Der Golf-pro­fi aus Mett­mann über Hö­hen und Tie­fen in sei­ner Kar­rie­re.

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - SPORT -

METTMANNMA­RTIN Kay­mer, 34, sitzt im Klub­haus im Golf­club Mett­mann. Es ist der Ort, in dem er sport­lich groß ge­wor­den ist. Vor ihm auf dem Tisch steht ei­ne Co­la. Er hat ei­nen straffen Zeit­plan, oft ist er der­zeit nicht in sei­ner Hei­mat.

Nicht weit von Ih­rem Hei­mat-golf­club Mett­mann wur­de un­längst ein neu­es Flücht­lings­heim ge­baut. In Deutsch­land wird über See­notret­tung de­bat­tiert. Wie bli­cken Sie auf so ein The­ma?

KAY­MER Zu­nächst ein­mal mit viel Mit­ge­fühl. Wenn Men­schen ih­re Hei­mat ver­las­sen müs­sen, wenn sie un­glaub­li­che Ge­fah­ren auf sich neh­men in der Hoff­nung, ir­gend­wo an­ders über­le­ben zu kön­nen, dann soll­te das als Mensch die ers­te Emp­fin­dung sein. Wir müs­sen aber den­noch über The­men re­den dür­fen, oh­ne Angst da­vor zu ha­ben, als­ras­sist ab­ge­stem­pelt zu­wer­den.

Emp­feh­len Sie den Deut­schen mehr Ge­las­sen­heit im Um­gang mit sol­chen The­men?

KAY­MER Ich ha­be ehr­lich ge­sagt nie­man­dem et­was zu emp­feh­len. Das Ding ist nur, wenn du in ei­ner Talk­run­de Angst ha­ben musst, ein fal­sches Wort zu sa­gen, und schon ge­hen al­le mög­li­chen Leu­te auf dich los, dann macht das et­was mit ei­nem. So et­was ist nicht gut für ei­ne Ge­sell­schaft, so et­was för­dert nicht den Aus­tausch mit­ein­an­der. Um mich nicht miss­zu­ver­ste­hen: Wer an­de­re dis­kri­mi­niert und be­lei­digt, muss aus­ge­grenzt wer­den. Mir geht es nur dar­um, dass manch­mal schon ein fal­sches Wort aus­reicht.

Men­schen wol­len Ty­pen, aber Ty­pen sol­len mög­lichst nichts sa­gen. KAMYER Ja, Po­li­ti­ker sol­len au­then­tisch und ehr­lich sein, sa­gen sie die Wahr­heit, ist es vie­len auch nicht Recht. Es ist ein­fach ein Pro­blem un­se­rer heu­ti­gen Zeit.

Sie en­ga­gie­ren sich in ei­ner ei­ge­nen Stif­tung für Kin­der War­um be­deu­tet Ih­nen das En­ga­ge­ment mehr, als Vor­teil bei der Steu­er­er­klä­rung? KAY­MER (lacht) Über die Steu­ern ha­be ich mir die we­nigs­ten Ge­dan­ken ge­macht. Ich bin un­heim­lich ger­ne mit Kin­dern zu­sam­men, der Kin­der­gar­ten, den wir un­längst in Mett­mann un­ter­stützt ha­ben, war die Ein­rich­tung, in die ich und mein Bru­der da­mals ge­gan­gen sind. Das Ge­bäu­de war ab­ge­brannt, es wur­de neu ge­baut. Wir un­ter­stüt­zen viel. In der Er­wach­se­nen­welt wer­den vie­le Din­ge im­mer sehr ernst ge­nom­men. Kin­der sind ehr­lich. Wenn sie kei­ne Lust auf dich ha­ben, ma­chen sie ein­fach was an­de­res. Sie fin­den mich nicht toll, weil ich­mar­tin Kay­mer bin, son­dern weil ich Zeit mit ih­nen ver­brin­ge.

War­um ha­ben Sie selbst noch kei­ne Kin­der?

KAY­MER (lacht) Als Sin­gle ist das schwie­rig.

FO­TO: JEFF ROBERSON/DPA

Auf dem Grün: Mar­tin Kay­mer in Ak­ti­on.

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