Tour­nee­be­schal­lung Lu­ke Mock­ridge

Die 2019er-tour­nee von Lu­ke Mock­ridge „Wel­co­me to Lu­cky­land“bie­tet nicht nur op­tisch ei­ne aus­ge­feil­te und ab­wechs­lungs­rei­che Büh­nen­show, auch die Be­schal­lung wuss­te zu be­ein­dru­cken

Production Partner - - Inhalt - Text: H. He­cken­dorf | Fo­tos: Ste­phen Stieg­ler (2), H. He­cken­dorf

Ne­ben dem Come­dy-part, den Lu­ke Mock­ridge als So­list ab­sol­viert, bie­tet die Show ei­nen ge­nau­so wich­ti­gen mu­si­ka­li­schen Teil, der nicht un­we­sent­lich für den ho­hen Un­ter­hal­tungs­wert der Show ver­ant­wort­lich ist. Ge­for­dert ist ei­ne ab­so­lu­te Sprach­ver­ständ­lich­keit wäh­rend der ge­sam­ten Per­for­mance. Al­so nicht nur wäh­rend der So­lo­pas­sa­gen, son­dern auch im­mer dann, wenn die Band hin­zu­kommt.

Shu­re KSM9 als Trumpf

Ra­fa­el Brin­kel, der bei der Show et­was über 40 Ka­nä­le ver­wal­tet, pro­bier­te be­reits im Vor­feld der vor­he­ri­gen Tour mit dem Künst­ler ver­schie­de­ne Mi­kro­fo­ne und Kap­seln aus und lan­de­tet nach sei­nen Tests beim Shu­re KSM9: „Auf der vor­he­ri­gen Tour hat­te ich so­gar noch mit un­ter­schied­li­chen Kap­seln wäh­rend der Mu­sik-per­for­mance – die nur am En­de der Show statt­fand – und dem Come­dy-part ge­ar­bei­tet. Das hat­te sich nicht als bes­ser er­wie­sen. Lu­ke ist bei sei­ner Per­for­mance sehr dy­na­misch und die Mi­kro­fon­ab­stän­de va­ri­ie­ren oft­mals, da er mit vie­len star­ken Ges­ten ar­bei­tet. Das KSM9 lie­fer­te in den Tests auch bei den grö­ße­ren Ab­stän­den ein deut­lich sat­te­res Nutz­si­gnal als al­le ver­gli­che­nen Mo­del­le. Es gab man­che Her­stel­ler, da reich­ten we­ni­ge Zen­ti­me­ter mehr Ab­stand zur Schall­quel­le, die schlag­ar­tig zu ei­nem star­ken Ab­fall des Pe­gels führ­ten. Da­her sind wir jetzt wäh­rend der ge­sam­ten Show aus­schließ­lich beim Shu­re KSM9 ge­lan­det.“Bei den Funk­stre­cken für Künst­ler und

Band fiel die Wahl auf Shu­re Axi­ent Di­gi­tal (ein Test­be­richt hier­über fand in der PRO­DUC­TION PART­NER 1|2019 statt) und PSM1000.

Con­trol­ling und Ein­mes­sung

Auf der lau­fen­den Tour­nee wird ein Co­da Ai­ray ein­ge­setzt. Für die Ton-cr­ew war es die ers­te Pro­duk­ti­on mit die­sem Sys­tem, er­klär­ten Foh-ing. Ra­fa­el Brin­kel und Sys­tem­tech­ni­ker Ste­phen Stieg­ler: „Re­mo­te­sei­tig ha­ben wir uns durch un­ge­wöhn­li­che An­ga­ben zu be­stimm­ten Pre­set-pa­ra­me­tern wäh­rend der ers­ten bei­den Shows mit Pro­ble­ma­ti­ken be­schäf­ti­gen müs­sen, wel­che nicht vor­her­zu­se­hen, aber schnell ge­löst wa­ren. Im We­sent­li­chen ha­ben wir ei­ni­ge „sta­ti­sche“Punk­te im Li­nus-con­trol be­züg­lich der obe­ren Rand­be­rei­che der ma­xi­mal zu ver­wen­den Laut­spre­cher in ei­nem Ar­ray ver­än­dert. Dies führ­te da­zu, dass die Per­for­mance ei­nes 20er Ai­ray-hang deut­lich aus­ge­wo­ge­ner und druck­vol­ler wur­de. Hier­zu ha­ben wir den Co­da-sup­port kon­tak­tiert und wur­den in der Her­an­ge­hens­wei­se be­stärkt. Wir sind seit die­sem Zeit­punkt sehr zu­frie­den mit dem Sys­tem. So­wohl Wurf­wei­te als auch Sprach­ver­ständ­lich­keit sind be­ein­dru­ckend.“Auch das Rig­ging des Ai­ray wur­de ge­lobt, da es ei­nen über­aus schnel­len Auf- und Ab­bau er­mög­li­che. Die Re­mo­te-soft­ware er­in­ne­re von der Be­di­en­ober­flä­che an den LA-NET

