Rock the Bal­lett X Ju­bi­lä­ums­tour

Seit über zehn Jah­ren (2008) ab­sol­vier­te die Show „Rock the Bal­lett“mehr als 800 Auf­füh­run­gen – in über 20 Län­dern. Für die Ju­bi­lä­ums­tour ent­wi­ckel­te Woo­droo­fe Bas­sett De­sign das Licht­de­sign

Production Partner - - Inhalt - Text: Har­ry He­cken­dorf | Fo­tos: Man­fred Vo­gel (4), Har­ry He­cken­dorf (4)

Die Pro­du­zen­ten der zehn­ten Auf­la­ge der er­folg­rei­chen Tanz­show „Rock the Bal­lett“wünsch­ten sich ein glei­cher­ma­ßen ab­wechs­lungs­rei­ches und kom­pak­tes Büh­nen­de­sign. Ei­ni­ge ent­schei­den­de Vor­ga­ben für die De­si­gner wa­ren – ne­ben dem Bud­get­rah­men – an ei­ne gan­ze Rei­he von Fak­to­ren ge­kop­pelt: Als Spiel­or­te wür­den fast aus­schließ­lich Büh­nen in Thea­tern zwi­schen 1.500 und ma­xi­mal 3.000 Zu­schau­ern die­nen, in der Re­gel wür­den die Shows

Back to Back statt­fin­den und al­les Equip­ment soll­te in nur ei­nen Truck pas­sen. Ein de­zi­dier­ter Wunsch der Re­gis­seu­rin Adri­en­ne Can­ter­na lau­te­te, kei­nen zu­sätz­li­chen Set-bau über das tech­nisch Not­wen­di­ge hin­aus und auf kei­nen Fall rea­le De­ko­ra­ti­ons­ob­jek­te zu ver­wen­den. In­halt­lich soll­te ei­ne Art Rück­blick auf die er­folg­rei­chen Shows der letz­ten De­ka­de, ei­ne Mi­schung aus den High­lights und ei­ni­gen neu­en Cho­reo­gra­phi­en ge­bo­ten wer­den. „Schafft ei­ne mit­rei­sen­de Par­ty-stim­mung!“, lau­te­te das Cre­do für al­le Be­tei­lig­ten.

Woo­droo­fe Bas­sett De­sign: vom brei­ten zum fei­nen Pin­sel­strich

Zum ers­ten Mal zeich­ne­te die bri­ti­sche Bran­chen­in­stanz Woo­droo­fe Bas­sett De­sign für das Licht­de­sign von Rock the Bal­lett ver­ant­wort­lich. Ro­land Greil war für die Er­ar­bei­tung und Aus­füh­rung des Licht- und Pro­duk­ti­ons­de­signs zu­stän­dig. An sei­ner Sei­te ar­bei­te­te wäh­rend der Pro­ben Lu­ke YC Ra­din als Pro­gram­mie­rer.

Für die Gestal­tung der Show auf der Ba­sis des De­signs stan­den le­dig­lich zwei Näch­te zu Ver­fü­gung. Die Pro­ben fan­den in Ham­burg in den Kamp­na­gel­räum­lich­kei­ten statt – ei­nem ehe­ma­li­gen In­dus­trie­ge­bäu­de, das zu ei­nem in­ter­na­tio­na­len Zen­trum für zeit­ge­nös­si­sche dar­stel­len­de Küns­te um­ge­stal­tet wor­den ist. Von dort aus star­te­te die Tour­nee auch.

Sta­ge Ma­na­ger Lu­tin Tan­ner, sei­nes Zei­chen lang­jäh­ri­ges Mit­glied der Pro­duk­ti­on und ehe­ma­li­ger Tän­zer, konn­te zu­sätz­li­che Ge­sichts­punk­te für das Licht­de­sign aus sei­ner ganz ei­ge­nen War­te ein­brin­gen, zu­mal er die kom­plet­te Cho­reo­gra­phie ge­dank­lich stets vor Au­gen hat­te. Die­se Hin­wei­se hal­fen der Licht­crew, gera­de in dem en­gen Zeit­fens­ter, schnell treff­si­che­re Maß­nah­men im De­tail um­zu­set­zen. „Der Pin­sel­strich für ei­ne so aus­ge­feil­te Pro­duk­ti­on wird bei die­ser Ar­beits­wei­se in je­dem Schritt fei­ner und prä­zi­ser“, ver­riet Ro­land Greil und er­klär­te wei­ter: „Zu­nächst fängt man mit ei­nem ziem­lich brei­ten Pin­sel­strich an und in Ab­stim­mung mit den Künst­lern wer­den die Din­ge im­mer fei­ner jus­tiert, bis sich das ge­wünsch­te bzw. be­nö­tig­te Er­geb­nis ein­ge­stellt hat.“

Für die we­ni­gen, aber um so bein­dru­cken­der wir­ken­den Vi­deo­in­hal­te, die bei le­dig­lich sechs Lie­dern zum Ein­satz ka­men, konn­te der re­nom­mier­te ame­ri­ka­ni­sche Gra­fik­de­si­gner Jos­hua Har­dy en­ga­giert wer­den. Die zu­grun­de lie­gen­den Vor­ga­ben aus dem Hau­se Woo­droo­fe Bas­sett De­sign ent­wi­ckel­te der ge­frag­te Ani­ma­ti­ons­de­si­gner akri­bisch und punkt­ge­nau wei­ter.

