An­ta­ris: Fes­ti­val-be­schal­lung

Neu­es und auch un­ge­wöhn­li­ches Equip­ment gab es 2019 auf dem An­ta­ris Fes­ti­val im bran­den­bur­gi­schen Stölln zu er­le­ben: Tech­ni­sche De­tails zur Ein­mes­sung und Fil­te­rung ei­ner An­la­ge

Production Partner - - Inhalt - Text und Mes­sun­gen: An­selm Go­ertz | Fo­tos: An­selm Go­ertz

Bei der Viel­zahl an Som­mer Open-air-fes­ti­vals in der Region zwi­schen Hamburg und Berlin dürf­te An­ta­ris zu den­je­ni­gen ge­hö­ren, die dem ur­sprüng­li­chen Ge­dan­ken der Goa-par­ty und des Psy­tran­ce-fes­ti­vals treu ge­blie­ben sind. Das 1993 in der Nä­he von Berlin erst­mals aus der Tau­fe ge­ho­be­nen An­ta­ris gas­tiert seit 2005 an ei­nem his­to­ri­schen Ort, dem Ot­to­li­li­en­thal-flug­platz im Ha­vel­land. Das Ge­län­de im Bran­den­bur­gi­schen Stölln er­streckt sich idea­ler Wei­se am Fu­ße des Gol­len­ber­ges, der sei­ner­zeit schon Ot­to Li­li­en­thal zu spek­ta­ku­lä­ren Flug­ver­su­chen in­spi­rier­te. 1989 macht der Flug­platz mit sei­ner nur 900 m lan­gen Gras­pis­te noch ein­mal auf sich auf­merk­sam, als in ei­ner flie­ge­ri­schen Meis­ter­leis­tung ei­ne vier­strah­li­ge Il­ju­s­chin II-62 der In­ter­flug lan­de­te, um dort Teil ei­nes Mu­se­ums zu wer­den (und auch dem ört­li­chen Stan­des­amt als Rä­um­lich­keit für Trau­un­gen zu die­nen). Al­so ein sehr spe­zi­el­ler Ort, der bes­tens zum Fes­ti­val passt, was auch gut am Rück­halt in der Be­völ­ke

rung vor Ort zu be­mer­ken ist, die sich hier all­jähr­lich stark en­ga­giert und tat­kräf­tig zum Ge­lin­gen des Fes­ti­vals bei­trägt.

2019 gab es das 25. Ju­bi­lä­um mit über 100 DJS und Li­ve Acts von Tran­ce, Pro­gres­si­ve, Tech­no, Elec­tro und Am­bi­ent auf zwei gro­ßen Floors und ei­ner Am­bi­ent-area, die bis auf klei­ne Pau­sen von Frei­tag­mor­gen bis Mon­tag­abend über 80 St­un­den be­spielt wur­den. Ver­an­stal­ter Uwe Sie­bert und Goa Jo­nas mit ih­rer Cr­ew hat­ten wie­der kei­ne Mü­hen ge­scheut, künst­le­risch und tech­nisch al­les zu ge­ben. Ei­nes der High­lights war der mu­si­ka­lisch spek­ta­ku­lä­re Auf­tritt von Qua­dra­so­nic (der in vol­ler Län­ge auch als Youtube-vi­deo mit sehr gu­tem Ton ver­füg­bar ist). Un­ab­hän­gig da­von fällt das An­ta­ris Fes­ti­val auch durch die an­ge­neh­me Grund­stim­mung im Pu­bli­kum und un­ter den Ak­teu­ren auf. Ein klei­ner Stör­fall ist da­für ex­em­pla­risch: Wäh­rend ei­nes zwei­stün­di­gen Re­gen­schau­ers fie­len zwei der vier To­wer am Al­ter­na­ti­ve Floor aus, weil ein Fi-schutz­schal­ter in ei­ner Un­ter­ver­tei­lung aus­ge­löst hat­te. So­fort wa­ren zwei fach­kun­di­ge Gäs­te, die zu­fäl­lig ge­ra­de auf dem Floor wa­ren, mit zur Stel­le und un­ter­stüt­zen die An­ta­ris-tech­ni­ker bei der Feh­ler­su­che. Nach we­ni­gen Mi­nu­ten war so die Ur­sa­che ge­fun­den und be­ho­ben. Ty­pisch für den Cha­rak­ter des Fes­ti­vals ist auch die Auf­bau­pha­se, in der über Ta­ge in­ter­na­tio­na­le Teams für De­ko, Licht und Ton ent­spannt zu­sam­men­ar­bei­ten. Chef-ko­or­di­na­tor Axel Stumpf hat da­bei nicht nur al­les im Blick, son­dern packt auch bei Be­darf ger­ne mit an.

