Test: Po­wer­soft T-se­rie

Production Partner - - Inhalt - Text und Mes­sun­gen: An­selm Go­ertz | Fotos: An­selm Go­ertz, Die­ter Stork

Mit der T-se­rie ent­wi­ckel­te Po­wer­soft vier neue End­stu­fen­mo­del­le in der mitt­le­ren Leis­tungs­klas­se: Mit 3 kw oder 6 kw Ge­samt­leis­tung gibt es je ein zwei­und ein vier­ka­na­li­ges Mo­dell, die un­ab­hän­gig von der Leis­tung al­le über ei­ne „Voll­aus­stat­tung“mit Ar­monía-dsp, Dan­te-in­ter­face und Aes3-ein­gang ver­fü­gen. Ziel­grup­pe für die neu­en preis­lich be­son­ders at­trak­ti­ven Amps sind Ver­lei­her, Bands und DJS, die so­li­des Tou­ring-equip­ment be­nö­ti­gen

Ei­ne ge­mein­sa­me Platt­form, die mit we­ni­gen Kom­po­nen­ten ei­ne gro­ße Band­brei­te an Pro­duk­ten lie­fert – die­ser Ge­dan­ke wird beim ita­lie­ni­schen End­stu­fen­her­stel­ler Po­wer­soft schon län­ger ver­folgt und prägt auch die neue T-se­rie mit ih­ren vier Mo­del­len. Als Ba­sis da­für die­nen End­stu­fen­mo­du­le, Netz­tei­le und der Ar­monía-dsp. Mit ei­nem oder zwei Netz­tei­len kön­nen in der Sum­me Leis­tungs­wer­te von 3 kw oder 6 kw be­reit­ge­stellt wer­den, die dann zwei oder vier End­stu­fen ver­sor­gen, die wie­der­um ein­zeln oder par­al­lel be­trie­ben wer­den. Die Kon­fi­gu­ra­ti­on er­folgt über die Be­stü­ckungs­va­ri­an­ten der Netz­tei­le und End­stu­fen-pcbs, so wie man es auch schon von den Due­ca­na­li- und Quat­tro­ca­na­li­mo­del­len aus der In­stal­la­ti­ons­se­rie kennt. Die wei­te­re Aus­stat­tung be­tref­fend gibt es in der T-se­rie im­mer das vol­le Pro­gramm mit al­len Dsp-funk­tio­nen, ei­nem Dan­te-in­ter­face und di­gi­ta­len Ein­gän­gen im Aes3-for­mat. Zur schon län­ger am Markt be­find­li­chen X-se­rie un­ter­schei­det sich die T-se­rie auf dem Pa­pier pri­mär zu­nächst ein­mal durch die Leis­tungs­wer­te. Für die Pra­xis gibt es aber noch den wich­ti­gen Un­ter­schied in der Be­die­nung: Wäh­rend die X-se­rie bis auf die

Mu­te-funk­ti­on aus­schließ­lich via Netz­werk über die Ar­monía-soft­ware zu be­die­nen und zu kon­fi­gu­rie­ren ist, gibt es bei der T-se­rie ein far­bi­ges Dis­play und acht far­big hin­ter­leuch­te­te Tas­ter, über die al­le we­sent­li­chen Funk­tio­nen und Ab­fra­gen zu er­rei­chen sind. Die­se Be­dien­ein­heit ist spe­zi­ell im Hin­blick auf den Ein­satz bei klei­ne­ren Events in die T-se­rie in­te­griert wor­den, bei de­nen man nicht im­mer da­von aus­ge­hen kann, dass al­le Ge­rä­te ver­netzt sind und die ent­spre­chen­de Soft­ware be­reit­steht. So las­sen sich bei der T-se­rie an der End­stu­fe sel­ber auch Pre­sets prü­fen und ab­ru­fen, Pe­gel und De­lays ein­stel­len, die Ma­trix kon­fi­gu­rie­ren oder auch die Ein­gän­ge aus­wäh­len. Da­mit ist im Fal­le ei­nes Fal­les auch auf ei­ner klei­nen Bau­stel­le schnel­le Selbst­hil­fe mög­lich, falls ein­mal das ge­la­de­ne Se­t­up nicht stimmt oder fehlt. Wel­che Funk­tio­nen am Front­pa­nel ver­füg­bar sind, kann be­reits vor­ab kon­fi­gu­riert wer­den.

Neue Soft­ware: Ar­monía Plus

Be­reits 2017 wur­de die Po­wer­soft-sys­tem­ma­na­ger-soft­ware Ar­monía in der neu­en Plus-ver­si­on vor­ge­stellt. Die Än­de­run­gen bzw. Er­wei­te­run­gen ge­gen­über der „Ar­monía Pro Au­dio Sui­te“be­tref­fen pri­mär die Kon­fi­gu­ra­ti­on kom­plet­ter Sys­te­me und die Zu­ord­nung von Laut­spre­chern und Ver­stär­kern zu­ein­an­der. Abb. 1 zeigt ein ein­fa­ches Bei­spiel, wie im zwei­ge­teil­ten Works­pace Laut­spre­cher und Ver­stär­ker grup­piert, in Racks zu­sam­men­ge­stellt und an­schlie­ßend ver­linkt wer­den kön­nen. Bei sehr vie­len Ver­stär­kern oder Laut­spre­chern im Works­pace oder zu klei­nen Bild­schir­men kann auch ei­ne al­ter­nie­ren­de Darstel­lung von Laut­spre­chern und Ver­stär­kern ge­wählt wer­den.

