So­zi­al­ver­si­che­rung: Än­de­run­gen beim For­mu­lar A1

Production Partner - - Inhalt - Text: Le­na Voss

In der Ver­an­stal­tungs­tech­nik-bran­che ge­hö­ren Aus­lands­ein­sät­ze fest zum Pro­gramm. Die Ent­fer­nung und Dau­er des Ein­sat­zes kön­nen da­bei je­des Mal völ­lig un­ter­schied­lich aus­fal­len. Den­noch muss für je­den die­ser Ein­sät­ze im Aus­land und für je­den ein­zel­nen „Rei­sen­den“die So­zi­al­ver­si­che­rung ge­re­gelt sein – hier­für gibt es die sog. „Ent­sen­de­be­schei­ni­gun­gen“. Zum 1.1.2019 ha­ben sich nun ei­ni­ge Re­ge­lun­gen zur An­trag­stel­lung ge­än­dert.

Die So­zi­al­ver­si­che­rung von Ar­beit­neh­mern ist nach dem Ter­ri­to­ri­al­prin­zip ge­re­gelt – das be­deu­tet, je­der Ar­beit­neh­mer ist dort ver­si­chert, wo er sei­ne Be­schäf­ti­gung aus­übt. Wer­den An­ge­stell­te nun für ei­ne vor­über­ge­hen­de Be­schäf­ti­gung ins Aus­land ge­schickt, wird theo­re­tisch ne­ben dem fes­ten Bei­trag zur So­zi­al­ver­si­che­rung im ei­ge­nen Land auch der Bei­trag in dem Land fäl­lig, in dem der Mit­ar­bei­ter die Leis­tung voll­brin­gen soll. Um die­se dop­pel­te Ver­steue­rung zu ver­mei­den, muss mit ei­ner Ent­sen­de­be­schei­ni­gung nach­wei­sen wer­den, dass die ent­sen­de­te Per­son im ei­ge­nen Land be­reits sei­ne Bei­trä­ge für die­se Tä­tig­keit be­zahlt.

Da­bei ist es völ­lig egal, wie lan­ge die­ser Aus­lands­auf­ent­halt und die da­mit ver­bun­de­ne Tä­tig­keit dau­ert. Wich­tig ist, dass die ge­re­gel­te Tä­tig­keit in Deutsch­land aus­ge­übt und der Aus­lands­auf­ent­halt so­mit als „vor­über­ge­hend“ein­ge­stuft wird. Das gilt al­so so­wohl für gro­ße Mu­sik­pro­duk­tio­nen wie der ESC oder aus­ge­dehn­te Eu­ro­pa-tour­ne­en von Mu­si­kern und Bands, aber eben ge­nau­so für ei­nen kur­zen Mes­se­e­in­satz im Aus­land. Selbst die kur­ze Di­enst­rei­se zum Kun­den ins Nach­bar­land, die viel­leicht nur we­ni­ge St­un­den dau­ert, gilt als so­ge­nann­te „Ent­sen­dung“und muss ent­spre­chend be­han­delt wer­den.

Bei Ent­sen­dun­gen ins Eu-aus­land gel­ten da­bei die Eg­ver­ord­nun­gen 883/04 und 9878/09. Die­se wer­den grund­sätz­lich an­ge­wen­det auf die Staats­an­ge­hö­ri­gen der Eu­staa­ten, Is­land, Nor­we­gen, Liech­ten­stein und der Schweiz, so­wie auf Flücht­lin­ge und auf Staa­ten­lo­se. Für ei­ne Ent­sen­dung wird hier das For­mu­lar A1 ge­for­dert.

Das ist al­les nichts Neu­es – auch wenn es in der Ver­gan­gen­heit Aus­nah­me­re­ge­lun­gen z.b. für kurz­fris­ti­ge Ent­sen­dun­gen un­ter 24 St­un­den gab. Än­de­run­gen zum Jah­res­wech­sel be­tref­fen jetzt aber vor al­lem die Form der An­trag­stel­lung.

An­trag­stel­lung – jetzt on­line

Die Be­an­tra­gung der A1-be­schei­ni­gung er­folg­te bis­her haupt­säch­lich auf dem Pa­pier­weg – seit Be­ginn des Jah­res müs­sen Ar­beit­ge­ber die An­trag­stel­lung nun elek­tro­nisch über­mit­teln. Für be­trof­fe­ne An­ge­stell­te kann das For­mu­lar nun ent­we­der über das ei­ge­ne elek­tro­ni­sche Lohn­pro­gramm oder über ei­ne Aus­füll­hil­fe (wie das SV-NET) be­an­tragt wer­den. Da das Ver­fah­ren nun au­to­ma­ti­siert ist, geht das For­mu­lar so­fort raus. Da­mit sol­len vor al­lem Pro­ble­me ge­löst wer­den, die durch kurz­fris­ti­ge Ent­sen­dun­gen ent­ste­hen – z. B. wenn für ei­nen aus­ge­fal­le­nen Mit­ar­bei­ter kurz­fris­tig ein Er­satz ent­sen­det wer­den muss. Wich­tig: Für Ar­beit­ge­ber ist die elek­tro­ni­sche Be­an­tra­gung und Rück­über­mitt­lung der A1­be­schei­ni­gun­gen nun ver­pflich­tend!

In be­grün­de­ten Aus­nah­me­fäl­len sieht der Ge­setz­ge­ber ei­ne „Schon­frist“vor: Bis zum 30. Ju­ni 2019 kann in sol­chen Aus­nah­me­fäl­len der An­trag auch noch in Pa­pier­form ge­stellt wer­den (gilt für al­le An­trä­ge ge­gen­über den Kran­ken­kas­sen, der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung, der Ar­beits­ge­mein­schaft für be­rufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen so­wie für An­trä­ge, die die DVKA ent­ge­gen nimmt).

Wich­tig für die Fre­e­lan­cer der Bran­che: Selb­stän­di­ge – al­so pri­vat oder frei­wil­lig ge­setz­lich Ver­si­cher­te – müs­sen die Be­schei­ni­gung wei­ter über das A1-for­mu­lar in Pa­pier­form bei

der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung oder ih­rer ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­se be­an­tra­gen. Auf der Home­page der DVKA kann das be­tref­fen­de Land aus­ge­wählt wer­den, wor­auf­hin ent­spre­chen­de In­for­ma­tio­nen so­wie der Vor­druck zum je­wei­li­gen Ent­sen­de­land di­rekt her­un­ter­ge­la­den wer­den kön­nen: https://www.dvka.de/de/ar­beit­ge­ber_­ar­beit­neh­mer/ an­tra­e­ge_­fin­den/ent­sen­dun­g_­aus­land/ent­sen­dun­g_ in­s_­aus­land.html

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.