All In One: Clay Pakys Sce­ni­us Uni­co

Nach­dem die Vor­ga­ben der Pro­duk­ti­on kom­mu­ni­ziert wor­den wa­ren, galt es ein ent­spre­chend prak­ti­ka­bles und gleich­zei­tig an­spruchs­vol­les De­sign zu ent­wi­ckeln. Ro­land Greil er­kor Clay Pakys Sce­ni­us Uni­co als All­round-lam­pe und be­grün­de­te sei­nen Ent­schluss: „Der Sce­ni­us Uni­co ver­eint in sich al­le Funk­tio­nen, die wir für die Show brau­chen, um un­se­re krea­ti­ven Ide­en in die ent­spre­chen­den Looks um­set­zen zu kön­nen. Man kann den Uni­co so­wohl als Hard Edge Spot ein­set­zen, Go­bos be­nut­zen, oder auch als Hin­ter­licht ein­set­zen.

Dank des Blen­den­schie­bers sind auch sämt­li­che gän­gi­ge Thea­ter-looks rea­li­sier­bar. Viel­leicht ist dies tat­säch­lich die ein­zi­ge Lam­pe, die gleich­zei­tig auch als gu­tes Wa­sh­light Sub­sti­tu­te fun­giert.“Die re­la­tiv gro­ße Front­lin­se und die Frost­schei­ben er­mög­li­chen dies. Ein Vor­teil, der auf der Hand

liegt: Wenn man nur ein Haupt­ar­beits­ge­rät im Ein­satz hat, ist, dass al­le Looks sehr ho­mo­gen wir­ken und über­dies die Pro­gram­mie­rung recht zü­gig von der Hand geht.

„Ich war in den letz­ten Jah­ren im­mer auf der Su­che nach ei­ner Lam­pe, die al­les kann. Der Sce­ni­us Uni­co war hier die best­mög­li­che Wahl. Ich ha­be die­se Lam­pe schon häu­fig ein­ge­setzt und er­probt. Ganz egal, ob auf gro­ßen Büh­nen oder bei klei­nen Pro­duk­tio­nen, funk­tio­niert der Sce­ni­us Uni­co im­mer gut und bie­tet selbst bei dunk­len Rot- und Blau­tö­nen (z. B. Kon­go Blue) noch ei­nen gu­ten Out­put“, ver­si­chert Ro­land Greil und er­gänzt lä­chelnd: „In ei­ner per­fek­ten Welt hät­te die Ma­trix auch noch aus Clay Paky Sce­ni­us Uni­co be­stan­den.“

Ro­be Sta­ge Ban­ner

Um den ge­stal­te­ri­schen Vor­stel­lun­gen der Re­gis­seu­rin nach­zu­kom­men und gleich­zei­tig die Mög­lich­keit zu ha­ben, ei­ne wei­te­re Ebe­ne von un­ter­schied­li­chen Sze­ne­ri­en an­zu­bie­ten, hat­te Ro­land Greil ei­ne Ma­trix aus 45 Mar­tin Rush PAR kre­iert (neun ho­ri­zon­tal / fünf ver­ti­kal) und da­vor ei­ne Rei­he mit zehn Ro­be Sta­ge Ban­nern po­si­tio­niert. Die Ban­ner bo­ten die Mög­lich­keit, die Ma­trix da­hin­ter kom­plett zu ver­ber­gen. Die Vor­derb­zw. Rück­sei­ten der Pa­nels wa­ren so kon­zi­piert, dass die dunk­le Sei­te mit den je­wei­li­gen Licht­stim­mun­gen kor­re­spon­dier­te. Die hel­le Flä­che hin­ge­gen dien­te als Screen für den Vi­deo­con­tent oder sie konn­te im wei­tes­ten Sin­ne als Cy­cl­o­ra­ma wäh­rend der ent­spre­chend kon­zi­pier­ten Licht­stim­mun­gen an­ge­se­hen wer­den. In der 90-Grad-stel­lung

ga­ben die Pa­nels den Blick ent­we­der auf die kom­plet­te Ma­trix oder auf aus­ge­such­te Teil­be­rei­che frei und bo­ten da­mit wie­der­um ge­stal­te­ri­sche Fle­xi­bi­li­tät. Die­se Kon­struk­ti­on be­währ­te sich so­wohl auf der Büh­ne als auch wäh­rend des Trans­ports als sehr platz­spa­rend.

