IHK will Au­tos ef­fi­zi­ent nach­rüs­ten

Die­sel-Fahr­ver­bo­te: Mes­sun­gen sei­en oft stren­ger als EU-Norm ver­langt

Rheinische Post Duesseldorf Meerbusch - - Meerbusch -

(RP) Dreh- und An­gel­punkt in der De­bat­te um mög­li­che Fahr­ver­bo­te für Die­sel­fahr­zeu­ge ist die Be­las­tung der Luft durch Stick­stoff­di­oxid (NO2). Doch wie rea­lis­tisch sind die er­ho­be­nen Mess­wer­te? Die IHK-Da­ch­or­ga­ni­sa­ti­on, der Deut­sche In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK), hat­te jetzt die Kanz­lei Re­de­ker Sell­ner und Dahs be­auf­tragt, die eu­ro­päi­schen An­for­de­run­gen zur Orts­be­stim­mung der Schad­stoff­mes­sung aus­zu­le­gen.

„Das Rechts­gut­ach­ten kommt im Kern zu dem Er­geb­nis, dass die von vie­len Be­hör­den be­folg­te Prä­mis­se, die Luft­qua­li­tät sei al­lein am Ort der höchs­ten Be­las­tung zu be­ur­tei­len, über eu­ro­päi­sche Stan­dards hin­aus­geht“, sagt Co­co Grü­nert vom Be­reich Um­welt, Pla­nen und Bau­en der IHK Mitt­le­rer Nie­der­rhein. Bei der Be­wer­tung der er­mit­tel­ten Jah­res­mit­tel­wer­te sei zu be­rück­sich­ti­gen, ob und in­wie­weit die Be­völ­ke­rung den Jah­res­mit­tel­wer­ten am je­wei­li­gen Mess-Stand­ort auch tat­säch­lich dau­er­haft aus­ge­setzt ist. Auch der Ver­weis auf die Ein­hal­tung der in der Richt­li­nie be­schrie­be­nen Ab­stands- und Hö­hen­an­ga­ben al­lein rei­che nicht aus, um die Mes­sun­gen eu­ro­pa­rechts­kon­form durch­zu­füh­ren.

„Das be­deu­tet gleich­zei­tig noch nicht, dass auch die ge­mes­se­nen Grenz­wert­über­schrei­tun­gen über­all zu hoch und Fahr­ver­bo­te da­mit nicht zu­läs­sig wä­ren“, so Grü­nert. Je­doch sei zu er­war­ten, dass bei kor­rek­ter Po­si­tio­nie­rung der Mess-Sta­tio­nen und Ein­hal­tung der EU-recht­li­chen Vor­ga­ben im Durch­schnitt ge­rin­ge­re Grenz­wert­über­schrei­tun­gen er­mit­telt wür­den. Da­mit wür­den auch die Chan­cen stei­gen, Fahr­ver­bo­te ab­zu­wen­den.

Für Un­ter­neh­men kön­nen Fahr­ver­bo­te be­deu­ten, dass ihr Fuhr­park mit zu­meist ho­hem An­teil an Die­sel­fahr­zeu­gen an Wert ver­liert, Wa­ren­trans­por­te be­schränkt und die Er­reich­bar­keit der Stand­or­te und Kun­den ein­ge­schränkt wird. Um­fra­gen wür­den zei­gen, dass auch Un­ter­neh­men sau­be­re Luft ein wich­ti­ges An­lie­gen ist. Die IHK setzt sich des­halb für mehr nach­hal­ti­ge Mo­bi­li­tät und die ef­fi­zi­en­te Nach­rüs­tung von Fahr­zeu­gen ein, durch die die Grenz­wer­te kurz­fris­tig er­reicht wer­den kön­nen.

RP-FO­TO: HANS-JÜR­GEN BAU­ER

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