Test: HK Au­dio CX 12

Mul­ti­funk­ti­ons­box mit ho­hem An­spruch an Klang, Leis­tung und me­cha­ni­sche Va­ria­bi­li­tät

Production Partner - - Inhalt - Text und Mes­sun­gen: An­selm Go­ertz | Fotos: An­selm Go­ertz, Die­ter Stork (5)

Die CX 12 stammt aus der Se­rie „Con­tour X“des saar­län­di­schen Her­stel­lers HK Au­dio und ist im dor­ti­gen Port­fo­lio in der Ka­te­go­rie „Ren­tal“an­ge­sie­delt. Sie um­fasst drei Po­int­sour­ce-toptei­le im 8"-, 12"- und 15"-For­mat und löst die bis­he­ri­ge Con­tour-se­rie als Wei­ter­ent­wick­lung ab. Er­gänzt wer­den die­se durch zwei Sub­woo­fer, die C-sub-mo­del­le 118 und 218, die auch zum neu­en Cos­mo-li­ne-ar­ray und des­sen Mo­du­le C6, C8 und C10 passt. Auf der Hk-home­page be­ti­telt man die Con­tour-x-mo­del­le als „First Class Work­hor­se“, ein Be­griff, der zu­sam­men mit dem Ren­tal-all­tag durch­aus pas­send er­scheint. Ge­rä­te, die hier ei­ni­ge Jah­re im Ein­satz wa­ren, zeu­gen häu­fig mit teil­wei­se hef­ti­gen Ge­brauchs­spu­ren von den dort vor­herr­schen­den er­schwer­ten Be­din­gun

gen. Laut­spre­cher – und hier ins­be­son­de­re die klas­si­schen All­roun­der – sind da­von be­son­ders be­trof­fen. Wäh­rend Mi­kro­fo­ne, Misch­pul­te, Sta­ge­bo­xen und an­de­re Elek­tro­nik meist sehr sorg­sam ge­hand­habt wer­den, ist der Um­gang mit Laut­spre­chern doch oft eher rau: Laut­spre­cher ste­hen an der Front im Re­gen, wer­den als Bo­den­mo­ni­to­re ge­tre­ten und mit Ge­trän­ken über­gos­sen. Auch beim Trans­port wer­den sie ger­ne schon mal et­was stief­müt­ter­lich be­han­delt. Das al­les braucht man den Ent­wick­lern bei HK Au­dio mit ih­rer jahr­zehn­te­lan­gen Er­fah­rung nicht zu er­klä­ren. Dort weiß man, was der An­wen­der braucht – und die­se An­for­de­run­gen wur­den bei den Con­tour-x-mo­del­len um­ge­setzt.

Was ist ei­ne Mul­ti­funk­ti­ons­box?

Schon der ers­te Blick auf die CX 12 zeigt, wo­rum es geht: Grif­fe, Flug­punk­te mit M10, Ae­ro­quip zur Se­kun­där­si­che­rung, ein so­li­des und um die Kan­ten ge­zo­ge­nes Front­git­ter und Spea­kon-buch­sen auf der Rück­sei­te eben­so wie auf der Ober- und Un­ter­sei­te mit Staub­schutz­ab­de­ckun­gen spre­chen für sich. Hier steht ein „Ar­beits­pferd“. Der Flug­be­trieb ist ne­ben der klas­si­schen Ket­ten-/ösen­mon­ta­ge auch mit dem Nei­ge­bü­gel TB-XQ mög­lich (Net­to­preis im Paar: 360 Eu­ro). Er wird werk­zeug­frei mit­tels QRPS an den seit­li­chen Be­fes­ti­gungs­plat­ten mon­tiert und er­mög­licht die stu­fen­lo­se Nei­gung der Box. Die­ser Bü­gel ist so­wohl für die CX 12, al­so auch für die CX 15 ver­wend­bar (in der Brei­te frei ver­stell­bar). Die Be­zeich­nung „Mul­ti­funk­ti­ons­box“be­zieht sich da­bei pri­mär auf die Ge­häu­se­form, die so­wohl den Ein­satz als Bo­den­mo­ni­tor mit Auf­stell­win­keln von 35° oder 55° wie auch als nor­ma­ler Laut­spre­cher er­mög­licht – wo­mit sich auch die Spea­kon-buch­sen auf der Ober- und Un­ter­sei­te er­klä­ren, mit de­nen auf der Büh­ne lie­gend ein­fach von Box zu Box durch­ver­ka­belt wer­den kann. An die­ser Stel­le kommt dann di­rekt noch ein wei­te­res, gut durch­dach­tes De­tail zum Vor­schein: Über ei­nen Schie­be­schal­ter auf der Rück­sei­te lässt sich ein­stel­len, ob die Box ihr Si­gnal von den 1er- oder 2er-pins der

