Bots­wa­na

reisen EXCLUSIV - - Inhalt - Text & fo­tos Jen­ni­fer La­tu­peri­sa-an­d­re­sen

Ei­ne Ent­de­ckungs­tour im Wun­der­land Bots­wa­na aus der Luft, zu Was­ser, im Jeep und an der Sei­te von Ele­fan­ten. Ei­ne Rei­se, die un­ver­meid­bar war.

IM SOM­MER PRESCHT DAS WAS­SER VOM ANGOLANISCHEN HOCH­LAND IN DAS BINNENDELTA BOTSWANAS UND VERSICKERT IM SAND. AUS DER LUFT BE­TRACH­TET ENT­STEHT EIN LA­BY­RINTH DER WASSERWEGE, WÄH­REND DIE NA­TUR SICH IN EIN FARBENPRÄCHTIGES KLEID HÜLLT. ZU DIE­SER JAH­RES­ZEIT LOCKT DAS OKAVANGODELTA LE­BEN IN SEI­NER VIELFÄLTIGSTEN ART AN. EI­NE REI­SE WAR UN­VER­MEID­BAR.

Ein in die Jah­re ge­kom­me­ner Rei­se­füh­rer er­klärt: Kro­ko­di­le tö­ten nicht nur durch Bis­se, son­dern auch durch Er­trän­ken. Und als Tipp bei ei­nem An­griff wird dort emp­foh­len, dem Tier ein Au­ge her­aus­zu­pu­len. Das war zum Glück nicht nö­tig.

Drei Lö­win­nen ge­hen et­wa fünf Me­ter rechts von mir durch den Busch spa­zie­ren. Es ist ein trä­ger Gang, der ver­mu­ten lässt, dass sie be­reits ge­fres­sen ha­ben. Das be­ru­higt mich, denn ich sit­ze, auf mei­nem ge­pols­ter­ten Sitz des of­fe­nen Ge­län­de­wa­gens, prak­tisch wie auf ei­nem Prä­sen­tier­tel­ler. Ich traue mich kaum die Ka­me­ra zu he­ben, als ich wei­te­re Lö­wen­au­gen aus dem Busch blit­zen se­he. Mein Mann trägt die Vi­deo­ka­me­ra wie ein Schutz­schild vor sich, und un­ser Ran­ger und Gui­de gibt Ge­sprächs­sal­ven in das Funk­ge­rät, um den an­de­ren Gäs­teau­tos Be­scheid zu ge­ben, die sich durch das Del­ta schla­gen, um so vie­le Tie­re wie mög­lich zu se­hen. Aber auch mit den zwei wei­te­ren Jeeps, die sich da­zu­ge­sel­len, ist es ein ex­klu­si­ves Ver­gnü­gen. Wir sol­len sit­zen blei­ben, denn dann kann das Tier nicht zwi­schen Mensch und Wa­gen un­ter­schei­den, ler­nen wir. $lso sch|n lei­se, sanf­te Be­we­gun­gen und m|glichst un­auųll­lig blei­ben. So die An­wei­sun­gen. Wir sit­zen brav und stau­nen. Mit Ge­nuss und ei­ner gro­ßen Por­ti­on Ehr­furcht be­ob­ach­ten wir das Na­tur­schau­spiel, das mitt­ler­wei­le 14 Lö­win­nen und Jun­gen als Prot­ago­nis­ten zlhlt, die zwi­schen den Bschen Ál­zen und d|sen. *anz ent­spannt schiebt das ein oder an­de­re Tier al­le vie­re von sich. Man­che schla­fen so­gar auf dem Rü­cken. Nur die Klei­nen be­ob­ach­ten uns neu­gie­rig, oh­ne sich aus ih­rer De­ckung zu be­we­gen. An­sons­ten scheint un­se­re An­we­sen­heit nie­man­den zu stö­ren. Die Tie­re schei­nen zu wis­sen, dass sie am En­de eh schnel­ler und mäch­ti­ger wä­ren als wir be­hä­bi­gen Eu­ro­pä­er. Nach­dem sich die ers­te Auf­re­gung ge­legt hat, kön­nen wir nicht ge­nug Bil­der be­kom­men. Noch eins mit dem Han­dy, noch zehn mit der Ka­me­ra, hat denn schon je­mand ein Vi­deo ge­macht? Ich kom­me mir vor wie Heinz Siel­mann oder Bern­hard Gr­zimek, de­ren Sen­dun­gen ich da­mals als Kind bei mei­nen Groß­el­tern, auf dem Tep­pich lie­gend, mit viel Be­geis­te­rung ge­se­hen und schon des­we­gen im­mer ge­träumt ha­be, von Bots­wa­na.

