Pop Meets Classic 2019: Azu­bi-pro­jekt von Am­bi­on

Production Partner - - Inhalt - Text und Fo­tos: Lu­kas J. Her­bers

Das jähr­lich statt­fin­den­de Pop Meets Classic in Braunschwe­ig ist ei­ner­seits ein be­lieb­tes Kon­zert­for­mat, bei dem das Staats­or­ches­ter Braunschwe­ig mit ver­schie­dens­ten Künst­lern aus Rock und Pop zu­sam­men­ar­bei­tet. An­de­rer­seits ist es für die neu­en Aus­zu­bil­den­den der Am­bi­on Gm­bh ein ers­tes klei­nes Pro­jekt, wes­halb es im Pro­duk­ti­ons­ab­lauf ei­ni­ge Be­son­der­hei­ten gibt

Wenn die Un­der­co­ver Gm­bh die Braun­schwei­ger Volks­wa­gen Hal­le je­des Jahr für knapp ei­ne Wo­che be­legt, um ih­re Show Pop Meets Classic um­zu­set­zen, ist ih­nen be­wusst, da­bei ein paar Pri­vi­le­gi­en aus­zu­rei­zen. Min­des­tens fünf Ta­ge dau­ern Vor­be­rei­tung und Um­set­zung des Kon­zerts des Staats­or­ches­ters Braunschwe­ig mit ver­schie­de­nen Künst­lern aus Rock und Pop. „Im nor­ma­len Tour­be­trieb wür­den die Hal­len uns den Kopf ab­rei­ßen“, ist Pro­duk­ti­ons­lei­ter To­bi­as Hu­we sich si­cher. „Das klappt al­les nur so rei­bungs­los, weil al­le Be­tei­lig­ten auf das Event ein­ge­schwo­ren wer­den. Da gibt es nicht ‚die Hal­le‘ oder ‚den Ton‘ son­dern wir al­le ma­chen Pop Meets Classic – im­mer­hin schon seit 13 Jah­ren. Auf ei­ner re­gu­lä­ren Tour hat man meist gar kei­ne Chan­ce, als Team so eng zu­sam­men­zu­wach­sen wie hier.“Be­son­de­rer Teil im ein­ge­schwo­re­nen Team die­ses Events sind die Mi­tar

bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen der AM­BI­ON Gm­bh: Für de­ren Aus­zu­bil­den­de im ers­ten Lehr­jahr ist die Ver­an­stal­tung nach ei­nem Drei­vier­tel­jahr im Be­trieb das ers­te klei­ne Aus­bil­dungs­pro­jekt.

