Re­for­mier­te Pfle­ge­gra­de

Die neu­en Pfle­ge­stu­fen rei­chen bis 5 und wer­den durch ein Punk­te­sys­tem er­mit­telt.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - SENIOREN AKTUELL -

(rps) Seit 2017 be­stim­men nicht mehr drei Pfle­ge­stu­fen, son­dern fünf Pfle­ge­gra­de die in­di­vi­du­el­le Hilfs­be­dürf­tig­keit ei­ner Per­son. Wäh­rend sich die frü­he­ren Beur­tei­lun­gen vor al­lem auf kör­per­li­che Be­ein­träch­ti­gun­gen kon­zen­trier­ten, war es ge­setz­li­cher Wil­le, bei der neu­en Re­ge­lung auch ver­stärkt geis­ti­ge Ein­schrän­kun­gen, wie bei­spiels­wei­se De­menz­er­kran­kun­gen, zu be­rück­sich­ti­gen. An­hand ei­nes Punk­te­sys­tems er­folgt die Zu­ord­nung des Pfle­ge­gra­des, der nun zwi­schen 1 und 5 lie­gen kann. Vie­le An­ge­hö­ri­ge von Pfle­ge­be­dürf­ti­gen füh­len sich je­doch im Um­gang mit den Pfle­ge­gra­den wei­ter­hin über­for­dert.

Mar­kus Küf­fel, Ge­schäfts­füh­rer der Pfle­ge zu Hau­se Küf­fel Gm­bh, er­klärt, was es mit den ver­schie­de­nen Gra­den auf sich hat: „Ge­ne­rell be­ur­teilt der Me­di­zi­ni­sche Di­enst der Kran­ken­kas­sen (MDK) in­ner­halb der Teil­be­rei­che Mo­bi­li­tät, ko­gni­ti­ve und kom­mu­ni­ka­ti­ve Fä­hig­kei­ten, Ver­hal­tens­wei­sen, Selbst­ver­sor­gung oder aber den Um­gang mit so­zia­len Kon­tak­ten.“Da­bei stellt der Gut­ach­ter ei­ne Viel­zahl an Fra­gen wie: Klei­det so­wie wäscht die Per­son sich noch selbst und isst sie oh­ne Hil­fe? Wel­che Hil­fe wird bei der Haus­halts­füh­rung be­nö­tigt und kön­nen so­zia­le Kon­tak­te ge­lebt und auf­recht ge­hal­ten wer­den?

Bei den Gra­den 1 bis 3 han­delt es sich um ei­ne ge­rin­ge bis schwe­re Be­ein­träch­ti­gung der ei­ge­nen Selbst­stän­dig­keit. Dies äu­ßert sich bei­spiels­wei­se durch feh­len­de Ori­en­tie­rung, ein­ge­schränk­te Mo­bi­li­tät und Hil­fe im Be­reich der Kör­per­pfle­ge. Ent­spricht ein Pfle­ge­be­dürf­ti­ger dem Grad 4 oder so­gar 5, weist er schwers­te Be­ein­träch­ti­gun­gen in al­len Teil­be­rei­chen auf. Ein selbst­be­stimm­tes Le­ben ist hier al­so nicht mehr mög­lich. Beim fünf­ten Grad steht vor al­lem die Ver­sor­gung wäh­rend der Nacht im Vor­der­grund.

An­spruch auf Pfle­ge­geld ha­ben Be­trof­fe­ne al­ler­dings erst ab dem zwei­ten Grad. Bei Pfle­ge­grad 5 er­hal­ten sie et­wa bis zu 901 Eu­ro mo­nat­lich, wenn An­ge­hö­ri­ge die häus­li­che Pfle­ge über­neh­men.

FO­TO: MICHA­EL B. REHDERS

Pfle­ge­gra­de ge­ben ei­ne wich­ti­ge Ori­en­tie­rung bei der Fra­ge nach der ge­eig­ne­ten Be­treu­ungs­form.

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