NEW­CAST­LE

reisen EXCLUSIV - - Hip + Weg | Newcastle -

Nach kur­zer Frischmach­pau­se emp­feh­len wir ei­ne erst­klas­si­ge Din­ner-lo­ca­ti­on und sie be ndet sich nur zwei Häu­ser wei­ter: Plea­sed To Meet You. Zu­ge­ge­ben, nichts für Ve­ge­ta­ri­er, aber an­sons­ten ei­ne Au­gen­wei­de an Re­stau­rant. Kup­fer leuch­ten die Roh­re, die sich hier an den Wän­den ent­lang­schlän­geln. Kup­fer sind auch die Ker­zen, die den Raum in ein war­mes Licht tau­chen. Ein rich­tig hip­per Schup­pen. Da­von zeugt auch die Xxl-aus­wahl an Gin-sor­ten, die über der Bar thront. Un­ser Tipp zur Vor­spei­se: Bur­ra­ta mit Fei­gen und Ru­co­la. Fleischlieb­ha­bern wird bei ei­nem Blick auf die Spei­se­kar­te na­tür­lich das Herz auf­ge­hen: En­ten­brust mit Frucht-chut­ney und Ro­ter Be­te. Oder doch lie­ber Hühn­chen, Reh oder Ka­nin­chen?

SAMS­TAG, 10:00 UHR

48 St­un­den in New­cast­le – die könn­te man wo­mög­lich al­lein mit Shop­ping ver­brin­gen. Un­weit des Stadt­zen­trums be ndet sich näm­lich ei­nes der größ­ten In­door-ein­kaufs­zen­tren Eu­ro­pas, das intu Me­tro­cent­re in Ga­tes­head. Im Stadt­zen­trum sel­ber, gleich bei Gra­in­ger Town, er­streckt sich au­ßer­dem das intu El­don Squa­re. Doch – ganz un­ty­pisch bri­tisch – scheint viel­leicht die Son­ne. Des­halb emp­feh­len wir ei­nen Spa­zier­gang nach Ou­se­burn, dem Künst­ler­vier­tel der Stadt. Wer mag, kann ein klei­nes Ein­kaufs­er­leb­nis auf dem Weg ein­schie­ben. Denn das intu El­don Squa­re liegt nur fünf Geh­mi­nu­ten vom Ho­tel ent­fernt.

Doch Ach­tung, das Ein­kaufs­zen­trum ist ein rie­sen­gro­ßes La­by­rinth aus Ge­schäf­ten, das sich über das ge­sam­te Stadt­zen­trum ver­teilt. Die Ein­gän­ge des Ein­kaufs­zen­trums be­glei­ten ei­nen bei ei­ner Stadt­tour auf Schritt und Tritt. Des­halb braucht man schon ein we­nig Ori­en­tie­rung.

Goo­gle­maps sei Dank scha t man es dann leich­ter Rich­tung Fluss­ufer. Die Stadt New­cast­le, ei­gent­lich New­cast­le upon

Ty­ne, liegt am Nord­ufer der Ty­ne. Die Qu­ay­si­de mit ih­ren vie­len Pubs, Ca­fés und Re­stau­rants schreit qua­si nach ei­nem ge­müt­li­chen Spa­zier­gang. Auch ar­chi­tek­to­nisch gibt es auf der Stre­cke ei­ni­ges zu se­hen. Sie­ben Brü­cken, die un­ter­schied­li­cher kaum sein könn­ten, ver­bin­den New­cast­le mit der Nach­bar­stadt Ga­tes­head. Die wohl au äl­ligs­te Brü­cke ist die Ga­tes­head Mill­en­ni­um Bridge. Sie sticht be­son­ders we­gen ih­rer mo­der­nen Ar­chi­tek­tur her­vor – und sie ist die ein­zi­ge kipp­ba­re Brü­cke der Welt.

