Wie weit müs­sen wir ge­hen?

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Seit uns dra­ma­ti­sche Un­glü­cke und Ter­ror­an­grif­fe wäh­rend Events die ei­ge­ne Ver­letz­bar­keit und die leich­te An­greif­bar­keit un­se­rer Frei­heit vor Au­gen ge­führt ha­ben, spä­tes­tens seit­dem ist das The­ma Si­cher­heit noch­mals stär­ker in den Fo­kus der öf­fent­li­chen Wahr­neh­mung ge­rückt. Nach dem Ter­ror­an­griff 2016 auf den Weih­nachts­markt in Ber­lin sieht man bei na­he­zu je­der Groß­ver­an­stal­tung Bar­rie­ren jeg­li­cher Art und Wei­se, die An­grif­fe mit Fahr­zeu­gen ver­hin­dern sol­len. Und ehr­li­cher­wei­se ist das für mich im­mer ein be­fremd­li­cher An­blick: Ge­ben wir nicht ge­nau Stück für Stück das auf, für das wir an­ge­grif­fen wer­den? Ich er­in­ne­re mich an ei­ne Tou­ri-boots­tour vor ei­ni­gen Jah­ren auf dem Hud­son Ri­ver in New York, die mit hoch an­ge­spann­tem Si­cher­heits­per­so­nal noch stär­ker über­wacht und ge­si­chert wur­de als ei­ne Flug­rei­se. Wie weit wol­len und müs­sen wir ge­hen, um die Si­cher­heit ge­gen­über Ter­ror­an­grif­fen zu ma­xi­mie­ren? Hel­mut Scherer be­schäf­tigt sich ab Sei­te 34 mit die­sem Aspekt der – meist un­vor­her­seh­ba­ren – Ge­fahr, der sich Ver­an­stal­ter ge­gen­über­se­hen.

Gänz­lich schwie­rig wird es je­doch für mich, wenn aus schlech­ten oder nied­ri­gen Be­weg­grün­den die be­ste­hen­den und be­kann­ten Si­cher­heits­as­pek­te und -vor­schrif­ten nicht ein­ge­hal­ten wer­den. Wenn vie­le Stel­len ver­sa­gen und am En­de ei­ne Ka­ta­stro­phe – wie 2010 in Duis­burg – her­aus­kommt, steht man ohn­mäch­tig da. Vie­le Men­schen sind da­bei ge­stor­ben und er­heb­lich zu Scha­den ge­kom­men. Sie hat­ten dar­auf ver­traut, dass der Ver­an­stal­ter sei­ner Pflicht nach­kommt, näm­lich für die Si­cher­heit sei­ner Gäs­te zu sor­gen. Ei­nen Über­blick über den lau­fen­den Pro­zess zum Lo­ve­pa­ra­de-un­glück gibt Kai Abrell, der dem Pro­zess bei­ge­wohnt hat, ab Sei­te 48. Da­mit sich so et­was nicht wie­der­holt oder Be­su­cher – aber auch Mit­ar­bei­ter und Cr­ew – an­de­re Ver­let­zun­gen und Schä­den da­von­tra­gen, müs­sen für al­le Ver­an­stal­tun­gen Si­cher­heits­kon­zep­te er­stellt wer­den inkl. ei­ner Ge­fah­ren­ein­schät­zung. Auf­wand und Um­fang hän­gen da­bei an Grö­ße und Art der Ver­an­stal­tung. Au­tor Stefan Jun­ker, selbst Spe­zia­list für Si­cher­heit rund um Ver­an­stal­tun­gen, geht ab Sei­te 26 der Fra­ge nach, wann und wel­che Si­cher­heits­kon­zep­te er­stellt wer­den müs­sen und zeigt auf, dass Si­cher­heits­kon­zep­te nicht Pro­ble­me ver­ur­sa­chen, son­dern lö­sen – nicht erst beim Event selbst, son­dern schon weit vor­her.

Um wei­ter­hin un­be­schwer­te Events zu er­le­ben, müs­sen wir al­le da­für sor­gen, dass wir und un­se­re Gäs­te ge­sund und mun­ter (okay, nach ei­nem drei­tä­gi­gen Fes­ti­val viel­leicht nicht mehr ganz so mun­ter) nach Hau­se zu­rück­kom­men. Bleibt ge­sund und ach­tet auf eu­re Cr­ews und Kol­le­gen!

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