Nicht schimp­fen, son­dern an­pa­cken

Met­zin­gen Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ul­rich Fied­ler hat beim Neu­jahrs­emp­fang Zie­le für 2019 for­mu­liert. Prio­ri­tät ge­nie­ßen der Bau von be­zahl­ba­ren Woh­nun­gen und die Lö­sung des Ver­kehrs­pro­blems.

Reutlinger Nachrichten  - - METZINGEN - Swp Von Re­gi­ne Lot­te­rer

und Rä­um­lich­kei­ten zu fin­den. Die be­reits be­ste­hen­den Grup­pen ha­ben ih­re Ak­ti­vi­tä­ten schon wie­der be­gon­nen. Es wur­den ent­spre­chen­de Pro­gram­me er­stellt, die im Mo­bi­le-bü­ro ab­ge­holt wer­den kön­nen. Sie ste­hen auch auf der Mo­bi­le-home­page.

Die Spa­zier- und Wan­der­grup­pen be­gin­nen wie­der ih­re Tou­ren, die E-bi­ker müs­sen noch ei­ni­ge Zeit auf bes­se­res Wet­ter war­ten. Die Kul­tur­grup­pe hat schon Ver­an­stal­tun­gen bis En­de März ge­plant. Die ers­te Fahrt geht zu ei­ner Fo­to­aus­stel­lung nach Reut­lin­gen, spä­ter wird noch ein Kon­zert in Bad Urach be­sucht, und ein Ka­ba­rett­abend in Bad Urach wird si­cher viel Un­ter­hal­tung bie­ten. Dies sind nur ei­ni­ge der Ver­an­stal­tun­gen, die die Kul­tur­grup­pe in ih­rem Pro­gramm hat. Den kom­plet­ten Plan gibt es on­li­ne oder im Mo­bi­le-bü­ro.

Die Tref­fen des Pc-stamm­ti­sches fin­den auch wei­ter­hin di­ens­tags in un­ge­ra­den Wo­chen von 16 bis 17.30 in der Me­di­en­aka­de­mie statt. Da­zu bringt je­der sei­nen PC mit, und es kön­nen dann Fra­gen und Pro­ble­me der ein­zel­nen Gäs­te be­spro­chen wer­den.

Die Spa­zier- und Stadt­er­kun­dungs­grup­pe lädt zu ei­nem Bei­sam­men­sein am Di­ens­tag, 29. Ja­nu­ar, um 18 Uhr im „Hirsch“in Neuhausen ein. Man lernt sich bes­ser ken­nen und wür­de sich auch über Gäs­te freu­en, die even­tu­ell bei der Grup­pe ein­stei­gen möch­ten.

Das Mo­bi­le-bü­ro ist je­den Mitt­woch und Sams­tag im Klos­ter­hof bei der Fest­kel­ter von 9 bis 12 Uhr ge­öff­net, Te­le­fon (0 71 23) 38 14 94, E-mail: in­[email protected] mo­bi­le-met­zin­gen.org, www.mo­bi­le-met­zin­gen.org.

Das Jahr ist zwar noch brand­neu, doch die Sor­gen und Pro­ble­me sind die glei­chen ge­blie­ben wie in den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten. Das ist in Met­zin­gen ge­nau so wie übe­r­all auf der Welt. Was die Kel­tern­stadt in­des­sen von vie­len an­de­ren un­ter­schei­det, sind die Res­sour­cen, auf die sie zu­rück­grei­fen kann, um die Pro­ble­me zu lö­sen. Wirt­schaft­lich und fi­nan­zi­ell steht die Kom­mu­ne bes­tens da, wie Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ul­rich Fied­ler am Sonn­tag wäh­rend des Neu­jahrs­emp­fangs der Stadt aus­führ­te. Die Ver­schul­dung bei­spiels­wei­se hat Met­zin­gen in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren um bei­na­he 80 Pro­zent re­du­ziert. Ob­wohl gleich­zei­tig kräf­tig in­ves­tiert wor­den ist, et­wa in die Sie­ben-kel­tern-schu­le oder ins städ­ti­sche Ka­nal­netz.

Gut auf­ge­stellt ist Met­zin­gen in­des­sen nicht al­lein auf dem Feld der Öko­no­mie, son­dern auch im so­zia­len Be­reich. Die vie­len en­ga­gier­ten Bür­ger sei­en das ei­gent­li­che Ka­pi­tal der Kom­mu­ne, be­ton­te der Ober­bür­ger­meis­ter. Die in­tak­te Met­zin­ger Stadt­ge­sell­schaft, die an­packt, zu­sam­men­hält und zu­sam­men­ar­bei­tet, sei ei­ne her­vor­ra­gen­de Ba­sis, um für die kom­men­den Ge­ne­ra­tio­nen so viel wie nur ir­gend mög­lich aus den vor­han­de­nen Chan­cen zu ma­chen.

Trotz die­ser po­si­ti­ven Aus­gangs­la­ge blickt der Ober­bür­ger­meis­ter mit ei­ner ge­wis­sen Sor­ge auf ak­tu­el­le Ent­wick­lun­gen. Wo­her, so fragt sich Ul­rich Fied­ler, kommt die ste­tig stei­gen­de Un­zu­frie­den­heit der Deut­schen, war­um wirkt die Ge­sell­schaft er­schöpft und suhlt sich lei­den­schaft­lich in Pes­si­mis­mus?