work­ma­na­ger von L-acoustics. Die Ar­ray-kal­ku­la­ti­on lau­fe noch über ei­ne ex­ter­ne Soft­ware, was sich hof­fent­lich zeit­nah zu ei­ner sys­tem­ori­en­tier­ten Lö­sung än­de­re.

An­ge­steu­ert wird vom Ya­ma­ha CL5 über fünf La­ke-con­trol­ler, wo­von sich zwei am Foh-platz und drei an der Büh­ne be­fin­den. Die Si­gnal­ver­tei­lung fin­det kom­plett über AES und Dan­te statt. „Nach der A/d-wand­lung der In­put-si­gna­le bleibt die Si­gnal­ver­ar­bei­tung bis zur D/a-wand­lung im Amp kom­plett di­gi­tal, was ei­ne sehr gu­te Auf­lö­sung des ge­sam­ten Sys­tems zur Fol­ge hat“, be­ton­te Ste­phen Stieg­ler. Wäh­rend der Tour­nee wur­den die Ai­ray-ele­men­te der Si­de-pa auf ei­nen Ab­strahl­win­kel von 120 Grad um­ge­baut. Die­se Ar­beit, die durch Am­bi­on kurz nach Tour­start vor­ge­nom­men wur­de, war nö­tig, da in vie­len Spiel­or­ten die Plät­ze auf über 180 Grad ver­kauft wur­den und so­mit teil­wei­se hin­ter der Büh­nen­kan­te la­gen. Die bei­den er­fah­re­nen Fre­e­lan­cer lob­ten aus­drück­lich den en­ga­gier­ten und kom­pe­ten­ten Am­bi­on-ser­vice.

Die Pro­duk­ti­on reist mit ei­ner ei­ge­nen Vor­büh­ne. Der ers­te Me­ter in der Tie­fe ist nicht nur für die be­leuch­te­te Büh­nen­kan­te und ei­ni­ge ver­steck­te Lam­pen ge­dacht, hier wur­den auch Nah­feld-be­schal­lung und kon­ven­tio­nel­les Mo­ni­to­ring in ei­ner Zwi­schen­ebe­ne und Bäs­se un­ter der Büh­ne po­si­tio­niert. So­wohl ei­ne Mat­te, auf der Mar­kie­run­gen für Bass-po­si­tio­nen vor­han­den sind, als auch Mar­kie­run­gen in der Vor­büh­ne selbst er­mög­li­chen das schnel­le und ge­naue Po­si­tio­nie­ren des je­wei­li­gen Equip­ments durch an­ge­wie­se­nes Per­so­nal. Die Ein­mes­sung des Sys­tems er­folgt mit Smaart V8. Als Mess­mi­kro­fo­ne die­nen vier Bey­er­dy­na­mic MM1, je­weils zwei draht­ge­bun­den und zwei auf Sen­destre­cken TG1000. Die Au­dio­mes­sun­gen am je­wei­li­gen Spiel­ort er­hal­ten über­dies ei­ne hö­he­re Wei­he: Auf das ört­li­che Per­so­nal, das je­weils da­mit be­traut wird, die Mess­punk­te ab­zu­lau­fen, war­tet zu­nächst die pas­sen­de Ar­beits­klei­dung.

Auch für die Hö­hen­kon­trol­le der Li­ne-ar­rays hat sich die Ton­crew ei­ne wit­zig-prak­ti­sche Idee ein­fal­len las­sen: Da­mit die

Ma­gne­te am En­de des Maß­bands nach dem „Ab­rei­ßen“nicht mehr mit ei­nem lau­ten Klack auf den Hal­len­bo­den pral­len (und even­tu­ell be­schä­digt wer­den), wer­den sie mit klei­nen

Fall­schir­men ver­se­hen und schwe­ben so zu­rück in die Hän­de der Tech­ni­ker.

Ra­fa­el Brin­kel als Foh-ing., lo­ka­ler „Mess­die­ner“und Ste­phen Stieg­ler (Sys­tem)

Shu­re KSM9 war ers­te Wahl für So­lo oder Front­mann der Band

Sna­re-ab­nah­me mit AKG C414

Maß­band mit Ma­gne­ten zum Ab­lö­sen per Fall­schirm

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