Weg­wei­sen­des Ur­teil des Bun­des­ge­richts­hofs

Reutlinger Nachrichten  - - SÜDWESTUMSCHAU -

Da­bei hat­te es sich die Staats­schutz­kam­mer des Stutt­gar­ter Land­ge­richts un­ter Vor­sitz von Rich­te­rin Manuela Hauß­mann mit der Ur­teils­fin­dung nicht ein­fach ge­macht: 45 Ver­hand­lungs­ta­ge, 122 Zeu­gen, 19 000 Sei­ten Ak­ten wa­ren es schließ­lich.

Der BGH be­fand dann aber, die Kam­mer ha­be es sich doch zu ein­fach ge­macht: „Die Ur­teils­grün­de tra­gen die Schuld­sprü­che nicht, weil sie nicht rechts­feh­ler­frei be­le­gen, dass es sich bei der ANGP um ei­ne kri­mi­nel­le Ver­ei­ni­gung han­del­te.“Das Stutt­gar­ter Ur­teil wur­de kas­siert und zu­rück­ver­wie­sen an ei­ne an­de­re Kam­mer des Land­ge­richts.

Nach mehr als zwei Jah­ren sind noch im­mer kei­ne neu­en Ver­hand­lungs­ta­ge ter­mi­niert. „Ob er­neut

Ob er­neut ver­han­delt oder das Ver­fah­ren ein­ge­stellt wird, ist noch völ­lig of­fen. Jo­han­nes Frid­rich Pres­se­spre­cher, Land­ge­richt Stutt­gart

ver­han­delt oder das Ver­fah­ren ein­ge­stellt wird, ist noch völ­lig of­fen“, sagt der Pres­se­spre­cher des Land­ge­richts, Jo­han­nes Frid­rich. „Das, was der BGH mo­niert hat, muss man be­rück­sich­ti­gen“, §129 Der Be­schluss des Bun­des­ge­richts­hofs zur Auf­he­bung des Stutt­gar­ter Land­ge­richts­ur­teils ge­gen die „Au­to­no­men Na­tio­na­lis­ten“war auf­se­hen­er­re­gend und weg­wei­send, weil er dem Tat­vor­wurf der Bil­dung ei­ner kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung (Pa­ra­graf be­tont er – und fügt hin­zu: „Da bleibt dann vom Tat­vor­wurf nicht mehr viel üb­rig.“

Soll­te das Ver­fah­ren ein­ge­stellt wer­den, müs­sen al­le Be­tei­lig­ten zu­stim­men, da­zu sind Ge­sprä­che 129 STGB) en­ge Gren­zen setz­te. Der BGH hat das Ur­teil in meh­re­ren an­de­ren Ver­fah­ren schon wie­der zi­tiert. Im Kern ging es dar­um, ob die Straf­ta­ten der Grup­pe ei­ne „er­heb­li­che Ge­fahr für die öf­fent­li­che Si­cher­heit“dar­stel­len – was der BGH ver­nein­te. Sze­ne Heu­te ha­ben sich zwei der da­ma­li­gen An­ge­klag­ten nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Zei­tung kom­plett aus der Sze­ne zu­rück­ge­zo­gen. Ein wei­te­rer tritt zu­min­dest öf­fent­lich nicht mehr in Er­schei­nung, der vier­te soll nach Sach­sen ge­zo­gen sein.

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