Und Bots­wa­na ent­täuscht kei­ne Mi­nu­te. Ganz im Ge­gen­teil. Das zweit­fried­lichs­te Land Afri­kas (nach Mau­ri­ti­us) setzt auf den Tou­ris­mus und da­für auf Nach­hal­tig­keit. Das Ja­gen wur­de 2015 kom­plett un­ter­sagt. Wil­de­rer trau­en sich nicht ins Land. Die Tier­viel­falt ist die Zu­kunft des Staa­tes, der Tier­schutz sei­ne In­ves­ti­ti­on und da­zu ge­hört auch, dass die Tou­ris­ten nicht in Mas­sen kom­men. Ganz nach dem Mot­to: lie­ber Klas­se, statt Mas­se. Und so ha­ben wir das Okavangodelta für uns al­lein. Zu­min­dest kommt es uns so vor. Nur ein­mal, auf ei­nem schma­len Pfad durch dschun­gel­ar­ti­ges Ge­strüpp, kommt uns ein Ge­län­de­wa­gen ei­nes an­de­ren Camps ent­ge­gen. An­sons­ten sind wir und an­de­re Gäs­te des St­an­ley’s Camp al­lein auf wei­ter Step­pe.

Das St­an­ley’s der Sanc­tua­ry Re­tre­ats ist ein ex­klu­si­ves Fünf-ster­ne-camp mit nur we­ni­gen Gäs­ten. Man sieht sich zu den Mahl­zei­ten. Oder sie sit­zen mit im Wa­gen beim Ga­me Dri­ve, so nennt sich der Sa­fa­ri-$usáug. *eschla­fen wird in =elten auf Stel­zen. :obei es sich eher um Glam­ping als um Cam­ping han­delt. Je­des Zelt (al­ler­dings im­mer oh­ne Kli­ma­an­la­ge) hat sein ei­ge­nes in­te­grier­tes Ba­de­zim­mer, ein Dop­pel­bett aus Edel­holz und ei­ne Ter­ras­se. Un­ser Lieb­lings­platz dort ist die klei­ne Couch, auf der wir tags­über in die Wei­te des Mo­re­mi-na­tur­parks bli­cken kön­nen und die An­ti­lo­pen durch das Gras hüp­fen se­hen. Und abends sit­zen wir hier und lau­schen den Vö­geln und Frö­schen und den Ge­räu­schen Afri­kas, die un­se­ren Zi­vi­li­sa­ti­ons­oh­ren so fremd sind.

Dann ist aber Vor­sicht ge­bo­ten. Ins­be­son­de­re vor den Nil­pfer­den, die in der Däm­me­rung den Schutz des Flus­ses ver­las­sen und über die Gras­land­schaft strei­fen, um sich den Bauch voll­zu­schla­gen. Um ei­ne Be­geg­nung mit den Hip­pos zu ver­mei­den, die durch­aus ag­gres­siv wer­den, wenn in ihr Ter­rain ein­ge­drun­gen wird, be­glei­tet ein Ran­ger die Gäs­te bis zu ih­rem Zelt, meist nach­dem al­le ge­mein­sam ge­ges­sen ha­ben.

