CSU treibt Ko­ali­ti­on an den Rand des Kol­laps

Asyl­streit In­nen­mi­nis­ter See­ho­fer setzt sei­nen Kon­fron­ta­ti­ons­kurs fort: Soll­te Mer­kel nicht ein­len­ken, will die CSU am Mon­tag über ei­nen Al­lein­gang be­ra­ten.

Reutlinger Nachrichten  - - VORDERSEITE -

Im er­bit­tert ge­führ­ten Asyl­streit der Uni­on weist die CSU den Vor­schlag von Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) zu­rück, auf ei­ne eu­ro­päi­sche Lö­sung zu war­ten – und setzt ihr ein Ul­ti­ma­tum.

Csu-lan­des­grup­pen­chef Alex­an­der Do­brindt sag­te nach ge­trenn­ten Be­ra­tun­gen der Ab­ge­ord­ne­ten von CDU und CSU im Bun­des­tag, Tei­le des Mas­ter­pla­nes von Horst See­ho­fer stün­den „in der di­rek­ten Ver­ant­wor­tung des Bun­des­in­nen­mi­nis­ters“und soll­ten da­her um­ge­setzt wer­den, oh­ne erst auf ei­ne Ei­ni­gung auf Eu-ebe­ne zu war­ten.

Es sei drin­gend nö­tig, be­reits in an­de­ren Eu-staa­ten re­gis­trier­te Flücht­lin­ge an der deut­schen Gren­ze ab­zu­wei­sen, „um wie­der Ord­nung an den Gren­zen zu schaf­fen“, sag­te Do­brindt. Er füg­te hin­zu, die Csu-lan­des­grup­pe sei in der Fra­ge ei­nig und wol­le die­se Po­si­ti­on nun am Mon­tag in den Csu-par­tei­vor­stand tra­gen, um dort zu ei­ner Ent­schei­dung zu kom­men. Da­mit setz­te er Mer­kel prak­tisch ein Ul­ti­ma­tum. Mer­kel hin­ge­gen sieht sich Teil- neh­mern zu­fol­ge durch die über­wie­gend po­si­ti­ve Re­ak­ti­on der Cdu-bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten auf ih­ren eu­ro­pa­po­li­ti­schen Asyl­kurs ge­stärkt. Sie wol­le aus­lo­ten, wie weit sie mit den von ihr an­vi­sier­ten bi­la­te­ra­len Ab­kom­men mit je­nen Län­dern kom­men kön­ne, die am stärks­ten dem Mi­gra­ti­ons­druck aus­ge­setzt sei­en. Die­sen Vor­schlag hat­te die CSU ab­ge­lehnt. Man ha­be „nicht den Glau­ben dar­an“, dass ei­ne Lö­sung auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne in we­ni­gen Ta­gen zu er­rei­chen sei, sag­te Do­brindt. Mer­kel rech­net nicht mit ei­nem Bruch der Ko­ali­ti­on. Sie wol­le schnel­ler bei den an­ste­hen­den Pro­jek­ten ar­bei­ten, „und ich ge­he da­von aus, dass wir das auch ge­mein­sam tun, auch die Bun­des­re­gie­rung“.

Im Kern strei­ten CDU und CSU dar­über, ob Asyl­be­wer­ber oh­ne Pa­pie­re und sol­che, die be­reits in an­de­ren Eu-län­dern als Asyl­be­wer­ber re­gis­triert sind, nicht mehr über die deut­sche Gren­ze ge­lan­gen dür­fen. Die CSU will die­se künf­tig zu­rück­wei­sen.

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