Aus tech­ni­scher Sicht gab es 2019 so­wohl auf dem Main­wie auch auf dem Al­ter­na­ti­ve-floor neue oder un­ge­wöhn­li­che Be­schal­lun­gen. Der Main-floor wur­de, wie schon 2018, von der bul­ga­ri­schen Com­pa­ny Cle­ar­sound be­stückt, je­doch mit ei­ner neu­en Ab­stim­mung des Sys­tems. Der Al­ter­na­ti­ve­floor wur­de erst­mals kom­plett von der So­lin­ger Fir­ma Föön be­stückt und be­treut. Pe­ri­phe­rie, Büh­nen­aus­stat­tung so­wie die Büh­nen und To­wer-auf­bau­ten er­folg­te wie in den Jah­ren zu­vor kom­plett durch PAM events aus Berlin.

Cle­ar­sound auf dem Main-floor

Cle­ar­sound ist ein Her­stel­ler aus Sofia in Bul­ga­ri­en, der sich auf die Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on von Pa-sys­te­men spe­zi­ell mit ei­nem Schwer­ge­wicht auf Edm-fes­ti­vals und Clubs spe­zia­li­siert hat. Seit der Grün­dung 2005 ent­wi­ckel­te das Team von Cle­ar­sound ei­ne Viel­zahl von Laut­spre­chern von gro­ßen Li­ne-ar­rays über Tou­ring-sys­te­me, Mo­ni­to­re und In­stal­la­ti­ons­laut­spre­cher bis hin zu Ki­no- und Hi­fi-/hig­hend­laut­spre­chern. In Bul­ga­ri­en ist man zu­dem auch als Ver­trieb für den End­stu­fen­her­stel­ler RAM Au­dio tä­tig. Hier­zu­lan­de kennt man Cle­ar­sound von den gro­ßen Elek­tro­nik­fes­ti­vals: In den Som­mer­mo­na­ten tourt das Ren­tal-team von Cle­ar­sound mit ei­ner Men­ge Equip­ment durch Eu­ro­pa und be­lie­fert die Fes­ti­vals. Zwei Ge­schäfts­mo­del­le ste­hen da­hin­ter: Mit dem Ver­leih für die Fes­ti­vals wird ein Ge­winn er­zielt, und als Ne­ben­ef­fekt dient die Tour als Wer­be­kam­pa­gne für die je­weils ortan­säs­si­gen Clubs. In Deutsch­land war der ers­te gro­ße Auf­tritt 2014 auf dem le­gen­dä­ren Vuuv Fes­ti­val in Put­litz, das nach ei­nem ein­jäh­ri­gen Aus­set­zer als Vuuv Re­birth wie­der an den Start ging. Da­nach folg­ten di­ver­se an­de­re Edm-fes­ti­vals. In die­sem Jahr tour­te Cle­ar­sound im 14-Ta­ges-takt vom Fu­si­on Fes­ti­val über An­ta­ris zur Vuuv. Da­nach ging es wei­ter nach Ita­li­en und Grie­chen­land.