Ei­ne al­les er­klä­ren­de Ant­wort hat der Met­zin­ger OB in­des­sen nicht. Ei­ni­ge Ur­sa­chen für das Ge­fühl man­cher Bür­ger, ihnen ent­glei­te die Kon­trol­le über ihr Le­ben, hat er aber aus­ge­macht. Da­zu ge­hö­ren glo­ba­le Phä­no­me­ne wie Ter­ror, Flucht und zu­neh­men­de Di­gi­ta­li­sie­rung eben­so wie der Ver­such, al­ter­na­ti­ve Wirk­lich­kei­ten zu er­schaf­fen. Ge­ra­de die sich ra­sant ver­brei­ten­den Fa­ke News sieht Fied­ler als gro­ße Be­dro­hung für die Ge­sell­schaft. Wie schnell sich fal­sche Nach­rich­ten ih­ren Weg bah­nen, sei im ver­gan­ge­nen Jahr auch in Met­zin­gen er­leb­bar ge­wor­den: „Das ist schon er­schre­ckend.“An­ge­sichts der Ge­fah­ren, mit de­nen sich die Zi­vil­ge­sell­schaft kon­fron­tiert sieht, rief Fied­ler die Bür­ger da­zu auf, we­ni­ger zu schimp­fen und lie­ber ge­mein­sam an­zu­pa­cken, da­mit sich die Din­ge in die rich­ti­ge Rich­tung be­we­gen. Ra­di- ka­le Par­tei­en zu wäh­len, rei­che je­den­falls nicht aus, um Pro­ble­me zu lö­sen, be­ton­te Fied­ler un­ter dem Bei­fall der An­we­sen­den.

Um der wach­sen­den Ver­dros­sen­heit ent­ge­gen zu wir­ken, will auch die Stadt ih­ren Bei­trag leis­ten, sag­te Fied­ler. Zum ei­nen sol­len die An­stren­gun­gen beim Bau von be­zahl­ba­rem Wohn­raum for­ciert wer­den, zum an­de­ren möch­te Met­zin­gen die zu­neh­men­den Ver­kehrs­pro­ble­me lö­sen. Er müs­se, so Fied­ler, selbst­kri­tisch ein­ge­ste­hen, dass die Fort­schrit­te beim Woh­nungs­bau bis­lang über­schau­bar sei­en, ob­wohl das The­ma seit Jah­ren ganz oben auf der städ­ti­schen Agen­da ste­he. Al­ler­dings ge­nü­ge es nicht, nach Stadt oder Staat zu ru­fen, um Ver­bes­se­run­gen zu er­rei­chen: „Es ist un­se­re ge­mein­sa­me Auf­ga­be da­für zu sor­gen, dass die Men­schen ein an­ge­mes­se­nes und be­zahl­ba­res Dach über dem Kopf fin­den.“Nur dann las­se sich ein funk­tio­nie­ren­des Ge­mein­we­sen und ei­ne in­tak­te Ge­sell­schaft ge­währ­leis­ten.

Fied­ler ap­pel­lier­te da­her an al­le, leer­ste­hen­de Häu­ser und Woh­nun­gen zu­gäng­lich zu ma­chen. Eben­falls bat er Grund­stücks­be­sit­zer dar­um, Bau­plät­ze zur Ver­fü­gung zu stel­len. Auch die Met­zin­ger Un­ter­neh­mer nahm Fied­ler in die Pflicht, Woh­nun­gen zu schaf­fen. Nur wenn es ge­nü­gend Wohn­raum in der Stadt ge­be, lie­ßen sich auch dau­er­haft aus­rei­chend Fach­kräf­te fin­den.

Um des zu­neh­men­den Ver­kehrs Herr zu wer­den, sei­en eben­falls al­le Bür­ger ge­for­dert, be­ton­te Fied­ler. Selbst­re­dend brau­che die Re­gi­on die Re­gio­nal­stadt­bahn, Met­zin­gen müs­se zu­dem den öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr aus­bau­en und die Be­din­gun­gen für Rad­fah­rer we­sent­lich ver­bes­sern. Gleich­wohl müs­se je­der ein­zel­ne sein Ver­hal­ten über­den­ken. Um auf die­sem Ge­biet vor­an­zu­kom­men, wol­le die Stadt nun in ei­nen in­ten­si­ven Dia­log mit ih­ren Bür­gern tre­ten. Ziel sei es, ge­mein­sam Lö­sun­gen für ei­ne ver­bes­ser­te Mo­bi­li­tät zu fin­den.

All je­ne, die die Stadt­po­li­tik bis­lang vom hei­mi­schen So­fa aus be­trach­tet ha­ben, lud Fied­ler ein, sich bei der Kom­mu­nal­wahl am 26. Mai um ein Man­dat zu be­mü­hen oder zu­min­dest ih­re Stim­me ab­zu­ge­ben. In die­sem Zu­sam­men­hang lob­te der Ober­bür­ger­meis­ter ins­be­son­de­re die Mit­glie­der des Ju­gend­ge­mein­de­ra­tes, die sich im ver­gan­ge­nen Jahr in­ten­siv in die Dis­kus­si­on um die Zu­kunft der Met­zin­ger Bä­der ein­ge­bracht hat­ten: „Da war von Po­li­tik­ver­dros­sen­heit nichts zu spü­ren.“

Ra­di­ka­le Par­tei­en zu wäh­len, reicht nicht aus, um Pro­ble­me zu lö­sen.

Ul­rich Fied­ler Ober­bür­ger­meis­ter

Wei­te­re Bil­der vom Neu­jahrs­emp­fang gibt es im In­ter­net un­ter www.swp.de/met­zin­gen

OB Dr. Ul­rich Fied­ler konn­te zahl­rei­che Gäs­te beim Neu­jahrs­emp­fang in der Met­zin­ger Stadt­hal­le be­grü­ßen. Die pas­sen­de Musik lie­fer­te die Stadt­ka­pel­le.

Fo­tos: Tho­mas Kiehl

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.