Un­ge­wöhn­li­che Chan­ce für Aus­zu­bil­den­de

Vor Ort auf der Pro­duk­ti­on wa­ren in die­sem Jahr ins­ge­samt sie­ben der acht Aus­zu­bil­den­den aus Am­bi­ons Kas­se­ler Fi­lia­le. „Wir hat­ten viel Zeit für die Vor­be­rei­tun­gen“, re­sü­miert Jan Wa­gner in sei­ner Pau­se wäh­rend der Ge­ne­ral­pro­be. Er ist ei­ner der zwei Aus­zu­bil­den­den, die wäh­rend der Show für die Steue­rung der Do­me­cams ver­ant­wort­lich wa­ren. „Wir ha­ben des­halb nicht nur Lam­pen vor­adres­siert und La­bel für die Tra­ver­sen er­stellt, son­dern auch die Vi­deo­re­gie pro­be­wei­se im La­ger auf­ge­baut. Wir ler­nen bei uns zwar aus al­len Ge­wer­ken, aber das Ma­te­ri­al hier kann­ten wir noch nicht be­son­ders gut. Und so konn­ten wir uns schon mal in die Ka­me­ra­s­teue­rung ein­ar­bei­ten.“Das Kon­zept die­ses klei­nen Aus­zu­bil­den­den­pro­jekts fin­den al­le be­tei­lig­ten Azu­bis sinn­voll: „Ich weiß zu­min­dest bei uns aus der Be­rufs­schu­le von nie­man­dem sonst, der so et­was macht“, so Lu­is Düm­pel­mann. „Die klei­ne­ren Be­trie­be kön­nen das so ja nicht un­be­dingt bie­ten, da­für ist man dort dann oft je­des Wo­che­n­en­de auf Pro­duk­ti­on und lernt dort.“Jan­nik Hopp wirft ein: „Ich war jetzt zwar auch ein paar Wo­chen schon nicht mehr in der Fir­ma, aber ei­gent­lich ist man bei uns im ers­ten Lehr­jahr auch vor al­lem viel im La­ger.“Und Thor­ben Dietrich er­gänzt: „Das ist auch durch­aus Ab­sicht. Wir be­rei­ten die Jobs vor, ler­nen erst­mal die Ab­läu­fe und vor al­lem auch das ei­ge­ne Ma­te­ri­al ken­nen.“Da­für ha­be man dann auf ei­ner mehr auf die Aus­bil­dung aus­ge­leg­ten Ver­an­stal­tung wie die­ser die Mög­lich­keit, je­der­zeit je­den der an­we­sen­den Tech­ni­ker mit Fra­gen zu lö­chern – an­ders als im All­tags­ge­schäft.

Wie ge­fähr­lich sind ei­gent­lich Brot­tü­ten?

Ei­ner der al­ten Ha­sen für die­se Fra­gen war un­ter an­de­rem Tho­mas Marx, der die­ses Jahr als tech­ni­scher Lei­ter Licht und selbst­er­nann­tes Mäd­chen für al­les da­bei war. Er kennt das Pop Meets Classic seit drei Jah­ren: „Ich ha­be da­mals ge­fragt, war­um wir die Ver­an­stal­tung nicht nut­zen, um un­se­re Aus­zu­bil­den­den das ers­te Mal Rock’n’roll Luft schnup­pern zu las­sen

»War­um nut­zen wir die Ver­an­stal­tung nicht, um un­se­re Azu­bis das ers­te Mal Rock’n’roll-luft schnup­pern zu las­sen?« Tho­mas Marx | hat das Azu­bi-pro­jekt vor drei Jah­ren an­ge­sto­ßen

und To­bi­as war da als Pro­duk­ti­ons­lei­tung für Un­der­co­ver zum Glück so­fort da­bei“, er­in­nert er sich. 2018 lief der Ver­suchs­bal­lon Aus­zu­bil­den­den­pro­jekt un­ter sei­ner Ver­ant­wor­tung so gut, dass das Kon­zept auch für die­ses Jahr di­rekt wie­der über­nom­men wur­de. „Wir sind so ein biss­chen ein Ba­s­tel­pro­jekt hier“, er­klärt To­bi­as Hu­we das Event. „Wenn Am­bi­on bei­spiels­wei­se sagt, ‚wir wol­len bei euch ei­nen neu­en Me­dien­ser­ver‘ aus­pro­bie­ren, dann lass ich die das ma­chen, weil ich weiß, dass das trotz­dem läuft. Und auf an­de­ren Jobs müs­sen die Fir­men ja froh sein, wenn ein Azu­bi über­haupt da­bei sein darf, weil die meis­ten Kun­den 200 Pro­zent Leis­tung ein­for­dern. Da ge­ben wir hier ger­ne die Chan­ce, zu ler­nen.“Au­ßer­dem sei­en die Aus­zu­bil­den­den am En­de ja nach wie vor mit ei­ner Acrew an Ope­ra­to­ren und tech­ni­schen Lei­tern vor Ort, so dass man sich da ab­so­lut kei­ne Sor­gen ma­chen müs­se.

