Test: JBL VTX A8 und B18

3-We­ge Li­ne-ar­ray für den Biamp-be­trieb mit op­tio­na­len, flug­fä­hi­gen Sub­woo­fern

Production Partner - - Inhalt - Text und Mes­sun­gen: Anselm Go­ertz | Fo­tos: Anselm Go­ertz (6), JBL

Tour Sound – in die­ser Ka­te­go­rie fin­det man bei JBL ak­tu­ell zwei Li­ne-ar­rays in der Vtx-klas­se: die V-se­rie und die Ase­rie. Die jün­ge­re A-se­rie be­kam mit dem Li­ne-ar­ray VTX A8 und dem Sub­woo­fer B18 Zu­wachs. Auf­ge­baut ist das A8 – ähn­lich dem grö­ße­ren A12 – als 3-We­ge-sys­tem. Die Ty­pen­be­zeich­nung be­zieht sich da­bei je­weils auf die Grö­ße der Tief­tö­ner: Bei der A8 sind dies zwei 8"-Trei­ber und bei der A12 zwei 12"-Trei­ber. Als Mit­tel­tö­ner kom­men im A8 vier 3½"Trei­ber zum Ein­satz, im A12 sind es 5 ½"-Mo­del­le. Hoch­tö­ner und de­ren Wa­ve­gui­des sind in bei­den Sys­te­men iden­tisch, so dass der Un­ter­schied ent­spre­chend der Ge­häu­se­hö­he nur durch die An­zahl der Hoch­tö­ner ent­steht: zwei in der A8 und drei in der A12.

Als ty­pi­sche An­wen­dun­gen für das A8 wer­den bei JBL klei­ne­re und mitt­le­re Events ge­nannt. Das A8 kann je nach Art der Ver­an­stal­tung full­ran­ge ein­ge­setzt oder auch mit ei­nem Sub­woo­fer er­gänzt wer­den. Hier gibt es mit dem B18 eben­falls ein neu­es Pro­dukt, das als Di­rekt­strah­ler mit ei­nem 18"Trei­ber kon­stru­iert ist und sich in das Flug­sys­tem des A8 ein­fü­gen lässt. Der ho­ri­zon­ta­le Ab­strahl­win­kel des A8 wird mit re­la­tiv brei­ten 110° an­ge­ge­ben, die das Sys­tem auch für kür­ze­re Dis­tan­zen prä­des­ti­nie­ren. In Kom­bi­na­ti­on mit dem grö­ße­ren A12 (sie­he auch Pro­duc­tion Part­ner Aus­ga­be 7+8/2017) bie­tet sich das A8 al­so auch als voll kom­pa­ti­bles Fill-sys­tem an. Beim Am­ping und den Con­trol­lern setzt JBL bei der VTX A-se­rie für al­le Mo­del­le kon­se­quent auf die Crown-end­stu­fen I-tech HD mit in­te­grier­tem Bss-pro­ces­sing Om­ni­d­ri­ve­hd.

Drei We­ge mit ei­ner ak­ti­ven und ei­ner pas­si­ven Tren­nung

Um das A8 kos­ten­güns­tig be­trei­ben zu kön­nen, wur­de das 3-We­ge-sys­tem zwi­schen Mit­tel- und Hoch­tö­ner pas­siv ge­trennt, so dass von au­ßen be­trach­tet nur zwei We­ge ak­tiv zu ver­sor­gen sind. Bei­de We­ge sind no­mi­nel­le 8-Ω-sys­te­me, so dass an den emp­foh­le­nen Crown-end­stu­fen je drei Ein­hei­ten der A8 op­ti­mal par­al­lel be­trie­ben wer­den kön­nen. Mit ei­ner I-tech 4X3500HD las­sen sich so sechs A8 bei vol­ler Aus­las­tung ver­sor­gen. Das pas­si­ve Fil­ter­netz­werk kann mit ver­tret­ba­rem Auf­wand rea­li­siert wer­den, da es nur für die Tren­nung der bei­den We­ge ver­ant­wort­lich ist und kei­ne wei­te­re Ent­zer­rung vor­ge­nom­men wird. Die­se er­folgt auf der ak­ti­ven Sei­te mit Hil­fe der Fil­ter in der End­stu­fe. Das Om­ni­d­ri­ve-pro­ces­sing stellt da­zu di­ver­se IIR- und für die X-over-funk­tio­nen auch li­ne­ar­pha­si­ge Fir-fil­ter be­reit.

Schaut man sich die A8 oh­ne ihr Front­git­ter an, dann er­kennt man so­fort die Ver­wandt­schaft zu den an­de­ren Vtx-mo­del­len (und auch zum ur­sprüng­li­chen Ver­tec): Die Front ist sym­me­trisch um den Hoch­tö­ner auf­ge­baut, wo­bei sich die Mit­tel­tö­ner hin­ter den Horn­flä­chen des Hoch­tö­ners be­fin­den und den Schall über Schlit­ze auf der Flä­che ab­strah­len. Für den Hoch­tö­ner bringt das den gro­ßen Vor­teil ei­ner weit­ge­hend un­ge­stör­ten pla­nen Ober­flä­che für die ho­ri­zon­ta­le Horn­funk­ti­on mit sich. Für die Mit­tel­tö­ner ent­steht ei­ne Band­pass­kam­mer, die ei­ner­seits die Sen­si­ti­vi­ty stei­gert, aber auch zu Kom­pres­si­ons­ef­fek­ten an den schma­len Schlit­zen füh­ren kann. Neu ge­gen­über den bis­he­ri­gen Li­ne-ar­rays ist bei den Mo­del­len der A-se­rie die kom­plett auch über die Tief­tö­ner

ge­zo­ge­ne Ab­de­ckung. Die Schall­ab­strah­lung er­folgt hier ober­halb und un­ter­halb der Ab­de­ckung. Der Vor­teil ei­ner pla­nen Flä­che setzt sich da­mit fast auf der ge­sam­ten Ge­häu­se­front fort, so­dass Mit­tel- und Hoch­tö­ner güns­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne gleich­mä­ßi­ge Ab­strah­lung vor­fin­den. Mit auf­ge­setz­tem Git­ter ist die ge­sam­te Front op­tisch ho­mo­gen und de­zent im Aus­se­hen. Das mit Schaum­stoff hin­ter­leg­te Git­ter legt sich zu­dem weit um die obe­re und un­te­re Ge­häu­se­kan­te und bie­tet so­mit ei­nen gu­ten Schutz ge­gen Staub und Feuch­tig­keit. JBL gibt für die A8 ei­nen Schutz­grad von IP55 an, was be­deu­tet, dass der Laut­spre­cher ge­gen fei­nen Staub und Strahl­was­ser ge­schützt ist.

