An­woh­ner fürch­ten Bau neu­er Feu­er­wa­che

Die neue Feu­er­wa­che soll an der Wers­te­ner Fried­hof­stra­ße ent­ste­hen. Gut 20 pri­va­te Grund­stü­cke gren­zen un­mit­tel­bar an das Ge­län­de. Die An­woh­ner ha­ben auch Be­den­ken we­gen der Ver­kehrs­si­tua­ti­on.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - BENRATHER TAGEBLATT - VON SON­JA SCHMITZ

WERSTEN Die An­woh­ner in der Hal­busch-sied­lung sind alar­miert. Weil die al­te Feu­er­wa­che am Wers­te­ner Feld in die Jah­re ge­kom­men ist, Hal­len und Ge­län­de mitt­ler­wei­le zu klein sind, wird nach ei­nem neu­en Stand­ort ge­sucht. Für ein brach lie­gen­des Ge­län­de der Fir­ma Hen­kel an der Wers­te­ner Fried­hof­stra­ße/ Ecke Hü­gel­stra­ße wird des­halb ei­ne Mach­bar­keits­stu­die durch­ge­führt. Die Er­geb­nis­se wa­ren frü­hes­tens für die Zeit nach den Som­mer­fe­ri­en avi­siert. Auf Nach­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on er­klär­te die Stadt: „Der­zeit kön­nen wir nichts zu dem The­ma mit­tei­len.“

In der Sit­zung der Be­zirks­ver­tre­tung 9 am Frei­tag, 13. Sep­tem­ber, soll die Ver­wal­tung über den ak­tu­el­len Stand der Pla­nun­gen be­rich­ten. Dies sei hilfs­wei­se auch im nicht­öf­fent­li­chen Teil mög­lich, heißt es in der An­kün­di­gung. Dar­in wird auch dar­auf ver­wie­sen, dass der von der Be­zirks­ver­tre­tung be­vor­zug­te Stand­ort an der Münch­ner Stra­ße/ Ickers­war­der Stra­ße nicht mehr zur Ver­fü­gung ste­he. Dort soll pro­vi­so­risch ein Park-and-ri­de-platz ein­ge­rich­tet wer­den.

Bei den An­woh­nern, de­ren Grund­stü­cke un­mit­tel­bar an das be­tref­fen­de Ge­biet grenz­ten, zehrt die Stand­ort-fra­ge seit Wo­chen an den Ner­ven. „Be­reits im Herbst wur­den dort Bü­sche und Sträu­cher ge­ro­det. Meh­re­re Nach­barn ha­ben auf dem Ge­län­de Feu­er­wehr­fahr­zeu­ge ge­se­hen“, be­rich­tet Andre­as Flak, der seit 16 Jah­ren mit sei­ner Fa­mi­lie dort lebt. Im Ju­li hat­te er die An­woh­ner mit ei­nem Fly­er zu ei­nem Tref­fen ein­ge­la­den, um In­for­ma­tio­nen aus­zu­tau­schen. 20 wa­ren der Ein­la­dung ge­folgt.

Wie sich her­aus­stell­te, wa­ren be­reits meh­re­re Nach­barn ak­tiv ge­wor­den und hat­ten Po­li­ti­ker und Ver­wal­tung an­ge­schrie­ben. Das Bau­auf­sichts­amt teil­te ei­nem An­woh­ner mit: „Die von Ih­nen mit Sor­ge an­ge­spro­che­nen The­men, wie zu­neh­men­de Luft- und Lärm­im­mis­sio­nen sind Ge­gen­stand die­ses Prüf­ver­fah­rens.“Soll­te die Prü­fung po­si­tiv aus­fal­len und ein Bau­an­trag ge­stellt wer­den, wür­de die­ser der Be­zirks­ver­tre­tung in ei­ner öf­fent­li­chen Sit­zung vor­ge­stellt. „Ich ver­si­che­re Ih­nen, dass die nach­bar­schutz­recht­li­chen Be­lan­ge in ei­nem et­wai­gen Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren be­ach­tet wer­den“, schreibt die Ver­tre­te­rin des Bau­auf­sichts­amts in dem Brief, der un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt.

Be­ru­higt hat dies die An­woh­ner kei­nes­wegs. „Ich fra­ge mich, wie man die­sen Stand­ort über­haupt in Be­tracht zie­hen kann und des­halb ei­ne Mach­bar­keits­stu­die in Auf­trag gibt“, sagt Flak. Da er als Zi­vil­dienst­leis­ten­der bei der Feu­er­wehr ge­ar­bei­tet ha­be, wis­se er, was der Rund­um-be­trieb be­deu­te. Ab­ge­se­hen von den Ein­sät­zen mit Mar­tins­horn rech­net er mit wei­te­ren Lärm­be­läs­ti­gun­gen wie Laut­spre­cher-an­sa­gen, War­tungs­ar­bei­ten von Werk­zeu­gen und schwe­rem Ge­rät. Soll­te die Wa­che dort hin­kom­men, be­deu­te dies ei­ne gra­vie­ren­de Ver­schlech­te­rung der Le­bens­qua­li­tät der An­woh­ner. Zu­dem wür­den ih­re Häu­ser klar an Wert ver­lie­ren. Auf der In­ter­net­sei­te der Stadt hat Flak au­ßer­dem ei­ne Pla­nungs­kar­te ge­fun­den, die den Stand­ort als Teil ei­nes „städ­ti­schen Grün­zugs mit bio­kli­ma­ti­scher und im­mis­si­ons­kli­ma­ti­scher Be­deu­tung“aus­weist.

Und auch für das wei­te­re Um­feld se­hen die An­woh­ner Pro­ble­me. So sei der Stand­ort von Stra­ßen mit Tem­po 30 um­ge­ben. Zwei Schu­len und zwei Ki­tas sei­en in nä­he­rem Um­feld. Wenn dort die Feu­er­wehr­wa­gen auf dem Weg zum Ein­satz vor­fah­ren müss­ten, sei dies ein Ge­fah­ren­punkt. „Wir brau­chen ei­ne Feu­er­wehr. Das ist rich­tig. Aber die­ser Stand­ort ist al­les an­de­re als ide­al.“

RP-FO­TO: ANDRE­AS BRETZ

Die al­te Feu­er­wehr­wa­che am Wers­te­ner Feld 30 ent­stand 1961. Die Räu­me sind ver­al­tet und zu klein.

RP-FO­TO: VON AMELN

Andre­as Flak (Mit­te mit dunk­lem Shirt) hat sich mit wei­te­ren An­woh­nern aus­ge­tauscht, die Pro­ble­me für ih­re Nach­bar­schaft be­fürch­ten.

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