Die zwei Ge­bäu­de am ge­gen­über­lie­gen­den Ufer der Ty­ne bil­den ei­nen herr­li­chen Kon­trast: Das fa­bri­k­ähn­li­che Ge­bäu­de des BALTIC er­in­nert an New­cast­le als In­dus­trie­stadt. Heu­te be­her­bergt die frü­he­re Tier­fut­ter­fa­brik das Mu­se­um für zeit­ge­nös­si­sche Kunst. Der Ein­tritt ist frei. Wie ein Klotz wirkt das Mu­se­um, wenn man sei­nen Blick wei­ter nach rechts schwei­fen lässt und ei­nem die ge­schwun­ge­nen Li­ni­en des Sa­ges Ga­tes­head ins Au­ge fal­len. Die Ar­chi­tek­tur er­in­nert an ei­ne rie­si­ge Rau­pe in hoch­glän­zen­dem Sil­ber, de­ren Kopf man beim Bau ver­ges­sen zu ha­ben scheint. Seit 2004 wer­den in dem Ver­an­stal­tungs­zen­trum di­ver­se Mu­sik­ver­an­stal­tun­gen und Kon­zer­te aus­ge­tra­gen. Bei­de Ge­bäu­de sind so ge­gen­sätz­lich und ge­nau des­halb ein pas­sen­des Sinn­bild für New­cast­le: auf der ei­nen Sei­te die in­dus­tri­el­len Zü­ge und auf der an­de­ren Sei­te der mo­der­ne Wan­del, die rie­si­gen Ein­kaufs­zen­tren, die schi­cken Re­stau­rants.

SAMS­TAG, 13:00 UHR

Ou­se­burn. Hier muss es sein. Die Qu­ay­si­de hin­ter sich ge­las­sen, schmü­cken fort­an Gra tis die Haus­wän­de. Die Kunst­wer­ke per­fek­tio­nie­ren das Bild der ehe­ma­li­gen In­dus­trie­stadt. Sie ver­lei­hen den al­ten Ge­mäu­ern Flair. Ou­se­burn hat sich in den letz­ten Jah­ren zum Trend­vier­tel der Stadt ent­wi­ckelt. Künst­ler und Fa­mi­li­en ha­ben sich hier nie­der­ge­las­sen. Ca­fés wie das Er­nest, Dru­cke­rei­en und Ate­liers wie Nort­hern Print und klei­ne Mi­kro­braue­rei­en wie der Arch2 Br­ew­pub ste­hen für blü­hen­de Krea­ti­vi­tät und Hand­werks­kunst.

SAMS­TAG, 15:00 UHR

Die Mehr­heit hät­te sich wo­mög­lich für ei­nen Be­such des BALTIC ent­schie­den. Wer sich ent­schei­den muss, dem emp­feh­len

wir mal, un­ge­wöhn­li­che We­ge zu ge­hen und in der The Bis­cuit Fac­to­ry vor­bei­zu­schau­en. Schon von au­ßen be­zirzt die al­te La­ger­hal­le. Heu­te be­her­bergt sie die größ­te Kunst-, Hand­werkund De­sign-ga­le­rie des Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reichs. Auch im haus­ei­ge­nen Ca­fé, dem The Fac­to­ry Kit­chen Ca­fé, kommt Kunst auf die Tel­ler. Ne­ben Sco­nes und ver­schie­de­nen Ku­chen ste­hen auch herz­haf­te Ge­rich­te auf der Spei­se­kar­te, die mit sai­so­na­len und lo­ka­len Pro­duk­ten ge­zau­bert wer­den.