Wer zu wem ge­hört lässt sich im Works­pace (Abb. 2) ein­fach durch Ankli­cken ei­nes Laut­spre­chers oder Ver­stär­kers klä­ren, wo­durch ent­we­der die Zu­ord­nun­gen für ein­zel­ne Kom­bi­na­tio­nen oder auch von Laut­spre­cher­grup­pen zu Am­pracks an­ge­zeigt wer­den. Um vor­ge­fer­tig­te Se­tups mit rea­len Am­pracks im Sys­tem zu ver­knüp­fen, gibt es in der De­si­gne­be­ne die Match-funk­ti­on. Die Dis­co­very-such­funk­ti­on lis­tet zu­erst al­le im Netz­werk re­al ge­fun­de­nen End­stu­fen auf, die dann den im Se­t­up vor­han­de­nen End­stu­fen zu­ge­ord­net wer­den. Ei­ne Über­sicht al­ler End­stu­fen in­klu­si­ve Se­ri­en­num­mern, Ipadres­sen und Firm­ware-ver­sio­nen bie­tet die Sei­te „Sys­tem List". Ne­ben die­sen eher for­ma­len De­tails wer­den in der Sys­tem List auch die Pe­gel­an­zei­gen, ei­ne mög­li­che Gain Re­duc­tion, die Tem­pe­ra­tu­ren der Amps und die an den Aus­gän­gen ge­mes­se­nen Im­pe­dan­zen auf­ge­führt.

Zwei wei­te­re Fens­ter sind mit „Ope­ra­tor View“und „Events“be­nannt. Letz­te­res lis­tet mög­lich Feh­ler im Sys­tem, Über­las­tun­gen, Strom­aus­fäl­le etc. auf und er­mög­licht auch den au­to­ma­ti­sier­ten Ver­sand ei­ner E-mail und/oder SMS im Fal­le ei­ner Stö­rung. Vor al­lem bei grö­ße­ren In­stal­la­tio­nen oder meh­re­ren Büh­nen auf Fes­ti­vals kann die­se Funk­ti­on nütz­lich sein, wenn man als Tech­ni­ker weiß, dass man über Stö­run­gen di­rekt in­for­miert wird, oh­ne im­mer di­rekt vor Ort sein zu

müs­sen. Wer sich ei­ne ei­ge­ne Be­di­en­ober­flä­che zu­sam­men­stel­len möch­te, kann die­ses im Ope­ra­tor View ma­chen. Hier las­sen sich Ein­zel- und Grup­pen­funk­tio­nen nach Be­darf an­ord­nen und auch mit Gra­fi­ken, z. B. mit ei­nem Grund­riss der Lo­ca­ti­on, hin­ter­le­gen.

Die aus der bis­he­ri­gen Ar­monía-soft­ware be­kann­ten Funk­tio­nen zur Er­stel­lung kom­plet­ter laut­spre­cher­spe­zi­fi­scher Se­tups mit X-over, EQ und Li­mi­ter­funk­tio­nen fin­den sich un­ter Con­fig und Tu­ne wie­der. Wer­den vor­ge­fer­tig­te Pre­sets ge­la­den, dann sind die laut­spre­cher­spe­zi­fi­schen Funk­tio­nen nicht mehr zu­gäng­lich, so­dass nur noch für ei­nen Laut­spre­cher ins­ge­samt Mu­te, Gain, De­lay und Mas­ter-eqs ein­ge­stellt wer­den kön­nen.

Die Ar­monía Plus ist in der Struk­tur so auf­ge­baut, dass der Work­flow an­ge­fan­gen bei der Zu­sam­men­stel­lung des Sys­tems über die In­be­trieb­nah­me bis hin zur Show in die­ser Ab­fol­ge ab­ge­bil­det wird. Die Ab­fol­ge und auch die Darstel­lung im Works­pace eig­nen sich da­bei so­wohl für gro­ße Sys­te­me wie auch für klei­ne Se­tups, oh­ne da­bei über­la­den zu wir­ken oder die Ar­beit un­nö­tig zu ver­kom­pli­zie­ren. Ein we­nig Kri­tik muss man je­doch an dem zur neu­en Ar­monía-plus-soft­ware ge­hö­ri­gen Ma­nu­al äu­ßern, das bis­her nur sehr kurz ei­ni­ge Punk­te an­reißt und kei­ne sys­te­ma­ti­sche Ein­füh­rung oder ei­nen Über­blick über das Sys­tem Ar­monía gibt. Ak­tu­ell fünf klei­ne Youtube-vi­de­os be­leuch­ten auch nur ein­zel­ne Aspek­te und hel­fen nur par­ti­ell wei­ter. Wer sich al­so mit der Soft­ware aus­führ­li­cher be­fas­sen möch­te, und das gilt ins­be­son­de­re für Laut­spre­cher­ent­wick­ler, der nimmt sich am bes­ten ei­ni­ge St­un­den Zeit und geht sel­ber auf Er­kun­dungs­tour. Bei kon­kre­ten Fra­gen per E-mail hilft man dann im Hau­se Po­wer­soft auch ger­ne und schnell wei­ter.