Schon im Vor­feld der Fes­ti­val­sai­son wur­den Tei­le des gro­ßen Cle­ar­sound-sys­tems zur Ver­mes­sung in das IFAA Akus­tik La­bor nach Aa­chen ge­bracht, um dort Fil­ter und Li­mi­ter­set­tings zu op­ti­mie­ren. Zum Ein­satz ka­men da­für Fir-fil­ter­con­trol­ler HD2 von Four-au­dio in Aa­chen. Kon­kret be­steht das Sys­tem aus den 3-We­ge-li­ne-ar­ray-toptei­len V3-LCS, die in al­len drei We­gen mit Horn­sys­te­men ar­bei­ten und im­mer voll ak­tiv be­trie­ben wer­den. Um den Low-mid-be­reich mit der Horn­kon­struk­ti­on op­ti­mal nut­zen zu kön­nen, ar­bei­tet der Low-weg mit zwei spe­zi­el­len 10"-Horn­trei­bern. Auf ech­te Tief­tö­ner wur­de trotz der Grö­ße des Sys­tems ver­zich­tet, da es un­ter­halb von 100 Hz im­mer ei­ne Un­ter­stüt­zung durch die zu­ge­hö­ri­gen Sub­woo­fer gibt. Die Mit­tel­ton­sek­ti­on des V3-LCS ist mit zwei 8"-Trei­bern be­stückt und die Hoch­ton­ein­heit mit vier 1"-Hoch­tö­nern.

Die Flug­me­cha­nik er­laubt Splay-win­kel bis zu 10° und Ar­rays mit ei­ner Län­ge von bis zu zehn Ein­hei­ten. Als Mar­ken­zei­chen der Fir­ma Cle­ar­sound sind so­wohl die Li­ne-ar­ray­ele­men­te wie auch die rie­si­gen Sub­woo­fer auf der Front­sei­te fast kom­plett in knal­li­gem Rot ge­hal­ten: „Wir ma­chen den Sound und ver­ste­cken uns nicht hin­ter de­zen­tem Schwarz.“Ob­wohl die Li­ne-ar­ray-tops be­reits durch Grö­ße und Er­schei­nung zu be­ein­dru­cken wissen, ver­blasst der Ein­druck ein we­nig, wenn die Sub­woo­fer ins Spiel kom­men.

Spe­zi­ell die rie­si­gen RLH118SX mit ei­ner Gr­und­flä­che von 140 x 140 cm und ei­ner Bau­hö­he von 68 cm bei ei­nem Ge­wicht von 192 kg be­ein­dru­cken in jeg­li­cher Hin­sicht. Bei der An­lie­fe­rung und dem Auf­bau im La­bor schät­ze man sich dann auch glück­lich, ei­nen kräf­ti­gen Ga­bel­stap­ler zur Hand zu ha­ben. Der klei­ne­re Sub­woo­fer HL118BR be­schei­det sich mit ge­nau der hal­ben Brei­te bei an­sons­ten glei­chen Ab­mes­sun­gen und wird da­her in den To­wern im­mer zu zweit ein­ge­setzt. Be­stückt sind die Subs in bei­den Mo­del­len je­weils mit nur ei­nem 18"-Trei­ber. In­ter­es­sant ist da­bei vor al­lem der gro­ße Sub­woo­fer, bei dem der Trei­ber mit sei­ner Rück­sei­te of­fen auf der Front­sei­te zu se­hen ist, um mit der Vor­der­sei­te in das ge­fal­te­te Horn zu strah­len. Um das Ein­drin­gen von Staub in die Lüf­tungs­öff­nun­gen der Schwings­pu­le des Trei­bers auf der Rück­sei­te zu ver­hin­dern, sind der Ma­gnet und die Öff­nun­gen im Korb zur Schwings­pu­le hin mit ei­nem gro­ßen Lkw-luft­fil­ter um­ge­ben, bei dem auf der Au­ßen­sei­te op­tisch ge­fäl­lig ei­ne gro­ße ro­te Me­tall­plat­te auf­ge­setzt ist. Ei­ne eben­so ein­fa­che wir wirk­sa­me Lö­sung zum Schutz des Trei­bers in der meist stau­bi­gen Um­ge­bung auf den Open-air-fes­ti­vals.