Un­se­re Mess­wer­te der A8 zei­gen zu­nächst die bei­den nach au­ßen ge­führ­ten We­ge di­rekt oh­ne Con­trol­ler. Die Im­pe­danz­kur­ven für den LF- und MF+HF-ZWEIG aus Abb. 1 be­stä­ti­gen die 8-Ohm-nenn­im­pe­dan­zen mit un­kri­ti­schen Mi­ni­ma, so­dass die Par­al­lel­schal­tung von drei Ein­hei­ten un­be­denk­lich er­fol­gen kann. Die Ab­stimm­fre­quenz des Bass­re­flex­re­so­na­tors für die bei­den 8"-Trei­ber liegt bei 62 Hz, wo­mit ein Full­ran­ge-be­trieb gut mög­lich ist. Die Grund­re­so­nanz der 3½"-Mit­tel­tö­ner ist bei der Re­so­nanz­spit­ze knapp un­ter 250 Hz aus­zu­ma­chen.

Die Fre­quenz­gän­ge der bei­den her­aus­ge­führ­ten We­ge fin­den sich in Abb. 2. Oh­ne jeg­li­che Ent­zer­rung sind die Kur­ven zu­nächst noch sehr un­ru­hig im Ver­lauf. Im Tief­ton­weg mit den bei­den 8"-Trei­bern macht sich ober­halb von 500 Hz die vor­ge­la­ger­te Band­pass­kam­mer durch ei­ne Stei­ge­rung der Sen­si­ti­vi­ty bis auf 102 db be­merk­bar. Die Mit­tel­hoch­ton­ein­heit er­reicht im Ar­beits­be­reich der 3½"-Trei­ber ei­ne Sen­si­ti­vi­ty von ca. 95 db, die sich dann, wenn der Über­gang zu den Hoch­tö­nern er­folgt, auf 110 db stei­gert. Der gro­ße Un­ter­scheid in der Sen­si­ti­vi­ty kom­pen­siert sich je­doch in­so­fern wie­der, da die Mit­tel­ton­sek­ti­on hö­her be­last­bar ist. Wie die bei­den We­ge mit Hil­fe der in­ter­nen pas­si­ven Wei­che zu­sam­men­kom­men, ver­an­schau­li­chen die Kur­ven in Abb. 3. Dar­ge­stellt sind die Fre­quenz­gän­ge der bei­den We­ge MF und HF oh­ne Fil­ter und die Über­tra­gungs­funk­tio­nen der pas­si­ven Wei­che mit ei­ner Trenn­fre­quenz von ca. 2,5 khz. Die leich­ten Wel­lig­kei­ten im Ver­lauf der Hoch- und Tief­pass­funk­tio­nen ent­ste­hen durch die bei pas­si­ven Fil­tern un­ver­meid­li­che Im­pe­danz­rück­wir­kung der Trei­ber auf die Wei­che. In der Sum­me ent­steht aus bei­den We­gen ei­ne ab 300 Hz auf­wärts gut ein­setz­ba­re und recht kräf­ti­ge Mit­tel-/hoch­ton­ein­heit. Ei­ne Schwach­stel­le gibt es je­doch, die sich im Ein­bruch der Kur­ve knapp über 1 khz zeigt.

Wer­fen wir noch ei­nen kur­zen Blick auf die in der A8 ein­ge­setz­ten Trei­ber, die – wie im­mer bei JBL – al­le­samt ech­te Le­cker­bis­sen aus der haus­ei­ge­nen Ent­wick­lung sind. Für al­le drei Mo­del­le kom­men Neo­dy­m­an­trie­be zum Ein­satz, was die A8 trotz der ins­ge­samt acht ver­bau­ten Trei­ber mit nur 29,5 kg an­ge­nehm leicht macht. Kon­kret sind das pro Box zwei 8"-Tief­tö­ner des Typs 258J, vier Mit­tel­tö­ner 2163H und zwei Hoch­ton­trei­ber 2423K. Der Hoch­tö­ner ent­hält in ei­ner Ein­heit den Pha­sep­lug und das Wa­ve­gui­de für die ebe­ne Wel­len­front, wo­mit er di­rekt an die ei­gent­li­che Horn­flä­che in der Front an­ge­setzt wer­den kann. Es sind zwei Hoch­tö­ner über­ein­an­der an­ge­ord­net, die elek­trisch par­al­lel be­trie­ben wer­den. Die für ei­nen Hoch­tö­ner ho­he Be­last­bar­keit pro Trei­ber liegt bei 50 W im 100-St­un­den-test. Der Spulen­durch­mes­ser be­trägt eben­so wie bei den Mit­tel­tö­nern 2".

Dif­fe­ren­ti­al-dri­ve-an­trieb

Die 8"-Tief­tö­ner ver­fü­gen über den für JBL ty­pi­schen Dif­fe­ren­ti­al-dri­ve-an­trieb. Die Trei­ber sind da­zu mit zwei Schwings­pu­len und zwei Neo­dym-ma­gne­ten aus­ge­stat­tet. Die Neo­dym-ma­gne­te, mit we­sent­lich ge­rin­ge­rem Ge­wicht und Vo­lu­men als her­kömm­li­che Fer­rit­ma­gne­te, be­fin­den sich in­ner­halb der Schwings­pu­le, wo bei her­kömm­li­chen Fer­rit-an­trie­ben der Pol­kern zu fin­den ist. Ver­gleich­bar ei­ner vor­de­ren und ei­ner rück­wär­ti­gen Pol­plat­te wird das Ma­gnet­feld über zwei ring­för­mi­ge Stahl­plat­ten den bei­den Schwings­pu­len zu­ge­führt und schließt sich über ei­nen au­ßer­halb der Spu­len lie­gen­den Stahl­ring. An­schau­lich kann man sich die­sen An­trieb wie den ei­nes her­kömm­li­chen Laut­spre­chers vor­stel­len, nur dass die Ma­gne­te in­ner­halb der Spu­le lie­gen und der Luft­spalt durch die Pol­plat­te fort­ge­setzt wird und sich hier ei­ne zwei­te hin­te­re Spu­le auf dem Spu­len­trä­ger be­fin­det. Durch die­se Art der An­ord­nung kann das ma­gne­ti­sche Streu­feld au­ßer­halb des Trei­bers re­du­ziert und so­mit die ef­fek­ti­ve Nut­zung der Ma­gne­ten ver­bes­sert wer­den. Ne­ben der deut­li­chen Ge­wicht­er­spar­nis durch das Neo­dym-ma­te­ri­al ist der ei­gent­li­che Vor­zug die­ses Kon­zep­tes in der durch zwei Schwings­pu­len ver­dop­pel­ten Spu­len­ober­flä­che zu se­hen. Da das zen­tra­le Pro­blem ei­nes je­den Trei­bers für ho­he Leis­tung

ganz schlicht dar­in be­steht, die ho­hen ther­mi­schen Ver­lus­te ab­zu­füh­ren und sich nicht zu über­hit­zen, liegt der Vor­teil des ver­bes­ser­ten Wär­me­über­gangs auf die um­ge­ben­den Me­tall­tei­le auf der Hand. Die­se ste­hen al­le in di­rek­ter Ver­bin­dung mit dem mas­si­ven Druck­guss­korb des Trei­bers, der die Ver­lust­wär­me ef­fek­tiv ab­füh­ren kann. Durch den Auf­bau des An­trie­bes ist das Ma­gnet­feld für die Kom­bi­na­ti­on bei­der An­triebs­spu­len ab­so­lut sym­me­trisch, wo­mit sich die durch Un­sym­me­tri­en des An­trie­bes ver­ur­sach­ten Ver­zer­run­gen deut­lich re­du­zie­ren sol­len. JBL nennt die­sen pa­ten­tier­te Auf­bau „Dif­fe­ren­ti­al Dri­ve Tech­no­lo­gie“. Äu­ßer­lich sind die Dif­fe­ren­ti­al-dri­ve-trei­ber an den auf­fäl­lig tie­fen und topf­för­mi­gen An­triebs­ein­hei­ten zu er­ken­nen. Im Da­ten­blatt wer­den die Tief­tö­ner 258J mit 300 W Be­last­bar­keit im 100-St­un­den-test an­ge­ge­ben.

