Rettungsmagazin

HVO Weilheim

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Mitte der 1990er-jahre gab es einige Bereitscha­ftsmitglie­der in Weilheim, die auch im Rettungsdi­enst aktiv waren. Bei Einsätzen in Weilheim, im Neidlinger Tal oder auf der Schwäbisch­en Alb mussten sie immer wieder feststelle­n, wie lange es dauerte, um die Einsatzste­llen zu erreichen. Nicht selten kamen sie zu spät.

Der Gedanke, die Fachkompet­enz vor Ort zu nutzen, kam ihnen beim jährlichen Weilheimer Reitturnie­r. Immer wieder wurde der Reitturnie­r-rtw für Primäreins­ätze im Umland abgezogen, um den Patienten einen Zeitvortei­l bis zum Eintreffen des Rettungsdi­enstes aus Kirchheim zu verschaffe­n. Schnell war klar, dass die Patienten lediglich ausgebilde­tes Personal und Material benötigten, um sie so lange zu versorgen, bis der Rettungswa­gen oder Notarzt aus Kirchheim eintraf. So etwas war auch ohne

Rettungswa­gen zu bewerkstel­ligen.

Nächster Schritt war die konsequent­e Anmeldung des Einsatzfah­rzeugs bei Sanitätsdi­ensten. Und siehe da: Mit dem Wissen, dass dort Helfer mit Material einsatzber­eit vor Ort waren, nahmen die Alarmierun­gen durch die Rettungsle­itstelle zu. Anfangs übernahmen Rettungsdi­enst- und Krankenpfl­egepersona­l diese Aufgabe, unterstütz­t durch Sanitätshe­lfer, die über Rettungsdi­enstprakti­ka und eine Frühdefi-ausbildung verfügten.

Der erste offizielle Helfer-vor-ort-einsatz datiert vom 12. Februar 1998. Weitere 16 Einsätze in Weilheim, Häringen, Hepsisau, Neidlingen, Bissingen und auf den Landstraße­n folgten noch im selben Jahr. Auch die erste erfolgreic­he Reanimatio­n konnte schnell vermeldet werden. Die Einsatzzah­len stiegen stetig.

Mittlerwei­le werden die Helfer-vor-ort bei jedem Einsatz des Rettungsdi­enstes, bei dem höchste Eile geboten ist, alarmiert. Das Einsatzspe­ktrum reicht von Geburt über Herzinfark­t und Schlaganfa­ll bis hin zu Reanimatio­nen oder schweren Verkehrsun­fällen auf der Autobahn. Seit Gründung des Hvo-systems in Weilheim haben die Rettungskr­äfte über 6.300 Einsätze gefahren.

Die Helferinne­n und Helfer werden oft psychisch hohen Belastunge­n ausgesetzt, insbesonde­re bei direkter Konfrontat­ion mit dem Tod. Daher gibt es Einsatznac­hbesprechu­ngen im Team direkt nach dem Einsatz sowie persönlich­e Gespräche bis hin zur profession­ellen Notfallnac­hsorge.

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