Spea­kon-buch­se ab­greift. Ver­bin­det man jetzt meh­re­re Bo­den­mo­ni­to­re mit ei­ner vier­ad­ri­gen Lei­tung durch und speist die­se mit Si­gna­len von zwei End­stu­fen­aus­gän­gen, dann las­sen sich wahl­wei­se die Si­gna­le von dem ei­nen oder an­de­ren Mo­ni­tor­ka­nal ab­grei­fen.

Das mit PU be­schich­te­te Ge­häu­se der CX 12 ist selbst­re­dend aus Bir­ken­mul­ti­plex ge­fer­tigt und in al­len De­tails ab­so­lut so­li­de aus­ge­führt. Sämt­li­che Flug- und Mon­ta­ge­punk­te sind im In­nern des Ge­häu­ses mit Stahl­plat­ten oder Win­keln ver­stärkt. Mit ei­nem Ge­wicht von 22,8 kg ist die CX 12 so zwar kein Leicht­ge­wicht mehr, aber auch nicht zu schwer für ih­ren Zweck.

Be­stückt ist die CX 12 mit ei­nem 12"-Neo­dym-tief­tö­ner und ei­nem 1,4"-Hoch­ton­trei­ber (3"-Spu­le), die bei 1,2 khz pas­siv ge­trennt wer­den. An die­ser Stel­le kommt ein wei­te­rer in­ter­es­san­ter Aspekt ins Spiel, da die Wei­che in der CX 12 ganz ge­gen den Trend so ab­ge­stimmt ist, dass sie nicht nur die Wei­chen­funk­ti­on er­füllt, son­dern auch die Ent­zer­rung (Equa­liza­t­i­on) der Box. Die CX 12 kann so auch oh­ne zu­sätz­li­chen Con­trol­ler di­rekt an ei­nem be­lie­bi­gen Ver­stär­ker be­trie­ben wer­den, was die Fle­xi­bi­li­tät im Ein­satz er­höht. Nä­he­res zu die­sem The­ma im The­men­kas­ten „Ak­ti­ve und pas­si­ve Fil­ter“.

Den­noch gibt es von HK Au­dio die pas­sen­den C-dri­ve-am­pracks zur Con­tour-se­rie, die je nach Wunsch des An­wen­ders mit Lab-grup­pen-end­stu­fen PLM12K44 oder der X-se­rie von Po­wer­soft be­stückt sein kön­nen. Für bei­de Ver­stär­ker­ty­pen gibt es Fil­ter- und Li­mi­ter-se­tups – ent­we­der für den La­ke-pro­zes­sor im Lab-grup­pen-ver­stär­ker oder für das Ar­mo­nia-sys­tem bei Po­wer­soft. Die zum Test be­reit­ge­stell­ten CX 12 wur­den zu­sam­men mit ei­nem Lab-grup­pen-ver­stär­ker PLM 12K44 ge­lie­fert. Al­le Fil­ter- und Li­mi­ter­pa­ra­me­ter lie­gen aber auch in ein­fa­cher Ta­bel­len­form vor, so­dass man bei Be­darf na­he­zu be­lie­bi­ge an­de­re Con­trol­ler ein­setz­ten könn­te. Spe­zi­el­le Fil­ter­funk­tio­nen, wie es sie bei La­ke und auch im Ar­mo­nia gibt, wer­den nicht ein­ge­setzt.

Möch­te man die Cx-toptei­le als grö­ße­re PA ein­set­zen, dann gibt es da­zu die Sub­woo­fer C Sub als 1 × 18"- und 2 × 18"Mo­del­le. Bei­de Subs sind als klas­si­sche Bass­re­flex­bo­xen auf­ge­baut, die ähn­lich wie die Tops auch über ei­ne reich­hal­ti­ge Aus­stat­tung ver­fü­gen. Con­trol­ler-se­tups für die Sub­woo­fer gibt es für al­le Kom­bi­na­tio­nen mit den drei Topteil-mo­del­len. Ne­ben ei­ner Stan­dard­kon­fi­gu­ra­ti­on sind auch Fil­ter-se­tups für Car­dioid- oder End­fi­re-auf­bau­ten ver­füg­bar.