Für das An­ta­ris Fes­ti­val wur­den mit die­sen Kom­po­nen­ten um den 50 m mes­sen­den Main-floor acht To­wer auf­ge­baut, die je­weils mit drei Li­ne-ar­ray-toptei­len und drei gro­ßen oder sechs klei­nen Sub­woo­fern be­stückt wa­ren. Das Sys­tem mit dem acht­ka­na­li­gen Auf­bau hat sich über vie­le Jah­re gut be­währt und er­laubt ei­ne di­rek­te Be­schal­lung des Floors, oh­ne da­bei im Um­feld all­zu ho­he Schall­drü­cke zu er­zeu­gen, was vor al­lem die Mit­ar­bei­ter und Be­su­cher der um­lie­gen­den Stän­de zu schät­zen wissen.

Wel­ches Po­ten­ti­al in die­ser An­la­ge steckt zei­gen be­reits die Mes­sun­gen aus dem La­bor. Die Fre­quenz­gän­ge und Sen­si­ti­vi­ty-wer­te aus Abb. 1 spre­chen für sich. Da­bei ist so­gar noch zu be­den­ken, dass der MF- und der LF-WEG im V3LCS 16-Ω-sys­te­me sind und die tat­säch­li­chen Wer­te 1 W/1 m ent­spre­chend noch 3 db hö­her lie­gen. Ba­sie­rend auf die­sen Mes­sun­gen wur­den Fir-fil­ter-se­tups mit Trenn­fre­quen­zen von 130 Hz, 400 Hz und 1,8 khz er­stellt. Das Ge­samt­sys­tem ar­bei­tet da­bei ab ca. 300 Hz auf­wärts li­ne­ar­pha­sig. Die da­mit ein­her­ge­hen­de Fil­ter­la­tenz liegt bei ca. 13 ms. Abb. 2 zeigt die so be­rech­ne­ten Fil­ter­funk­ti­on mit dem Ge­samt­er­geb­nis in Abb. 3. Die­se Ba­sis­ein­stel­lung wur­de an­schlie­ßend auf dem Fes­ti­val als Start­wert für die Ein­mes­sung der An­la­ge ge­nutzt. De­tails da­zu un­ter „Ein­mes­sun­gen vor Ort“.

Un­ter­stützt wur­de das Cle­ar­sound-sys­tem für die un­ters­te Ok­ta­ve von 20 bis 40 Hz noch durch acht horn­ge­la­de­ne Föön-sub­bäs­se E545HL mit 21"-Trei­bern, die sich in der Mit­te des Floors un­ter dem Po­dest be­fan­den und für die ech­ten GOA-FANS für den ul­ti­ma­ti­ven Punch sorg­ten. Zur An­steue­rung der Sub­woo­fer E545HL wur­de ei­ne No­va-end­stu­fe TX20 ein­ge­setzt.

Wie klingt nun die Cle­ar­sound-pa? Groß, äu­ßerst sou­ve­rän, hoch dy­na­misch … Die­se Auf­zäh­lung über­treibt nicht, ganz im Ge­gen­teil. Man muss es ge­hört ha­ben, um die­se An­la­ge wirk­lich be­ur­tei­len zu kön­nen. Das Prin­zip da­hin­ter ist eben­so ein­fach wie ver­ständ­lich: Vom Kon­zept ist die Cle­ar­sound-an­la­ge ein gro­ßes Li­ne-ar­ray mit mo­der­nen Trei­bern. Der Un­ter­schied zu vie­len an­de­ren Li­ne-ar­rays liegt je­doch dar­in, dass al­le We­ge kon­se­quent horn­ge­la­den sind. Da­mit ver­grö­ßern sich zwar Ge­wicht und Grö­ße der Laut­spre­cher, dank der ge­stei­ger­ten Sen­si­ti­vi­ty ge­winnt das Sys­tem aber auch merk­lich an Dy­na­mik – was für be­stimm­te An­wen­dung den ent­schei­den­den Un­ter­schied macht.