&arl ist un­ser 5an­ger. (r ist noch ein Mun­ger .erl. So rich­tig oųen und zu­gäng­lich wirkt er auf den ers­ten Blick nicht. Doch mit der rich­ti­gen Fra­ge kann er sich vor Afri­ka-an­ek­do­ten kaum hal­ten. Es ist schon der schöns­te Ort der Welt, an dem er lebt, sagt er, aber ein­mal in sei­nem Le­ben möch­te er doch den Schnee se­hen und auch auf Ski­ern ste­hen. So sehr wie wir uns wohl wün­schen, die gro­ßen Raub­tie­re zu se­hen. Oder auf un­se­rer Ge­dächt­nis­lis­te die Big Fi­ve ab­ha­ken wol­len.

Ja, wer auf Sa­fa­ri geht, der will na­tür­lich Ele­fan­ten, Lö­wen, Büf­fel, Nas­hör­ner und Leo­par­den se­hen. Die so­ge­nann­ten Big Fi­ve. Nein, die *iraųe zlhlt nicht da­zu, ob­wohl sie oh­ne =wei­fel »big« ist. (i-

gent­lich ist kein Tier h|her als ei­ne *iraųe und kaum ein Tier $fri­kas ele­gan­ter. :ir ler­nen schnell *iraųen gibt es in Bots­wa­na so zahl­reich, dass man ge­fühlt hin­ter je­dem Baum ein kau­en­des, nied­li­ches Ex­em­plar ste­hen sieht. Ze­bras hin­ge­gen sind schüch­tern und dre­hen ei­nem schnell das Hin­ter­teil zu und sind nur aus der Dis­tanz gut zu fo­to­gra­fie­ren. Bųel sind uns auch schon be­geg­net. &arl hat­te ge­ra­de sein .|Ųer­chen mit den /ecke­rei­en aus dem -eep ge­holt, uns ei­nen Gin To­nic in der Abend­son­ne ein­ge­schenkt, als es wie ein Don­ner­hall ert|nt. Die Bųel kom­men. Und zwar in ei­ner +er­de, die un­end­lich groß er­scheint. Ein paar Bul­len be­äu­gen uns aus si­che­rer Dis­tanz. Ich ha­be die Hand lie­ber schon mal am Wa­gen, den­ke ich mir, wäh­rend ich an mei­nem küh­len Ge­tränk nip­pe. Gleich­zei­tig aber ist die­se Si­tua­ti­on so un­wirk­lich und wun­der­schön exo­tisch, dass ich sie mir ewig im Ge­dächt­nis be­wah­ren will. Lö­wen ha­ben wir ja be­reits ge­se­hen und die Leo­par­den? Die ma­chen sich rar.

Des­we­gen kann ich mein Glück nicht fas­sen, als wir beim nach­mit­täg­li­chen Dri­ve, ei­gent­lich schon wie­der auf dem Weg zu­rück ins Camp, ei­nen prlch­ti­gen, gro‰en /eo­par­den d|send auf ei­nem Baum fin­den, der Schwanz we­delnd Flie­gen ver­jagt. Es muss sein fa­vo­ri­sier­ter Baum sein, der so ver­steckt liegt, dass die Ran­ger und Spä­her ihn schon ken­nen müs­sen, sonst hät­te man sich hier wohl kaum ins Di­ckicht ge­schla­gen. Wir kön­nen ihn so lan­ge be­ob­ach­ten, bis die Dun­kel­heit durch die Blät­ter kriecht und der Leo­pard lang­sam er­wacht. Höchst­wahr­schein­lich ist der Abend sei­ne Jagd­zeit, und wenn wir in ein paar St­un­den wie­der­kä­men, lä­ge die wohl ein­ein­halb Me­ter lan­ge Raub­kat­ze mit ih­rer Beu­te auf die­sem Baum. »$uch fr uns ist Metzt =eit frs Din­ner«, sagt Carl, und jetzt mer­ken wir, dass auch un­se­re Mä­gen knur­ren.

