Tem­po­rä­re Bau­ten Teil 1: Nor­men, Re­geln und Ge­set­ze

Production Partner - - Inhalt - Text: Ebi Ko­the | Fo­tos: Ebi Ko­the, Me­ga­force, Sta­ge­co/mi­ke Au­er­bach/ju­li­an Span­hof, Kul­tour, Lay­her/flo­ri­an To­fahrn, EPS, cast/ly­dia Goos

Tra­ver­sen­kon­struk­tio­nen, PA, Vi­deo­equip­ment und Licht­an­la­gen wer­den für den Zei­t­raum des Jobs auf­ge­baut und da­nach wie­der de­mon­tiert: Lässt man ein­mal Fes­t­in­stal­la­tio­nen au­ßen vor, han­delt es sich bei tech­ni­schen Durch­füh­run­gen von Ver­an­stal­tun­gen fast im­mer um tem­po­rä­re, al­so zeit­lich be­grenz­te, Auf­bau­ten. Tem­po­rä­re Bau­ten im en­ge­ren Sin­ne sind aber bau­li­che An­la­gen wie Büh­nen, Über­da­chun­gen und Tri­bü­nen, die üb­li­cher­wei­se nach den Vor­schrif­ten für so­ge­nann­te „Flie­gen­de Bau­ten“auf­zu­stel­len und zu be­trei­ben sind: Nor­men, Re­geln und Ge­set­ze, die beim Ein­satz sol­cher Auf­bau­ten be­rück­sich­tigt wer­den müs­sen.

Flie­gen­de Bau­ten zeich­nen sich da­durch aus, dass sie ge­eig­net und be­stimmt sind, an ver­schie­de­nen Or­ten wie­der­holt auf­ge­stellt und zer­legt zu wer­den. Auch Zel­te so­wie Be­lus­ti­gungs­und Fahr­ge­schäf­te wie Ach­ter­bah­nen und Ka­rus­sells auf Volks­fes­ten zäh­len zu Flie­gen­den Bau­ten, die je­doch bei den wei­te­ren Aus­füh­run­gen nicht be­son­ders be­rück­sich­tigt wer­den. Den Schwer­punkt die­ses Be­rich­tes bil­den Büh­nen­kon­struk­tio­nen un­ter­schied­li­cher Grö­ße.

Flie­gen­de Bau­ten

Flie­gen­de Bau­ten müs­sen in Deutsch­land den all­ge­mei­nen An­for­de­run­gen des Bau­rech­tes nach §3 der Mus­ter­bau­ord­nung (MBO) ent­spre­chen: „An­la­gen sind so an­zu­ord­nen, zu er­rich­ten, zu än­dern und in Stand zu hal­ten, dass die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung, ins­be­son­de­re Leben, Ge­sund­heit und die na­tür­li­chen Le­bens­grund­la­gen, nicht ge­fähr­det wer­den.“Nach §12 MBO muss „je­de bau­li­che An­la­ge im Gan­zen und in ih­ren ein­zel­nen Tei­len für sich al­lein stand­si­cher sein.“Da das Bau­recht in Deutsch­land der Ho­heit der ein­zel­nen Bun­des­län­der un­ter­liegt, fin­det man die spe­zi­fi­schen Re­ge­lun­gen in den je­wei­li­gen Lan­des­ver­ord­nun­gen für Flie­gen­de Bau­ten. Auf der Home­page der Bau­mi­nis­ter­kon­fe­renz er­fährt man da­zu: „Die Re­ge­lun­gen der Län­der be­ru­hen auf der Mus­ter-bau­ord­nung und den Mus­ter-vor­schrif­ten, ins­be­son­de­re der Mus­ter-richt­li­nie über den Bau und Be­trieb Flie­gen­der Bau­ten und der Mus­ter-ver­wal­tungs­vor­schrift über Aus­füh­rungs­ge­neh­mi­gun­gen für Flie­gen­de Bau­ten und de­ren Ge­brauchs­ab­nah­men. Die Re­ge­lun­gen der Län­der sind im We­sent­li­chen gleich. Unterschiede kön­nen sich je­doch ei­ner­seits aus der län­der­spe­zi­fi­schen Um­set­zung der Mus­ter­bau­ord­nung und der je­wei­li­gen Sys­te­ma­tik der Vor­schrif­ten der Län­der er­ge­ben – al­so dar­aus, in wel­chen Vor­schrif­ten Re­ge­lun­gen zu Flie­gen­den Bau­ten ent­hal­ten sind und wel­chen Rechtscha­rak­ter die­se Vor­schrif­ten da­mit ha­ben. An­de­rer­seits kön­nen Ab­wei­chun­gen aus dem un­ter­schied­li­chen Stand der Um­set­zung der Mus­ter-vor­schrif­ten re­sul­tie­ren.“