Ge­ne­rell pro­bie­re sich das Team je­des Jahr an neu­en Spie­le­rei­en: Ob wie in ver­gan­ge­nen Jah­ren, in de­nen Mo­de­ra­to­ren an C1 Zü­gen der Volks­wa­gen Hal­le ge­flo­gen wur­den oder wie die­ses Mal mit laut­stär­ke­sen­si­ti­ven, leuch­ten­den Arm­bän­dern für das Pu­bli­kum – Un­der­co­ver ver­sucht je­des Jahr ein paar Gim­micks un­ter zu brin­gen. „Wir ha­ben die­ses Jahr für je­den der 6.500 Be­su­cher ei­ne Brot­tü­te, die wäh­rend ei­nes Songs zum Plat­zen ge­bracht wer­den soll“, freut sich Hu­we. „Da muss­ten wir dann auch erst­mal her­aus­fin­den, ob das vom Laut­stär­ke­pe­gel her über­haupt klar geht.“

Un­ter­wegs mit neu­em Ayr­ton Li­ne-up

Wäh­rend die Krea­tiv­büh­ne von der T-sta­ge Win­ter & Groh Gm­bh aus Buch­holz und der Ton von der Li­veau­dio Event Tech­nic Gm­bh aus Braunschwe­ig be­reit­ge­stellt und be­treut wur­den, zeich­ne­te Am­bi­on für Licht und Vi­deo ver­ant­wort­lich. „Wir ha­ben seit ein paar Wo­chen kom­plett auf Ayr­ton um­ge­stellt“, fasst de­ren Lei­ter der Licht­ab­tei­lung Re­né Schö­ne­feldt sein Set­up knapp zu­sam­men. Die Blin­der und MAC Au­ra sei­en noch al­te Mar­tin Be­stän­de, „aber sonst ab ha­ben wir die kom­plet­te Pa­let­te der neu­en Ayr­ton Led­lam­pen da­bei: Al­so Mis­tral, Bo­ra und Khamsin so­wie die Le­van­te als klei­ne­re Wash-al­ter­na­ti­ve zum Bo­ra für den Test­be­trieb.“Schö­ne­feldt war bei Pop Meets Classic als Licht­de­si­gner für Ste­phan Aue ein­ge­sprun­gen, der in die­sem Jahr nicht da­bei sein konn­te.

An­ge­steu­ert wur­den die Lam­pen über ei­ne Full Bo­ar 4 samt Play­back Wing. Und auch hier hebt To­bi­as Hu­we ei­nes sei­ner Gim­micks her­vor: „Wir ha­ben das sel­te­ne Pri­vi­leg, die Be

leuch­tung der Rän­ge mit an­steu­ern zu kön­nen – das kann man dann na­tür­lich auch in die Show mit­ein­bin­den.“

Zeit für Fra­gen trotz Tour-set­up

Das fer­ti­ge De­sign ging im Vor­aus an die Azu­bis, die sich nicht nur mit den Ka­bel­we­gen aus­ein­an­der­set­zen, son­dern auch die un­ter­schied­li­chen An­for­de­run­gen an den Strom be­den­ken muss­ten. „Die soll­ten sich hier zum ei­nen über­le­gen, wie sie die Da­ten zu den Lam­pen be­kom­men, aber zum Bei­spiel auch, wo­hin sie nun Dimm­strom le­gen müs­sen und wo­hin Fest­strom“, er­klärt Tho­mas Marx. „Das ha­ben sie dann al­les im Grun­de wie im Tour­be­trieb im Vor­aus im La­ger vor­be­rei­tet, be­schrif­tet und mar­kiert, da­mit das hier so schnell wie mög­lich ins Dach kann.“