Was sagt uns der Fre­quenz­gang?

Der Fre­quenz­gang ei­nes Laut­spre­chers ist im Nor­mal­fall der wich­tigs­te Mess­wert, wenn auch nicht der al­lein se­lig­ma­chen­de. Es gibt durch­aus Fäl­le, wo ein Laut­spre­cher trotz ei­nes ge­ra­den On-axis-fre­quenz­gangs klang­lich nicht über

zeu­gen kann (und na­tür­lich auch um­ge­kehrt). In bei­den Fäl­len soll­te man dann ein­mal die Ge­samt­heit al­ler Mess­wer­te be­trach­ten, so­dass sich meist schnell die Ur­sa­che für das un­ge­wöhn­li­che Ver­hal­ten fin­det.

So­weit es aber kei­ne Ab­sur­di­tä­ten bei den an­de­ren Mess­wer­ten gibt, kann je­doch vom Fre­quenz­gang gut auf die klang­li­chen Qua­li­tä­ten ei­nes Laut­spre­chers ge­schlos­sen wer­den. Abb. 1 zeigt da­zu die Mes­sun­gen der CX 12 zu­sam­men mit der Lab-grup­pen-con­trol­ler-end­stu­fe. Die im Con­trol­ler vor­ge­nom­me­nen Fil­te­run­gen sind nur ge­ring­fü­gig und eher kos­me­ti­scher Na­tur. Hin­zu kommt ei­ne leich­te An­he­bung im Bass­be­reich für den Full­ran­ge-mo­dus. De­tails da­zu fin­den sich im The­men­kas­ten zu Abb. 14.

Die blaue Kur­ve zeigt die Mes­sung mit Front­git­ter, wo es ab 5 khz auf­wärts zu deut­li­chen In­ter­fe­renz­ef­fek­ten kommt. Un­ver­meid­lich re­flek­tiert das Git­ter ei­nen ge­wis­sen An­teil des Schalls zu­rück ins Horn, der dort mit den ur­sprüng­li­chen Schall­wel­len in­ter­fe­riert und so zu ei­ner Ab­fol­ge von Peaks und Dips im Fre­quenz­gang führt. Der Ef­fekt tritt erst bei ho­hen Fre­quen­zen auf, wenn die Git­ter­struk­tur und

An­schluss­feld mit zwei Spea­kon-buch­sen mit Dicht­kap­pen ge­gen das Ein­drin­gen von Staub und Feuch­tig­keit. Mit dem Schal­ter kann die Zu­ord­nung des Laut­spre­chers auf die Pins 1± oder 2± ge­schal­tet wer­den

Ge­häu­se der CX 12 mit vie­len Mon­ta­ge­punk­ten, Grif­fen und An­schluss­mög­lich­kei­ten. Ne­ben den bei­den Spea­kon-buch­sen auf der Rück­sei­te gibt es auch noch auf der Ober- und Un­ter­sei­te je ei­ne Spea­kon-buch­se für den Ein­satz als Bo­den­mo­ni­tor

Fre­quenz­gang der CX 12 ge­mes­sen mit Con­trol­ler und Full­ran­ge­se­t­up. Blaue Kur­ve oben in nor­ma­ler frei­er Auf­stel­lung, grü­ne Kur­ve in ei­ner Po­si­ti­on als Bo­den­mo­ni­tor. Die ro­te Kur­ve wur­de zum Ver­gleich oh­ne Front­git­ter ge­mes­sen. (die Kur­ven sind zur bes­se­ren Über­sicht je­weils um 10 db ver­setzt dar­ge­stellt, Abb. 1)

CX 12 mit und oh­ne Front­git­ter. Das zwin­gend er­for­der­li­che Front­git­ter ist bei der CX 12 akus­tisch hoch trans­pa­rent ge­stal­tet, macht sich aber trotz­dem bei ho­hen Fre­quen­zen mess­tech­nisch deut­lich be­merk­bar

Spek­tro­gramm der CX 12 mit Front­git­ter ge­mes­sen. Der Ver­lauf ist ins­ge­samt pro­blem­los und na­he­zu frei von Re­so­nan­zen. Die Git­ter­re­fle­xio­nen ma­chen sich hier kaum be­merk­bar (Abb. 2)

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