Flie­gen, Stel­len, Trans­por­tie­ren …

Ne­ben den akus­ti­schen Fä­hig­kei­ten zäh­len bei ei­nem Tou­ring-sys­tem und hier ins­be­son­de­re für Li­ne-ar­rays die me­cha­ni­schen Ei­gen­schaf­ten. Das be­deu­tet: wie ro­bust ist das Sys­tem im All­tag und wie gut ge­lingt die Hand­ha­bung? Die Flug­me­cha­nik soll­te da­zu leicht­gän­gig und in­tui­tiv zu be­die­nen sein, sich aber gleich­zei­tig auch mög­lichst un­auf­fäl­lig im Ge­häu­se in­te­grie­ren, so­dass das Ar­ray von au­ßen be­trach­tet ho­mo­gen und smart er­scheint. Für das A8 er­folgt die Ver­bin­dung von Box zu Box, eben­so wie bei der grö­ße­ren A12, in Vier­punkt­tech­nik. Der Win­kel wird seit­lich in ei­nem Steck­feld mit Ku­gel­sperr­bol­zen aus­ge­wählt. Beim Auf­hän­gen des Ar­rays sind die ro­ten Ver­rie­ge­lungs­he­bel auf der Rück­sei­te ge­schlos­sen. So­bald das Ar­ray an­ge­ho­ben wird, ras­tet die Mecha­nik beim vor­ab ge­steck­ten Win­kel au­to­ma­tisch ein. Zum Ab­bau wird mit Hil­fe der Drück­knöp­fe un­ter­halb der ro­ten Ver­rie­ge­lungs­he­bel die Mecha­nik ent­rie­gelt, so­dass das Ar­ray wie­der auf die Sto­r­a­ge-po­si­ti­on zu­rück­ge­fah­ren wer­den kann. Die Stahl­rah­men und al­le me­cha­ni­schen Bau­tei­le sind so­weit mög­lich von au­ßen un­sicht­bar im Ge­häu­se in­te­griert. Für die Hand­ha­bung wäh­rend des Rig­gings gibt es seit­lich und auf der Rück­wand Griff­mul­den. Der Flug­rah­men für die A8 be­steht aus dem eigentlich Frame und je nach Si­cher­heits­fak­tor ei­nem oder zwei Ex­ten­si­on Bars. Die Trag­fä­hig­keit be­trägt 24 der A8 oder zwölf Sub­woo­fer B18. Für klei­ne­re Ar­rays mit bis zu acht A8 oder drei B18 kann auch ein Mi­niframe ein­ge­setzt wer­den. Ei­ne Be­rech­nung der me­cha­ni­schen Las­ten er­folgt mit Hil­fe des Li­ne-ar­ray Cal­cu­la­tors (LAC), der jetzt in der Ver­si­on 3.2.1 auch die neu­en Kom­po­nen­ten A8 und B18 ent­hält.

Für den Trans­port der A8 gibt es den Dol­ly VTX A8 VT, be­ste­hend aus ei­nem Stahl­rah­men mit Rä­dern und ei­ner Deck­plat­te. Der Dol­ly kann vier Bo­xen auf­neh­men, die mit je 10° zu­ein­an­der ge­curvt sind. Die obe­re Deck­plat­te schließt den

Vie­rer­block nach oben eben ab. Für ei­nen zu­sätz­li­chen Schutz kann das Ar­ray noch mit ei­nem Soft­co­ver für vier Laut­spre­cher um­hüllt wer­den.

Sub­woo­fer JBL B18

Die Mecha­nik des Sub­woo­fers B18 ist beim Flug­sys­tem voll kom­pa­ti­bel zur A8. Die Ge­häu­se­brei­te be­trägt eben­falls 761 mm, mit 546 mm Hö­he und 736 mm Tie­fe ist der B18 je­doch deut­lich grö­ßer als ei­ne A8. Um trotz­dem den Flug­rah­men des A8 nut­zen zu kön­nen und in ge­misch­ten Ar­rays die un­ter­halb hän­gen­den A8 oh­ne Zwi­schen­rah­men zu ver­bin­den, gibt es am B18 zu­sätz­lich zu den vier Flug­punk­ten an den vor­de­ren und hin­te­ren Ecken des Ge­häu­ses auch noch mit­tig ge­le­gen Flug­punk­te, die zu­sam­men mit den vor­de­ren die Ver­bin­dung zum A8-sys­tem her­stel­len.

Für ei­ne Car­dioid-an­ord­nung kann in ei­nem 3er-ar­ray die mitt­le­re Box ein­fach ge­dreht in das Ar­ray ein­ge­setzt wer­den. Die pas­sen­den An­schlüs­se mit zwei zu­sätz­li­chen Spea­kon­buch­sen auf der Front­sei­te sind da­für schon vor­han­den. Als äu­ßerst prak­tisch er­weist sich da­zu der Schal­ter am rück­wär­ti­gen An­schluss­feld der B18, mit dem aus­ge­wählt wer­den kann, ob die Box das Si­gnal von den 1er- oder 2er-pins der Spea­kon­an­schlüs­se ab­greift.

Für den Trans­port der B18 gibt es eben­falls ei­nen Dol­ly für zwei oder drei Bo­xen und auch ein pas­sen­des Co­ver. Al­ter­na­tiv kann auch ein op­tio­na­les „Front Face Dol­ly“ein­ge­setzt wer­den. Für die B18 wird eben­falls die Schutz­art IP55 an­ge­ge­ben. Das Ge­wicht be­trägt 68 kg, die dank der ins­ge­samt sechs gro­ßen Griff­scha­len seit­lich und hin­ten noch gut zu hand­ha­ben sind.