Wel­che um­fang­rei­chen Funk­tio­nen für Ent­wick­ler und Laut­spre­cher­her­stel­ler in der Ar­monía-soft­ware zur Ver­fü­gung ste­hen, soll an die­ser Stel­le nicht wei­ter er­läu­tert wer­den. In Stich­wor­ten sind das: Rai­sed-co­si­ne-fil­ter in meh­re­ren Ebe­nen, X-over-fil­ter al­ler Art mit bis zu 48 db/oct Steil­heit, pha­sen­li­nea­re FIRHOCHund Tief­päs­se, Peak- und Rms-li­mi­ter für die Aus­gangs­span­nung, Strom und Leis­tungs­be­gren­zer so­wie reich­hal­ti­ge Schutz- und Kon­troll­funk­tio­nen in­klu­si­ve ei­ner Mes­sung der La­st­im­pe­dan­zen mit Re­fe­renz­wert­ver­gleich. Ei­ne aus­führ­li­che Be­schrei­bung zu die­sen viel­fäl­ti­gen Fea­tu­res fin­det sich be­reits im Test­be­richt zur X-se­rie (Pro­duc­tion Part­ner Aus­ga­be 7+8/2015, On­li­ne­down­load via www.pro­duc­tion-part­ner.de). Neu im Ver­gleich zu den frü­he­ren Mo­del­len von Po­wer­soft ist je­doch die Mög­lich­keit, pro Weg jetzt ein Cust­om

Fir-fil­ter mit 2048 Taps (an­stel­le bis­lang nur 384) zu nut­zen. De­tails da­zu wei­ter un­ten.

Platt­form T-se­rie

Klas Dalb­jörn (Po­wer­soft Pro­duct Ma­na­ger, frü­her Lab Grup­pen) er­läu­tert zur T-se­rie, dass al­le Mo­del­le mit Be­dacht für ei­ne ho­he ma­xi­ma­le Aus­gangs­span­nung von 145 Vpk aus­ge­legt sind, so­dass auch 8- oder 16Ω-we­ge voll aus­ge­nutzt wer­den kön­nen. Je nach Strom­be­darf kann dann ein Mo­dell mit 3-kw-netz­teil oder mit 6 kw ein­ge­setzt wer­den. Da sich die End­stu­fen­ka­nä­le die Netz­teil­ka­pa­zi­tät tei­len (Po­wer Sha­ring), kann die­se op­ti­mal aus­ge­nutzt wer­den. Nimmt man als Bei­spiel ei­ne voll ak­ti­ve PA mit 2-We­ge-toptei­len und 2 × 18"-Sub­woo­fern, dann wür­de sich ei­ne End­stu­fe T304 für die Tops und ei­ne T602 für die Sub­woo­fer an­bie­ten: Die T304 ver­sorgt mit zwei Ka­nä­len die Hoch­tö­ner der Tops, wo nur we­nig Leis­tung be­nö­tigt wird und hat dann noch reich­lich Re­ser­ven im Netz­teil für die Tief­tö­ner in den Tops. Die T602 mit dem gro­ßen 6-kw-netz­teil bie­tet ne­ben der ho­hen Aus­gangs­span­nung auch noch hin­rei­chend Strom für die 4-Ωsub­woo­fer, so­dass End­stu­fen und Laut­spre­cher op­ti­mal aus­ge­las­tet sind. ge­stellt wur­den uns be­reits die zwei­ka­na­li­ge T602 und die vier­ka­na­li­ge T604. Die ma­xi­ma­le Aus­gangs­span­nung von 145 Vpk konn­te für bei­de Test­model­le mess­tech­nisch leicht nach­ge­wie­sen wer­den. Der ma­xi­ma­le Aus­gangs­strom lag mit knapp 60 Apk bei der T604 und 120 Apk für ei­nen 1-ms­burst so­gar noch et­was hö­her als im Da­ten­blatt an­ge­ge­ben.

Ein Blick ins In­ne­re der T602 und T604 zeigt die für Po­wer­soft üb­li­che ex­tre­me Pa­ckungs­dich­te. Un­ter­schie­de zwi­schen den bei­den 600er-mo­del­len sind auf den ers­ten Blick nicht zu er­ken­nen. Le­dig­lich von au­ßen er­kennt man die T602 an den zu­sätz­li­chen Link-buch­sen für die ana­lo­gen Ein­gän­ge, die bei der T604 als Ein­gän­ge für den drit­ten und vier­ten Ka­nal be­stückt sind. Das dop­pel­te Netz­teil und die vier Aus­gangs­stu­fen sind in bei­den End­stu­fen vor­han­den. In der T602 ar­bei­ten dann je zwei Aus­gangs­stu­fen zu­sam­men, so dass der dop­pel­te Aus­gangs­strom mög­lich wird.

Von au­ßen be­trach­tet ma­chen bei­de Ver­stär­ker ei­nen über­sicht­li­chen und kla­ren Ein­druck. Das mit­tig an­ge­ord­ne­te far­bi­ge Dis­play er­mög­licht zu­sam­men mit den acht Tas­tern ei­ne schnel­le und in­tui­ti­ve Be­die­nung. Wel­che Tas­ten nutz­bar sind, er­kennt man an der Be­leuch­tung: Tas­ter die grau blei­ben, sind für das gera­de ge­öff­ne­te Me­nu oh­ne Funk­ti­on. Auf der Rück­sei­te gibt es die zwei bzw. vier ana­lo­gen Ein­gän­ge,

je ei­nen Aes3-ein­gang mit Link-buch­se und zwei Netz­werk­buch­sen, die in der Funk­ti­on als Switch ar­bei­ten. Da­hin­ter steckt ein Dan­te-ulit­mox4-in­ter­face, das je­weils zwei Ka­nä­le aus dem Dan­te-da­ten­strom für die End­stu­fe ab­greift und zwei aus­gibt. Die bei­den als Trans­mit­ter zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Dan­te-si­gna­le sind die Dsp-aus­gangs­si­gna­le der Ka­nä­le 1 und 2 des in­ter­nen DSP und so­mit Si­gna­le, die das kom­plet­te Pro­ces­sing des DSPS be­reits durch­lau­fen ha­ben. Lei­der sind die­se Zu­sam­men­hän­ge nicht wei­ter do­ku­men­tiert oder in ih­rer An­wen­dung er­läu­tert.

