Ko­lum­ne

reisen EXCLUSIV - - Inhalt - Herbst 2017

Wäh­rend ich schrei­be, steht ein köst­li­ches Glas Rot­wein ne­ben mir. Ich lie­be Rot­wein. Ich kom­me ge­ra­de aus dem Ca­pri-ur­laub, da hab ich ihn täg­lich ge­nos­sen. Ge­nau­so wie Pas­ta, Man­del­tor­te und fri­sches Weiß­brot in Oli­ven­öl ge­tränkt. Dol­ce Vi­ta in Rein­form. Be­gon­nen hat mein Jahr ganz an­ders, näm­lich mit ei­ner De­tox­kur. Denn eins steht fest: Das ver­kraf­te ich nicht das gan­ze Jahr. Stän­di­ge Völ­le­rei be­las­tet mich, und ich muss ihr im­mer wie­der Ein­halt ge­bie­ten. Ich trank tl­g­lich $lko­hol, mor­gens brauch­te ich .aųee, um auf­zu­ste­hen, mit­tags aß ich zu vie­le Koh­len­hy­dra­te und abends so­wie­so viel zu viel. Ent­gif­tung to­tal lau­te­te da­her mein Vor­satz zum Jah­res­en­de.

Ich drück­te den Re­set-but­ton und lan­de­tet im »The Re­tre­at Cos­ta Ri­ca«, ei­nem Ge­heim­tipp für Yo­ga- und De­tox-pil­ger, ver­steckt in den Vul­kan­hü­geln bei Aten­as na­he San Jo­sé. Nur elf Zim­mer hat das tro­pi­sche Bou­tique-ho­tel, mit dem sich die ame­ri­ka­ni­sche Er­näh­rungs­be­ra­te­rin, Buch­au­to­rin und Fit­ness­ex­per­tin Dia­na Sto­bo ih­ren Traum er­füll­te. »The Trans­for­ma­ti­on« er­le­di­gen Dia­na und ihr zau­ber­haf­tes Team. Man fühlt sich nicht wie ein Gast, mehr wie ein Clan-mit­glied. Die cha­ris­ma­ti­sche Dia­na selbst strahlt pu­re Le­bens­freu­de aus und wirkt erleuchtet. Kein Wun­der: Sie lebt ve­gan, macht Yo­ga und at­met »das bes­te Kli­ma der Welt« (Na­tio­nal Geo­gra­phic über die Re­gi­on Aten­as).

Der Ta­ges­ab­lauf im The Re­tre­at ist sim­pel: auf­wa­chen, durch­at­men, den ers­ten ve­ga­nen De­tox-juice trin­ken, ei­ne St­un­de Yo­ga, am Pool lie­gen, ein ve­ga­nes Mit­tag­es­sen, ein Spa-tre­at­ment, Yo­ga, ein ve­ga­nes Din­ner, früh schla­fen. Zehn Ta­ge lang. Die ers­ten drei Ta­ge sind an­stren­gend, es fehlt der 0or­gen­kaųee, es fehlt .raft, es fehlt das Gläs­chen Wein am Abend … Doch dann nimmt die En­dor­phin­aus­schüt­tung zu, und die täg­lich wach­sen­de Leich­tig­keit fühlt sich min­des­tens so gut an wie Piz­za auf Ca­pri.

Nach mei­ner Rück­kehr war ich jung­fräu­lich rein, ich fühl­te mich wie neu und ha­be vier wei­te­re 0ona­te auf $lko­hol, .aųee und .oh­le­hy­dra­te ver­zich­tet. Schluck um Schluck kam sie zu­rück, die Ver­füh­rung ins »nor­ma­le /eben«, und Stck um Stck ging sie Á|ten, die Rein­heit.und so schön mein »Re­tox« bis jetzt auch ver­lief: Ich kann es kaum er­war­ten, mich wie­der in Dia­nas Ob­hut zu be­ge­ben.

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