Föön als al­ter­na­ti­ve PA auf dem Al­ter­na­ti­ve-floor

Deut­lich kom­pak­ter und de­zen­ter, aber nicht min­der in­ter­es­sant, ging es ge­gen­über­lie­gend auf dem Al­ter­na­ti­ve Floor mit ei­ner Kom­bi­na­ti­on aus Föön-sub­woo­fern E460HL und Gla-toptei­len zu. An den vier To­wern wur­den je vier Sub­woo­fer und vier Gla-toptei­le ein­ge­setzt. Als Con­trol­ler ka­men eben­falls Four Au­dio HD2 zum Ein­satz. Bei den End­stu­fen herrsch­te Mi­ni­ma­lis­mus vor: Für die vor­de­ren To­wer gab es je ei­ne Po­wer­soft K10 und für die hin­te­ren je ei­ne No­va TX20. Ein kom­plet­ter To­wer kam so mit 1 HE bzw. 2 HE für End­stu­fen aus. Die Con­trol­ler be­fan­den sich zen­tral am Dj-platz auf der Büh­ne.

Der Sub­woo­fer E460HL ist ein klas­si­sches Föön-pro­dukt mit ei­nem 18"-Trei­ber, der nach vor­ne di­rekt ab­strahlt und mit der Rück­sei­te über ein gro­ßes ge­fal­te­tes Horn. In­ter­es­sant wird es beim Gla-topteil, das kom­plett horn­ge­la­den ist und mit zwei spe­zi­el­len Mit­tel­ton­trei­bern und ei­nem 1"-Hoch­ton­trei­ber be­stückt ist. Die Mit­tel­tö­ner sind Kom­pres­si­ons­trei­ber mit Phe­nol­harz-ge­tränk­ten Mem­bra­nen und 2"-An­triebs­psu­len. Die bei­den We­ge wer­den pas­siv von­ein­an­der ge­trennt, so dass ein GLA als ein kom­plet­tes Topteil zu nut­zen ist. Was zu­nächst et­was historisch an­mu­tet, stellt sich um­ge­hend völ­lig an­ders dar, wenn man auf die Mess­wer­te blickt: Abb. 4 zeigt die Fre­quenz­gän­ge und Sen­si­ti­vi­ty der Gla-toptei­le und der E460hl-sub­woo­fer. Man er­kennt auf den ers­ten Blick, dass in die­sen Laut­spre­chern sehr viel Po­ten­ti­al steckt, das nur rich­tig ein­ge­setzt wer­den muss. Mit ei­nem pas­sen­den Fil­ter­se­t­up und ei­ner schar­fen Tren­nung bei 350 Hz ge­lingt das bes­tens. Für die Fil­ter- und X-over-funk­tio­nen (Abb. 5) wur­den Fir-fil­ter mit ei­ner kur­zen La­tenz von 5 ms ein­ge­setzt. Klang­lich konn­te das Föön-sys­tem in die­ser Kon­fi­gu­ra­ti­on voll und ganz über­zeu­gen: Stram­me Bäs­se, sau­be­re Mit­ten und fei­ne Hö­hen bei ad­äqua­ter Laut­stär­ke konn­ten den Ver­an­stal­ter eben­so über­zeu­gen wie das durch­aus als kri­tisch und ver­wöhnt ein­zu­stu­fen­de Pu­bli­kum. Dass die­se Be­wer­tung nicht nur für Goa-sounds zu­trifft, zeig­te sich schon beim Sound­check vor­ab, wo auch mit ty­pi­schen Hör­test-sam­ples von Jen­ni­fer War­nes bis zu den Neu­bau­ten („Stra­te­gies Against Architectu­re“) ge­hört wur­de. Ei­ne gu­te PA für ei­nen Goa-floor von 25 m open air auf­zu­bau­en ist