SAMS­TAG, 19:00 UHR

Nach ei­nem kul­tu­rel­len Nach­mit­tag in der The Bis­cuit Fac­to­ry emp­feh­len wir ei­ne kur­ze Ver­schnauf­pau­se im Ho­tel. Du­schen, frisch ma­chen und um­zie­hen, be­vor man sich ins Nacht­le­ben der Stadt wirft. Im By­ron, ei­nem Bur­ger­la­den di­rekt am Grey's Mo­nu­ment, kom­men auch Ve­ge­ta­ri­er auf ih­re Kos­ten. Der Jack St­ack Bur­ger klingt aber auch wirk­lich ver­lo­ckend: Boh­nen­pat­ty mit Jack­fruit, Gua­ca­mo­le und Ba­by­spi­nat. Da­zu: Hall­o­u­mi Frit­ten. Hier weiß man, wie man Ve­ge­ta­ri­er und Nicht­ve­ge­ta­ri­er glück­lich macht. Ge­sät­tigt und zu­frie­den ver­lässt man das By­ron. Bier­lieb­ha­ber ha­ben jetzt die Qu­al der Wahl, denn Pubs gibt es in der Stadt reich­lich. Das Br­ew­dog New­cast­le be­sticht durch sei­ne rie­si­ge Aus­wahl an Craft-bie­ren. Auch der Hop & Clea­ver ist ei­ne sehr gu­te An­lauf­stel­le.

Der Pub an der Qu­ay­si­de braut nicht nur sein ei­ge­nes Bier, auch räu­chern sie ihr Fleisch sel­ber und ha­ben ei­ne breit auf­ge­stell­te Kar­te an au­ßer­ge­wöhn­li­chen Cock­tails – ide­al al­so auch für al­le nicht Bier­trin­ker. Für das leib­li­che Wohl ist auch ge­sorgt, soll­te ei­nen spä­ter noch mal der Hun­ger ein­ho­len. Doch we­der Speis noch Trank kön­nen die ein­ma­li­ge Lo­ca­ti­on des Pubs übert­re en: In al­ten Ge­mäu­ern ma­chen sich Bar, Braue­rei und Re­stau­rant breit. Als wür­de man in die Hin­ter­welt New­cast­les ein­tau­chen – und nicht mehr her­aus­wol­len.

SONN­TAG, 10:00 UHR

Der letz­te Ab­ste­cher führt 30 Mi­nu­ten Ty­ne ab­wärts nach Ty­ne­mouth. Das ei­gent­li­che Ziel ist der Strand, doch der muss erst­mal war­ten. Denn vor­her emp ehlt sich ein Bum­mel über den Floh­markt. Mit­ten im Bahn­hofs­ge­län­de brei­ten sich zig Stän­de aus. Selbst ge­mach­te Sü­ßig­kei­ten, ori­gi­nel­ler Schmuck und coo­le Se­cond-hand-klei­dung – hier gibt es al­les, was das Herz be­gehrt. Ein Bum­mel über den Markt ist ein Muss in Ty­ne­mouth. Zwar brin­gen ei­nen Scho­ko­küs­se mit Oran­gen-, Him­bee­ro­der Minz­ge­schmack in Ver­su­chung, doch was wä­re ein Groß­bri­tan­ni­en-be­such oh­ne ei­ne Por­ti­on Fish 'n' Chips? Die bes­te (und au­then­tischs­te) An­lauf­stel­le in Ty­ne­mouth ist Ri­leys's Fish Shack. Die uri­ge Fisch­bu­de liegt gleich un­ten am Strand. Schon von Wei­tem aber ist die Schlan­ge meist nicht zu über­se­hen. Al­ter­na­tiv schla­gen wir die Long­s­ands Fish Kit­chen vor. Das Re­stau­rant wur­de als bes­ter Fish & Chips New­co­mer 2017 aus­ge­zeich­net – und ent­täuscht nicht.

Das Mee­res­rau­schen und die fri­sche Wind­bri­se be­glei­ten ei­nen durch die klei­nen Gas­sen, vor­bei an Re­stau­rants und Shops, wie­der zu­rück zum Bahn­hof. Jetzt heißt es Ab­schied neh­men. Auf Wie­der­se­hen, Ty­ne­mouth, auf Wie­der­se­hen, New­cast­le.

Ga­tes­head Mill­en­ni­um Bridge

Baltic Cent­re for Con­tem­pora­ry Art

Ein Must-do in En­g­land:Fish 'n' Chips es­sen. Gibt es ei­ne schö­ne­re Ku­lis­se fürs Mit­tag­es­sen als Strand, Klip­pen undMee­res­rau­schen? Ty­ne­mouth

By­ron Ou­se­burn

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