Rek­to­rin­nen ver­trau­en auf Schul­frie­den

Die Schul­lei­te­rin­nen der bei­den Gym­na­si­en und der Kon­rad-Du­den-Re­al­schu­le se­hen in der ge­plan­ten zwei­ten Ge­samt­schu­le kei­ne di­rek­te Ge­fahr. Im Vor­feld hat­ten sie sich kri­tisch ge­äu­ßert, jetzt set­zen sie auf Ver­spre­chen von Po­li­tik und Ver­wal­tung.

Rheinische Post Dinslaken - - Sport - VON SE­BAS­TI­AN PE­TERS

WE­SEL Ih­re an­fäng­li­chen Sor­gen we­gen der ge­plan­ten Grün­dung ei­ner zwei­ten Ge­samt­schu­le ha­ben die Schul­lei­te­rin­nen der wei­ter­füh­ren­den We­seler Schu­len, Re­al­schu­le und Gym­na­si­en, ab­ge­legt. Das hat ei­ne Um­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on bei den Schul­lei­te­rin­nen er­ge­ben. Te­nor: Ge­ne­rell wird schul­po­li­tisch die Grün­dung der zwei­ten Schu­le in­halt­lich im­mer noch ab­ge­lehnt. In­zwi­schen ha­ben aber so­wohl die Gym­na­si­al­di­rek­to­rin­nen Do­ro­thée Brau­ner (AVG) als auch Ka­ren Schnei­der (KDG) so­wie Ina Gaas­tra (Re­al­schu­le Nord) das Ge­spräch mit der Ver­wal­tung und der Po­li­tik ge­sucht. „Ich schen­ke dem Zah­len­werk, das uns prä­sen­tiert wor­den ist, Ver­trau­en“, sagt Do­ro­thée Brau­ner.

„Wir bau­en auf die Eck­da­ten der

Stadt.“DieVer­wal­tung ha­be mit der

Po­li­tik ver­spro­chen, dass die Gym­na­si­en nicht ge­de- ckelt wer­den. Heißt kon­kret: Ei­ne Be­gren­zung der Zü­gig­keit der Gym­na­si­en als Fol­ge mög­li­cher zu ge­rin­ger Ober­stu­fen­schü­ler­zah­len in der neu­en Ge­samt­schu­le wird von den Ver­ant­wort­li­chen der­zeit aus­ge­schlos­sen. KDG-Lei­te­rin Ka­ren Schnei­der sagt: „So­lan­ge die­ses Ver­spre­chen ge­hal­ten wird, sind auch per­spek­ti­visch kei­ne Nach­tei­le zu er­war­ten.“

Zur Vor­ge­schich­te: Mo­na­te­lang hat­te der We­seler Schul­streit für Wir­bel in Po­li­tik und Schul­land­schaft ge­sorgt. Im Mai es­ka­lier­te so­gar ei­ne Schul­aus­schuss­sit­zung, an der auch die Schul­lei­te­rin­nen teil­nah­men. Zu­nächst plä­dier­te nur d das Links­bünd­nis aus SPD, G Grü­ne und Lin­ke im W We­seler Rat für die z zwei­te Ge­samtsc chu­le. Dann sag­te CDU-Frak­ti­ons­chef Jür­gen Linz, dass auch sei­ne Frak­ti­on sich dem an­schlie­ße. Er be­grün­det die­se Po­si­ti­on da­mit, dass es kei­ne ver­nünf­ti­ge Al­ter­na­tiv ve zur zwei­ten Ges samt­schu­le ge­be. A Auch die von FDP und WfW vor­ge­schla­ge­ne Se­kun­dar­schu­le sei nicht er­folg­ver­spre­chend, meint Linz nach Rück­spra­che mit Christ­de­mo­kra­ten an­de­rer um­lie­gen­der Städ­te.

Re­al­schul­lei­te­rin Ina Gaas­tra be­tont:„Ich se­he die neue Schu­le nicht als Kon­kur­renz.“Ih­re Schu­le ha­be im Sys­tem ei­ne spe­zi­el­le Be­rech­ti­gung. Ka­ren Schnei­der, Lei­te­rin des Kon­rad-Du­den-Gym­na­si­ums, wie­der­um sagt klar: Ich hal­te es aber nach wie vor für die fal­sche Ent­schei­dung, ei­ne zwei­te Ge­samt­schu­le in We­sel zu grün­den, weil es nicht aus­rei­chend Schü­ler ge­ben wird, die dort in die gym­na­sia­le Ober­stu­fe ein­tre­ten und ein Abitur ma­chen wer­den.“Dies wer­de aber nach ih­rer An­sicht k kei­ne Aus­wirk kun­gen auf die Schül ler­zah­len am KDG K hah ben.b „Denn die Kin­der, die ein Abitur ma­chen wol­len, wer­den wie auch in der Ver­gan­gen­heit, mit gro­ßer Mehr­heit ei­nes der bei­den We­seler Gym­na­si­en wäh­len. Am Gym­na­si­um sind gym­na­si­al ge­eig­ne­te Kin­der sehr gut auf­ge­ho­ben, die Schul­form wird von den El­tern be­vor­zugt ge­wählt.“Sie be­tont, dass ih­re tra­di­ti­ons­rei­che Schu­le schon lan­ge er­folg­reich ar­bei­te und die neue Kon­kur­renz durch die Ge­samt­schu­le nicht fürch­te. Ei­ne „Ge­fahr“sei die neue Schu­le des­halb nicht: „Das Kon­rad-Du­den-Gym­na­si­um wird kei­ne Schü­ler an ei­ne neue Ge­samt­schu­le in We­sel ver­lie­ren. Ich ha­be auch die Ge­samt­schu­le am Lau­er­haas bis­lang nie als Kon­kur­renz für das KDG wahr­ge­nom­men, da die Aus­rich­tung doch ei­ne an­de­re ist.“Schnei­der rech­net so­gar da­mit, dass die An­mel­de­zah­len in die­sem Jahr stei­gen wer­den, da sie ab dem kom­men­den Schul­jahr ver­läss­lich am Gym­na­si­um G 9 (in neun Jah­ren zum Abitur) an­bie­ten kann.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat­ten die Ge­samt­schu­len ei­nen stra­te­gi­schen Vor­teil ge­gen­über den Gym­na­si­en, da sie schon G 9 an­bo­ten. Vie­le El­tern, die sich vor ei­nem ver­dich­te­ten Lehr­plan mit

acht Jah­ren an der wei­ter­füh- ren­den Schu­le fürch­te­ten, schick­ten ih­re Kin­der des­halb auf die Ge­samt­schu­le. Die­ses Kon­zept wird auch mit da­für ge­sorgt ha­ben, dass die Ge­samt­schu­le Lau­er­haas in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so er­folg­reich war. „Da­mit ver­liert die Ge­samt­schu­le die­ses Al­lein­stel­lungs­merk­mal in We­sel“, be­tont Ka­ren Schnei­der. Auch Do­ro­thée Brau­ner sagt: „G 9 macht un­se­re Schu­le zu­sätz­lich at­trak­tiv. Wir pa­cken jetzt ei­ne Men­ge an.“Das wei­te­re Schul­jahr be­deu­te nun mehr Zeit für in­di­vi­du­el­le För­de­rung, aber auch für mehr Zeit für zu­sätz­li­che An­ge­bo­te wie zum Bei­spiel Zir­kus, Orches­ter oder na­tur­wis­sen­schaft­li­che Ar­beits­ge­mein­schaf­ten, er­klärt

Schnei­der. S

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