Test: db Tech­no­lo­gies VIO L208

Mit dem L208 er­wei­tert db Tech­no­lo­gies seine ak­tu­el­le Spit­zen­se­rie VIO um ein kom­pak­tes 2 × 8"-Li­ne-ar­ray, das – wie al­le an­de­ren Mo­del­le der Vio-bau­rei­he – als voll ak­ti­ves Sys­tem auf­ge­baut ist

Production Partner - - Inhalt - Text und Mes­sun­gen: An­selm Go­ertz | Fo­tos: Die­ter Stork, An­selm Go­ertz

Mit dem L208 er­wei­tert db Tech­no­lo­gies seine ak­tu­el­le Spit­zen­se­rie VIO um ein kom­pak­tes 2 × 8"-Li­ne-ar­ray, das – wie al­le an­de­ren Mo­del­le der Vi­o­bau­rei­he – als voll ak­ti­ves Sys­tem auf­ge­baut ist. An­selm Go­ertz hat das Self­powe­r­ed Li­ne-ar­ray ge­mes­sen und ge­tes­tet.

Der über­wie­gen­de Teil der Laut­spre­cher im An­ge­bot von db Tech­no­lo­gies be­steht aus ak­ti­ven Self­powe­r­ed-sys­te­men mit kom­plett in­te­grier­ter Elek­tro­nik. Schon vor zehn Jah­ren brach­te db Tech­no­lo­gies mit der Dva­se­rie sein ers­tes Self­powe­r­ed-li­ne-ar­ray auf den Markt, das seit­dem in nicht un­er­heb­li­chen Stück­zah­len im Ver­leih und für Fes­t­in­stal­la­tio­nen im Um­lauf ist. Mit der dort ge­sam­mel­ten Er­fah­rung bringt man nun die Vio-se­rie her­aus, die stark an den In­ter­es­sen des Tou­ring-mark­tes ori­en­tiert ist. Die Vio­sys­te­me sind da­her auch nicht als Er­satz für die DVAS ge­dacht, son­dern viel­mehr als Er­wei­te­rung der Pro­dukt­pa­let­te. Mit Holz­ge­häu­sen, Pre­mi­um­kom­po­nen­ten bei den Trei­bern und ei­ner neu­en Ge­ne­ra­ti­on der haus­ei­ge­nen Di­gi­pro-amps und Dsp-sys­te­men po­si­tio­niert man die Vio-se­rie ganz klar an der Spit­ze des Port­fo­li­os. Das schon von den an­de­ren Bau­rei­hen be­kann­te Rd­net-netz-

werk/pro­to­koll wurde auch für die VIOS über­nom­men und mit der brand­neu­en Sys­tem­soft­ware Au­ro­ra Net kom­bi­niert.

Be­vor es in die tech­ni­schen De­tails geht, wer­fen wir aber zu­nächst ei­nen Blick auf die Vio-pro­dukt­pa­let­te. Hier gibt es drei Li­ne-ar­ray-mo­du­le mit 2 × 8", 2 × 10" und 2 × 12"-Be­stü­ckung, vier Sub­woo­fern mit 1 × 18", 2 × 18" und 3 × 18" und drei klas­si­sche Po­int­sour­ce­laut­spre­cher als 2-We­ge-sys­te­me mit 10"-, 12"- oder 15"-Tief­tö­ner. Al­le Mo­del­le sind self­powe­r­ed und mit Di­gi­pro-end­stu­fen­mo­du­len der 3. oder 4. Ge­ne­ra­ti­on (G3 oder G4) aus­ge­stat­tet. Die G4-mo­du­le ver­fü­gen über ein Netz­teil mit PFC (Po­wer Fac­tor Cor­rec­tion), ei­nen Über­span­nungs­schutz für 400 V und die Mög­lich­keit der se­quen­ti­el­len Ein­schal­tung meh­re­rer Mo­du­le, um das Strom­netz nicht zu über­las­ten. Der Über­span­nungs­schutz ar­bei­tet mit ei­nem zwei­ten, auch bei 400 V noch voll funk­ti­ons­tüch­ti­gen Hilfs­netz­teil, das bei Über­span­nung das Haupt­netz­teil ab­schal­tet. Ein sol­cher Not­fall tritt gar nicht so sel­ten ein, wie man viel­leicht den­ken mag: Fällt aus ir­gend­wel­chen Grün­den der Null­lei­ter in ei­nem Drei­pha­sen­netz aus, z. B. durch ein de­fek­tes Ka­bel, dann kön­nen un­ter un­güns­ti­gen Um­stän­den bis zu 400 V an ei­ner nor­ma­len Steck­do­se an­lie­gen. Eben­falls neu in den G4-mo­du­len ist die Sys­tem­test-funk­ti­on, die mit ei­ner Im­pe­danz­mes­sung den Trei­ber und die Elek­tro­nik prüft. Der Sys­tem­test kann kon­ti­nu­ier­lich er­fol­gen oder ge­trig­gert über das Netz­werk oder per Tas­ter am Mo­dul sel­ber. Die Si­gnal­zu­spie­lung für die Elek­tro­nik­mo­du­le kann ana­log oder über ein op­tio­na­les Dan­te-mo­dul er­fol­gen. Letz­te­res gibt nur für die G4-mo­du­le im Aus­tausch ge­gen das Stan­dard-rd­net-mo­dul. Die Rd­net­funk­ti­on wird dann mit über das Netz­werk für das Dan­te-au­dio­netz­werk über­tra­gen. Mit der G4-elek­tro­nik sind das gro­ße Li­ne-ar­ray-mo­dul L212 und die Sub­woo­fer S118, S118R und S218 aus­ge­stat­tet. Al­le an­de­ren Vio-laut­spre­cher ha­ben ein G3-mo­dul. Zum Test ge­stellt wur­den aus der Vio-rei­he das klei­ne Li­ne-ar­ray-mo­dul L208 und der Sub­woo­fer S118R. Das R am En­de der Ty­pen­be­zeich­nung weist auf das Bass­re­flex­ge­häu­se hin. Der S118 oh­ne „R“ist ein horn­ge­la­de­ner Sub­woo­fer.