Für die drei Ein­gangs­va­ri­an­ten ana­log, AES3 oder Dan­te kann ei­ne Back­up-rei­hen­fol­ge mit Pe­ge­l­an­pas­sung de­fi­niert wer­den, die im Fal­le ei­nes Aus­falls ei­nes Da­ten­stroms au­to­ma­tisch auf die nächs­te Ebe­ne um­schal­tet.

Fre­quenz­gang und Dämp­fungs­fak­tor

Be­gin­nen wir mit der Fre­quenz­gang­mes­sung der T602 in Abb. 4 mit meh­re­ren Kur­ven in Ab­hän­gig­keit von der Last. Die Ver­stär­kung bei Nut­zung der ana­lo­gen Ein­gän­ge liegt bei 32 db. Be­dingt durch das Schal­tungs­kon­zept ei­ner Class-dend­stu­fe mit pas­si­ven Tief­pass­fil­tern in den Aus­gän­gen kommt es ab­hän­gig von der Last zu mehr oder we­ni­ger star­ken Schwan­kun­gen im Fre­quenz­gang am obe­ren En­de des Über­tra­gungs­be­rei­ches.

Mit Aus­nah­me der Mes­sung an ei­ner 2-Ohm-last stei­gen al­le Kur­ven zu den Hö­hen hin leicht an. Bei ei­ner 16-Ω-last liegt so der Pe­gel­an­stieg bei 20 khz bei ei­nem knap­pen db. Im Leer­lauf oh­ne Last fällt der An­stieg noch et­was kräf­ti­ger aus. Die End­stu­fen­schal­tung kom­pen­siert da­mit vor­aus­ei­lend den Pe­gel­ver­lust durch den bei ho­hen Fre­quen­zen an­stei­gen­den In­nen­wi­der­stand. Für ei­ne 4-Ω-last ist die Kur­ve dann fast aus­ge­gli­chen. Klang­lich soll­te das

spe­zi­ell bei Be­schal­lungs­laut­spre­chern kaum re­le­vant sein oder sich so­gar po­si­tiv aus­wir­ken.

Be­zieht man den Wert des In­nen­wi­der­stan­des der Qu­el­le auf die La­st­im­pe­danz, dann wird dar­aus der be­kann­te Dämp­fungs­fak­tor (Abb. 5). Auf 4 Ω be­zo­gen er­gibt das für die T602 bei 100 Hz ei­nen Wert von 110, bei 1 khz von 83 und bei 10 khz von 18. Wich­tig ist ein ho­her Dämp­fungs­fak­tor vor al­lem bei tie­fen Fre­quen­zen, wo der Laut­spre­cher ei­ne gu­te Kon­trol­le durch den Ver­stär­ker be­nö­tigt, um nicht zu lan­ge aus­zu­schwin­gen. Wer­te von 100 für die End­stu­fe sind in der Pra­xis schon mehr als hin­rei­chend, da meist durch Ka­be­lund Kon­takt­wi­der­stän­de oh­ne­hin noch grö­ße­re Wi­der­stän­de auf dem Si­gnal­weg ent­ste­hen. Wie sehr sich Kon­takt­wi­der­stän­de aus­wir­ken, zeigt die zwei­te blaue Kur­ve für den Dämp­fungs­fak­tor in Abb. 5, die über die zwei­te Spea­kon­buch­se als ei­ne Art Sen­se-lei­tung oh­ne Last­strom ge­mes­sen wur­de, wo­mit die Über­gangs­wi­der­stän­de von der End­stu­fen­pla­ti­ne bis zum Aus­gang an der ers­ten Spea­kon­buch­se um­gan­gen wer­den konn­ten. Der Wert bei 100 Hz steigt von 110 auf 430 an. Dar­aus be­rech­net sich ein Über­gangs­wi­der­stand der Ver­bin­dung von der Pla­ti­ne bis zur Spea­kon­buch­se von 27 mω. Möch­te man den ho­hen Dämp­fungs­fak­tor ei­ner End­stu­fe bis zum Laut­spre­cher er­hal­ten, dann gibt es die Mög­lich­kei­ten ei­ner mit­ge­führ­ten Sen­se-lei­tung oder ei­ner Art vor­aus­ei­len­den Ka­bel­kom­pen­sa­ti­on, wie sie in der Tse­rie und auch bei an­de­ren bei Po­wer­soft-end­stu­fen schon ein­ge­baut ist. Um In­sta­bi­li­tä­ten zu ver­mei­den, kann das Ver­fah­ren aber nur bis ma­xi­mal 400 Hz ein­ge­setzt wer­den.

Dy­na­mik und Stör­ab­stand

Kom­men wir zum nächs­ten Mess­wert ei­ner End­stu­fe, dem Dy­na­mik­um­fang. Für die Be­rech­nung ist zu­nächst die ma­xi­ma­le Aus­gangs­span­nung zu be­stim­men. Die­se liegt für al­le Mo­del­le der T-se­rie bei 145 Vpk und so­mit bei ca. 42,4 dbu. Dem ge­gen­über steht der an den Aus­gän­gen zu mes­sen­de Stör­pe­gel, der ein­mal bei Nut­zung der ana­lo­gen Ein­gän­ge und ein­mal mit di­gi­ta­len Ein­gän­gen ge­mes­sen wur­de. Die

ana­lo­gen Ein­gän­gen wur­den da­zu mit ei­nem 200-Ω-wi­der­stand ab­ge­schlos­sen. Der so ge­mes­se­ne Stör­pe­gel lag bei −67 dbu un­be­wer­tet und bei −70 dbu mit A-be­wer­tung. Nach der Um­schal­tung auf die di­gi­ta­le Si­gnal­zu­spie­lung ver­bes­ser­ten sich die Wer­te noch um wei­te­re 2 db. Legt man den A-be­wer­te­ten Stör­pe­gel zu Grun­de, dann wird ein Stör­ab­stand von et­was mehr als 112 db ana­log bzw. 114 db bei di­gi­ta­ler Si­gnal­zu­spie­lung er­reicht. Die zu­ge­hö­ri­gen Stör­spek­tren aus Abb. 6 zei­gen die Mes­sung mit ana­lo­gen Ein­gän­gen. Mo­no­fre­quen­te Kom­po­nen­ten, die be­son­ders stö­rend

sein kön­nen, gibt es nur ei­ni­ge we­ni­ge mit ver­nach­läs­sig­ba­ren Pe­geln, und dann auch erst ober­halb von 9 khz.