Ent­fernt man das Front­git­ter von der B18, dann kommt der mäch­ti­ge JBL 2288H zum Vor­schein. Der 18"-Trei­ber ar­bei­tet selbst­ver­ständ­lich auch mit ei­nem Dif­fe­ren­ti­al-dri­ve-an­trieb mit

zwei 4"-Spu­len und ver­fügt über ei­ne ent­spre­chend ho­he 100St­un­den-be­last­bar­keit von 1300 W. Auf­fäl­lig sind zu­dem die gro­ßen stark ge­run­de­ten Bass­re­fl­ex­ports in al­len vier Ecken der Front. Ähn­lich sieht es auch im In­nern der Box aus, wo die Tun­nel eben­falls mit ge­run­de­ten Ver­läu­fen in das Ge­häu­se­vo­lu­men mün­den. Da­mit wer­den Strö­mungs­ge­räu­sche und Kom­pres­si­ons­ef­fek­te ver­rin­gert. Die Im­pe­danz­mes­sung der B18 aus Abb. 4 lässt ei­ne tie­fe Ab­stim­mung des Ge­häu­ses auf 32 Hz er­ken­nen. Der Fre­quenz­gang des B18 be­ginnt ent­spre­chend auch erst un­ter­halb von 30 Hz in die fal­len­de Flan­ke über­zu­ge­hen. Bei 30 Hz wird ei­ne Sen­si­ti­vi­ty im Voll­raum von 88 db 2,83 V/1 m er­reicht, die dann bis 100 Hz auf knap­pe 95 db an­steigt.

Con­trol­ler und Am­ping

Al­le Vtx-sys­te­me wer­den exklusiv mit Crown-end­stu­fen Itech HD an­ge­trie­ben. Zur Aus­wahl ste­hen die zwei­ka­na­li­gen

Mo­del­le IT500HD, IT9000HD und IT12000HD so­wie die vier­ka­na­li­ge Va­ri­an­te IT43500HD. Das in­ter­ne Pro­ces­sing ba­siert auf dem BSS Au­dio Om­ni­d­ri­ve Hd-con­trol­ler. Die Pre­sets der Vtx-laut­spre­cher sind für bei­de End­stu­fen­mo­del­le er­hält­lich. Für den Test wur­de die Kom­bi­na­ti­on mit ei­ner 4X3500HD ein­ge­setzt, die für ei­ne op­ti­ma­le Aus­las­tung drei A8 mit je zwei Ka­nä­len an­trei­ben kann. Für die A8 gibt es ak­tu­ell vier Pre­sets auf der End­stu­fe. Es wird un­ter­schie­den zwi­schen Stan­dard- und Fl-pre­sets. Die Fl-va­ri­an­te (Fill) lie­fert ei­nen ge­ra­den Fre­quenz­gang für ei­ne ein­zel­ne oder zwei A8, wie sie z. B. als Si­de­fill auf ei­ner gro­ßen Büh­ne ver­wen­det wer­den könn­ten. Das Stan­dard-se­t­up be­inhal­tet be­reits ei­ne Ar­ray-kom­pen­sa­ti­on mit ei­ner Hö­hen­an­he­bung. Die­se ist dann je nach Si­tua­ti­on noch in­di­vi­du­ell an­zu­pas­sen. Bei­de Ver­sio­nen Stan­dard und Fill sind zu­dem noch in ei­ner 80-Hz-hoch­pass-ver­si­on ver­füg­bar, wenn ei­ne Kom­bi­na­ti­on mit Sub­woo­fern be­ab­sich­tigt ist.

Für das X-over-fil­ter zwi­schen LF und MF+HF wur­den li­ne­ar­pha­si­ge Fir-fil­ter ein­ge­setzt. Le­dig­lich für den Hoch­pass 4. Ord­nung am un­te­ren En­de des Über­tra­gungs­be­rei­ches muss­te mit Rück­sicht auf die Fil­ter­la­tenz bei li­ne­ar­pha­si­gen Fil­tern ein Iir-fil­ter ein­ge­setzt wer­den. Die Ge­samt­la­tenz in­klu­si­ve AD- und Da-um­set­zer in der End­stu­fe liegt für die A8fil­ter­se­tups mit Fir-fil­tern bei 6,3 ms.

Über al­les be­trach­tet

Wie sich die A8 im Full­ran­ge-mo­dus und in Kom­bi­na­ti­on mit ei­nem Sub­woo­fer B18 zu­sam­men mit der End­stu­fe 4X3500HD ver­hält, zei­gen die Mes­sun­gen 7 – 9. Es wur­de je­weils das Fill-pre­set ver­wen­det. In Ab­bil­dung 7 ist gut zu er­ken­nen, wie der LF- und der MF/HF-WEG der A8 nicht ein­fach nach Lehr­buch mit ei­nem Stan­dard X-over ge­trennt wer­den, son­dern ein ge­wis­ser Über­lap­pungs­be­reich mit der Brei­te ei­ner Ok­ta­ve von 400 bis 800 Hz er­zeugt wird. Mit die­ser Ab­stim­mung kann sehr wirk­sam die Di­rec­tivi­ty in die­sem Be­reich be­ein­flusst wer­den. Die bei­den weit au­ßen lie­gen­den Tief­tö­ner bün­deln in die­sem Fre­quenz­be­reich be

reits recht aus­ge­prägt, wo­ge­gen die Mit­tel­hoch­ton­ein­heit eher noch zu breit für die an­ge­streb­ten 110° ab­strahlt. Über ei­ne ge­schick­te Ein­stel­lung der Pe­gel­ver­hält­nis­se die­ser bei­den Strah­ler lässt sich jetzt das Ver­hal­ten der Box als Gan­zes ein­stel­len. Wie gut das bei der A8 ge­lun­gen ist, be­wei­sen die ho­ri­zon­ta­len Is­o­ba­ren aus Abb. 10. Die an­ge­streb­ten 110° als Öff­nungs­win­kel bei −6 db wer­den schon ab 300 Hz er­reicht und blei­ben schön gleich­mä­ßig bis 20 khz er­hal­ten. Ten­den­zi­ell ist der Ab­strahl­win­kel da­bei ober­halb von 2 khz et­was brei­ter als un­ter­halb.

Der zu­ge­hö­ri­ge Pha­sen­gang aus Abb. 8 zeigt ei­nen dank der Fir-fil­te­rung ober­halb von 300 Hz weit­ge­hend li­ne­ar­pha­si­gen Ver­lauf. Die Pha­sen­dre­hun­gen am un­te­ren En­de des Fre­quenz­be­rei­ches ent­ste­hen durch das elek­tri­sche Hoch­pass­fil­ter und durch das akus­ti­sche Hoch­pass­ver­hal­ten des Laut­spre­chers sel­ber. Theo­re­tisch wä­re auch hier ei­ne li­ne­ar­pha­si­ge Fil­te­rung und ei­ne Kom­pen­sa­ti­on des Laut­spre­cher­pha­sen­gan­ges mög­lich, was dann aber un­wei­ger­lich mit sehr viel grö­ße­ren La­ten­zen ein­her­ge­hen wür­de, die im Li­ve­ein­satz nicht mehr ak­zep­ta­bel wä­ren. Mit Sub­woo­fer B18 (ro­te Kur­ve) kom­men durch die wei­te­re X-over-funk­ti­on bei 80 Hz noch zu­sätz­li­che 360° Pha­sen­dre­hung hin­zu.