Das Es­sen im St­an­ley’s Camp ist vor­züg­lich au­then­tisch, und hlu­fig ver­ges­sen wir den gu­ten *eschmack ber die span­nen­den *es­prä­che, die wir mit den an­de­ren Gäs­ten am Tisch füh­ren. Ein je­der schwelgt in sei­nen Ta­ges­er­leb­nis­sen, er­zählt von sei­nen Sich­tun­gen und den sen­sa­tio­nel­len Ein­drü­cken. Am Tisch sind wir uns al­le ei­nig. Auch wenn der Preis hoch ist, möch­ten wir an der Ele­phant Ex­pe­ri­ence teil­neh­men, die am nächs­ten Tag ge­bo­ten wird.

:ir und et­wa zehn an­de­re *ls­te treųen Doug und sei­ne )rau So­ni auf ei­ner Lich­tung. Im Schlepp­tau ha­ben sie ih­re drei Ele­fan­ten. Ja­bu, Th­em­pi und 0oru­la. (s sind die Páe­ge­kin­der des ame­ri­ka­ni­schen Pl­rchens, das im bots­wa­ni­schen Busch lebt und sich schon seit Jah­ren um die Dick­häu­ter küm­mert, zu de­nen sie ei­ne un­be­schreib­lich en­ge und ver­trau­te Ver­bin­dung auf­ge­baut ha­ben. Und so ist es uns Tou­ris­ten mög­lich, die zah­men Ele­fan­ten zu be­rüh­ren. Wie fühlt sich Ele­fan­ten­haut an? Wie ein Stoß­zahn? Wie ein Fuß? Neu­gie­rig und lieb zei­gen sich die drei be­hut­sam mit den Men­schen. Es ist ein ei­gen­ar­ti­ges Ge­fühl, als Tou­rist auf Sa­fa­ri dem Tier so auf die Pel­le zu rü­cken. Das Ohr an­zu­fas­sen, das weich im Wind weht. Auch wenn der Ver­stand weiß, dass die drei Ele­fan­ten in Frei­heit le­ben, sind sie den­noch so dres­siert, dass sie ih­ren Rüs­sel in die Hän­de der Men­schen le­gen. Un­ver­gess­lich wird die­se Er­fah­rung blei­ben.

Und da ist sie wie­der, die Fra­ge, die uns ei­gent­lich vom ers­ten Tag an stän­dig be­glei­tet. Kann man das noch top­pen? Kann es noch schö­ner wer­den, noch in­ten­si­ver? Die Ant­wort ist: Ja, es kann!

Ei­ne be­lieb­te Art, Bots­wa­na zu be­rei­sen, ist der Wech­sel des Stand­orts. Camp-hop­ping so­zu­sa­gen. Für uns geht es in zehn Flug­mi­nu­ten mit der Cess­na wei­ter nach Chief’s Is­land, in­mit­ten des Oka­van­go­del­tas. Hier le­ben die Nas­hör­ner. Aber da­zu spä­ter mehr.

Wir tau­schen un­ser Edel­zelt nun in ei­ne 140 Qua­drat­me­ter gro­ße Lu­xus­vil­la des Chief’s Camp ein. Die­ses Ho­tel ge­hört eben­falls zu den Sanc­tua­ry Re­tre­ats und wur­de letz­tes Jahr erst frisch re­no­viert und hät­te si­cher­lich sechs Ster­ne ver­dient, wenn man sie denn ver­ge­ben könn­te. Au­then­tisch stil­voll und so ge­müt­lich ein­ge­rich­tet, dass mein Mann fast ein we­nig trau­rig ist, dass er nicht stun­den­lang zwi­schen Ba­de­wan­ne, Him­mel­bett und Ku­schel­couch hin- und her­wan­dern kann und statt­des­sen im­mer wie­der im Jeep durch­ge­rüt­telt wird. Doch der nächs­te Pro­gramm­punkt ist ru­hi­ger. Viel ru­hi­ger. Al­ler­dings für ei­nen fast zwei Me­ter gro­ßen Mann auch ei­ne klei­ne Her­aus­for­de­rung.