Ver­zer­rungs­mes­sun­gen

End­stu­fen er­zeu­gen pri­mär dann Ver­zer­run­gen, wenn sie die Gren­ze ih­rer ma­xi­ma­len Aus­gangs­span­nung oder ih­res ma­xi­ma­len Aus­gangs­stro­mes er­rei­chen. Bei mo­der­nen Schal­tungs­kon­zep­ten führt das nicht mehr zu har­tem Clip­ping, qua­si ei­nem Ab­schnei­den der Si­gna­le, son­dern wird kon­trol­liert durch Strom- und Span­nungs­li­mi­ter be­grenzt. Aus­nah­men kön­nen dann ent­ste­hen, wenn in Ex­trem­si­tua­tio­nen ei­ne Über­las­tung der Halb­lei­ter ver­hin­dert wer­den muss, wo dann auch schon mal hart be­grenzt wird. Ei­ne ers­te ty­pi­sche Mes­sung da­zu zeigt Abb. 7 für bei­de Ka­nä­le der T602 als Thd-kur­ven in Ab­hän­gig­keit vom Ein­gangs­pe­gel ge­mes­sen mit Las­ten von 2, 4 und 8 Ω. Die Kur­ven fal­len bis auf sehr gu­te −90 db (=0,003%) und wei­sen zu­dem auch nur ei­ne ganz ge­rin­ge Las­t­ab­hän­gig­keit auf. Die Leis­tungs­gren­ze der End­stu­fe wird je nach Last für Ein­gangs­pe­gel zwi­schen +2

und +10 dbu er­reicht. Die Li­mi­tie­rung von Strom und/oder Span­nung er­folgt da­bei im­mer so, dass die Ver­zer­run­gen nicht merk­lich über −70 db an­stei­gen. Aus die­ser Art der Darstel­lung geht je­doch nicht di­rekt her­vor, wel­che Aus­gangs­span­nung die End­stu­fe da­bei lie­fert. Da­für gibt es die Kur­ven aus Abb. 8, die auf der glei­chen Mes­sung ba­sie­ren, jetzt aber die Ver­zer­run­gen über der Aus­gangs­span­nung (x-ach­se) zei­gen. Dar­aus lässt sich ab­le­sen, dass an 8 Ω ei­ne ma­xi­ma­le Aus­gangs­span­nung von ca. 100 Vrms er­reicht wird, an 4 Ω von ca. 70 Vrms und an 2 Ω von ca. 50 Vrms. Die Wer­te sind in un­ge­fähr mit de­nen ver­gleich­bar, die bei der Leis­tungs­mes­sung für ein Si­nus­si­gnal mit 1 s Dau­er er­mit­telt wur­den. Die teil­wei­se Dop­pel­deu­tig­keit der Kur­ven ent­steht durch den Ein­satz der Li­mi­ter, die bei län­ger an­hal­ten­den zu ho­hen Strö­men oder Span­nun­gen noch wei­ter zu­rück­re­geln.

Spe­zi­ell bei Class-d-end­stu­fen ist die Fra­ge re­le­vant, wie sich die Thd-kur­ven in Ab­hän­gig­keit von der Fre­quenz ent­wi­ckeln. Abb. 9 zeigt da­zu ei­ne zu Abb. 7 ver­gleich­ba­re Mes­sung an 4-Ω-las­ten ge­mes­sen bei 100 Hz, bei 1 khz und bei 6,3 khz. Für die T602 ist zu er­ken­nen, dass die Ver­zer­run­gen mit zu­neh­men­der Fre­quenz zwar an­stei­gen, si­gni­fi­kan­te Un­ter­schei­de sich aber erst im Be­reich der Clip­gren­ze er­ge­ben, wo sich die 6,3-khz-kur­ven dann et­was ab­he­ben.

Wie sich die har­mo­ni­schen Ver­zer­run­gen zu­sam­men­set­zen, er­kennt man im Klirr­spek­trum aus Abb. 10. Die Mes­sung an der T602 er­folg­te mit ei­ner 2 × 4-Ω-last bei 500 W pro Ka­nal. Es gibt zwar re­la­tiv vie­le Ober­wel­len hö­he­rer Ord­nung, die­se

blei­ben aber al­le un­ter­halb der −80 db Li­nie, d. h. un­ter 0,01%. Ein sol­ches Spek­trum für ei­ne Pa-end­stu­fe hält auch ei­ner kri­ti­schen Be­trach­tung stand.

Wei­te­re Thd-kur­ven aus Abb. 11 wur­den bei kon­stan­tem Pe­gel in Ab­hän­gig­keit von der Fre­quenz ge­mes­sen. Die ins­ge­samt sechs Kur­ven zei­gen wie­der­um die bei­den Ka­nä­le an 2-Ω-, 4-Ω- und an 8-Ω-las­ten. Bei 1 khz fin­den sich die be­kann­ten Wer­te aus Abb. 7 wie­der. Zu tie­fe­ren Fre­quen­zen hin fal­len die Ver­zer­rungs­wer­te, zu hö­he­ren Fre­quen­zen stei­gen sie gleich­mä­ßig an.

