Spiel­platz fer­tig, aber nicht frei ge­ge­ben

Zu der Neu­bau­sied­lung „Un­ter der Müh­le“in Bü­de­rich ge­hört auch ein Spiel­platz, der aber nicht be­spiel­bar ist. Ein ähn­li­cher Fall wie der auf dem Osta­ra-Ge­län­de, auf dem auch ein Spiel­platz nicht frei ge­ge­ben wird.

Rheinische Post Duesseldorf Meerbusch - - Stadt Meerbusch - VON NICOLE ESCH

Es könn­te so schön sein. Mit­ten im Grü­nen liegt im äu­ßers­ten Sü­den Meer­buschs ein neu an­ge­leg­ter Spiel­platz. Er ist um­ge­ben von Bäu­men, Bü­schen und Grün­flä­chen – und lei­der auch von ei­nem Bau­zaun. Fer­tig scheint der Spiel­platz schon seit ei­nem Jahr zu sein. selbst mit sei­nen En­kel­töch­tern auf dem Spiel­platz un­ter­wegs ist. „Man kann die Kin­der ja auch kaum da­von ab­hal­ten, wenn sie an­de­re hier se­hen.“Angst da­vor, dass der Platz viel­leicht we­gen Si­cher­heits­män­geln nicht zu­ge­las­sen wur­de, hat er nicht. „Ich kom­me vom Ma­schi­nen­bau und ken­ne mich da aus. Da­für se­he ich hier kei­ne Grün­de.“

Es sei ein­fach scha­de, dass sich nichts be­we­ge, fin­det Zöpf­chen. Wil­ma hat­te mit „fa­mi­li­en­freund­li­chem Woh­nen“ge­wor­ben, und es sind auch vie­le Fa­mi­li­en mit Kin­dern in die neue Sied­lung na­he dem Are­al Böh­ler ein­ge­zo­gen. Auch das an­gren­zen­de Düs­sel­dor­fer Neu­bau­vier­tel Vier­zig549 ist mitt­ler­wei­le be­zugs­fä­hig. Si­cher­lich wür­den sich die Kin­der dort eben­falls über den Spiel­platz freu­en.

Der Spiel­platz ist aber nicht das ein­zi­ge Är­ger­nis für die An­woh­ner. Ne­ben der Sied­lung führt ein Weg, der mit sei­nem Wild-Blu­men­be­wuchs ei­ne Pracht ist, vom Spiel­platz zur Düs­sel­dor­fer Stra­ße. Auch die­ser ist mit ei­nem Bau­zaun, der mitt­ler­wei­le igno­riert wird, ab­ge­sperrt. Die Müll­ei­mer auf die­sem Weg qu­el­len über. „Die Stadt darf hier nicht lee­ren, da das Ge­biet Wil­ma ge­hört“, er­klärt Zöpf­chen. „Wil­ma be­sei­tigt den Müll aber auch nicht. Aber die ha­ben na­tür­lich auch das Ar­gu­ment, dass kei­ner auf den Weg darf und so die Müll­ei­mer leer sein müss­ten.“Jetzt hat der Rent­ner sich nach langen Ge­sprä­chen mit der Stadt den Schlüs­sel für die Müll­ei­mer be­sor­gen kön­nen und räumt sie in Ei­gen­re­gie.

Wo die Grün­de für die Nicht-Er­öff­nung des Spiel­plat­zes und des We­ges lie­gen, kann Zöpf­chen nur mut­ma­ßen. „Ich neh­me an, dass das fi­nan­zi­el­le Ur­sa­chen hat.“Der An­woh­ner hat ver­geb­lich ver­sucht, so­wohl von der Bau­fir­ma als auch von der Stadt Ant­wor­ten zu be­kom­men. Jo­chen Sie­mes, Pro­jekt­ma­na­ger für die Sied­lung „Un­ter der Müh­le“, sag­te auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on, dass er sel­ber sehr un­glück­lich dar­über sei, dass der Spiel­platz seit ei­nem Jahr nicht be­spiel­bar sei und er volls­tes Ver­ständ­nis für die kri­ti­schen An­mer­kun­gen der An­woh­ner ha­be. „Lei­der schlie­ßen die uns bin­den­den ver­trag­li­chen Reg­lun­gen so­ge­nann­te ‚Teil­ab­nah­men‘ aus“, er­klärt er. Das heißt, dass der Bau­trä­ger nur al­le Be­stand­tei­le als Gan­zes der Öf­fent­lich­keit über­ge­ben darf. Da­für müs­sen al­le er­stell­ten Leis­tun­gen (öf­fent­li­che Grün­an­la­gen, Stra­ßen und al­le un­ter­ir­di­schen Er­schlie­ßungs­leis­tun­gen) fer­tig­ge­stellt, ge­prüft, ab­ge­nom­men und über­ge­ben wer­den. Dar­an ar­bei­te Wil­ma zu­sam­men mit der Stadt Meer­busch un­ter Hoch­druck. „Ak­tu­ell ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die Ge­samt­über­ga­be und da­mit auch die Er­öff­nung des Spiel­plat­zes bis En­de Ju­li end­lich er­fol­gen kann“, stellt Sie­mes in Aus­sicht.

RP-FO­TO: BAU­ER

Die­ser Spiel­platz in Bü­de­rich an der Ruth-Nie­haus-Stra­ße wird ein­fach nicht er­öff­net. Dar­über wun­dert sich nicht nur An­woh­ner Franz Zöpf­chen.

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