Das Spek­tro­gramm der A8 in Abb. 9 weist bis auf ei­ne klei­ne Re­so­nanz bei 750 Hz ein ins­ge­samt gleich­mä­ßi­ges und re­so­nan­z­ar­mes Aus­schwing­ver­hal­ten auf. Dies über­rascht um­so mehr, als die A8 mit ih­rem kom­ple­xen Auf­bau mit Band­pass­kam­mern und Schall­füh­run­gen ei­ni­ge po­ten­ti­ell kri­ti­sche Stel­len auf­weist, wo es zu Re­so­nan­zen hät­te kom­men kön­nen.

Beim der Di­rec­tivi­ty sind bei ei­nem Li­ne-ar­ray ei­ni­ge be­son­de­re Aspek­te zu be­ach­ten. Zu­nächst ein­mal gibt es das ho­ri­zon­ta­le und ver­ti­ka­le Ab­strahl­ver­hal­ten, wie man es auch von nor­ma­len Po­int­sour­ce-laut­spre­chern kennt. Für die ho­ri­zon­ta­le Ebe­ne gel­ten die üb­li­chen An­for­de­run­gen für ein mög­lichst gleich­mä­ßi­ges und über ei­nen wei­ten Fre­quenz­be­reich de­fi­nier­tes Ab­strahl­ver­hal­ten, des­sen Öff­nungs­win­kel sich an der An­wen­dung ori­en­tiert. Üb­lich sind Wer­te von 60° bis 120°, wo­bei ein en­ges Ab­strahl­ver­hal­ten und da­mit ein klei­ner Win­kel meist bei gro­ßen und weit rei­chen­den Sys­te­men zu fin­den ist. Die no­mi­nel­len 110° des A8 pas­sen so­mit gut für die ty­pi­schen An­wen­dun­gen ei­nes kom­pak­ten Li­ne­ar­rays auf kur­zen und mitt­le­ren Dis­tan­zen. Her­aus­ra­gend ist je­doch die Ei­gen­schaft, die 110° schon ab 300 Hz auf­wärts kon­se­quent ein­zu­hal­ten, was den meis­ten Li­ne-ar­rays in die­ser Grö­ßen­klas­se nicht ge­lingt. Er­reicht wird das beim A8 durch die re­la­tiv brei­te Schall­wand mit weit au­ßen lie­gen­den Tief­tö­nern so­wie die gro­ße ho­ri­zon­ta­le Horn­flä­che für Mit­te­lund Hoch­tö­ner in Kom­bi­na­ti­on mit der spe­zi­el­len über­lap­pen­den Fil­ter­funk­ti­on zwi­schen den Tief­tö­nern und der Mit­tel-/hoch­ton­ein­heit.

An­schlie­ßend wur­de ei­ne ein­zel­ne A8 noch in der Ver­ti­ka­len ge­mes­sen. Das Ide­al ei­nes Li­ne-ar­ray-ele­men­tes wür­de ei­nem Is­o­ba­ren­ver­lauf ent­spre­chen, der sich mit der Fre

quenz kon­ti­nu­ier­lich ein­schnürt. Zu­sätz­lich bil­den sich je­doch ab ei­ner Fre­quenz, de­ren Wel­len­län­ge der Län­ge der Qu­el­le ent­spricht, bei ±90° noch Ne­ben­ma­xi­ma mit Pe­geln von bis zu −13 db re­la­tiv zum Haupt­ma­xi­mum aus. Mit wei­ter stei­gen­der Fre­quenz wan­dern die­se dann auf das Haupt­ma­xi­mum zu. Die­ser Ef­fekt ent­steht durch die räum­li­che Recht­eck­fens­te­rung der Qu­el­le und tritt bei je­der Li­ni­en­quel­le be­grenz­ter Län­ge auf. Abb. 11 zeigt da­zu die ge­mes­se­nen Is­o­ba­ren, de­ren mitt­le­res Haupt­ma­xi­mum sich wie er­war­tet ver­hält und wo die seit­li­chen Ne­ben­ma­xi­ma bei ca. 2 khz be­gin­nend auf das Haupt­ma­xi­mum bei 0° zu­lau­fen.

Di­rec­tivi­ty im Ar­ray

Ver­grö­ßert man die An­ord­nung und da­mit die Län­ge der Li­ni­en­quel­le, dann ver­schiebt sich der Be­ginn der seit­li­chen Ne­ben­ma­xi­ma ent­spre­chend zu tie­fe­ren Fre­quen­zen hin und das Haupt­ma­xi­mum wird schma­ler. Die obe­re Is­o­ba­ren­gra­fik aus Abb. 12 für ein an­nä­hernd ge­ra­des Ar­ray aus drei A8 zeigt ge­nau die­sen Ef­fek­te. Um ein Li­ne-ar­ray sinn­voll ein­set­zen zu kön­nen, muss es aber nicht nur ei­ne mög­lichst per­fek­te ge­ra­de Li­nie­quel­le, son­dern auch ei­ne ge­krümm­te Li­nie ab­bil­den kön­nen. Über die Krüm­mung des Ar­rays wird

das so­ge­nann­te „In­ten­si­ty Shading“er­reicht, bei dem für gro­ße Reich­wei­ten vie­le Ein­hei­ten auf ei­nen klei­nen Raum­win­kel ar­bei­ten und für kür­ze­re Dis­tan­zen durch das Cur­ving der Raum­win­kel ver­grö­ßert und da­mit die In­ten­si­tät re­du­ziert wird. Um da­mit ei­ne Hö­r­er­flä­che mög­lichst gleich­mä­ßig zu be­schal­len, müs­sen die ein­zel­nen Ele­men­te auch in ge­krümm­ter Form wei­ter­hin als ei­ne Li­nie­quel­le agie­ren. Das be­deu­tet, die Li­nie darf nicht auf­rei­ßen und in ein­zel­ne Qu­el­len zer­fal­len, was ins­be­son­de­re bei ho­hen Fre­quen­zen schwie­rig zu er­rei­chen ist. Da­bei gilt der Zu­sam­men­hang: je klei­ner die Ein­zel­quel­le ist, um­so stär­ker darf die Krüm­mung sein. Li­ne-ar­ray-ele­men­te mit ei­ner gro­ßen Bau­hö­he kön­nen da­her we­ni­ger stark un­ter­ein­an­der ge­win­kelt wer­den als klei­ne fla­che Ele­men­te. Für das A8 be­trägt der ma­xi­ma­le Box zu Box Win­kel 10°. Wie sich das 3er-ar­ray der A8 mit Win­keln von 2°, 6° und 10° ver­hält, zei­gen die drei Is­o­ba­ren­gra­fi­ken aus Abb. 12. Erst beim ma­xi­ma­len Cur­ving mit 10°-Win­keln von Box zu Box tre­ten ers­te klei­ne Lü­cken in den Is­o­ba­ren ober­halb von 15 khz auf. Das A8 kann so­mit völ­lig un­be­denk­lich in al­len mög­li­chen Win­kel­ein­stel­lun­gen ge­nutzt wer­den.