Li­ne-ar­ray-mo­dul VIO L208

Das Li­ne-ar­ray-mo­dul L208 mit ei­ner Brei­te von 600 mm und ei­ner Bau­hö­he vor­ne von 260 mm ist mit zwei 8"-Tief­tö­nern und ei­nem 1,4"-Mit­tel­hoch­tö­ner in ei­ner sym­me­tri­schen An­ord­nung be­stückt. Die bei­den Tief­tö­ner ar­bei­ten auf Band­pass­kam­mern mit na­he der Mit­te lie­gen­den Öff­nun­gen. Da­mit wer­den zwei Ef­fek­te er­zielt. Zum ei­nen wird die ho­ri­zon­ta­le Aus­deh­nung der ak­ti­ven Strah­ler­flä­che klei­ner und da­mit ei­ne zu star­ke Bün­de­lung in der ho­ri­zon­ta­len Ebe­ne ver­mie­den. Und als Mit­nah­me­ef­fekt der Band­pass­kam­mer steigt die Sen­si­ti­vi­ty im Be­reich der Re­so­nanz­fre­quenz breit­ban­dig um 700 Hz deut­lich an.

Wie das Fo­to oh­ne Front­git­ter er­ken­nen lässt, ist das Ge­häu­se der L208 aus Mul­ti­plex ge­fer­tigt. Die Ab­de­ckung der Tief­tö­ner und das Wa­ve­gui­de des Hoch­tö­ners sind als Kunst­stoff­bau­teil aus­ge­führt und von vor­ne ein­ge­setzt. Die Flug­me­cha­nik in Drei­punkt­aus­füh­rung er­mög­licht Win­kel von 0° bis 10° in 1°-Schrit­ten von Box zu Box. Wel­che Ge­samt­kon­fi­gu­ra­tio­nen mög­lich sind und wie die me­cha­ni­sche Last­ver­tei­lung aus­sieht, kann mit Hil­fe der Com­po­ser-soft­ware be­rech­net wer­den. Spä­ter hier­zu mehr im Ab­satz Soft­ware. Der T-för­mi­ge Flug­rah­men DRK-208 ist für ei­ne ma­xi­ma­le Last von 260 kg aus­ge­legt. Sol­len die L208 un­ter­halb der grö­ße­ren L210 im Ar­ray ge­flo­gen wer­den, dann kommt ein Tran­si­ti­on-fra­me TF-VIO1 zum Ein­satz. Für ein St­acking des Ar­rays auf ei­nem Sub­woo­fer wird der Tran­si­ti­on-fra­me AF-VIO1 be­nö­tigt, der auch für L208 un­ter ge­flo­ge­ne Sub­woo­fern oder auch L210 ein­ge­setzt wer­den kann. Bei den Sub­woo­fern ist nur das Mo­dell S118 flug­fä­hig, der S118R nicht. Mit dem ein­fa­chen Po­le-mount-ad­ap­ter DAS-VIOL208 kön­nen ma­xi­mal zwei L208 auch auf ei­nem Sta­tiv auf­ge­stellt wer­den. Das Elek­tro­nik­mo­dul der L208 be­fin­det sich so­li­de auf­ge­baut auf der Rück­sei­te der Box. Ei­ne kräf­ti­ge Alu­plat­te mit ei­nem fla­chen mit­tig auf­ge­setz­ten Kühl­pro­fil dient zur Wär­me­ab­fuhr. Ei­nen Lüf­ter be­nö­tigt das G3 nicht, wo­mit auch der Ein­satz in sen­si­bler Um­ge­bung wie in Thea­tern mög­lich wird. Das Dsp-mo­dul mit Buch­sen und Schal­tern ist von hin­ten kom­plett