Bis zu 250 Künst­ler stan­den am En­de wäh­rend der Ver­an­stal­tung auf der Büh­ne. Ei­ne sol­che Men­ge an Men­schen war ent­spre­chend nicht nur für die Show Cal­ler ei­ne Her­aus­for­de­rung, son­dern mach­te auch grö­ße­re Pro­ben mit vol­lem En­sem­ble im Vor­aus na­he­zu un­mög­lich. Gu­te Vor­be­rei­tung sei­tens der Tech­nik war an die­ser Stel­le des­halb es­sen­zi­ell. „Wir ha­ben hier Mitt­woch­mor­gen an­ge­fan­gen al­les ins Dach zu hän­gen, am Nach­mit­tag kommt dann schon das Orches­ter und von Don­ners­tag bis Sams­tag wird die kom­plet­te Zeit ge­nutzt, um end­lich in vol­ler Be­set­zung pro­ben zu kön­nen“, so

Marx. „Und un­se­re Jungs ha­ben wie­der­um zwei Ta­ge Zeit zu fra­gen: Wie­so ha­ben wir das al­les jetzt so ge­macht, wie wir es ge­macht ha­ben?‘“

Das ers­te Mal in der Vi­deo­re­gie

So ganz oh­ne Är­ger­nis läuft so ein Auf­bau dann am En­de aber doch sel­ten bis nie. Wäh­rend die Büh­ne am Mitt­woch­mit­tag schon längst stand, muss­te die Vi­deo­tech­nik noch ih­re Lein­wän­de ein­zie­hen. Kri­tisch war da­bei die 12,44m × 7m gro­ße Haupt­lein­wand, die sorg­fäl­tig an den schar­fen Kan­ten der Un­ter­kon­struk­ti­on vor­bei­ge­führt wer­den muss­te, um nicht ein­zu­rei­ßen – wäh­rend die bei­den Por­trait­wän­de da­ne­ben aus den Rän­gen her­aus­ge­zo­gen wur­den.

Be­spielt wur­de die Haupt­flä­che über ei­ne Pa­na­so­nic DZ21K Tan­dem-rück­pro­jek­ti­on wäh­rend die Sei­ten eben­falls in Rück­pro­jek­ti­on von je­weils ei­nem Ep­son EB-L1755U ab­ge­deckt wur­den. Die Bil­der da­für ka­men über je ei­nen Ca­ta­lyst Me­dien­ser­ver, an­ge­steu­ert vom FOH per Hog 4. Für das not­wen­di­ge Live-bild sorg­ten zwei fes­te Ka­me­ra­män­ner so­wie drei von den Aus­zu­bil­den­den Jan Wa­gner und Jan Hen­drik Pöt­ter ge­steu­er­ten Do­me­cams. So er­leb­ten im­mer­hin zwei der sie­ben Aus­zu­bil­den­den so­gar den Ge­nuss der Ver­ant­wor­tung ei­ner Li­ve­show auf ih­rem ers­ten gro­ßen Pro­jekt.

Vor­be­rei­tung ist al­les Azu­bi Thor­ben Dietrich mar­kiert die Hän­ge­punk­te der Lam­pen im Rigg

Tho­mas Marx (m.), tech­ni­scher Lei­ter Licht der Am­bi­on Gm­bh wäh­rend des Pop Meets Classic 2019, be­spricht die Hän­ge­punk­te der Tra­ver­se mit zwei sei­ner Aus­zu­bil­den­den.

Fach­kraft für Ver­an­stal­tungs­tech­nik Sechs Aus­zu­bil­den­de im ers­ten Lehr­jahr hat die Am­bi­on Gm­bh 2019; u.a. in der Vi­deo­re­gie des Pop Meets Classic be­strei­ten die­se ihr ers­tes gro­ßes Büh­nen­pro­jekt.

Vi­deo­re­gie Am­bi­ons Aus­zu­bil­den­de Jan Pöt­ter und Jan Lin­de (v. r.) an den Do­me­cam-steue­run­gen

Azu­bi Lu­is Düm­pel­mann und Licht­sys­te­mer Frank Mül­ler (r.) kon­trol­lie­ren die As­te­ra AX1 Pi­xeltu­be für die Büh­nen­be­leuch­tung

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