Ein we­sent­li­ches Merk­mal ei­nes Flie­gen­den Baus ist das Feh­len ei­ner fes­ten Be­zie­hung der An­la­ge zu ei­nem Grund­stück. Bei ei­ner Stand­zeit von mehr als drei Mo­na­ten ist al­ler­dings zu prü­fen, ob es sich nicht um ei­nen sta­tio­nä­ren Bau han­delt, der dann nach bau­recht­li­chen Kri­te­ri­en zu be­ur­tei­len wä­re. Das Feh­len der fes­ten Be­zie­hung be­deu­tet je­doch nicht, dass man ein­fach ir­gend­wo ei­ne „win­di­ge“Kon­struk­ti­on auf­stel­len kann: Ab ei­ner ge­wis­sen Hö­he oder Flä­che be­nö­tigt ein flie­gen­der Bau ein in­di­vi­du­el­les Prüf­buch mit Aus­füh­rungs­ge­neh­mi­gung, wel­ches auch Nach­wei­se der Stand­si­cher­heit ent­hält. Aber auch klei­ne­re flie­gen­de Bau­ten oh­ne Prüf­buch­an­for­de­rung, so ge­nann­te „ver­fah­rens­freie Flie­gen­de Bau­ten“– ab­hän­gig von den lan­des­recht­li­chen Be­stim­mun­gen zum Bei­spiel An­la­gen mit ei­ner Hö­he bis zu 5 m, ei­ner Gr­und­flä­che bis zu 100 m2 und ei­ner Fuß­bo­den­hö­he bis zu 1,50 m – müs­sen nach §12 MBO stand­si­cher aus­ge­führt wer­den und den all­ge­mei­nen An­sprü­chen des §3 MBO ent­spre­chen.

Prüf­buch und Aus­füh­rungs­ge­neh­mi­gung

Han­delt es sich um ei­ne Kon­struk­ti­on mit Ab­mes­sun­gen ober­halb der Frei­stel­lungs­gren­zen, die ein­mal in Zu­sam­men­set­zung und Bau­wei­se so ge­plant ist und im­mer gleich auf­ge­baut wer­den soll, braucht der Be­trei­ber für die­se Kon-

struk­ti­on zu­nächst ei­ne Aus­füh­rungs­ge­neh­mi­gung – ähn­lich ei­ner „All­ge­mei­nen Be­triebs­er­laub­nis“ei­nes Fahr­zeugs für die grund­sätz­li­che Zu­las­sung im Stra­ßen­ver­kehr. Ei­ne Aus­füh­rungs­ge­neh­mi­gung darf nur von bau­auf­sicht­lich an­er­kann­ten Prüf- und Ge­neh­mi­gungs­stel­len für ei­ne in­di­vi­du­ell be­stimm­te Kon­struk­ti­on aus­ge­stellt wer­den. Die da­für vom Er­stel­ler der Kon­struk­ti­on vor­ge­leg­ten Sta­tik­be­rech­nun­gen und Nach­wei­se wer­den durch die Prüf­stel­le für Flie­gen­de Bau­ten ge­gen­ge­prüft. Zu­sam­men mit die­sen tech­ni­schen Zeich­nun­gen, Sta­tik­be­rech­nun­gen und Prüf­zer­ti­fi­ka­ten wird ei­ne Aus­füh­rungs­ge­neh­mi­gung Teil des zur in­di­vi­du­el­len Kon­struk­ti­on ge­hö­ren­den Prüf­bu­ches. Dies be­rech­tigt grund­sätz­lich zur Auf­stel­lung der be­schrie­be­nen Kon­struk­ti­on un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Aus­füh­rungs­be­schrei­bung und mög­li­cher Ein­schrän­kun­gen, die als Auf­la­gen und Ne­ben­be­stim­mun­gen ent­hal­ten sein kön­nen. Aus­füh­rungs­ge­neh­mi­gun­gen wer­den ab­hän­gig von der Art des je­wei­li­gen Flie­gen­den Baus zeit­lich be­fris­tet auf ma­xi­mal fünf Jah­re er­teilt und kön­nen auf An­trag ver­län­gert wer­den.