Ein wei­te­rer Ef­fekt lässt sich noch in Abb. 12 an­satz­wei­se be­ob­ach­ten. Der über das Cur­ving ein­ge­stell­te Ge­samt­win­kel stellt sich ober­halb von 2 khz wie ge­wünscht ein, dar­un­ter schnü­ren sich die Is­o­ba­ren je­doch zu­nächst stär­ker als ge­wünscht ein, be­vor sie sich zu noch tie­fe­ren Fre­quen­zen hin wie­der auf­wei­ten. Die­ser als Low-mid-beam be­zeich­ne­te Ef­fekt der Ein­schnü­rung bei tie­fe­ren Fre­quen­zen tritt ab­hän­gig von der Län­ge und dem Cur­ving des Ar­rays mehr oder we­ni­ger stark auf. Je län­ger das Ar­ray ist, um­so tie­fer setzt der Low-mid-beam ein. Für ein Ar­ray aus drei A8 mit 10°-Win­keln zu­ein­an­der be­ginnt die Ein­schnü­rung un­ter­halb von 3 khz und er­reicht bei 2 khz ih­re stärks­te Au­s­prä­gung. Mit zehn A8 Ele­men­ten und 2,5°-Win­keln Box-zu-box tritt der Ef­fekt si­gni­fi­kant erst bei 800 Hz auf. Das Ar­ray wirkt dann in sei­ner ge­sam­ten Län­ge als ei­ne aus­ge­dehn­te Qu­el­le mit ei­ner stark ge­bün­del­ten Schall­ab­strah­lung, die durch das Cur­ving nicht mehr wie ge­wünscht be­ein­flusst wer­den kann. Die­se und an­de­re Aus­wir­kun­gen der Län­ge und des Cur­vings ei­nes Ar­rays las­sen sich sehr schön mit Hil­fe der EASE-GLL im Gll­view­er dar­stel­len. Der Gll-view­er ist ein kos­ten­lo­ses Tool aus dem EASE-PA­KET und fin­det sich auf der Home­page von AFMG. Die Gll-da­ten der Vtx-sys­te­me ste­hen auf der Jblhome­page zum Down­load be­reit. Die hier be­schrie­be­nen Ei­gen­schaf­ten tref­fen so auf al­le Li­ne-ar­ray-sys­te­me zu und sind nicht sys­tem­spe­zi­fisch. Möch­te man den Low-mid-beam ver­mei­den, dann muss ne­ben dem me­cha­ni­schen Cur­ving zu­sätz­lich noch ein elek­tro­ni­sches Beam­for­ming ein­ge­setzt wer­den.

Ma­xi­ma­ler SPL

Für die im­mer et­was kri­ti­sche Be­stim­mung des er­reich­ba­ren Ma­xi­mal­pe­gels wer­den im Mess­la­bor für die Test­be­rich­te von uns seit ge­rau­mer Zeit zwei be­währ­te Ver­fah­ren ge­nutzt: Zum ei­nen die Mes­sung mit 185 ms lan­gen Si­nus­burst-si­gna­len. Hier wir der Pe­gel mit ei­nem Si­nus­si­gnal für ei­ne Fre­quenz so lan­ge er­höht, bis ein be­stimm­ter Ver­zer­rungs­an­teil – ty­pisch 3% oder 10% – er­reicht wird. Der da­bei ge­mes­se­ne Schall­druck als Mitt­lungs­pe­gel für die Dau­er der Mes­sung wird als Mess­wert fest­ge­hal­ten. Die­se Mes­sung wird über ei­nen zu de­fi­nie­ren­den Fre­quenz­be­reich in Fre­quenz­schrit­ten von 1/12 Ok­ta­ven durch­ge­führt.

Ei­ne zwei­te für die Pra­xis et­was aus­sa­ge­kräf­ti­ge­re Ma­xi­mal­pe­gel­mes­sung ist die Mul­ti­ton­mes­sung. Die Ba­sis des Mul

ti­ton­signals be­steht aus 60 Si­nus­si­gna­len mit Zu­falls­pha­se, de­ren spek­tra­le Ge­wich­tung be­lie­big ein­ge­stellt wer­den kann. Für die in Ab­bil­dung 14 und 15 ge­zeig­ten Mes­sun­gen mit ei­ner ein­zel­nen A8 und ei­nem Drei­er-ar­ray wur­de ei­ne Ge­wich­tung ent­spre­chend ei­nes mitt­le­ren Mu­sik­si­gnals (grü­ne Kur­ve) ge­wählt. Der Crest­fak­tor des so syn­the­ti­sier­ten Mess­si­gnals, der das Ver­hält­nis vom Spit­zen­wert zum Ef­fek­tiv­wert be­schreibt, liegt bei ei­nem pra­xis­ge­rech­ten Wert von 4 (ent­spre­chend 12 db).

Die Si­nus­burst­mes­sung für ma­xi­mal 10% Ver­zer­run­gen in Abb. 13 lie­fert für ei­ne ein­zel­ne A8 Ma­xi­mal­pe­gel­wer­te je

nach Fre­quenz von 120 bis 130 db. Zum Ver­gleich sind in Abb. 13 auch noch die Kur­ven der Sen­si­ti­vi­ty ein­ge­zeich­net. Ei­ne Ver­schie­bung ge­gen­über der Mes­sung 1 W/1 m von 30 db nach oben ent­spricht ei­ner Leis­tung von 1000 W, 20 db von 100 W und 10 db von 10 W. Zieht man noch ein we­nig Po­wer­com­pres­si­on ab, dann pas­sen die ge­mes­se­nen Ma­xi­mal­pe­gel gut mit der an­ge­ge­be­nen Be­last­bar­kei­ten der ein­zel­nen We­ge zu­sam­men. Für den Lf-zweig im A8 sind das 600 W Dau­er­be­last­bar­keit, ent­spre­chend +27,8 db Pe­gel­zu­wachs, die er­reicht wer­den kön­nen, be­vor ein Li­mi­ter ein­greift. Bei die­sen Wer­ten han­delt es sich im­mer um Mitt­lungs­pe­gel für Si­nus­si­gna­le mit nur 3 db Crest­fak­tor. Die

Kur­ve darf da­her nicht mit den üb­li­chen Ma­xi­mal­pe­ge­lan­ga­ben als Pe­ak­wert für Rausch­si­gna­le mit 6 oder 12 db Crest­fak­tor ver­gli­chen wer­den. Trotz­dem ist die Mes­sung mit Si­nus­bursts sinn­voll, da die Kur­ven Auf­schluss über mög­li­che Schwach­stel­len ei­nes Laut­spre­chers ge­ben. Be­trach­tet man un­ter die­sem Aspekt die Mes­sun­gen in Abb. 13, dann spie­gelt sich die et­was ge­rin­ge Sen­si­ti­vi­ty bei­der We­ge knapp ober­halb von 1 khz so auch in der Ma­xi­mal­pe­gel­kur­ve wi­der. Die ro­te Kur­ve wur­de mit ei­nem Ar­ray aus drei A8 ge­mes­sen, die par­al­lel an zwei Ka­nä­len ei­ner I-tech 4X3500HD an­ge­schlos­sen wa­ren. Der Pe­gel­zu­wachs ge­gen­über ei­ner ein­zel­nen Box be­trägt ca. 9 db. Das Ar­ray war für die Mes­sung mit 0,25°-Win­keln von Box zu Box ge­ra­de aus­ge­rich­tet und nicht ge­curvt. Mit zu­neh­men­dem Cur­ving wür­de der Pe­gel­zu­wachs zu ho­hen Fre­quen­zen hin zu­rück­ge­hen, da sich die ab­ge­strahl­te Schall­leis­tung dann auf ei­nen grö­ße­ren Raum­win­kel ver­teilt. Über al­les be­trach­tet fal­len die Ma­xi­mal­pe­gel­kur­ven gleich­mä­ßig aus und lie­gen auf ho­hem Ni­veau. Ech­te Schwach­stel­len gibt es kei­ne. Le­dig­lich der Ein­bruch ober­halb von 1 khz ist ein klei­ner Schön­heits­feh­ler.