ge­kap­selt. Das Netz­teil und die End­stu­fen­elek­tro­nik be­fin­den sich un­ter ei­nem Loch­blech. Ein se­pa­ra­tes In­nen­ge­häu­se gibt es nicht, so dass sich die Elek­tro­nik im Vo­lu­men der Tief­tö­ner be­fin­det. Das kann man kri­tisch se­hen. An­de­rer­seits ist die Er­fah­rung bei db Tech­no­lo­gies mit ak­ti­ven Laut­spre­chern so groß, dass man da­von aus­ge­hen kann, dass es hier kei­ne Pro­ble­me mit Schä­den durch Vi­bra­tio­nen ge­ben wird. Bei den Sub­woo­fern sieht man die Sa­che an­ders, hier gibt es ei­ne kom­plett vom akus­ti­schen Vo­lu­men ge­trenn­te Kam­mer für die Elek­tro­nik.

Das ana­lo­ge Au­dio­si­gnal und die Rd­net-ver­bin­dung kön­nen in ein­fa­cher Wei­se von Box zu Box durch­ver­bun­den wer­den.

Glei­ches gilt für die Strom­ver­sor­gung mit Neu­trik-an­schlüs­sen Po­wer­con True1. Das Netz­teil im G3 schal­tet per Au­to­r­an­ge au­to­ma­tisch pas­send zur je­wei­li­gen Netz­span­nung um. Die Emp­feh­lung lau­tet, ma­xi­mal sechs L208 an ei­ner 16A-pha­se zu be­trei­ben. Die mitt­le­re Strom­auf­nah­me bei 1/3 Voll­last wird mit 2,7 Aeff an­ge­ge­ben. Die­ser Wert er­rech­net sich aus ei­ner Grund­last von 22 W plus 600 W si­gnal­ab­hän­gi­ger Leis­tungs­auf­nah­me. Geht man da­von aus, dass die End­stu­fe ei­nen Wir­kungs­grad von 75% hat, dann wä­ren das 450 W mitt­le­re Leis­tungs­ab­ga­be an die Laut­spre­cher. Bei ei­ner ma­xi­ma­len Peak­leis­tung der End­stu­fe von 1800 W wür­de die­ser Wer­te erst bei ei­nem Si­gnal mit 6 db Crest­fak­tor er­reicht, der nur äu­ßerst sel­ten bei ex­trem kom­pri­mier­tem Si­gnal vor­kommt. Üb­li­che Wer­te für Mu­sik und Spra­che lie­gen bei 12 db oder mehr, wo die mitt­le­re Leis­tung dann auf 1/4 der hier kal­ku­lier­ten 450 W ab­sinkt.

Für den ein­fa­chen An­schluss kom­plet­ter Ar­rays gibt es bei db Tech­no­lo­gies die Strom­ver­tei­lung DRV01. Von hier aus kön­nen über drei Han-mul­ti­pin­an­schlüs­se mit ein­spre­chen­den Ka­beln Strom, Netz­werk und Au­dio­si­gna­le zu den Ar­rays über­tra­gen wer­den. An die drei Aus­gän­ge kön­nen pro Aus­gang ma­xi­mal 16 Stück L208 oder vier Sub­woo­fer an­ge­schlos­sen wer­den. Um An­schlüs­se und Elek­tro­nik an den Laut­spre­chern vor Re­gen, Feuch­tig­keit und Schmutz zu schüt­zen, sind zwei so­li­de Re­gen­schutz­hau­ben fest an den Ge­häu­sen an­ge­bracht.

