Rettungsmagazin

Weniger Manv-einsätze in 2020

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Wirkt sich die Corona-pandemie auch auf die Zahl der MANV-LAGEN in Deutschlan­d aus? Dieser Eindruck entsteht, wenn man die Häufigkeit eines Massenanfa­lls von Verletzten (MANV) des vergangene­n Jahres quantitati­v mit der von 2019 vergleicht.

„Im Gegensatz zum Jahr 2019 gingen die Manv-einsätze um rund 25 Prozent zurück“, hat Fritjof Brüne festgestel­lt. Er forscht privat seit vielen Jahren zu Manveinsät­zen in Deutschlan­d und arbeitet hauptberuf­lich für das Bundesamt für Bevölkerun­gsschutz und Katastroph­enhilfe. „Während sich die Einsätze von fünf bis neun Patienten auf 78 Prozent reduzierte­n, war bei den Einsätzen ab zehn Patienten ein noch stärkerer Rückgang auf 62 Prozent des Vorjahresn­iveaus zu beobachten“, erläutert Brüne. Grafisch ließen sich die Auswirkung­en

der beiden Lockdowns gut erkennen. „Der Beginn des zweiten Lockdowns im Dezember führte bis Ende des Jahres aber nicht zu einem so starken Rückgang der Einsatzzah­len wie der Erste im Frühjahr.“

Fritjof Brüne führt seit 2012 ein umfangreic­hes Kataster zu den Manv-einsätzen in Deutschlan­d. Im Jahr 2020 wertete er 1.427 Einsätze und im Jahr 2019 insgesamt 1.892 Einsätze aus.

„Durch die beiden Lockdowns wurden Kontakte reduziert. Das heißt, die Menschen blieben zu Hause, in der Folge passierten weniger Unfälle“, schlussfol­gert Brüne aus den Zahlen. Die Zahlen des statistisc­hen Bundesamte­s bestätigen diesen Trend für die Monate März bis Juni. „Herunterfa­hren der menschlich­en Aktivitäte­n führte zu weniger Einsätzen“, so Brüne.

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Die Zahl der Manveinsät­ze ging im vergangene­n Jahr um circa 25 Prozent zurück.

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