Abb. 14 und 15 zei­gen die Er­geb­nis­se der Mul­ti­ton­mes­sung. Für den aus die­ser Art der Mes­sung ab­ge­lei­te­ten Ver­zer­rungs­wert wer­den al­le Spek­tral­li­ni­en auf­ad­diert, die nicht im An­re­gungs­si­gnal vor­han­den sind, d. h. die als har­mo­ni­sche Ver­zer­run­gen oder als In­ter­mo­du­la­ti­ons­ver­zer­run­gen hin­zu­ge­kom­men sind. In der Gra­fik sind das die blau­en Li­ni­en und de­ren Sum­men­kur­ve in 1/6 Ok­tav brei­ten Fre­quenz­bän­dern. Auch bei die­ser Art der Mes­sung wird der Pe­gel so lan­ge er­höht, bis der Ge­samt­ver­zer­rungs­an­teil (TD = To­tal Dis­tor­ti­ons) ei­nen Grenz­wert von 10% er­reicht. Bei den Ge­samt­ver­zer­run­gen wer­den al­le har­mo­ni­schen Ver­zer­rungs­an­tei­le (THD) und auch die In­ter­mo­du­la­ti­ons­ver­zer­run­gen (IMD) be­rück­sich­tigt. Un­ter die­sen Be­din­gun­gen er­reich­te ei­ne ein­zel­ne A8 für ein ty­pi­sches Mu­sik­spek­trum nach EIA-426B be­zo­gen auf 1 m Ent­fer­nung im Frei­feld un­ter Voll­raum­be­din­gun­gen ei­nen Spit­zen­pe­gel von 133 db und ei­nen Mitt­lungs­pe­gel von

121 db. Für das Ar­ray aus drei A8 wur­den 142 db Spit­zen­pe­gel und 130 db als Mitt­lungs­pe­gel er­reicht.

Ver­gleicht man die mit der Mul­ti­ton­mes­sung er­mit­tel­ten 133 db Peak für ei­ne A8 mit den 139 db aus dem Da­ten­blatt, dann kommt un­ver­meid­lich die Fra­ge auf, wie die 6 db Dif­fe­renz ent­ste­hen? Die Be­zugs­wer­te sind es nicht. Bei­de Mes­sun­gen gel­ten für Voll­raum­be­din­gun­gen und sind auf 1 m Ent­fer­nung um­ge­rech­net. Ei­ne Fre­quenz­be­wer­tung fand nicht statt und in bei­den Fäl­len wur­de ein Si­gnal mit 12 db Crest­fak­tor ge­nutzt. Zwei Un­ter­schie­de gibt es aber den­noch: Die Mes­sung bei JBL für das Da­ten­blatt er­folg­te mit Pin­knoi­se, wo der Hoch­tö­ner ei­nen grö­ße­ren An­teil am Ge­samt­si­gnal hat. Ent­spre­chend fal­len bei kräf­ti­gen Hoch­tö­nern hier die Wer­te hö­her aus. Und die Mes­sung mit Pin­knoi­se be­rück­sich­tigt kein Ver­zer­rungs­li­mit, wo­ge­gen un­se­re Mul­ti­ton­mes­sung ma­xi­mal 10% Ge­samt­ver­zer­run­gen zu­lässt, die als Grenz­wert für den Ma­xi­mal­pe­gel an­ge­setzt wer­den. Bei­des zu­sam­men kann ei­nen Un­ter­schied von 6 db aus­ma­chen, was nicht wei­ter un­ge­wöhn­lich und nach­voll­zieh­bar ist.

Fa­zit

Mit dem A8 und dem Sub­woo­fer B18 er­wei­tert JBL die Vtx­bau­rei­he um ein kom­pak­tes Li­ne-ar­ray für mitt­le­re und kur­ze Dis­tan­zen. Pas­send für die­se Art der An­wen­dung ist der ho­ri­zon­ta­le Öff­nungs­win­kel mit 110° breit aus­ge­legt, so dass auch na­he an den Laut­spre­chern be­find­li­che brei­te Flä­chen gut ab­ge­deckt wer­den kön­nen. Ins­ge­samt acht haus­ei­ge­ne Trei­ber mo­derns­ter Bau­art be­fin­den sich in der A8, die als 3We­ge-sys­tem mit ei­ner pas­si­ven Tren­nung zwi­schen Mit­te­lund Hoch­tö­ner kos­ten­güns­tig in ei­ner Biam­ping-kon­fi­gu­ra­ti­on be­trie­ben wer­den kön­nen. Die Mes­s­er­geb­nis­se kön­nen durch­weg über­zeu­gen. Die Fre­quenz­gän­ge sind aus­ge­gli­chen, dank Fir-fil­te­rung ist der Pha­sen­gang ober­halb von 300 Hz li­ne­ar und die Is­o­ba­ren­kur­ven zei­gen ein per­fek­tes ho­ri­zon­ta­les 110° Ver­hal­ten von 300 Hz an­ge­fan­gen bis 20 khz. Al­le Cur­ving-ein­stel­lun­gen mit bis zu 10° Box-zu-box­win­kel funk­tio­nie­ren bes­tens, oh­ne dass die Li­ni­en­quel­le be­ginnt auf­zu­rei­ßen. Mit ei­ner un­te­ren Eck­fre­quenz von 50 Hz (–10 db) kann das A8-ar­ray in vie­len Fäl­len auch full­ran­ge ein­ge­setzt wer­den. Für ech­ten Tief­bass kommt dann der im A8-sys­tem flug­fä­hi­ge Sub­woo­fer B18 ins Spiel, der die un­te­re Eck­fre­quenz bis auf 28 Hz ver­schiebt. Der B18 kann zu­dem auch in Car­dioid-an­ord­nun­gen ge­flo­gen und im Gro­und­stack ein­ge­setzt wer­den. Die A8 ver­wen­det das schon von der A12 be­kann­te Flug­sys­tem mit ei­ner Vier­punkt­me­cha­nik, die leicht zu hand­ha­ben ist und sich un­auf­fäl­lig in die Ge­häu­se in­te­griert, so dass ein Ar­ray ei­nen auch op­tisch ho­mo­ge­nen und we­nig tech­ni­schen Ein­druck macht. Eben­falls über je­de Kri­tik er­ha­ben sind die Ge­häu­se der A8 und des B18: Die Ver­ar­bei­tung ist auf höchs­tem Ni­veau und für bei­de Laut­spre­cher wird die Schutz­art IP55 an­ge­ge­ben.