Ge­brauchs­ab­nah­me und Qua­li­täts­stan­dard SQP5

Bei je­dem Ein­satz aus­füh­rungs ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­ger Flie­gen­der Bau­ten ist vor Ort vom Be­trei­ber ei­ne be­hörd­li­che Ge­brauchs­ab­nah­me – oft als Bau­ab­nah­me be­zeich­net – zu be­an­tra­gen, bei der über­prüft wird, ob die Fest­le­gun­gen der Aus­füh­rungs ge­neh­mi­gung bei Er­rich­tung und Be­trieb ein­ge­hal­ten wur­den.

Im April 2018 ver­öf­fent­lich­te die In­ter­es­sen­ge­mein­schaft Ver­an­stal­tungs­wirt­schaft (IGVW) den Qua­li­täts­stan­dard SQP5 „Auf­stel­lung und Be­trieb nicht orts­fes­ter Büh­nen und Büh­nen­über­da­chun­gen". Die­ser Qua­li­täts­stan­dard wurde vom zu­stän­di­gen Ar­beits­kreis der IGVW in Ab­stim­mung mit DGUV Sach­ge­biet „Büh­nen und Stu­di­os" der VBG so­wie dem Ar­beits­kreis der Si­cher­heits­in­ge­nieu­re von ver­schie­de­nen Rund­funk- und Fern­seh­an­stal­ten er­ar­bei­tet. Da­zu schreibt die IGVW: „Ziel der SQ Stan­dards ist es, das er­for­der­li­che Qua­li­täts­ni­veau von Di­enst­leis­tun­gen in der Ver­an­stal­tungs­wirt­schaft zu de­fi­nie­ren. SQ Stan­dards be­rück­sich­ti­gen die ak­tu­el­le Rechts­la­ge und be­schrei­ben auf die­ser Grund­la­ge

die spe­zi­el­len Ar­beits­ver­fah­ren der Bran­che. Sie ent­hal­ten ei­ne Über­sicht der an­zu­wen­den­den Rechts­nor­men und An­for­de­run­gen zum Ar­beits- und Ge­sund­heits­schutz.“Da­zu kom­men­tiert der Eu­ro­päi­sche Ver­band der Ver­an­stal­tungs­cen­tren (EVVC) als Mit­glied des IGVW: „Der SQP5 rich­tet sich an Un­ter­neh­mer und Be­schäf­tig­te die mit, auf, un­ter, hin­ter oder ne­ben Büh­nen und Büh­nen­über­da­chun­gen tä­tig sind. Der SQP5 er­läu­tert un­ter an­de­rem die bau­auf­sicht­li­chen An­for­de­run­gen an Büh­nen und Büh­nen­über­da­chun­gen, gibt prak­ti­sche Hin­wei­se zur Auf­stel­lung und zum Be­trieb, for­mu­liert Emp­feh­lun­gen zum Ver­hal­ten bei Wet­ter­ein­flüs­sen und rich­tet sich ins­be­son­de­re auch an klei­ne­re, ge­neh­mi­gungs­bzw. ver­fah­rens­freie Büh­nen und Büh­nen­über­da­chun­gen. Der SQP5 ist we­der Ge­setz, Vor­schrift, Ver­ord­nung noch Richt­li­nie. Der SQ P5 dient als Leit­fa­den für die Um­set­zung der recht­li­chen An­for­de­run­gen so­wie den si­che­ren und ef­fi­zi­en­ten Be­trieb von nicht orts­fes­ten Büh­nen und Büh­nen­über­da­chun­gen in der Ver­an­stal­tungs­wirt­schaft.“