Die Her­aus­for­de­rung heißt Mo­ko­ro. Da­bei han­delt es sich um ein tra­di­tio­nel­les Ein­baum­boot, ge­schnitzt aus dem Le­ber­wurst­baum, der üb­ri­gens so heißt, weil sei­ne Früch­te an die Flei­sche­rei­wa­re er­in­nern. Ein Ka­nu al­so, das al­ler­dings nicht mit ei­nem Pad­del vor­an­ge­trie­ben wird, son­dern le­dig­lich mit ei­nem Stab. Sam, der Ran­ger, ist heu­te un­ser Po­ler, der das lan­ge, schma­le Holz­stück als Steu­er und An­trieb nutzt. Doch be­vor er uns durch das Ge­wäs­ser lenkt, muss er sich das

KANN ES NOCH SCHÖ­NER WER­DEN, NOCH IN­TEN­SI­VER? DIE ANT­WORT IST: JA, ES KANN!

»DIE GE­SCHICH­TE DES NAS­HORNS IST EI­NE TRAU­RI­GE, DIE GLÜCK­LI­CHER­WEI­SE IN BOTS­WA­NA EIN HAP­PY END FIN­DEN WIRD.«

La­chen ver­knei­fen, als der lan­ge blon­de Mann mit den Knien an den Oh­ren den Dau­men nach oben streckt, um zu si­gna­li­sie­ren, dass er be­quem sitzt und es los­ge­hen kann. Be­quem ist re­la­tiv. Aber in die­sem Fall auch re­la­tiv un­wich­tig. Theo­re­tisch wä­re es mög­lich, dass wir durch den Fluss lau­fen, denn es ist hier nicht ein­mal knie­tief. Aber das wä­re selbst­ver­ständ­lich viel zu ge­fähr­lich, denn im­mer­hin le­ben hier Kro­ko­di­le. Aber die sind weit weg, ver­si­chert uns Sam, und des­we­gen kon­zen­trie­ren wir uns auf die präch­ti­gen bun­ten und fröh­li­chen Vö­gel, die uns am Ufer ho­ckend ein Stlndchen Á|ten. $nsons­ten sind die rhyth­mi­schen Be­we­gun­gen von Sam die ein­zi­gen Spu­ren mensch­li­chen (in­áus­ses, die in der 1atur zu h|ren sind.

Wie sel­ten ei­nem die­ses Glück zu­teil wird. Wie schön es ist, das Ra­scheln des Schilfs wahr­zu­neh­men oder den Flü­gel­schlag ei­nes 0ara­bus, der sehr nied­rig ber un­se­re .|pfe Áiegt. 0amestl­tisch ist sei­ne Flü­gel­spann­wei­te, die im­mer­hin bis zu drei Me­tern be­tra­gen kann. *rau­en­haft hin­ge­gen sein $nt­litz. .ahlk|pfig, mit ei­nem rie­si­gen Kehl­sack, ist er häss­li­cher als ein Gei­er. Rechts ne­ben uns ist ein Ma­ra­bu-baum. Auf den nack­ten Äs­ten sit­zen ein Dut­zend der gro­ßen Vö­gel und be­ob­ach­ten uns. Sam steu­ert wei­ter nach links. Rechts, so sagt er, ist das Was­ser zu tief. Und tie­fes Was­ser birgt die Ge­fahr der 1il­pfer­de, die tagsber per­ma­nent im feuch­ten 1ass ho­cken und sich mit Schlamm be­de­cken, weil ih­re +aut son­nen­emp­find­lich ist. Und nä­he­re Be­kannt­schaft mit ei­nem Fluss­pferd wol­len wir wirk­lich nicht ma­chen. Ist die Be­geg­nung hier mit ei­nem Ele­fan­ten ge­fähr­lich?, fra­ge ich beillufig. »1a Ma, der kann auch, ins­be­son­de­re wenn ein -un­ges in der Her­de ist, ag­gres­siv wer­den.« Und so kommt es dann auch, dass wir nach ei­ner hal­ben St­un­de zen­ar­ti­gen Glei­tens auf ei­nen mäch­ti­gen (le­fan­ten­bul­len treųen, der zwi­schen den *rl­sern im :as­ser steht, uns den Rü­cken zu­kehrt und mit dem Rüs­sel, den er tan­zen lässt, wohl schon un­se­re Fähr­te ge­wit­tert hat. Al­so ent­schei­den wir uns, auf Dis­tanz in­ne­zu­hal­ten und die Aus­sicht zu ge­nie­ßen, um dann – si­cher ist si­cher ² zurck­zu­keh­ren. /ang­sam glei­tend. (s eilt Ma nicht. $uf uns war­tet nichts und nie­mand. Au­ßer viel­leicht ein Gläs­chen Gin To­nic am -eep, mit Blick auf die ein­zig­ar­ti­ge 1atur.

