„Dins­la­ken ist ei­ne fan­tas­ti­sche Stadt“

Die Neu­nut­zung des Tr­ab­renn­bahn-Are­als, das Bahn­hofs­um­feld und die Stra­ßen­bahn­li­nie 909 wer­den 2019 wich­ti­ge The­men blei­ben.

Rheinische Post Dinslaken - - Silvester -

Dins­la­ken soll wei­ter­hin zu­kunfts­fä­hig blei­ben. Das ist auch im neu­en Jahr mein Haupt­an­lie­gen. Wir sind ei­ne Stadt, die in die Zu­kunft in­ves­tiert und da­mit auch in die nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen. Manch­mal hö­re oder le­se ich die Be­haup­tung, dass Dins­la­ken zu viel Geld in­ves­tie­ren wür­de. Die­se Be­haup­tung ist in­halt­lich falsch. Un­se­re Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de wie Ge­bäu­de, Stra­ßen und Plät­ze ver­lie­ren je­des Jahr an Wert durch Ab­schrei­bun­gen, und man muss ge­nau die­sen Wert re­inves­tie­ren, um das städ­ti­sche Ver­mö­gen zu­min­dest auf dem ak­tu­el­len Ni­veau zu hal­ten. Ei­ne Stadt, die sich ent­wi­ckeln will, muss mehr Wert schaf­fen, als sie durch Ab­schrei­bun­gen ver­liert. nner­halb von vier Jah­ren (20142017) ha­ben wir 67,7 Mil­lio­nen Eu­ro oh­ne För­der­mit­tel in­ves­tiert. Rech­net man die För­der­mit­tel mit, sind es ins­ge­samt 97,7 Mil­lio­nen Eu­ro. Dem ge­gen­über stan­den 88,2 Mil­lio­nen Eu­ro Ab­schrei­bun­gen. Das ist nun wirk­lich al­les an­de­re als aus­ufernd.

Dins­la­ken ist ei­ne fan­tas­ti­sche Stadt, in der viel be­wegt wird. In Mil­lio­nen­hö­he in­ves­tie­ren wir un­ter an­de­rem in Sport­stät­ten, in die Kin­der­gär­ten und in die Schu­len. Auch in den nächs­ten Mo­na­ten und Jah­ren ste­hen wei­te­re be­deu­ten­de Zu­kunfts­the­men auf der

ITa­ges­ord­nung: Wie kann das Are­al der Tr­ab­renn­bahn ge­nutzt wer­den? Wo fin­det ab 2023 die Mar­ti­ni­kir­mes statt?Wel­che gu­ten Ide­en ha­ben die Dins­la­ke­ne­rin­nen und Dins­la­ke­ner für die Neu­nut­zung des Tr­ab­renn­bahn-Ge­län­des?

Dar­über wol­len wir im Jahr 2019 mit den Bür­gern spre­chen. Vor al­lem wol­len wir viel zu­hö­ren, um zu er­fah­ren, was die Men­schen be­wegt und was sie von ih­rer Stadt­ver­wal­tung er­war­ten. Ein wei­te­res gro­ßes The­ma ist die Um­ge­stal­tung des Be­reichs rund um den Bahn­hof. Da­zu ha­ben wir kürz­lich ei­nen öf­fent­li­chen Dis­kus­si­ons­abend ge­macht, an dem uns Bür­ge­rin­nen und Bür­ger vie­le An­re­gun­gen, Hin­wei­se und In­for­ma­tio­nen ge­ge­ben ha­ben. Die­se prü­fen wir im Mo­ment. Auch im neu­en Jahr wird es wie­der ei­nen sol­chen Aus­tausch ge­ben. Ziel ist, das Bahn­hofs-Are­al für al­le Ver­kehrs­teil­neh­me­rin­nen und -teil­neh­mer zu ver­bes­sern. Ob man mit dem Au­to kommt, mit dem Mo­tor­rad, zu Fuß, mit dem Fahr­rad, mit dem Bus oder auch mit der Stra­ßen­bahn.