Zur An­zei­ge­pflicht fast der SQP5 zu­sam­men: „Die Auf­stel­lung aus­füh­rungs­ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­ger Flie­gen­der Bau­ten muss der Bau­auf­sichts­be­hör­de des Auf­stell­or­tes an­ge­zeigt wer­den. Der In­ha­ber der Aus­füh­rungs­ge­neh­mi­gung ist für die An­zei­ge ver­ant­wort­lich, er kann die An­zei­ge selbst vor­neh­men oder die Pflicht zur An­zei­ge an ei­nen Drit­ten, zum Bei­spiel an Ver­an­stal­ter oder Auf­trag­ge­ber, über­tra­gen. Ei­ne Über­tra­gung der An­zei­ge­pflicht ist schrift­lich zu ver­ein­ba­ren. Da die Über­tra­gung der Pflicht zur An­zei­ge recht­lich nicht ge­re­gelt ist, emp­fiehlt sich dies­be­züg­lich ei­ne vor­he­ri­ge Ab­stim­mung mit der zu­stän­di­gen ge­brauchs­ab­neh­men­den Stel­le.“Nach der Ver­ord­nung für Flie­gen­de Bau­ten kann die zu­stän­di­ge Bau­auf­sichts­be­hör­de auch von ei­ner Ge­brauchs­ab­nah­me vor Ort ab­se­hen; An­zei­ge und das Er­geb­nis ei­ner Ge­brauchs­ab­nah­me sind aber in je­dem Fall im Prüf­buch ein­zu­tra­gen. Auch zu den ge­neh­mi­gungs­frei­en Flie­gen­den Bau­ten äu­ßert sich der SQ P5: „Die Auf­stel­lung ver­fah­rens­frei­er Flie­gen­der Bau­ten ist grund­sätz­lich nicht an­zei­ge­pflich­tig. Es wird je­doch emp­foh­len, mit der zu­stän­di­gen Ord­nungs­be­hör­de oder Ko­or­di­nie­rungs­stel­le für Ver­an­stal­tun­gen Rück­spra­che zu hal­ten, ob ein be­hörd­li­cher oder nicht­be­hörd­li­cher Vor­gang oder an­der­wei­ti­ge Zu­stim­mun­gen für Auf­stel­lung und Be­trieb er­for­der­lich sind.“

Re­geln im Aus­land

Auch wenn die „ty­pisch deut­sche Re­gu­lie­rungs­wut“mit ih­ren Ge­set­zen, Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten und Nor­men oft be­klagt wird kann man dar­in durch­aus Vor­tei­le für Aus­füh­ren­de und Be­auf­tra­gen­de er­ken­nen, da sie für ein ho­hes Si­cher­heits­le­vel in si­cher­heits­kri­ti­schen Be­rei­chen sor­gen. Zur Si­tua­ti­on im Aus­land er­klärt Uwe Run­tem­und, Sta­ti­ker bei Büh­nen­an­bie­ter Me­ga­force: „Klas­si­sche Nor­men auf Eu­ro­pa­ebe­ne sind üb­li­cher­wei­se in je­dem Land iden­tisch und in die je­wei­li­ge Lan­des­spra­che über­setzt. Da man al­ler­dings den Bau­be­reich als Kul­tur ver­steht und kul­tu­rel­le Unterschiede durch eu­ro­päi­sche Har­mo­ni­sie­rung nicht ega­li­siert wer­den sol­len, darf je­des Land im Bau­we­sen auch ei­ge­ne Nor­men ver­ab­schie­den – auch wenn ein grund­sätz­lich ähn­li­ches Ba­sis­re­gel­werk ge­ge­ben ist.

Da­her ist es bei Pro­jek­ten im Aus­land not­wen­dig, sich mit den je­weils gül­ti­gen Vor­schrif­ten ver­traut zu ma­chen. Dies gilt auch für An­mel­dungs- und Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren. Die­se sind in Deutsch­land klar ge­re­gelt und für Aus­län­der oft schwer nach­zu­voll­zie­hen, war­um das so „kom­pli­ziert“ist. Für deut­sche Fir­men ist das nicht so schwer, da wir in dem Sys­tem leben und es seit eh und je ken­nen, dass Flie­gen­de Bau­ten Teil des Bau­rech­tes sind – was eu­ro­pä­isch ge­se­hen nicht ein­heit­lich ge­re­gelt ist. Im Aus­land kön­nen die­se auch den Be­rei­chen des Ma­schi­nen­baus und der Ma­schi­nen­richt­li­nie zu­ge­ord­net sein. Wenn An­bie­ter aus dem Aus­land ein Pro­jekt in Deutsch­land durch­füh­ren möch­ten, sind sie oft er­staunt, dass TÜV und Bau­be­hör­de ei­ne Rolle spie­len sol­len und al­le Un­ter­la­gen auf Deutsch vor­lie­gen müs­sen. Die­se Son­der­stel­lung in­ner­halb des Bau­rech­tes und der da­mit zu­sam­men­hän­gen­den Fremd­über­wa­chung ei­ner Aus­füh­rung durch die Bau­be­hör­de ist in an­de­ren Län­dern nicht im­mer der Fall. In Er­man­ge­lung ei­ner Ver­ord­nung über Flie­gen­de Bau­ten und de­ren Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen wie in Deutsch­land wird im Aus­land auf ei­nen „Co­de of Prac­tice“wie zum Bei­spiel dem TDS „Tem­pora­ry de­moun­ta­ble struc­tu­res“oder dem „Pur­p­le Gui­de“zu­rück­ge­grif­fen, die zwar all­ge­mein an­er­kannt sind aber kei­nen ge­setz­li­chen Stel­len­wert ha­ben. Auch au­ßer­halb Eu­ro­pas ist zu schau­en ob und wel­che Re-