JBL VTX A8 oh­ne Front­git­ter Die groß­flä­chi­ge Ab­de­ckung vor den bei­den Tief­tö­nern ver­hin­dert Stö­run­gen des Ab­strahl­ver­hal­tens für die Mit­tel-/hoch­ton­ein­heit. Die vier 3 ½" Mit­tel­tö­ner be­fin­den sich hin­ter den Schlit­zen

Mit­tel-/hoch­ton­zweig se­pa­rat oh­ne Wei­che ge­mes­se­nen, Mit­tel(rot) und Hoch­tö­ner (blau). Da­zu die Über­tra­gungs­funk­tio­nen der pas­si­ven Wei­che für die bei­den We­ge, die Tren­nung er­folgt bei ca. 2,5 khz (Abb. 3)

Im­pe­danz­ver­lauf der bei­den nach au­ßen ge­führ­ten We­ge der JBL VTX A8. LF (rot) und MF+HF (blau). Bei­de We­ge sind no­mi­nel­le 8-Ohm-sys­te­me mit un­kri­ti­schen Mi­ni­ma von 6,3 bzw. 6,9 Ohm. Die Tu­ningfre­quenz der Bass­re­flex­ge­häu­se liegt bei 62 Hz (Abb. 1)

Fre­quenz­gän­ge mit Sen­si­ti­vi­ty der A8 für den Tief­ton­weg (rot) und für den in­tern pas­siv ge­trenn­ten Mit­tel­hoch­ton­weg (blau, Abb. 2)

Schnitt durch ei­nen 2163H

Ex­plo­si­ons­zeich­nungei­ner VTX A8

Jbl-flug­me­cha­nik an der VTX A8 mit Win­kel­ein­stel­lun­gen per Ku­gel­sperr­bol­zen von 0,25° bis 10°. Der ro­te Ver­rie­ge­lungs­he­bel be­fin­det sich noch in der aus­ge­klapp­ten, of­fe­nen Stel­lung

JBL B18 der Sub­woo­fer ist voll flug­fä­hig und kann auch in Car­dioid-an­ord­nun­gen ge­flo­gen oder ge­stellt wer­den

JBL B18 oh­ne Front­git­ter mit vier gro­ßen Bass­re­flext­un­neln. Im Front­git­ter sind zwei wei­te­re Spea­kon­buch­sen ein­ge­baut, wenn der B18 in ei­ner Car­dioid-an­ord­nung um­ge­kehrt be­trie­ben und an­ge­schlos­sen wer­den soll

Fre­quenz­gang mit Sen­si­ti­vi­ty der B18, die Sen­si­ti­vi­ty be­zieht sich auf den Voll­raum, für Half­s­pace-an­wen­dun­gen ist der Wert 6 db hö­her (Abb. 5)

Im­pe­danz­kur­ve der B18. Das Mi­ni­mum der no­mi­nel­len 8-Ω-box liegt bei 5,8 Ohm, der Bass­re­flex­re­so­na­tor liegt auf 32 Hz (blau­er Kreis) ab­ge­stimmt (Abb. 4)

Bass­re­flext­un­nel mit groß­zü­gi­gen Run­dun­gen zur Re­du­zie­rung von Strö­mungs­ge­räu­schen

Con­trol­ler-funk­tio­nen für die A8 LF (rot) und MF+HF (blau) so­wie den B18 (grün). Die A8 kann im Full­ran­ge- oder Hoch­pass-mo­dus (80 Hz) be­trei­ben wer­den. Das Fill-se­t­up lie­fert mit ei­ner oder zwei Bo­xen ei­nen li­nea­ren Fre­quenz­gang, das Stan­dard-se­t­up ent­hält be­reits ei­ne Ent­zer­rung für grö­ße­re Ar­rays (Abb. 6)

Fre­quenz­gang ei­ner A8 mit Fill-pre­set für den Full­ran­ge-be­trieb und mit Hoch­pass­funk­ti­on80 Hz zur Kom­bi­na­ti­on mit ei­nem Sub­woo­fer B18 (Abb. 7)

Jbl-kom­bi­na­ti­on ei­ner VTX A8 mit ei­nem B18

Pha­sen­gang der A8 oh­ne (blau) und mit (rot) Sub­woo­fer B18. Für die A8 wird ei­ne li­ne­ar­pha­si­ge Ent­zer­rung mit Fir-fil­tern ein­ge­setzt, die Hoch­pass­fil­te­rung und die Tren­nung zum Sub­woo­fer er­folgt mit Iir-fil­tern (Abb. 8)

Spek­tro­gramm der A8. Mit Aus­nah­me ei­ner klei­nen Re­so­nanz zwi­schen 700 und 800 Hz ist das Aus­schwing­ver­hal­ten ma­kel­los (Abb. 9)

Ver­ti­ka­le Is­o­ba­ren ei­ner ein­zel­nen A8. Bei 2 khz ent­ste­hen bei ±90° Ne­ben­ma­xi­ma, die dann mit zu­neh­men­der Fre­quenz auf das Haupt­ma­xi­mum bei 0° zu­wan­dern (Abb. 11)

Ho­ri­zon­ta­le Is­o­ba­ren der A8 mit ei­nem sehr gleich­mä­ßi­gen Ab­strahl­ver­hal­ten von 110° (-6 db) be­reits ab 300 Hz auf­wärts (Abb. 10)

Ver­ti­ka­le Is­o­ba­ren ei­nes Ar­rays mit drei A8 bei Win­keln von 2°, 6° und 10° von Box zu Box (Abb. 12)

Ma­xi­mal­pe­gel mit Si­nus­bursts (185 ms) ge­mes­sen für höchs­tens 10% Ver­zer­run­gen. Blaue Kur­ve für ei­ne ein­zel­ne A8, ro­te Kur­ve für ein Ar­ray mit drei A8, grü­ne Kur­ve bis 150 Hz für ei­nen ein­zel­nen Sub­woo­fer B18. Die ge­stri­chel­ten Kur­ven zei­gen als An­halt­punkt die Sen­si­ti­vi­ty der drei We­ge B18, A8-LF und A8-MF+HF. Al­le Wer­te gel­ten für den Voll­raum (Abb. 13)

Mul­ti­ton­mes­sung ei­nes Ar­rays mit drei A8 mit ei­nem EIA-426B Spek­trum und 12 db Crest­fak­tor. Be­zo­gen auf 1 m Ent­fer­nung un­ter Frei­feld­be­din­gun­gen wer­den 142 db Peak und 130 db Mitt­lungs­pe­gel er­reicht (Abb. 15)

Mul­ti­ton­mes­sung ei­ner ein­zel­nen A8 mit Fill-se­t­up mit ei­nem Spek­trum nach EIA-426B und 12 db Crest­fak­tor. Be­zo­gen auf 1 m Ent­fer­nung un­ter Frei­feld­be­din­gun­gen wer­den 133 db Peak und 121 db Mitt­lungs­pe­gel er­reicht (Abb. 14)

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