.eno­si ist un­ser *ui­de durch die­se ein­zig­ar­ti­ge 1atur im &hief·s &amp. :as fr ein *lck, dass wir ihn als Splher erwischt ha­ben. (r hat ma­gi­sche Ta­len­te. »:ir wrden gern 1ash|rner se­hen«, und ei­ne St­un­de spä­ter ste­hen zwei Spitz­maul­nas­hör­ner vor uns und gra­sen. See­len­ru­hig. Da­bei ist die *eschich­te des 1as­horns ei­ne trau­ri­ge, die glck­li­cher­wei­se hier im geschtz­ten Bots­wa­na ein +ap­py (nd fin­den wird. Rhi­no­ze­ros Horn wird näm­lich teu­er ge­han­delt. Es ist wert­vol­ler als *old. Des­we­gen wur­de das 1as­horn stark ge­wil­dert und ist vom $uss­ter­ben be­droht. Weil Bots­wa­na sehr si­cher ist und 40 Pro­zent der Lan­des­ál­che 1atio­nal­parks sind, wur­den 1ash|rner aus Sdafri­ka hier­her ge­bracht, um in Frie­den zu le­ben und sich zu ver­meh­ren. Ein Plan, der oųen­sicht­lich ganz gut funk­tio­niert, was man bis­her be­ob­ach­ten kann.

Ich ha­be mir 1ash|rner im­mer gr|‰er vor­ge­stellt, ei­gent­lich sind sie ganz pos­sier­li­che Tier­chen, mit ih­ren klei­nen Au­gen und kur­zen, mus­ku­lö­sen Bei­nen.

:ie fin­det .eno­si all die Tie­re" (r schaut nach Spu­ren. Spu­ren kön­nen Ab­drü­cke der Pfo­ten im Sand sein, weg­ge­knick­te Äs­te in den Bschen oder aber fri­sche +luf­chen .ot, die natrlich bei Me­dem Tier an­ders aus­se­hen und ein ein­deu­ti­ger Hin­weis sind, wer hier ge­ra­de vor­bei­lief. Über­haupt muss man sa­gen, dass wir beim Aus­stei­gen dar­auf ach­ten müs­sen, wo­hin wir tre­ten, denn es gibt un­glaub­lich vie­le

Häuf­chen auf Botswanas Er­de. Das mag ek­lig klin­gen, ist aber ein gu­tes Zei­chen da­für, dass die­ses Bil­der­buch­land auch wei­ter­hin ge­spickt ist mit zahl­rei­chen wil­den Tie­ren.

