End­gül­ti­ges Aus für Fracking in NRW

Rheinische Post Dinslaken - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON THO­MAS REI­SE­NER

DÜS­SEL­DORF Der rot-grü­nen Lan­des­re­gie­rung geht das ge­plan­te Bun­des­ge­setz zum Fracking nicht weit ge­nug. Sie will die um­strit­te­ne Gas­för­der­me­tho­de in­klu­si­ve Pro­be­boh­run­gen in NRW über ei­ge­ne In­stru­men­te um­fas­sen­der und dau­er­haf­ter als die Bun­des­re­gie­rung ver­hin­dern. NRW-Um­welt­mi­nis­ter Jo­han­nes Rem­mel (Grü­ne) sag­te ges­tern un­se­rer Zei­tung: „Wir wer­den Fracking in NRW noch in die­sem Jahr über den Lan­des­ent­wick­lungs­plan aus­schlie­ßen.“

Der Lan­des­ent­wick­lungs­plan (LEP) ist ei­nes der letz­ten gro­ßen Re­gie­rungs­vor­ha­ben in der ak­tu­el­len Le­gis­la­tur. Er gibt den ver­bind­li­chen Rah­men für die lan­des­wei­te Flä­chen­nut­zung vor. Rot-Grün will den LEP nun um fol­gen­de Pas­sa­ge er­gän­zen: „Die Ge­win­nung von Erd­gas, wel­ches sich in so­ge­nann­ten un­kon­ven­tio­nel­len La­ger­stät­ten be­fin­det, ist aus­ge­schlos­sen, weil durch den Ein­satz der Frackin­gTech­no­lo­gie er­heb­li­che Be­ein­träch­ti­gun­gen des Men­schen und sei­ner Um­welt zu be­sor­gen sind und die Reich­wei­te hier­mit ver­bun­de­ner Ri- si­ken der­zeit nicht ab­schätz­bar ist.“Beim Er­schlie­ßen un­kon­ven­tio­nel­ler Gas-La­ger­stät­ten wird ein gif­ti­ger Che­mie­cock­tail zum Her­aus­lö­sen von Gas aus Gesteins­schich­ten zum Teil tau­sen­de Me­ter un­ter das Erd­reich ge­presst. Geg­ner be­fürch­ten Ge­fah­ren für das Grund­was­ser.

Das neue Fracking-Bun­des­ge­setz, das nach ei­nem Ka­bi­netts­be­schluss über ein Jahr lang im Bun­des­tag auf Eis ge­le­gen hat­te, wird vor­aus­sicht­lich mor­gen ver­ab­schie­det. Es soll kom­mer­zi­el­les Fracking kom­plett ver­bie­ten. Zu wissenschaftlichen Zwe­cken darf es vier Pro­be­boh­run- gen ge­ben, wenn die be­trof­fe­nen Bun­des­län­der dem zu­stim­men. 2021 soll der Bun­des­tag das Ver­bot noch­mal prü­fen.

Rem­mel sieht da­rin ei­ne Mo­gel­pa­ckung: „Ein be­fris­te­tes Ver­bot ist kein ech­tes Ver­bot“, sag­te Rem­mel. Auch NRW-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft hat sich schon mehr­fach ge­gen Fracking in NRW aus­ge­spro­chen.

Auf Wi­der­stand sto­ßen die rot­grü­nen Plä­ne in NRW wohl nicht. CDU-Frak­ti­ons­chef Ar­min La­schet sag­te: „Die CDU Nord­rhein-West­fa­len will kein Fracking in NRW. Für NRW lehnt die CDU auch Pro­be­boh­run­gen ab.“Der Chef der RuhrCDU, Oli­ver Witt­ke, hat­te bei frü­he­rer Ge­le­gen­heit al­ler­dings noch ei­ne Fracking-Pi­lot­an­la­ge im In­dus­trie­maß­stab für NRW ge­for­dert: „Ich bin un­be­dingt der Mei­nung, dass NRW von ei­ner sol­chen An­la­ge pro­fi­tie­ren wür­de.“

Ener­gi­e­mul­tis wie Exxon und die BASF-Toch­ter Win­ters­hall ha­ben in NRW 20 Claims ab­ge­steckt, wie die po­ten­zi­el­len Ab­bau­ge­bie­te für Gas im Fach­jar­gon hei­ßen. Im Ge­spräch wa­ren auch Pro­be­boh­run­gen im Kreis Mett­mann.

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