Der Ni­ko­laus und das Nass

Erst­mals seit Lan­gem kam Ni­ko­laus am Frei­tag­abend per Schiff – im Re­gen. Par­al­lel lief der Nikolausmarkt am Ber­li­ner Tor, der viel Hand­ge­mach­tes an­bie­tet und zum Bum­meln ein­lädt. Es gab al­ler­dings zum Start ei­nen feuch­ten Zwi­schen­fall.

Rheinische Post Dinslaken - - Wesel -

WE­SEL (sz) We­sel fei­ert den Ni­ko­laus: Bei Re­gen kam der Hei­li­ge Mann ges­tern per Schiff über den Rhein, Kin­der zo­gen mit ihm da­nach zum Gro­ßen Markt. Dort wur­de un­ter Be­glei­tung von Fa­ckel­licht ge­sun­gen. Es war ein wür­di­ger klei­ner Start der Ak­ti­on, die gleich­wohl noch mehr Be­su­cher ver­dient. Re­gen­be­dingt hielt sich der An­drang bei der Pre­mie­re noch in Gren­zen.

Ge­müt­lich war es der­weil am Ber­li­ner Tor – die Hüt­ten auf dem Nikolausmarkt ste­hen am Wo­che­n­en­de dicht bei­ein­an­der, fast als woll­ten sie vor dem un­ge­müt­li­chen Wet­ter schüt­zen.Wer mag, kann es sich bei Si­mo­ne Al­berts am Stand der Stadt­in­for­ma­ti­on mit ein paar Gläs­chen „Hei­ße Han­se­lie­be“schön trin­ken. DerWild­frucht­li­kör mit di­ver­sen Zu­ta­ten will vor­sich­tig ge­nos­sen sein, „sonst se­hen Sie hin­ter­her bun­te Esel...“Ne­ben dem Ge­tränk bie­tet die Hüt­te al­ler­lei Ese­lei­en an. Wei­ßer und ro­ter Glüh­wein – mit und oh­ne Schuss – gibt es an ver­schie­de­nen Stel­len des Mark­tes.

Jean­ni­ne Chris­ti­an ist aus Wach­ten­donk an den Ber­li­ner-Tor-Platz ge­kom­men, um ih­re Din­kel­korn-Ted­dys und Bauch­weh-Weg-Kis­sen an­zu­bie­ten. Hand­ar­beit, so nied­lich, dass es schwer fällt, dar­an vor­bei zu ge­hen. Wach­ten­donk ist weit, wie kommt sie auf We­sel? „Ich ha­be ei­ne Mail vom Stadt­mar­ke­ting be­kom­men und dach­te: Das ma­che ich mal.“Es ist ihr ers­ter rich­ti­ger Weih­nachts­markt mit Hüt­te, denn die Kin­der-Ku­schel­sa­chen sind nur ein Hob­by.

Vor der Bu­de von Na­del-Spiel aus Vo­er­de ste­hen Frau­en und fach­sim­peln über das Stri­cken, hier gibt es wär­men­de Müt­zen und Schals zu kau­fen. Und Tipps, die sind gra­tis. Die We­sele­rin Ma­ri­an­ne Wos­nek hat 200 Ki­lo Teig zu Plätz­chen ver­ar­bei­tet, zu­dem ver­kauft sie Grün­kohl von Te­pass aus Bü­de­rich, Met­tund Bock­würs­te. Al­les für den gu­ten Zweck und schon seit sechs Jah­ren. Hat im ver­gan­ge­nen Jahr der Bis­li­cher Kin­der­gar­ten aus dem Er­lös ei­nen hoch­wer­ti­gen Tep­pich er­hal­ten, soll das Geld dies­mal an ei­nen Sprach­heil­kin­der­gar­ten in Her­ne ge­hen.

Klei­ne fei­ne De­ko- und Ge­schenk­ide­en bie­tet der Markt an, das meis­te da­von ist Hand­ar­beit. Schmuck der Gold­schmie­de Hes­se ist zu ha­ben, ei­ni­ge Me­ter wei­ter bie­tet ein Gel­sen­kir­che­ner zau­ber­haf­te En­gel, Ster­ne und Tie­re aus Tif­fa­ny-Glas an. „Das ist al­les nur Hob­by“, sagt er, sei­nen Na­men möch­te er aber nicht in der Zei­tung le­sen.

Ham­bur­ger, Kür­bis­sup­pe, Por­tu­gie­si­sche Ta­pas und mehr bie­ten sich ge­gen den klei­nen Hun­ger an, auch bel­gi­sche Waf­feln und an­de­re sü­ße Le­cke­rei­en gibt es auf de­mWe- se­ler Nikolausmarkt. Und am Nach­mit­tag noch ei­ne an­de­re, voll­kom­men un­frei­wil­li­ge At­trak­ti­on, den „We­seler Gey­sir“: Drei Stock­wer­ke hoch schoss das Was­ser hin­ter dem Bur­ger­stand an der Ecke Bis­marck- stra­ße und Ber­li­ner-Tor-Platz, ver­wan­del­te die Bis­marck­stra­ße in ei­nen mun­te­ren Bach und sorg­te für nas­se Fü­ße. Ein Stan­d­rohr war in­stal­liert wor­den, um die Eis­flä­che vor dem Ber­li­ner Tor mit Was­ser zu ver­sor­gen. Laut Feu­er­wehr hat da je­mand et­was falsch ge­macht, das gan­ze Rohr war von der Lei­tung ge­flo­gen. Um das Was­ser ab­stel­len zu kön­nen, muss­ten Stadt­wer­ke­mit­ar­bei­ter an ver­schie­de­nen Stel­len des Was­ser­net­zes Schie­ber ein­dre­hen, den Druck re­du­zie­ren – das dau­er­te sei­ne Zeit. Schließ­lich schloss ein Feu­er­wehr­mann mit Was­ser­ret­tungs­an­zug auch den Zuf­luss für den spru­deln­den An­schluss. En­de der Show­ein­la­ge, das eher ge­müt­lich-ge­mäch­li­che Trei­ben auf dem Nikolausmarkt konn­te tro­cke­nen Fu­ßes wei­ter­ge­hen. Heu­te geht es wei­ter – hof­fent­lich tro­cken.

FO­TOS: EP

Ni­ko­laus ist mit dem Schiff über den Rhein nach We­sel ge­kom­men und leg­te an der Rhein­pro­me­na­de an. Das hat er zu­letzt vor 35 Jah­ren ge­macht – mit Kin­dern, La­ter­nen und der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr zog er zum Gro­ßen Markt.

Sa­bi­ne Fi­scher und An­ke Wro­bel bie­ten in ih­rer Hüt­te ge­schmack­vol­len Schmuck an.

FO­TO: KWN

Was­ser­fon­tä­ne am Nikolausmarkt We­sel.

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