Ein wei­te­res nütz­li­ches Fea­tu­re in den L208 ist der in al­len Vio­li­ne-ar­ray-mo­du­len ein­bau­te

Win­kel­mes­ser (In­cli­no­me­ter), des­sen Wert über das RD­NET über­tra­gen wird. Mit der Au­ro­ra-net-soft­ware kann man sich dann schnell ei­nen Über­blick ver­schaf­fen, ob al­le Laut­spre­cher rich­tig ge­win­kelt und auch in der rich­ti­gen Rei­hen­fol­ge ver­ka­belt sind.

Mess­wer­te L208

Im Mess­la­bor wur­den die bei­den We­ge in der L208 zu­nächst pur oh­ne die ein­ge­bau­te Elek­tro­nik ge­mes­sen. Mit die­ser Mes­sung ist es mög­lich, die tat­säch­li­chen Ei­gen­schaf­ten der bei­den We­ge zu be­wer­ten und zu se­hen, wie viel die Fil­ter in der Elek­tro­nik kom­pen­sie­ren müs­sen. Die Im­pe­danz­kur­ven aus Abb. 1 zei­gen ein 4-Ohm-tief­ton­sys­tem mit ei­ner Bass­re­flex­ab­stim­mung auf 74 Hz und ei­nen 8-Ohm-hoch­tö­ner. Die bei­den par­al­lel ar­bei­ten­den Tief­tö­ner kön­nen so die Di­gi­pro-end­stu­fe mit 4 Ohm Ge­samt­im­pe­danz op­ti­mal aus­nut­zen. In der Kur­ve des Hoch­tö­ners spie­geln sich ober­halb von 13 khz ei­ni­ge Re­so­nan­zen und Par­ti­al­schwin­gun­gen wi­der, die sich dann auch im Fre­quenz­gang aus Abb. 2 zei­gen. Das wil­de Auf und Ab der Kur­ve sieht dra­ma­tisch aus, ist aber in die­sem Fre­quenz­be­reich jen­seits der 10 khz im

VIO L208 oh­ne Front­git­ter die bei­den 8"-Trei­ber ar­bei­ten über Band­pass­kam­mern auf zwei Aus­tritts­öff­nun­gen

Di­gi­pro G3 Elek­tro­nik­mo­dul mit zwei End­stu­fen und DSP aus der L208. Netz­strom­ver­sor­gung, ana­lo­ges Au­dio­si­gnal und das RD­NET wer­den von Box zu Box ver­bun­den. Mit den bei­den Dreh­schal­tern las­sen sich die werk­sei­ti­gen Pre­sets auch oh­ne Netz­werk­ver­bin­dung ein­stel­len

Re­gen­schutz­hau­ben über den An­schlüs­sen der L208

Di­gi­pro G3 Elek­tro­nik­mo­dul von in­nen, es kommt oh­ne Lüf­ter aus

Wet­ter­schutz über Strom- und Si­gnal­an­schlüs­sen

In­ne­re der L208 der 3"-Hoch­ton­trei­ber und die bei­den 8"-Tief­tö­ner ver­fü­gen über Neo­dym-ma­gne­te

Im­pe­danz­kur­ven der Tief­tö­ner (rot) und des Hoch­tö­ners (blau) in der L208. Die bei­den par­al­lel ar­bei­ten­den Tief­tö­ner nut­zen die Di­gi­pro End­stu­fe mit 4 Ohm Ge­samt­im­pe­danz op­ti­mal aus. Der Hoch­tö­ner ist ein 8-Ohm-trei­ber. Ober­halb von 13 khz spie­geln sich ei­ni­ge Re­so­nan­zen und Par­ti­al­schwin­gun­gen im Im­pe­danz­ver­lauf wi­der (Abb. 1)

Fre­quenz­gän­ge der L208 für die Ein­stel­lung A-1(flat) in grün und G-2 (klei­ne PA mit 1-2 L208) in ma­gen­ta. Die Trenn­fre­quenz liegt bei 1 khz (Abb. 4)

Fil­ter­fre­quenz­gän­ge in der L208. Ein­stel­lung A-1 für Flat in rot und blau. Un­ten die Over­lays für Spea­ker Cou­pling (ma­gen­ta) und HF Com­pen­sa­ti­on (grün) (Abb. 3)

Fre­quenz­gang mit Sen­si­ti­vi­ty der Tief­tö­ner (rot) und des Hoch­tö­ners (blau) in der L208 (Abb. 2)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.