­ne­dig“als er­fah­re­ner Sys­tem­tech­ni­ker ak­tiv und hat­te vor­ab ei­ne Si­mu­la­ti­on mit Fohhn Au­dio Soft er­stellt. „In Fo­cus Ve­nue sind al­le Er­fah­run­gen mit Beams­tee­ring­sys­te­men ein­ge­flos­sen, die wir bei Fohhn in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren sam­meln konn­ten“, er­klär­te Bol­lin­ger in Kon­stanz. „Mei­ner Ein­schät­zung nach ist es nun wich­tig, In­ter­es­sen­ten aus dem Tou­ring-busi­ness zu­nächst ein­mal even­tu­ell vor­han­de­ne Vor­be­hal­te ge­gen­über ei­ner di­gi­ta­len Beams­tee­ring-lö­sung zu neh­men. Schließ­lich hat man sich in­zwi­schen an Li­ne-ar­ray-ba­na­nen ge­wöhnt, und nun kommt Fohhn und macht wie­der al­les ge­ra­de …“

Fes­ti­val Sta­ge mit acht Fohhn Fo­cus Ve­nue FV-200 und sechs FV-100

Vor der Büh­ne stan­den 18 Fohhn Sub­woo­fer des Typs PS-850, die in sechs Drei­er-grup­pen un­ter­teilt wa­ren

Auf­hän­gung des Fohhn Fo­cus Ve­nue

Fly­ing-frame für FV-100/200

Fohhn DI-4.1000 End­stu­fen für Near­fills und Mo­ni­tor­laut­spre­cher

Für die Schlag­zeu­ger wur­den ein Fohhn XM-4 und ein XS-4 Sub­woo­fer kom­bi­niert

Die äu­ße­ren Sub­woo­fer-st­acks dien­ten zu­sätz­lich als Stell­flä­che für Near­fills

Gu­tes Team v.l.n.r.: Jür­gen Nä­ge­le (J&C), Chris Bol­lin­ger (Fohhn) und Jür­gen Wirth (AMS)

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