Als ab­schlie­ßen­de Ver­zer­rungs­mes­sung folgt noch die Dim­mes­sung (Dy­na­mic In­ter­mo­du­la­ti­on Dis­tor­ti­on) (Abb. 12), bei der ein 15 khz Si­nus mit ei­nem steil­flan­ki­gen Recht­eck von 3,15 khz über­la­gert wird. Aus­ge­wer­tet wer­den die da­bei ent­ste­hen­den In­ter­mo­du­la­ti­ons­pro­duk­te. Die­se Mes­sung för­dert vor al­lem Schwä­chen bei schnel­len tran­si­en­ten Si­gna­len zu Ta­ge. Die stei­len Flan­ken der Recht­eck­an­teils for­dern die End­stu­fe deut­lich mehr als ein ein­ge­schwun­ge­ner Si­nus bei der Thd-mes­sung. Der Dim-mes­sung wird da­her auch ei­ne re­la­tiv gro­ße Be­deu­tung im Zu­sam­men­hang mit den klang­li­chen Qua­li­tä­ten ei­ner End­stu­fe zu­ge­schrie­ben. So­bald ho­he Strö­me ge­for­dert wer­den, stei­gen die tran­si­en­ten Ver­zer­run­gen häu­fig an. Im di­rek­ten Ver­gleich lie­gen hier her­kömm­li­che Class-ab- oder Class-h-end­stu­fen meist noch vor­ne ge­gen­über den Class-d-mo­del­len. Sieht man sich da­zu die Dim­mes­sun­gen der T602 an und ver­gleicht die­se mit ei­ner gu­ten Class-ab-end­stu­fe, dann fal­len die Wer­te für ei­ne 8-Ω-last ca. 10 db schlech­ter aus, an 4 Ω oder gar 2 Ω liegt die T602 dann je­doch gleich­auf oder lie­fert teil­wei­se so­gar bes­se­re Wer­te.

Netz­last und Smart Rail Ma­nage­ment

Die Netz­be­las­tung ist bei End­stu­fen ho­her Leis­tung ein wich­ti­ges The­ma. Wich­ti­ge Aspek­te sind da­bei der Wir­kungs­grad, die Netz­be­las­tung (Stichwort Leis­tungs­fak­tor) und vor al­lem bei Dau­er­be­trieb auch die Ru­he­leis­tungs­auf­nah­me.

Abb.13 zeigt da­zu mit zwei Kur­ven den Wir­kungs­grad der End­stu­fe. Die blaue Kur­ve setzt die Aus­gangs­leis­tung in Re­la­ti­on zur ins­ge­samt aus dem Strom­netz auf­ge­nom­men Wirk­leis­tung. Zu­sam­men mit der Grund­last er­ge­ben sich da­her bei klei­nen Aus­gangs­leis­tun­gen für den Wir­kungs­grad eher ge­rin­ge Wer­te. Für die ro­te Kur­ve wird da­her die Aus­gangs­leis­tung nur zu der zu­sätz­lich zur Grund­last auf­ge­nom­me­nen Leis­tung in Re­la­ti­on ge­setzt. Dar­aus er­gibt sich für die T602 ein sehr gu­ter Wir­kungs­grad von 75 bis 85%. Hin­zu kommt dann noch die Grund­last, die je nach Vor­ge­schich­te zwi­schen 32 und 95 W lie­gen kann. Das Smart Rails Ma­nage­ment (SMR) von Po­wer­soft sorgt da­für, dass die Netz­teil­span­nung für die End­stu­fen nicht im­mer kon­stant hoch ist, son­dern ganz nach Be­darf an­ge­passt wird. Liegt kein oder nur we­nig Si­gnal an, dann lie­fert das Netz­teil ei­ne ge­rin­ge Span­nung. Kommt ent­spre­chen­der Be­darf auf, der durch ein kur­zes De­lay in der Si­gnalket­te früh­zei­tig er­kannt wird, dann wird die Netz­teil­span­nung sehr schnell hoch­ge­fah­ren. Der Re­gel

be­reich er­streckt sich von ca. 60 V bis 145 V. Be­steht der Be­darf nicht mehr, dann bleibt die Span­nung ei­ne re­la­tiv lan­ge Zeit (hold ti­me) von ca. 10 Mi­nu­ten noch auf dem ho­hen Ni­veau, um dann mit ei­ner Re­lease Zeit­kon­stan­ten von 8 V/s wie­der zu­rück­ge­fah­ren zu wer­den. Die Ver­lust­leis­tung be­tref­fend gibt es da­her vor al­lem dann Vor­tei­le, wenn kei­ne oder nur we­nig Aus­gangs­span­nung be­nö­tigt wird. Als wei­te­rer Vor­teil re­du­ziert sich auch der Stör­pe­gel am Aus­gang um ca. 2 db, wenn kein Si­gnal an­liegt. Die Mes­sun­gen aus Abb. 13 er­folg­ten von den nied­ri­gen zu den ho­hen Leis­tungs­wer­ten hin, so dass bei klei­nen Leis­tun­gen nur ei­ne ge­rin­ge­re Ru­he­leis­tung mit in die Be­rech­nung ein­ging.