Apro­pos Stra­ßen­bahn: Die Stra­ßen­bahn­li­nie 903, die uns mit Duis­burg ver­bin­det, sorgt zur­zeit für Schlag­zei­len. Der Kreis We­sel ist ge­setz­li­cher Trä­ger für den öf­fent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr. Nun will der Kreis­tag aber plötz­lich ein­sei­tig das So­li­dar­prin­zip aus­he­beln und die Stadt Dins­la­ken jähr­lich mit ei­ner hal­ben Mil­li­on Eu­ro be­las­ten. Hier hat der Kreis ei­ne Ver­ein­ba­rung zum Nach­teil der Stadt Dins­la­ken ge­schlos­sen, oh­ne die Stadt zu be­tei­li­gen. Nach Al­ter­na­ti­ven wur­de an­schei­nend gar nicht Aus­schau ge­hal­ten. Das ist in­ak­zep­ta­bel. Wir ha­ben dar­um ein An­hö­rungs­recht be­an­tragt.

In die­sem Zu­sam­men­hang will ich ei­nes deut­lich sagen: Dins­la­ken ist im Grun­de ei­ne fi­nanz­star­ke Stadt. Kom­mu­nen bräuch­ten kei­ne Ent­las­tung und kei­ne För­der- pro­gram­me, wenn end­lich Ge­rech­tig­keit ein­zie­hen wür­de. Die­se Ge­rech­tig­keit gibt es noch nicht. Der Bund er­lässt Ge­set­ze, oh­ne die ent­spre­chen­den Kos­ten da­für zu tra­gen. Der Bund be­stellt – und die Städ­te müs­sen zah­len. Da­mit muss end­lich Schluss sein. Ich for­de­re zu­sam­men mit ei­nem brei­ten Bünd­nis deut­scher Städ­te: Je­der be­zahlt sei­ne Rech­nun­gen selbst. Dins­la­ken für die ei­ge­nen Rats­be­schlüs­se, der Bund für al­le Bun­des­ge­set­ze. Dann wä­re es so­gar mög­lich, dass die Stadt Dins­la­ken in­ner­halb von vier Jah­ren al­le ih­re Alt­schul­den til­gen könn­te. Ak­tu­ell zieht der Bund die Kom­mu­nen über den Tisch. Da­ge­gen müs­sen wir uns weh­ren.

Es gibt al­so auch im neu­en Jahr viel zu tun. Da­bei lässt sich das Team der Dins­la­ke­ner Stadt­ver­wal­tung nicht nur von Pro­fes­sio­na­li­tät und En­ga­ge­ment lei­ten, son­dern auch vom Vor­satz, stets das Bes­te zu tun für die Stadt und die Men­schen, die hier le­ben und ar­bei­ten. Da­mit das klappt, sind wir dar­auf an­ge- wie­sen, Rück­mel­dun­gen von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, Un­ter­neh­men, Ver­ei­nen und Or­ga­ni­sa­tio­nen zu be­kom­men. In­for­ma­tio­nen, Fra­gen, Kri­tik, An­re­gun­gen, Er­fah­run­gen – kurz­um: Feed­back. In­so­fern freue ich mich be­son­ders auf per­sön­li­che und kon­struk­ti­ve Ge­sprä­che im Jahr 2019.

Ich dan­ke al­len Men­schen, die sich in Dins­la­ken en­ga­gie­ren, und wün­sche al­len Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ein ge­sun­des und glück­li­ches neu­es Jahr.

FO­TO: ARNULF STOFFEL

Die Neu­ge­stal­tung des Bahn­hofs­are­als wird auch 2019 Po­li­tik und Ver­wal­tung be­schäf­ti­gen.

FO­TO: STADT DINS­LA­KEN

Dins­la­kens Bür­ger­meis­ter Micha­el Heidinger

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