zwar nichts Un­ge­wöhn­li­ches. Was spe­zi­ell beim Föön-sys­tem je­doch über­zeu­gen konn­te, ist der schlan­ke und „smar­te“Auf­bau: Vier hand­li­che Sub­woo­fer und vier kom­pak­te, aber trotz­dem voll horn­ge­la­de­ne Toptei­le zu­sam­men mit ei­nem mi­ni­ma­lis­ti­schen End­stu­fen­kon­zept sorg­ten für feins­ten Sound bei mehr als hin­rei­chend Pe­gel. Letz­te­rer muss­te auf Drän­gen der Mess­stel­le zum Im­mis­si­ons­schutz der Nach­bar­schaft so­gar um ei­ni­ge De­zi­bel re­du­ziert wer­den.

Das 25. An­ta­ris Goa Fes­ti­val im bran­den­bur­gi­schen Stölln hat­te 2019 ne­ben den mu­si­ka­li­schen High­lights al­so auch ei­ni­ge Spe­zia­li­tä­ten aus tech­ni­scher Sicht zu bie­ten. Die dort ein­ge­setz­ten An­la­gen von Cle­ar­sound aus Sofia und Föön aus So­lin­gen ge­hö­ren nicht zu dem, was man all­täg­lich auf den Büh­nen und Fes­ti­vals sieht: Bei­de An­la­gen sind kom­plett in al­len We­gen horn­ge­la­de­ne Li­ne-ar­rays mit dem Ziel ei­ner ho­hen Ef­fi­zi­enz und ei­ner be­son­ders dy­na­mi­schen Wie­der­ga­be, wie sie für Edm-fes­ti­vals ge­wünscht wird. Dass die­ses Kon­zept bes­tens auf­ging, da­von konn­ten sich die vie­len Be­su­cher des An­ta­ris Fes­ti­val auf bei­den Floors über­zeu­gen: Es gab feins­ten Goa-sound mit ho­hen Pe­geln und be­ein­dru­cken­den Tief­bäs­sen, was aber nie­mals auf­dring­lich oder un­an­ge­nehm wur­de. Zu­stim­mung und vie­le po­si­ti­ve Rück­mel­dun­gen aus dem Pu­bli­kum und sei­tens des Ver­an­stal­ters be­stä­tig­ten die­sen Ein­druck. ■ [10907]

Fil­ter­ein­stel­lun­gen für ei­ne Kom­bi­na­ti­on glei­cher An­zahl Sub­woo­fer und Toptei­le (Abb. 2)

Roh­da­ten der vier We­ge des Cle­ar­sound-sys­tems (Abb. 1)

Cle­ar­sound Pa-stacks in zwei Va­ri­an­ten mit drei gro­ßen oder sechs „klei­nen“Sub­woo­fern: un­auf­fäl­li­ges Auf­tre­ten ist nicht der Stil der Cle­ar­sound-pa

Je drei Cle­ar­sound V3-LCS auf je­dem der acht To­wer

Ge­samt­er­geb­nis mit Con­trol­ler (Abb. 3)

Föön-pa To­wer auf dem Al­ter­na­ti­ve Floor mit Sub­woo­fern E460HL und Gla-toptei­len. Zum An­trieb ei­nes kom­plet­ten Stacks ge­nüg­ten ei­ne Po­wer­soft K10 oder ei­ne No­va TX20

Fil­ter­ein­stel­lun­gen für Sub­woo­fer und Toptei­le (Abb. 5)

Roh­da­ten der bei­den We­ge der Föön-pa (Abb. 4)

Ge­samt­er­geb­nis mit Con­trol­ler (Abb. 6)

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