Der aus dem Strom­netz auf­ge­nom­me­ne Strom soll­te in sei­nem Ver­lauf mög­lichst der Span­nung fol­gen und die End­stu­fe sich so­mit ver­gleich­bar ei­nem re­el­len Wi­der­stand als Last für das Strom­netz ver­hal­ten. Ab­wei­chun­gen ent­ste­hen durch Ver­schie­bungs­blind­strö­me (ka­pa­zi­tiv oder in­duk­tiv) und durch Ver­zer­rungs­blind­strö­me (Ober­wel­len­an­teil). Wie gut sich der Strom­ver­lauf dem Span­nungs­ver­lauf an­nä­hert, wird durch den Leis­tungs­fak­tor (PF = Po­wer­fac­tor) mess­tech­nisch aus­ge­drückt. Abb. 14 zeigt da­zu die Mes­sung der T602 bei Voll­last. Bis auf ei­nen leich­ten Ver­satz und ein we­nig Ver­zer­rung der Kur­ven­form folgt der Strom­ver­lauf (blau) dem Span­nungs­ver­lauf (rot) sehr gut. Die Po­wer­fac­tor be­trägt 0,95. Er­reicht wird ein sol­cher Wert durch ei­ne ak­ti­ve PFC (Po­wer Fac­tor Cor­rec­tion).

Auf den ers­ten Blick auf­fäl­lig sind bei den Wer­ten für die Leis­tungs­auf­nah­me aus dem Strom­netz die An­ga­ben bei Voll­aus­las­tung der End­stu­fe mit ei­nem Si­gnal von 12 db Crest­fak­tor an 4-Ω-las­ten auf al­len Ka­nä­len. Der Wert für die T604 be­trägt das Dop­pel­te der T602. Die Be­grün­dung liegt da­rin, dass ei­ne Be­gren­zung hier nur durch die ma­xi­ma­le Aus­gangs­span­nung der End­stu­fen er­folgt, die bei bei­den Mo­del­len gleich hoch ist. Strom und Leis­tungs­wer­te sto­ßen bei die­sem Si­gnal bei kei­nem Mo­dell an ih­re Gren­zen. Ent­spre­chend nimmt dann die T604 mit vier End­stu­fen die dop­pel­te Leis­tung ei­ner T602 mit zwei End­stu­fen­ka­nä­len auf. An­ders ver­hält es sich bei dau­er­haft vol­ler Aus­las­tung mit ei­nem Si­nus­si­gnal, wo die T604 die ein­zel­nen End­stu­fen auf 380 W li­mi­tiert und die T602 1037 W pro Ka­nal zu­lässt. Ent­spre­chend ist dann die Leis­tungs­auf­nah­me der T602 mit 2560 W aus dem Strom­netz auch hö­her als die 1950 W der T604.

Fa­zit

Mit der T-se­rie füllt Po­wer­soft ei­ne klei­ne Lü­cke im Pro­gramm, die sich zwi­schen den gro­ßen Mo­del­len der X-se­rie und den schon et­was äl­te­ren Mo­del­len der K-se­rie für den Tou­ring-markt er­ge­ben hat. Nicht je­der be­nö­tigt die ho­hen Leis­tungs­wer­te der X-se­rie, trotz­dem möch­te man aber ger­ne die An­nehm­lich­kei­ten des mo­der­nen Dsp-sys­tems, der Dan­te­schnitt­stel­len und des in­te­grier­ten Netz­werk-swit­ches ha­ben. Un­ter­schie­de in der Aus­stat­tung gibt es in der T-se­rie nicht. Al­le End­stu­fen ver­fü­gen über das in­te­grier­te Dsp-sys­tem, ein Dan­te-in­ter­face und Ein­gän­ge im Aes3-for­mat.

In der T-se­rie gibt es die bei­den Leis­tungs­klas­sen mit 3 kw oder 6 kw Ge­samt­leis­tung ver­teilt je nach Mo­dell auf zwei oder vier Ka­nä­le. Dank der ein­heit­li­chen und teil­wei­se auch se­ri­en­über­grei­fen­den Platt­form­struk­tur der Po­wer­soft-end­stu­fen kommt die T-se­rie mit er­freu­li­chen Prei­sen da­her, wo­mit die End­stu­fen auch für klei­ne­re Ver­lei­her, Bands oder DJS als so­li­de und pro­fes­sio­nel­le Lö­sung in­ter­es­sant sind. Tech­nisch spie­len die Po­wer­soft Amps heu­te auf ei­nem sehr ho­hen Ni­veau, das kei­nen Zwei­fel an der Class-d-tech­nik mehr auf­kom­men lässt. Als her­aus­ra­gend in sei­nen Mög­lich­kei­ten stellt sich auch das Dsp-sys­tem der T-se­rie dar. Der Funk­ti­ons­um­fang ist in al­len Dis­zi­pli­nen rie­sig. Rai­sed-co­si­ne-fil­ter und Cust­om-fir-fil­ter mit bis zu 2048 Taps pro Ka­nal sind hier nur ei­ni­ge der High­lights, die je­den Laut­spre­cher­ent­wick­ler be­geis­tern dürf­ten. Die schon 2018 vor­ge­stell­te Sys­tem Ma­na­ger Soft­ware Ar­monía Plus, die für al­le Po­wer­soft-end­stu­fen­se­ri­en ein­ge­setzt wer­den kann, ver­ein­facht zu­dem die Be­die­nung der End­stu­fen vor Ort im Live-ein­satz.

