Ver­gleich stel­len

Brän­de in Bra­si­li­en

Rheinische Post – Düsseldorf Mitte/West/Ost/Nord/Süd - - LESERBRIEF­E - Mar­tin Hart­mann Ba­ben­hau­sen

Über „igno­ran­te Wi­der­lin­ge“wie Bra­si­li­ens Prä­si­dent Jair Bol­so­na­ro fühlt man sich nur all­zu gern er­ha­ben. Und eben­so all­zu leicht schwin­det dar­über die de­mü­ti­ge Selbst­kri­tik an der ei­ge­nen Wi­der­sprüch­lich­keit. Stel­len wir uns doch ein­fach mal dem Ver­gleich : Bra­si­li­en ist mit sei­nen 8 515 770 Qua­drat­ki­lo­me­tern et­wa 23 mal so groß wie die BRD – bei ei­nem Zehn­tel der Ein­woh­ner. Im Zei­t­raum von Au­gust 2017 bis Au­gust 2018 for­der­te der Raub­bau an der dor­ti­gen Na­tur zir­ka 7900 Qua­drat­ki­lo­me­ter und so­mit 0,092 Pro­zent der Ge­samt­flä­che des süd­ame­ri­ka­ni­schen Staa­tes. Deutsch­lands der­zei­ti­ger Bau­wahn schlägt mit durch­schnitt­lich 56 Hekt­ar pro Tag, et­wa 204 Qua­drat­ki­lo­me­ter jähr­lich und so­mit 0,057 Pro­zent der Flä­che Deutsch­lands ne­ga­tiv zu Bu­che. Zieht man nun noch in Be­tracht, dass durch die un­säg­li­che Brand­ro­dung in Bra­si­li­en neue Acker- und Wei­de­flä­chen ent­ste­hen, wäh­rend im über­dicht be­sie­del­ten Deutsch­land die rest­li­chen Acker- und Grün­land­flä­chen un­ter Be­ton und As­phalt dau­er­haft ver­schwin­den, soll­ten wir uns über den ei­ge­nen, krebs­ar­ti­gen Flä­chen­fraß hier zu Lan­de min­des­tens ge­nau­so em­pö­ren wie über den Frev­ler Bol­so­na­ros.

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