gel­wer­ke vor­han­den sind. In den USA und Süd­ame­ri­ka wird in Be­zug auf die Si­cher­heit völ­lig der Ver­ant­wor­tung des Be­trei­bers ver­traut. Für uns als deut­sche Fir­ma hilft bei ei­ner Aus­füh­rung im Aus­land oft ei­ne Pla­nung nach DIN und den deut­schen Vor­schrif­ten, da die­se auch im Aus­land ein ho­hes An­se­hen ge­nie­ßen. Die ak­tu­el­le DIN EN 13814 für Flie­gen­de Bau­ten hat die bis­he­ri­ge DIN 4112 ab­ge­löst, wo­bei der Be­reich Zel­te nun in ei­ner ei­ge­nen Norm, der DIN EN 13782 er­fasst wird. Zur­zeit ar­bei­tet ein Ar­beits­kreis auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne dar­an, die Event­struk­tu­ren aus der DIN EN 13814 her­aus­zu­lö­sen und da­für ei­ne ei­ge­ne Norm auf den Weg zu brin­gen – aber das wird wohl noch ei­ni­ge Jah­re dau­ern.“

Stand­si­cher­heit

Ein tem­po­rä­rer Bau muss stand­si­cher sein und auch dort blei­ben, wo er ste­hen soll. Im Au­ßen­be­reich ist er den Ele­men­ten aus­ge­setzt, von de­nen Wind die größ­te Aus­wir­kung hat. Led-wän­de und an­de­re Auf­bau­ten bie­ten zu­sätz­li­che Wind­an­griffs­flä­che und er­zeu­gen wei­te­re Kräf­te, die ab­ge­lei­tet wer­den müs­sen, da­mit dar­aus nicht ein „flie­gen­der Bau“im Wort­sinn wird. Da­zu er­klärt Uwe Run­tem­und, Sta­ti­ker bei Büh­nen­an­bie­ter Me­ga­force: „Spe­zi­el­le Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten er­gän­zen die Nor­men für Flie­gen­de Bau­ten. Da­durch wer­den Grenz­wer­te de­fi­niert, die ein­zu­hal­ten sind. In Deutsch­land gibt es vier re­gio­nal ab­ge­grenz­te Wind­zo­nen und dar­über hin­aus vier Ge­län­de­ka­te­go­ri­en wie zum Bei­spiel „of­fe­nes Land oh­ne Hin­der­nis­se“oder „Stadt­ge­bie­te". Die­se ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten der vor­ge­se­he­nen Auf­stell­flä­che sind auch bei ei­ner Pla­nung zu be­rück­sich­ti­gen. Am be­kann­tes­ten ist si­cher­lich, dass bei Wind­ge­schwin­dig­kei­ten von 15 Me­tern pro Se­kun­de, al­so Wind­stär­ken von 7 bis 8, der Be­trieb ein­zu­stel­len ist und üb­li­cher­wei­se die Sei­ten­ver­klei­dun­gen her­aus­zu­neh­men sind um die Kon­struk­ti­on auch im Sturm­fall si­cher ste­hen las­sen zu kön­nen. Es gibt auch Kon­struk­tio­nen, bei de­nen das nicht not­wen­dig ist, aber das ist bei je­dem Bau­werk un­ter­schied­lich zu be­wer­ten. Aus­sa­gen dar­über fin­det man in dem ent­spre­chen­den Prüf­buch.“

Fo­to: Me­ga­force / Uwe Run­tem­und

Sta­tik­nach­weis tech­ni­sche De­tail­zeich­nun­gen der He­le­ne-fi­scher-büh­ne

Fo­to: Me­ga­force Ma­nu­el Bal­zer

Bild­flä­chen die Büh­nen­kon­struk­ti­on ist groß­flä­chig mit Led-mo­du­len be­legt

Fo­to: Kul­tour

Trai­ler­büh­ne am Po­lar­kreis wenn der Auf­stell­ort mit dem Fahr­zeug er­reich­bar ist, kön­nen Trai­ler­büh­nen ein­ge­setzt wer­den

Fo­to: Me­ga­force

Rund­bo­gen­büh­ne die Dach­kon­struk­ti­on ist mit dem Po­dest ver­bun­den, zu­sätz­li­che Be­ton­ge­wich­te die­nen als Bal­last

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