Works­pace von Ar­monía Plus. In die­ser Ein­stel­lung sieht man rechts im Spea­ker-fens­ter die Laut­spre­cher und links die zu­ge­hö­ri­gen Ver­stär­ker. Sind mit der Add-funk­ti­on al­le Kom­po­nen­ten im Works­pace, kön­nen mit „Link“sehr schnell und ein­fach die Zu­ord­nun­gen her­ge­stellt wer­den. Die Ver­stär­ker wer­den dann au­to­ma­tisch mit den ent­spre­chen­den Se­tups für die Laut­spre­cher be­stückt (Abb. 1)

Wer ge­hört zu wem? Das ist mit ei­nem ein­fa­chen Klick auf den be­tref­fen­den Laut­spre­cher im Works­pace di­rekt zu er­ken­nen. Mit dem hier aus­ge­wähl­ten 2-We­ge-topteil mit Sub­woo­fer (blau) sind drei Ver­stär­ker­ka­nä­le aus dem Rack (links) ver­linkt (Abb. 2)

Ope­ra­tor View in der Ar­monía-soft­ware. Der An­wen­der kann sich im Ope­ra­tor View sei­ne ei­ge­ne Be­di­en­ober­flä­che mit den für ihn wich­ti­gen Funk­tio­nen zu­sam­men­stel­len. Hier ein ein­fa­ches Bei­spiel für das zu­vor ge­zeigt Se­t­up (Abb. 3)

Ori­gi­nal und „Fäl­schung“: Ei­ne zwei­ka­na­li­ge T602 und ei­ne vier­ka­na­li­ge T604 mit fast iden­ti­schem Auf­bau

Ta­bel­le 1 zeigt die Eck­da­ten der vier T-se­rie-mo­del­le in ei­ner Über­sicht mit Leis­tungs­wer­ten und den Ma­xi­mal­wer­ten für die Aus­gangs­span­nung und den Strom. Zum Test

Rück­an­sicht der T604 (oben) und T602 (un­ten). Die T602 mit nur zwei Ka­nä­len ver­fügt über zu­sätz­lich Link-buch­se für die ana­lo­gen Ein­gän­ge. Klei­ne Un­ter­schie­de gibt es auch in der Be­le­gung der Spea­kon-buch­sen.

Front­an­sicht der T604 (oben) und T602 (un­ten). Der klei­ne Un­ter­schied fin­det sich le­dig­lich im In­halt auf dem Dis­play und bei der Tas­ten­be­le­gung.

Fre­quenz­gang mit 2-, 4-, 8- und 16-Ω-last­wi­der­stän­den, oh­ne Last und mit 4- bzw. 8-Ω-laut­spre­cher-dum­my-loads (in der Darstel­lung um 2 db nach un­ten ver­setzt, Abb. 4 )

Dämp­fungs­fak­tor be­zo­gen auf ei­ne 4-Ω-last über Spea­kon­buch­se ge­mes­sen (rot) und se­pa­rat über den zwei­ten Aus­gang ge­mes­sen (blau, Abb. 5)

Stör­spek­trum am Aus­gang der T602 (CH1 rot, CH2 blau) Ge­samt­pe­gel −67 dbu und −70 dbu(a). Bei Nut­zung der di­gi­ta­len Ein­gän­ge je­weils 2 db we­ni­ger (Abb. 6)

Klirr­fak­tor (THD) der 4804 bei 1 khz (CH1 rot, CH2 blau) in Ab­hän­gig­keit von der Aus­gangs­span­nung auf der x-ach­se mit Be­las­tun­gen von 2 Ω (ge­punk­tet), 4 Ω (durch­ge­zo­gen) und 8 Ω (ge­stri­chelt). Beim Ein­satz der Li­mi­ter bricht die Kur­ve ab oder wird rück­läu­fig (Abb. 8)

Klirr­fak­tor (THD) der T602 bei 100 Hz (durch­ge­zo­gen), 1 khz (ge­stri­chelt) und 6,3 khz (ge­punk­tet) (CH1, CH2) in Ab­hän­gig­keit vom Ein­gangs­pe­gel auf der x-ach­se an 4-Ω-last (Abb. 9)

Klirr­fak­tor (THD) der T602 bei 1 khz (CH1 rot, CH2 blau) in Ab­hän­gig­keit vom Ein­gangs­pe­gel auf der x-ach­se an 2 Ω (ge­punk­tet), 4 Ω (durch­ge­zo­gen) und 8 Ω (ge­stri­chelt) Last (Abb. 7)

Klirr­spek­trum (THD+N) der T602 bei 1 khz (CH1,CH2) mit ei­ner Leis­tung von 2 × 500 W an ei­ner 4-Ω-last (Abb. 10)

Klirr­fak­tor (THD) der T602 (CH1, CH2) in Ab­hän­gig­keit von der Fre­quenz bei ei­ner Leis­tung von 2 × 250 W an 2 Ω (ge­punk­tet), 2 × 250 W an 4 Ω (durch­ge­zo­gen) und 2 × 250 W an 8 Ω (ge­stri­chelt) Last (Abb. 11)

In­ter­mo­du­la­ti­ons­ver­zer­run­gen DIM100 der T602 (CH1, CH2) in Ab­hän­gig­keit vom Ein­gangs­pe­gel auf der x-ach­se an 2 Ω (ge­punk­tet), 4 Ω (durch­ge­zo­gen) und 8 Ω (ge­stri­chelt) Last (Abb. 12)

Ver­lauf von Netz­span­nung (rot), Netz­strom (blau) und der dar­aus be­rech­ne­ten Leis­tungs­auf­nah­me (grün) mit ei­nem RMS-WERT von 2710 VA. Dank der ak­ti­ven PFC nä­hert sich der Strom­ver­lauf der Span­nung gut an. Der ge­mes­sen Po­wer­fac­tor liegt hier bei 0,95 (Abb. 14)

Wir­kungs­grad der T602 in % in Ab­hän­gig­keit von der ab­ge­ge­be­nen Leis­tung (x-ach­se). In rot die Kur­ve oh­ne Grund­last die ei­nen sehr gu­ten Wir­kungs­grad der End­stu­fen von ca. 80% er­ken­nen lässt (Abb. 13)

Ste­cker­be­schal­tung je nach Mo­dell als vier ein­zel­ne Ka­nä­le oder zwei Ka­nä­le plus Link

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