Licht­de­sign: Gas­sen­licht mit Mo­ving Lights

Für das wohl wich­tigs­te Stil­mit­tel bei der Be­leuch­tung ei­ner Tanz­show, dem Gas­sen­licht, ver­wen­de­te Licht­de­si­gner Ro­land Greil nicht die üb­li­chen Pro­fil­schein­wer­fer mit Farb­wechs­lern, son­dern setz­te da­für erst­mals Mo­ving Lights ein: „Da die Uni­cos ei­nen gut funk­tio­nie­ren­den Blen­den­schie­ber be­sit­zen, war dies mög­lich. Der Ein­satz der Mo­ving Lights an

die­ser Po­si­ti­on half uns, das Ein­leuch­ten sehr ef­fi­zi­ent zu ma­chen und bot über­dies sehr krea­ti­ve Ar­beits­an­sät­ze, die wie­der­um zu sehr in­ter­es­san­ten Tex­tu­ren für die Show führ­ten“, re­sü­mier­te Ro­land Greil. Die Uni­cos wa­ren auf je­der Sei­te in vier Drei­er-grup­pen ge­staf­felt.

Die Vi­deo­ein­spie­lun­gen er­folg­ten über ei­nen Pa­na­so­nic-pro­jek­tor, der je­weils in zen­tra­ler Po­si­ti­on in der Front Truss po­si­tio­niert wur­de. Um die So­lis­ten je­weils her­aus­zu­ar­bei­ten, wur­de all­abend­lich ein Robert Ju­li­at Ara­mis Fol­low Spot ein­ge­setzt. Die Licht­steue­rung er­folg­te über ei­ne Grand MA2 Full­si­ze so­wie mit ei­ner Pc-ver­si­on als Back­up. „Für mei­nen Work­flow ist dies die bes­te Platt­form und das ge­eig­nets­te Werk­zeug. Vie­le Pro­gram­mie­rer im Hau­se Woo­droo­fe Bas­sett De­sign ar­bei­ten in­zwi­schen mit Ma-pul­ten“, ver­riet Ro­land Greil und lob­te: „ Es ist das Tool der Wahl und die Pul­te ar­bei­ten ein­fach 100% zu­ver­läs­sig!“

Show: von Tanz­thea­ter bis atem­be­rau­ben­der Akro­ba­tik

Die Ju­bi­lä­ums-tour fei­er­te ei­ne sehr be­ju­bel­te Pre­mie­re in Ham­burg, be­vor die Show die üb­ri­gen Spiel­or­te in Deutsch­land und der Schweiz be­such­te. An ei­ni­gen Or­ten gas­tier­te das En­sem­ble gleich meh­re­re Aben­de und wuss­te das Pu­bli­kum stets zu be­geis­tern. Die kurz­wei­li­ge Tanz­show bot die ver­spro­che­ne Mi­schung aus mo­der­nem Tanz­thea­ter, klas­si­schen An­lei­hen und ent­hielt bis­wei­len Mo­men­te mit atem­be­rau­ben­der Akro­ba­tik. Al­les in ei­nem äu­ßerst fein jus­tier­ten Rah­men aus Licht und Vi­deo, der zu kei­nem Zeit­punkt von den Tanz­dar­bie­tun­gen ab­lenk­te. Die Sze­nen­bil­der zu den Dance­floor-hits bo­ten mit­un­ter stil­si­che­re An­lei­hen aus den je­wei­li­gen De­ka­den, in de­nen die Songs die Tanz­be­geis­ter­ten in Dis­co­the­ken und Clubs auf die Tanz­flä­che ge­lockt hat­ten.

Kla­re, auf­ge­räum­te Looks bil­de­ten den Bo­den für die fas­zi­nie­ren­den und pul­sie­ren­den Cho­reo­gra­fi­en. Ge­zielt wur­de der Büh­nen­raum durch die Licht­stim­mun­gen mal zur en­gen Dis­co ge­schrumpft, um beim nächs­ten Song dann zum präch­ti­gen Tanz­pa­last auf­ge­bla­sen zu wer­den. Be­mer­kens­wert, dass die­se le­ben­di­ge Viel­falt mit so we­ni­gen un­ter­schied­li­chen „Werk­zeu­gen“er­reicht wer­den konn­te.

Po­si­ti­on 90° so ga­ben die Pa­nels den Blick auf die Ma­trix oder auf aus­ge­such­te Teil­be­rei­che frei und bo­ten ge­stal­te­ri­sche Fle­xi­bi­li­tät (Fo­tos: Man­fred Vo­gel)

Vi­deo­con­tent schuf der re­nom­mier­te ame­ri­ka­ni­sche Gra­fik­de­si­gner Jos­hua Har­dy (Foto: Man­fred Vo­gel)

Gas­sen­licht an je­der Sei­te in vier Drei­er­grup­pen ge­staf­felt

Ro­be Sta­ge­ban­ner vor der Ma­trix und das Rigg mit Uni­cos

Ma­trix aus 45 Mar­tin Rush LED PAR

Rigg aus Clay Paky Sce­ni­us Uni­co

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