Und .eno­si fin­det. (r zeigt uns die *nus, $nti­lo­pen al­ler $rten, $Ųen, Pe­li­ka­ne, St|rche, *eier, Scha­ka­le, +yl­nen und so­gar .ro­ko­di­le. Am letz­ten Tag ha­ben wir bis auf ei­nen Ge­par­den und ei­nen männ­li­chen Lö­wen al­le Tie­re des Mo­re­mi-na­tio­nal­parks ge­se­hen, so als hät­te un­ser herz­li­cher *ui­de ei­ne /is­te lang­sam ab­ge­ar­bei­tet. »Ihr habt *lck«, hat er im­mer wie­der ge­sagt. Wir wer­den reich mit Tier­sich­tun­gen be­schenkt. »Uns feh­len aber noch ein *epard und ein /|we mit 0lh­ne auf un­se­rer /is­te«, lrge­re ich ihn mit ei­nem /lcheln. 1ie hlt­te ich er­war­tet, dass er nun auch noch in un­se­ren letz­ten ge­mein­sa­men St­un­den sei­ne ge­sam­te Ma­gie prä­sen­tie­ren wird. Un­ge­lo­gen: Ei­ne St­un­de spä­ter fah­ren wir über ei­ne wei­te Wie­se, auf der ein ein­zi­ger Baum steht. Und un­ter die­sem Baum sonnt sich ein Ge­pard. Ein wun­der­schö­nes Tier. Sei­ne Au­gen leuch­ten rot im Son­nen­schein. Er reckt sich und steht letzt­lich auf und wan­dert um­her, und wir fol­gen ihm ru­hig, bis plötz­lich ei­ne Her­de Ele­fan­ten auf uns zu­trabt, dass der Bo­den nur so bebt. Grund für den Ge­pard, sich zu ver­ab­schie­den. Aber wir sind dank­bar, hat er uns doch schö­ne Fo­tos und ei­nen ma­gi­schen Mo­ment ge­schenkt. Dann ist es mal wie­der Zeit für den Nach­mit­tags­snack. Für ei­nen Drink, ein paar Kek­se und wür­zi­ges ge­trock­ne­tes Fleisch, Jer­ky ge­nannt. Doch be­vor wir aus dem Au­to sprin­gen, ent­deckt Ke­no­si ei­ne Spur und sitzt so­fort wie­der am Steu­er und lenkt den Ge­län­de­wa­gen der Fähr­te ent­lang in die Bü­sche. Und tat­säch­lich. Da liegt der Lö­we. Al­lein vor ei­nem Busch. Ich kann mein Glück kaum fas­sen, auch auf die *efahr hin, dass ich die­sen Satz sehr oft wie­der­holt ha­be. »Das ist mein $bschieds­ge­schenk«, sagt .eno­si und strahlt. Doch es wird kein lan­ger Ab­schied sein, denn ei­ne Schön­heit wie Bots­wa­na lässt man nicht aus den Au­gen. Ei­ne Rück­kehr ist un­ver­meid­bar.

IN­FO

AN­REI­SE Flug mit South Af­ri­can Air­ways ab Frank­furt a. M. über Johannesburg nach Maun, www.fly­saa.com. Von dort aus geht es mit pri­va­ten An­bie­tern wei­ter ins Camp. Die Cess­naflü­ge sind über das Ho­tel buch­bar und kos­ten um die $ 200. CAMPS St­an­ley’s Camp ($ 550/ 466 p. P. pro Nacht) und Chief’s Is­land Camp ( $ 1.180/ 1.000 p. P. pro Nacht) lie­gen bei­de auf Chief’s Is­land, ei­ner In­sel in­mit­ten des Oka­van­go. Wo­bei sich das St­an­ley’s am süd­west­li­chen Zip­fel be­fin­det und das Chief’s Camp in der Mit­te am west­li­chen Ufer. Bei­de Häu­ser wer­den von den Sanc­tua­ry Re­tre­ats mit viel Lie­be und Hin­ga­be be­trie­ben. Die Ele­phant Ex­pe­ri­ence kos­tet

$ 285/ 241 p. P. www.sanc­tua­ry­re­tre­ats.com Den rei­sen EX­CLU­SIV-GUI­DE fin­den Sie un­ter rei­sen­ex­clu­siv.com/gui­de-bots­wa­na

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